Filmreview: “Grave Encounters 2″ (2012)

Grave Encounters 2 – Story
Alex Wright (Richard Harmon) ist ein Horrorfilm-Junkie, wie er im Buche steht. Nicht nur, dass er eigene Filme dreht, er bespricht auch regelmäßig Horrorwerke auf seinem Youtube-Kanal. Seit geraumer Zeit beschäftigt ihn der Schocker “Grave Encounters”. Wright scheint fest der Überzeugung zu sein, dass das Filmdokument echt sei und beginnt Recherchen im Internet zu betreiben. Als er herausfindet, dass der gesamte Cast als verschollen gilt, trommelt er ein paar Freunde zusammen, mit deren Hilfe er das Rätsel rund um die Geschehnisse des “Grave Encounter”-Filmes lösen möchte. Kaum haben die Freunde den Schauplatz des Filmes betreten, beginnen sich die Ereignisse in der verlassenen “Collingwood-Psychiatrie” zu wiederholen…
Grave Encounters 2 – Kritik
Angenommen man dreht einen Horrorfilm, der unerwartet zum Geheimtipp avanciert.
Die klügste Vorgehensweise wäre vermutlich die, den lukrativen Überraschungs-Hit mit einer Fortsetzung weiterzuspinnen, um schnell noch im Fahrwasser des Originals die Kasse klingeln zu lassen. Rasch kritzelt man einige Ideen auf Papier und wärmt einige Schockeffekte lau auf, die man bereits unzählige Male im Vorgänger präsentiert bekommen hat. Garniert mit einigen derben Splatter-Szenen hofft man nun, dass sich der Erfolg abermals wiederholt.
Der Film “Grave Encounters 2” ist ein derartiger Fall, der nun versucht, in die erfolgreichen Fußstapfen seines Vorgängers zu treten. Zu allem Erstaunen gelingt ihm das recht solide, dennoch erreicht er aber nur in den wenigsten Momenten die unheimlichen Qualitäten des Originals. Was den Film trotzdem durchaus sehenswert macht, ist der konsequente Wandel seines Erzählstils, denn “Grave Encounter 2” bietet im Grunde nichts wirklich bahnbrechend Neues, ist aber trotzdem im Vergleich zum ersten Teil ganz anders.
Das subtil-schauerhafte Gruseln ist hier Mangelware. Vielmehr setzt der Film auf Hektik und Blutzoll. Die actionlastige Geisterhatz verirrt sich in einigen Momenten in recht deftigem Gekröse, sodass vor allem Splatter-Fans auf ihre Kosten kommen dürften.
Ob diese neue Richtung wirklich geschickt gewählt ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden, denn vor allem Fans des Originals dürften sich bei “Grave Encounters 2” gehörig vor den Kopf gestoßen fühlen. Die Geister gehen arg rabiat zur Sache, sodass die eigentlich beunruhigend-ängstigende Atmosphäre, zugunsten deftiger Splatter-Exzesse in den Hintergrund rückt. Vermutlich war Regisseur “John Poliquin” darin bestrebt mit seiner Fortsetzung verschiedene Filmgeschmäcker anzusprechen. Gerade in Zeiten unzähliger Geister-Found-Footage-Filme, die allesamt allein nur das unspektakuläre auf-und-zu-schieben von Schränken und Türen fokussieren, scheint “Poliquin” bestrebt darum zu sein, andere Wege gehen zu wollen und sich ein wenig vom Subtilen zu distanzieren. Da aufgrund von “Hostel“, “Saw” und Co. selbstzweckhafte Gewaltakte zum üblichen Bild aktueller Horrorfimlware geworden sind , macht hierbei natürlich auch “Grave Encounters 2” keine Ausnahme und schwimmt geschwind auf dieser populären Welle mit.
Natürlich gibt es neben dem teilweise arg schroffen Gesplattere und dem lukrativen Recyclen altbewährter Erfolgsrezepte auch jede Menge “Neues” in “Grave Encounters 2” zu bestaunen. Regisseur “John Poliquin” ist stets darum bemüht, die Geschichte des Anwesens weiterzuerzählen. Auch wenn hin und wieder ein gewisses Déjà-vu Gefühl eintreten will, so schafft er es dennoch etwas Licht rund um die Geschehnisse der leerstehenden Psychiatrie zu bringen. In bekannter “House on Haunted Hill“-Manier erzählen einige groteske Geistererscheinungen von der Geschichte dieser Klinik und beantworten so einige wesentliche Fragen, die bisher unbeantwortet blieben.
Auch wenn es ein wenig an Zeit benötigt, bis der zweite Aufguss überhaupt an Fahrt gewinnt, so kann man “Poliquin” nicht vorwerfen, dass er mit seiner Rückkehr in das Spukgemäuer langweilt. Zwar dauert es geschlagene 40 Minuten bis der Film überhaupt zum Punkt kommt, hat er die dann jedoch erreicht, bietet das schweißtreibende Tempo mit welchem “Grave Encounters 2” davonradelt, dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen. Die ahnungslosen Kids werden von einer Szenarie zur nächsten getrieben, immer die Angst im Nacken haben zu müssen, kreativ um die Ecke gemeuchelt zu werden. Auch wenn die Geschichte gegen Ende hin fast schon surreale Züge erhält und sich die Helden in einer Art Parallelwelt wiederfinden, so kann man sich als Filmfreund nicht darüber beschweren, trotz allem hanebüchenen Hocus Pocus, sich doch irgendwie kurzweilig unterhalten gefühlt zu haben.
“Grave Encounters 2” ist ein zweischneidiges Schwert und dürfte vor allem Freunde des ersten Teils vor den Kopf stoßen.
Von unheimlicher und subtiler Atmosphäre ist hier kaum noch irgendwas zu verspüren. Nervenstrapazierende Schockeffekte sind in dieser Fortsetzung Mangelware und werden schier und einfach durch derbe Splatter-Effekte ausgetauscht. Die Geister demonstrieren kontrovers schroff, wie man unwillkommene Gäste wahrhaftig unwillkommen begrüßt, sodass das Sequel für Freunde wohldossierten Gruselns vollkommen unangebracht ist. Statt jugendfreier “Paranormal Activity“-liker Umsetzung geht es hier deftig zur Sache. Da werden Köpfe zerquetscht und eingetreten und Leiber mittels Starkstrom zerfetzt und verbrannt. Das Splatter-Herz dürfte vor derart ungenierter Zeigefreudigkeit vor Freude tanzen. Trotzdem, auch wenn die Erwartungen im Vergleich zum Vorgänger kaum erfüllt werden können, so kann man nicht behaupten, dass “Grave Encounters 2” eine miese Fortsetzung ist. Sicherlich erfindet auch dieser Spuk-Film das Genre nicht neu und auch sonst hat man all das, was der Film letztendlich bietet, bereits um Längen besser woanders gesehen.
Dennoch hat dieses Sequel auch seine Momente, die zudem aufgrund der hervorragenden technischen Fingerfertigkeit zu überzeugen wissen. Gerade gegen Ende hin sind die Grenzen des typischen Found-Footage-Filmstil kaum noch als selbige zu erkennen. Da wird die Kamera von Geistern getragen, die dann um die verbleibenden Protagonisten umherschwirren. Aber auch die wenigen Geistereffekte (siehe Filmplakat!) sind als ziemlich gelungen zu betiteln und heben “Grave Encounters 2” über den Durchschnitt.
Grave Encounters 2 – Fazit

Deftiger Splatter statt wohldosiertem Gruselvergnügen – Eine gelungen Fortsetzung, die sich zwar altbewährter Mechanismen des ersten Teil bedient, dennoch irgendwie vollkommen anders ist.
Grave Encounters 2 – Zensur
Aufgrund einiger recht deftiger Szenen, dürfte die deutsche Filmfassung ungeschnitten mit “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
Grave Encounters 2 – Trailer
Hellraiser80
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Paranormal Activity 3 (2011)
Filmreview: “The Dinosaur Project” (2012)
The Dinosaur Project – Story
Als weltweit Gerüchte die Runde machen, dass im Kongo ein seltsames Seeungeheuer gesichtet wurde, will der bekannte Forscher und Spezialist Marchant (Richard Dillane) den ominösen Erscheinungen auf den Grund gehen. Zusammen mit seinem Team organisiert er eine Expedition in das Kongo-Gebiet um die mysteriöse Kreatur aufzuspüren. Kaum mit dem Flugzeug aufgebrochen, finden die Anwesenden einen blinden Passagier an Bord, der sich zugleich als Sohn Marchants zu erkennen gibt.
Doch bevor sich Vater und Sohn überhaupt in ihrer Rage aussprechen können, kollidiert die Flugmaschine mit einem riesigen prähistorischen Raubvogel und stürzt ab.
Glücklicherweise wird keiner der Teilnehmer bei dem Absturz verletzt und so führen die Forscher die Suche nach dem legendären Seeungeheuer fort – ein fataler Fehler, wie sich schnell herausstellt.
Denn entgegen der Erwartungen ist die gesamte Umgebung von Dinosauriern bevölkert – einige von ihnen sogar menschenfeindlicher Natur …
The Dinosaur Project – Kritik
Bereits auf dem diesjährigen “Fantasy Filmfest Nights” konnten sich deutsche Genre-Freunde von den grandios-filmischen Qualitäten eines weiteren Wackel-Cam-Films erfreuen. Nachdem Max Landis mit seinem Superhelden Found-Footage-Knaller “Chronicle” die Messlatte für dieses Sub-Genre in puncto fesselnd-erzählerischen Perfektionismus und unterhaltsam-dichtem Spannungsaufbau enorm weit nach oben gelegt hatte, waren die Erwartungen demzufolge hoch, inwieweit man das Found-Footage-Genre überhaupt noch mit neuen Facetten und frischen Ideen bestücken könnte. Mit dem aktuellen Neuzugang “The Dinosaur Project” versucht Regisseur Sid Bennett an den weltweiten Erfolgen des derzeit kassenträchtigen Found-Footage-Genres anzuknüpfen und hofft damit den ebenso ganz großen Durchbruch zu ergattern.
Anstatt sich mit fiesen Poltergeistern (Paranormal Activity 3) und kaltschnäutzigen Aliens (“Cloverfield“) zu beschäftigen, macht er prähistorische Riesenechsen zum Thema seines Filmes.
Bewanderte Filmfreunde dürften bei dieser Thematik vermutlich direkt die Hände über den Kopf schlagen und Böses ahnen. Denn dem bereits kürzlich besprochenen Wackel-Cam-Movie Tape 407 lag haargenau gleiche Geschichte zugrunde, die aber aufgrund der teilweise haarsträubend schlechten Umsetzung mit dem vorliegenden “The Dinosaur Project” in keinster Weise zu vergleichen ist.
Sid Bennett Beitrag genießt den Vorteil, dass er entgegen der meisten Produktionen dieser Film-Gattung ein halbwegs vernünftiges Budget vorweisen kann und somit Spielraum für die ein oder andere technisch-ansprechende Spielerei besitzt.
Vorab sei den kritischen Gegnern des Found-Footage-Genre versichert, dass dem Zuschauer mit diesem netten kleinen Dino-Filmchen ein halbwegs annehmbarer Fantasy-Thriller präsentiert wird, der sich nicht wie so oft üblich im Found-Footage-Universum, in endlos langem Gewackel der Kamera verliert. Stattdessen darf der Zuschauer einer relativ geradlinigen Geschichte beiwohnen, die ohne große Umwege direkt zum Punkt kommt. Statt unnötigem Einleitungs-Geplänkel und einer präzisen Bestandsaufnahme aller Gegebenheiten der Geschichte schöpft “The Dinosaur Project” direkt aus den Vollen. Eh sich der Zuschauer versieht, sitzen die handvoll Protagonisten in einem Flugzeug und steuern direkt auf ihr Unglück zu. Eine identifizier- und nachvollziehbare Charakterisierung der Beteiligten wird zugunsten der recht netten Dino-Effekte direkt unter den Tisch gekehrt. Einzige Identifikations-Figur des Filmes scheint Sohn Luke zu sein, der mit seiner Vorliebe für innovative Kamera-Technik den Anwesenden des öfteren das Leben rettet. Die übrigen Crew-Mitglieder bleiben gesichtslos und so erfährt der Zuschauer, einmal abgesehen von einem verdrängten Konflikt zwischen Vater Marchant (Richard Dillane) und seinem Sohn Luke (Matt Kane), kaum etwas nennenswertes über die gelüsten Safari-Teilnehmer.
Stattdessen finden sich die Expeditions-Mitglieder nach ihrer unverhofft “steilen” Landung mit längst ausgestorbenen Riesenechsen konfrontiert, die nicht immer friedvoller Natur zu sein scheinen. Als die Überlebenden des Nachts von einer Schar fleischfressender Dinosaurier überrascht und durch das Dickicht des Kongos getrieben werden, beginnt auch “The Dinosaur Project” seine eigentliche Intention zu offenbaren. Und die lautet: soviel Action und Special-Effekts wie möglich in die arg dünne und löchrige Geschichte zu stopfen. Überraschenderweise scheint die Rechnung aufzugehen und so bekommt der interessierte Filmfreund action-orientierte Unterhaltung nonstop. Kaum wenige Minuten vergehen, ohne das einmal nichts passiert, was man dem Film hoch anrechnen muss. Im Vergleich zu ähnlichen Werken seiner Gattung, weiß dieser Found-Footage-Schocker zumindest kurzweilig, ohne Schnörkel und Längen zu unterhalten. Das mag vor allem auch daran liegen, dass Bennett seinen Figuren kaum Zeit zum Verschnaufen bietet und sie in regelmäßigen Abständen durch den Wald hetzt und über den Jordan meuchelt. Somit sieht sich der Zuschauer und die handvoll Protagonisten immer mit der Angst und der Unsicherheit konfrontiert, dass in den nächsten Sekunden einer der Anwesenden das Zeitliche segnen könnte.
Da die hungrigen Echsen teilweise aus dem Nichts nach dem Leben der Forscher trachten, dürfte der ein oder andere handfeste Schock zumindest für kurzweilige 70 Minuten Netto-Spielzeit sorgen und “The Dinosaur Project” zumindest weit über den Durchschnitt heben.
Mit dem Wackelkamera-Streifen “The Dinosaur Project” erhält der Filmfreund Nachschub an technisch unzulänglicher Wackelkamera-Kost.
Wer jedoch jetzt, wie so oft, ein optisch und technisch desaströses Werk erwartet, liegt falsch.
Sid Bennetts Dino-Safari gehört zu einem der besseren Vertretern der Fake-Doku-Gattung und hat mit dem konfusen Cam-Gewackel üblicher Billig-Schund-Ware aus dem Found-Footage-Sektor nichts gemein. Natürlich gehören auch hier einige Kamera-Störsignale und technische Cam-Totalausfälle zum üblichen Geschehen. Auch filmen die Protagonisten bei obligatorischen Hetzjagden durch das Gebüsch minutenlang Waldboden – dennoch, die optisch sehr ansprechenden Spezial-Effekte bereichern den Film ungemein und entschädigen den ein oder anderen Schnitzer in der, ohnehin schon sehr oberflächlich skizzierten, Handlung. Leider verliert sich “The Dinosaur Project” kurz vor Ende in schierer Unlogik. Zugunsten des Tempos und eines verblüffenden “Aha”-Effekts überrascht Co-Autor und Regisseur Sid Bennetts mit einem unsinnigen und vollkommen hirnrissigen Plot Twist. Die Tatsache, dass diese seltsame Kehrtwende vollkommen unnötig gewählt wurde, schmälert den eigentlich recht positiven Gesamteindruck diese Pseudo-Dokumentation.
Immerhin lässt das offene Ende, wie so oft, Spielraum für eine Fortsetzung, in der hoffentlich diverse Fragen beantwortet werden, die der Film bereits zu Beginn nicht einmal annähernd versucht zu beantworten.
Unter dem Strich bleibt ein netter, kleiner und kurzweiliger Spielfilm, der sich der gesamten Palette an typischen Found-Footage-Klischees bedient, aber dennoch immer unterhaltsam bleibt.
Auch Filmfans, die eigentlich nichts mit dem Pseudo-Doku-Stil anfangen können, dürfen gern einen Blick riskieren, denn “The Dinosaur Project” ist gar nicht mal so übel, wie anfänglich gedacht.
The Dinosaur Project – Fazit

Temporeicher und recht spannender Dino-Schocker, der dem Zuschauer und den Filmfiguren kaum Zeit zum Verschnaufen bietet
The Dinosaur Project – Zensur
Wirklich blutig wird es zu keiner Zeit, daher ist eine ungeschnittene FSK 16er Freigabe denklich.
The Dinosaur Project – Trailer
Hellraiser80
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Filmreview: “V/H/S” (2012)
V/H/S – Story
Anthologie-Streifen !!!
Rahmenhandlung (“Tape 56″)
Regie: Adam Wingard (“A Horrible Way to Die“)
Einige Kleinkriminelle verdienen ihr Geld damit, indem sie durch die Parkhäuser der Großstadt pilgern, fremden Frauen auflauern, ihnen vor laufender Kamera die Oberkörper entblößen und die Clips an eine Pornoseite im Internet verhöckern.
Als ihnen ein Bekannter einen lukrativen Deal vorschlägt wittert die Bande das große Geschäft.
Alles was die Freunde dafür tun müssen ist, in ein Haus einzubrechen und ein besonders wichtiges Videoband zu stehlen. Kaum besagte Adresse ausfindig gemacht, finden sie die Leiche des Hauseigentümers im heimischen TV-Sessel vor. In der Kammer nebenan, ein riesiges VHS-Arsenal an seltsamen Amateur-Videoaufnahmen, die merkwürdige Geschehnisse protokollieren.
Auf der Such nach den geforderten Aufzeichnungen stöbern sich die Jungs durch jedes einzelne Videoband und scheinen ihren Augen nicht trauen zu wollen:
Geschichte 1 (“Amateur Night” )
Regie : David Bruckner („The Signal“)
Drei Freunde auf Frauenbeutezug.
Bei ihren nächtlichen Ausflügen durch die Clubs der Stadt treffen Sie auf eine schüchterne Schönheit, die ein dunkles Geheimnis verbirgt.
Geschichte 2 (“Second Honeymoon”)
Regie: Ti West („House of the Devil“, „The Innkeepers“)
Ein vermeintlich glückliches Pärchen bei ihrem friedlichen Urlaubsausflug.
Des nachts schleicht sich eine mysteriöse Gestalt um das Ferienhaus der frisch verliebten Paares und scheut auch nicht davor, sich unbemerkt Zutritt in die scheinbar sicheren vier Wände der beiden
Liebenden zu verschaffen.
Geschichte 3 (“Tuesday the 17th”)
Regie: Glenn McQuaid („I sell the Dead“)
Hommage an den 80er Jahre Slasherfilm: „Freitag der 13.“!
Vier Freunde suchen etwas Entspannung in einem abgelegenen Waldstückchen.
Doch die Idylle wird jeher getrübt, als die Truppe von einem seltsamen „Etwas“ dezimiert wird. Schenkt man den Legenden glauben, so soll das Wäldchen vor einiger Zeit Schauplatz einiger schrecklicher Morde gewesen sein – der Mörder wurde jedoch nie gefasst.
Geschichte 4 (“The Sick Thing That Happened to Emily When She Was Young”)
Regie: Joe Swanberg („Silver Bullets“)
Die Studentin „Emily“ chattet tagtäglich mit ihrer großen Flamme per Webcam.
Seit geraumer Zeit geschehen in ihrer kleinen Studentenwohnung seltsame Dinge. Hinzukommt dass ihr Körper von seltsamen Wundmalen befallen ist, deren Herkunft sie sich nicht erklären kann. Mittels Webcam und Laptop will sie zusammen mit ihrem Chatfreund Erklärungen für die seltsamen Umstände finden. Ihr Cam-Partner soll hierbei als Zeuge fungieren.
Geschichte 5 (“10/31/98″)
Regie: Radio Silence
Drei Freunde auf dem Weg zu einer Halloween-Party. Kaum die Örtlichkeiten erreicht, müssen sie feststellen, dass sie scheinbar die einzigen Partygäste sind. Gemeinsam erkunden sie das unheimliche Gebäude und stoßen auf ein merklich unangenehmes Geheimnis.
V/H/S – Kritik
Das Jahr 2012 scheint wohl möglich das Jahr des „Found Footage“-Genre zu werden.
Nach dem immensen Erfolg der „Paranormal Activity“-Serie erleben Filme im billigen Wackel-Homecam-Stil eine regelrechte Renaissance und sind aktueller denn je. Dabei überraschen immer wieder die teils kreativen Methoden, die junge dynamische Filmemacher entwickeln, um derart „optisch“ trivial-inszenierten Filme halbwegs neue Facetten zu verleihen und den Zuschauer im „erträglichen“ Sinne zu unterhalten. Die Idee mit Hilfe dieses kontroversen Subgenres einen Anthologie-Streifen zu zaubern, liest sich anfänglich eigentlich recht erfrischend, macht aber Filmfreunde dennoch direkt stutzig, wie sich das Projekt in technischer Hinsicht überhaupt realisieren lässt.
Da die letzten Filmprojekte ihrer Art (u.a. „Evidence“, „Tape 407“) vorwiegend durch katastrophaler Kameraführung brillierten, als durch optische Raffinessen, dürften dem interessierten Horrorfilmfan vermutlich direkt die Haare zu Berge stehen, wenn er liest, dass sich das „Who-is-Who“ der jungen Horrorfilmszene zusammengerafft hat, um an einer gemeinsamen Kurzgeschichten-Sammlung im „Found-Footage“-Look zu werkeln.
Unter dem Titel „V/H/S“ haben sich eine stattliche Anzahl bekannter aktueller Horror-Regisseure vom eigensinnigen Handycam-Genre inspirieren lassen und eine arg zynisch-boshafte, aber dennoch liebenswerte Hommage an das bittere Videokassetten-Zeitalter geschaffen. Neben erneut unzumutbarer, amateurhaft-wackeliger Kameraführung fällt in dieser Anthologie-Sammlung, passend zum Titel, typisches VHS-Flair ins Gewicht, dass mit „ausgedaddelten“ und unscharfen Bildmaterial aufwartet. Die Idee ist eigentlich recht innovativ, in der Umsetzung erweist sich jedoch dieses erfrischend „spezielle“ filmische Dokumentieren als recht zweischneidiges Schwert.
Einerseits ist der künstlerische Einfallsreichtum, von welchem der Film letztendlich zerrt als überaus unterhaltsam und effektiv zu betiteln. Die Geschichten wirken durch die technischen Defizite erstaunlich authentisch und realistisch. Als Zuschauer hat man, aufgrund der amateurhaften Darbietung jeder einzelnen Episode das Gefühl, als sehe man die privaten Home-Videos von eigentlich vollkommen normalen Menschen.
Anderseits erweist sich gerade diese unprofessionelle technische Darbietung dieser Kurzgeschichten als echter Härtefall für den Zuschauer. Das Bild holpert, wackelt und stört, dass dem Zuschauer Hören und Sehen vergeht. Oftmals kann man durch die gewöhnungsbedürftigen Unschärfen des VHS-Filters kaum erkennen, was denn da eben vor die Linse springt. Gerade in hektischen Momenten wird einmal mehr durch zwanghaft-wirres Umherschwenkens der Kamera Panik erzeugt, das zwar anfänglich noch effektiv wirkt, aber den erwartungsfreudigen Filmfreund in Anbetracht von fast 120 (!) Minuten Filmlaufzeit auf eine deftige Geduldsprobe stellt.
Die einzelnen Episoden gestalten sich unterschiedlicher Natur. Dabei trifft handwerklich solide umgesetztes „Creature-Feature“ auf skurrile„Slasher-Ware“ mit 80er Jahre Kult-Charme. Die obligatorischen paranormalen Spuk-Ereignisse fehlen ebenso wenig, wie blutgieriges „Zombie-Kino“. Aufgrund der unterschiedlichen Themengebiete und der teilweise ähnlichen technischen Machart fällt es vermutlich schwer, das eigentliche Highlight unter den Episoden zu finden.
Ähnlich wie zuletzt in „The Theatre Bizarre“ scheint es einzig geschmacksabhängig, welche Geschichte letztendlich welchem Zuschauer überhaupt munden wird. Daher ist es schwierig zu sagen, welche Episode denn nun die Beste von allen ist. Mir persönlich hat das „Creature-Feature“ zu Beginn und die „Halloween“-Folge zum Abschluss von „V/H/S“ am besten gefallen, zumal die recht simplen, aber dennoch recht stimmigen und verblüffenden Spezial-Effekte herrlich überzeugen konnten.
Hat man sich vorerst an den rauen „Found Footage“-Stil gewöhnt, dürfen sich vor allem Freunde von knackig-knappen Anthologie-Sammlungen ideal unterhalten fühlen.
Dennoch, trotz recht innovativer Ansätze und der gewöhnungsbedürftiger Erzählstruktur der einzelnen Kurzgeschichten tritt die Rahmenhandlung arg lieb- und herzlos in Erscheinung und scheint einzig Mittel zum Zweck, um die jeweiligen Segmente zweckhaft miteinander zu verknüpfen. Erklärungen über den Hintergrund der Geschehnisse bleiben Mangelware und lassen einzig Raum zum Spekulieren, was es denn letztendlich mit den mysteriösen Videotapes auf sich hat.
Mit „V/H/S“ lädt die junge Garde an motivierten Jungregisseuren zum anarchischen Angriff auf das kontroverse „Found Footage“-Genre. Ehrwürdig verbeugen sich bekannte Horror-Regisseure vor längst vergangene VHS-Zeiten und vermischen scheinbar technisch unzumutbares Filmmaterial mit frischen Ideen und neckigen Spezialeffekten.
Gelungen ist ihr Versuch, dem übersättigten Wackelcam-Genre frischen Wind einzuhauchen allemal. Innovative Ideen und einige recht stimmige Momente täuschen oftmals darüber hinweg, dass einige Episoden einfach zu lang geraten sind und dafür andere bedeutend bessere, viel zu kurz. Die Inszenierung von „V/H/S“ ist als relativ gewöhnungsbedürftig zu bezeichnen, wobei der eigentliche Reiz des Films in den jeweiligen Schlussgags der einzelnen Geschichten zu finden ist. Gerade der teilweise unvorhersehbare und makabere Storytwist am Ende jeder einzelnen Kurzgeschichte tröstet über oftmals schwindelerregendes Kamera-Gewackel und unverzeihliche Totalausfälle hinweg. Dennoch, Filmfreunde die bisher rein gar nichts mit dem „Found Footage“-Genre anfangen konnten, werden sich auch in „V/H/S“ vollkommen hilflos unverstanden fühlen!
V/H/S – Fazit

„X-Factor“ meets „Wackelcam“-Genre.
Recht stimmige, unheimliche und unterhaltsame Kurzgeschichten-Sammlung, insofern man überhaupt ein Faible für „Found Footage“-Filme besitzt!
V/H/S – Zensur
Die deutsche Heimkinoauswertung erscheint Ende Oktober 2012 und wurde mit einer “Keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung seitens der FSK abgesegnet. Kein Wunder bietet “V/H/S” einen grafisch sehr explizieten Mord, der sich recht gewaschen hat. Ansonsten gibt sich diese Kurzgeschichten-Sammlung recht züchtig und weniger zeigefreudig.
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V/H/S – Trailer
Hellraiser80
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Filmreview: “Tape 407″ (2012)
Tape 407 – Story
Es ist der letzte Tag des Jahres und einige Passagiere befinden sich auf dem Neujahrsflug von New York nach Los Angeles. Kurz vor der Jahreswende ist die Stimmung heiter und spritzig, als das Flugzeug jedoch plötzlich in Turbolenzen gerät und abstützt. Kaum den Absturz verarbeitet finden sich die Überlebenden zusammen um die Lage zu ergründen. Nach ersten fehlgeschlagenen Notfunkrufen stellen Sie schnell fest, dass sie sich auf dem riesigen Testgelände des amerikanischen Militärs befinden, auf dem mysteriöse Versuche mit prähistorischen Wesen durchgeführt werden.
Tape 407 – Kritik
Und wieder ein Found-Footage-Film!!!
Alteingesessene Horrorfilmkenner werden vermutlich allein bei der Nennung dieses Subgenres entsetzt die Hände über den Kopf zusammenschlagen, wurde keine anderes Subgenre in letzter Zeit mit derart schlechten Filmumsetzungen beehrt, als das ungnädig geschundene „Found-Footage“-Genre. Schien zuletzt der traurige Tiefpunkt mit dem Mutanten (?)-Thriller „Evidence“ erreicht, dürfen sich Filmfreunde nun jedoch eines Besseren belehren lassen. Die aktuelle Produktion „Tape 407“ legt die Latte in Puncto „wirklich mieser Wackelcam-Thriller“ deutlich höher. Denn hier stimmt einfach rein gar nichts mehr. Was vor einigen Jahren noch weltweit als vollkommen neuen Art des filmischen Erzählens gefeiert wurde, wirkt jetzt nach unzähligen arttypischen Werken einfach nur noch fad, ausgelutscht und uninspiriert. Dabei haben die Filmemacher bisher alles pseudo-dokumentarisch aufbereitet, was das Arsenal an typischen Horrorthemen so hergab. Ob schreckliche Seuchen-Epidemie („[REC]“), bei der der Zuschauer unfreiwilliger Zeuge des grausigen Ausbruchs einer Krankheit wurde oder mysteriöse Schnitzeljagd („Troll Hunter“), die den Filmfreund eindrucksvoll vermitteln wollte, dass irgendwo in den Wäldern Norwegens noch Trolle existieren sollen – das „Found-Footage“-Genre hat bewiesen, dass es trotz Mangel an linearer und gleichbleibend-hochwertiger Kameraführung herzlich und spannend („Chronicle“, „Cloverfield“, „Diary of the Dead“) unterhalten, aber auch ordentlich viel Quark („Evidence“, „The Amityville Haunting“, „Tape 407“) hervorbringen kann.
Da nun bereits alle erdenklichen Horrorthemen im Rahmen des Wackelcam-Genres abgehandelt schienen, dachte sich Regisseur “Dale Fabrigar” neue Wege gehen zu müssen. Statt auf Zombies, Aliens, Geister und Serienkiller zu setzen, lässt er einfach sein Flugzeug mitsamt Besatzung in einer recht schlechten Kopie des berüchtigten „Jurassic Parks“ abstützen, in welcher die Überlebenden nun um ihr Leben winseln dürfen.
Gut gedacht, nur grottenschlecht umgesetzt. Gewinselt wird wahrlich ausgiebig, von hungrigen Dinosauriern ist jedoch weit und breit keine Spur zu sehen, wobei dies das eigentlich Problem dieses Möchtegern-Schockers ist. Führt man sich die eigentlich recht vielversprechende Inhaltsangabe vor Augen liebäugeln Filmfreunde eigentlich mit ordentlich schweißtreibender Horrorkost, die köstlich zu unterhalten weiß und mit bösartigem Gekrösel gefällt. Die Umsetzung ist jedoch alles andere als unterhaltend und schweißtreibend, zumindest im Bezug auf waschechten Horror. Die Überlebenden laufen von Flugzeugfrack in eine Lagerhalle, von der Lagerhalle zurück zum Flugzeugfrack und vom Flugzeugfrack in die unendlichen Weiten trostloser Wiesenlandschaften. Es wird geschrien, geweint und gewimmert. Und ja, das ist alles herrlich schweißtreibend-schlecht und schweißtreibend-belanglos. Einen wirklich roten Faden durchzieht die Geschehnisse in „Tape 407“ dabei leider nie wirklich. Die Charaktere bleiben farb- und gesichtslos und wissen allein nur durch permanentes Nerven auf sich aufmerksam zu machen.
Aufgrund der Masse an Protagonisten, die allesamt recht oberflächlich skizziert werden, schafft es der Film kaum sich überhaupt auf einige Wenige zu konzentrieren. Damit der Zuschauer zumindest halbwegs Überblick über die Gegebenheiten verschaffen kann, werden die Charaktere im typischen 10-kleine-Negerlein-Stil in regelmäßigen Abständen von irgendetwas Unbekannten dezimiert, mit roter Farbe bespritzt und einfach leblos in der Steppen-Landschaft verteilt. Als erfahrener Filmfreund kann man nicht leugnen, dass das zumindest halbwegs Trash-Charme besitzt und für einige unfreiwillige Lacher sorgt. Dennoch, „Tape 407“ wartet mit gähnender Langeweile auf. Zugegeben, der Flugzeugabsturz weiß in seiner recht simplen Inszenierung zu gefallen, der Rest dieses stümperhaft-dilettantischen Werkes ist nicht der Rede wert.
Effekt-Sequenzen gibt es im Film seltsamerweise keine (sieht man einmal die 2 Sekunden am Ende des Filmes ab). Sprich, der Zuschauer kann nur vermuten von was die Überlebenden angegriffen und verfolgt werden. Erst nachdem einige findige Hobbypfadfinder unter den Passagieren im Sand seltsame Ei-ähnliche Gebilde vorfinden, scheint für den Zuschauer klar, in welche Richtung dieser Nonsens letztendlich führt.
„Tape 407“ ist mies und einen waschechte Mogelpackung noch dazu. Ein absolut belangloses Machwerk, dass den Zuschauer einzig nur kostbare Lebenszeit raubt und den diversen Billig-Schund-Filmen aus dem Hause „Asylum“ in Sachen Dilettantismus meilenweit voraus ist. Wirklich viel passiert in diesem unwichtigen Film nie. Es wird gelaufen, geschrieben und geheult, was das Arsenal an nervigen Filmklischees so hergibt. Die Überlebenden irren ziel- und planlos durch die Örtlichkeiten und drängen den Filmfreund mit ihren Zickereien und all dem belanglosen Gefasel an die Grenze des Wahnsinns. Die Kameraführung ist zudem derart dreist und unerträglich, dass der Zuschauer bereits nach nur wenigen Minuten die Orientierung über die Geschehnisse und Schauplätze verlieren dürfte.
Vermutlich ebenso orientierungslos schien Regisseur Dale Fabrigar, dem nach dem unfreiwilligen Absturz des Flugzeuges das Drehbuch irgendwie vollkommen aus den Händen entglitt sein muss.
Als interessierter Filmfan mag man oftmals das Gefühl nicht loswerden, als würden die wenigen Darsteller aufgrund der Unfähigkeit der Drehbuchautoren und des Regisseurs, vor der Kamera mehr weniger schlecht improvisieren, um zumindest halbwegs „Tape 407“ auf Spielfilmlänge zerren zu können.
Tape 407 – Fazit

Dreist, langweilig und unspektakulär – Der Trailer verspricht mehr als der Film überhaupt zu bieten hat!
Tape 407 – Zensur
Im Film wird keine explizite Gewalt gezeigt. Oftmals liegen die „Opfer“ einzig rot bemalt in der Landschaft verstreut, oder besitzen Verletzungen durch den Flugzeugabsturz.
Eigentlich könnte der Film bedenkenlos mit einer FSK12-Freigabe die FSK passieren, ich gehe aber davon aus, dass „Tape 407“ ungeschnitten mit einer FSK16 nach Deutschland kommen wird.
Tape 407 – Trailer
Hellraiser80
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Paranormal Activity 3 (2011)
Filmreview: “Apartment 143″ / “Emergo” (2011)
Apartment 143/Emergo – Story
Nach dem tragischen Tod seiner Frau, zieht es den treusorgenden Witwer Alan zusammen mit seinem kleinen Sohn Benny und der pubertierenden Tochter Caitlin in ein schäbiges Apartment eines heruntergekommenen Mehrfamilienhauses.
Die Vision ein neues Leben zu beginnen und die zermürbende Vergangenheit zu vergessen scheitert daran, als plötzlich mysteriöse Dinge in der Wohnung passieren. Türen schlagen wie von Geisterhand auf, Lampen zerschmettern und das Telefon schellt aus unerklärlichen Gründen.
Als die Geschehnisse überhand nehmen, wendet sich Alan an eine Gruppe Wissenschaftler, die die Vorfälle untersuchen sollen.
Apartment 143/Emergo – Kritik
Die Flut an aktuellen Produktionen, die sich dem eigensinnigen „Found Footage“-Filmstil bedienen nimmt kein Ende.
Auch der aktuelle Geisterthriller „Apartment 143“ versucht mittels wackeliger Handkamera-Optik zu überzeugen und erzählt die (allseits bekannten) Gegebenheiten aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln. Mal folgt der Zuschauer den Geschehnissen aus der Perspektive einzelner Überwachungskameras, die effektiv in den einzelnen Räumlichkeiten der Wohnung angebracht wurden, ein anderes Mal sieht der Filmfreund die Interaktionen der Protagonisten aus der Handkamera-Sicht, deren Equipment die Wissenschaftler auf den Schultern tragen.
Dass durch die wechselnden Perspektiven und dem Einsatz verschiedener Kameraarten- und Möglichkeiten eine gewisse Dynamik entsteht und der Zuschauer immer das Gefühl hat, permanent aktiv am Geschehen beteiligt zu sein, ist einer der wenigen Vorteile, den „Apartment 143“ gegenüber dem „Paranormal Activity“ – Universum besitzt.
Erstaunlicherweise gestaltet sich die technische Umsetzung des Films als recht effektiv und vor allem als relativ homogen. Kein nerviges Gewackel, keine technischen Totalausfälle – Nichts von all dem unbrauchbaren dramaturgischen Schnick-Schnack, denen sich unzählige andere Produktionen zuvor bedient haben, findet in „Apartment 143“ seinen Einsatz. Die Kamera bleibt überraschenderweise fehlerfrei und konstant auf einem ansprechend hohem Level und der Zuschauer kann dem munteren Treiben, dass zudem auch noch recht kurzweilig und unterhaltsam in Szene gesetzt wurde, genüsslich beiwohnen.
Anders wie zuletzt in „Paranormal Activity 1-3“ setzt Regisseur Carles Torrens weniger auf die phantastische Schiene und lässt nicht nur allein das Spuken im traditionellen Sinne Revue passieren. Sein Geisterfilm beschäftigt sich vornehmlich mit dem wissenschaftlichen Phänomen des Spuks und ziert sein Werk nicht nur mit einer Aneinanderreihung diverser Schockszenen des Unterhaltungszweckes wegen. Sicher gibt es auch in „Apartment 143“ diverse Geisterklischees zu begutachten. Es knarren Türen, es bewegen sich Möbelstücke, und eine Séance mittels Medium finden ebenso den Weg in den fertigen Film. Trotzdem, Torrens aktueller Genre-Beitrag ergründet vordergründig die Herkunft des Horrors und erklärt dem Zuschauer zudem aus wissenschaftlicher Sicht, welche Mythen um Geister- und Spukwesen ranken.
Die recht plausible Umsetzung und die handvoll logischer Erklärungen munden dem Film recht gut und hauchen der Geschichte einen gewissen Realismus ein. Das mag wohl auch daran liegen, dass die passenden Auswahl der Schauspieler trefflicher nicht hätte ausfallen können. Allen voran Kai Lennox , als psychisch zerfressener Vater, der sich zudem noch regelmäßig mit seiner eigensinnigen und pubertierenden Tochter auseinandersetzen muss, gehört ein großes Lob. Sein Schauspiel erschüttert gegen Ende hin zutiefst und lassen die Umstände des Spuks in einem gänzlich anderen Licht erscheinen.
Überraschenderweise bleiben die wenigen Forscher, die zudem ständig vor Ort sind, relativ sachlich und distanziert der zerrütteten Familie zugegen, obwohl sie sich praktisch ständig mit den familiären Konflikten zwischen Vaters und seinen 2 Kinder konfrontiert sehen. Dramaturgisch ist das ein recht guter Schachzug, darf sich der Zuschauer demnach ganz auf das Schicksal der Familie konzentrieren, wobei dennoch die Tochter mit ihren sehr aggressiven Launen eher Störfaktor bildet und aus dem Rahmen fällt. Eine Bindung zur ihr, dem eigentlichen Opfer der gesamten Geschichte, knüpft der Zuschauer nie und ihr unterdrücktes Leiden geht in der Masse an effekthascherischen Spuk-Szenen vollkommen unter.
Bis zum erlösenden Ende des Films bleibt unklar, was sich überhaupt hinter der ganzen Problematik verbirgt. Sind die seltsamen Vorkommnisse auf wirklichen Spuk zurückzuführen, handelt es sich wirklich um einen bösartigen, personengebundenen Poltergeist oder führen die Geschehnisse auf eine mögliche Schizophrenie bzw. Besessenheit/Telekinese der Tochter zurück?
Was anfänglich plausibel erklärt und vermeintlich logisch abgeschlossen wirkt, lässt leider in der letzten Einstellung an Ernsthaftigkeit missen, denn der „obligatorische“ Schlussgag einige Sekunden vor Filmabspann ist vollkommen überflüssig und revidiert die teilweise logischen Schlüsse der Wissenschaftler, die den Spuk psychologischer Natur begründen und auf welche der Film vermeintlich zusteuert.
Der aktuelle „Found Footage“ Film „Apartment 143“ bietet vermutlich nichts Neues, was man nicht zuvor schon in anderen Produktionen dieser Art gesehen hat. Hobbygeisterjäger, die Gefallen an der „Paranormal Activity“-Film-Trilogie gefunden haben, werden sich vermutlich im „Apartment 143“ direkt heimisch fühlen. Filmfreunde, die mit besagter Filmreihe und den diversen thematisch ähnlichen Nachzüglern bisher kaum etwas anfangen konnten, sollten auch diesen Horrortrip meiden.
Zugegeben, die Umsetzung ist als relativ gelungen zu bezeichnen, die Schockeffekte sitzen und eine gewisse Kurzweiligkeit lässt sich nicht von der Hand weisen. Dadurch, dass der Film kaum Leerlauf zu bieten hat vergeht der Spukt-Trip relativ zügig und die mageren 75 Minuten Filmlaufzeit sind überraschend schnell erreicht.
Dennoch, so richtig gruselig will es, trotz der recht düsteren und trostlosen Szenarie, irgendwie nicht so wirklich werden und die eigentlich plausiblen und penibel erklärten Schlüsse und Erklärungen werden zugunsten eines absolut dummen Überraschungseffektes in den letzten 3 Filmsekunden vollkommen über Bord geworfen. Dem Film kommt der dröge Schlussgag absolut nicht zu Gute, Schade!
Apartment 143/Emergo – Fazit

„Paranormal Activity“ meets „Der letzte Exorzismus“. Unterhaltsamer Spukfilm, der aber nichts wirklich neues zu bieten hat. Die Schocks zumindest sitzen!
Apartment 143/Emergo – Zensur
Der Film lebt von seiner unheimlichen Atmosphäre, physische Gewalt findet hier nicht statt. Daher kann der Filmfreund davon ausgehen, dass diese Produktion bedenkenlos von der FSK mit einer ungeschnitten 16er Freigabe eingestuft werden wird.
Apartment 143/Emergo – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Film:
The Amityville Haunting (2011)
Filmreview: “Evidence” (2011)
Evidence
Story
Vier Freunde planen einen netten Trip mit dem Wohnmobil in die Berge, um entspannt in der Natur einige schöne Tage zu verbringen und die gemeinsame Zeit zu genießen. Nachdem sie sich ein hübsches Plätzchen zur Rast ausgesucht haben, an dem sie die Nacht verbringen möchten, realisieren sie auch schon einige recht seltsame Laute aus dem Dickicht des Waldes. Doch die Freunde nehmen die unheimliche Vorahnung und die grotesken Geräusche bedauerlicherweise nicht ernst, sodass sie in der Nacht mit dem ultimativen Bösen konfrontiert werden …
Evidence – Kritik
Oh Mann, hört denn dieser gesamte Found-Footage Filmwahn nie auf? Was vor zehn Jahren mit „The Blair Witch Project” sensationell gefeiert wurde, entwickelt sich jetzt, nach dem überraschenden Erfolg des kleinen Independent-Geheimtipps zu einem überaus nervigen Trend, der vermutlich in der aktuellen Produktion „Evidence“ seinen unerträglich schlechten Höhepunkt erreicht hat. An Ideen fehlte es den Filmemachern bisher kaum, denn einige kreative Ansätze entwickelten sich auch nach „Blair Witch“ zu beeindruckenden Kinodauerbrennern und spielten oftmals bedeutend mehr Umsatz ein, als die Filme letztendlich selbst gekostet haben. Das Genre an sich gibt also etwas her aber vermutlich sind die arg überschaubaren Produktionskosten der einzige, der ausschlaggebender Fakt, warum der weltweite Filmmarkt derzeit mit diesen teilweise haarsträubend schlechten No-Budget-Pseudo-Dokus überschwemmt wird. Jeder offene Filmfan mit zumindest halbwegs vernünftigen Wahrnehmungsfähigkeiten sei ausdrücklich mit diesem Filmreview vor dem arg billig heruntergekurbelten Filmchen “Evidence“ gewarnt, denn was eigentlich recht nett und vielversprechend beginnt, ist spätestens nach der Filmhälfte kaum noch seh- und ertragbar, sprich unglaublich schlecht.
Routinierte Horrorfilmkenner dürften schon erahnen, was nun den vier Freunden und dem interessierten Zuschauer blüht. Wer sich schon einmal einen Found Footage Film zu Gemüte geführt hat, dürfte bereits wissen, aus welchen Elementen derart Nischengenregewächse bestehen. Das Geschehen wird entweder aus der Sicht von Überwachungskameras oder pseudo-dokumentarisch, durch angeblich gefundenes und zusammengeschnittenes Filmmaterial, geschildert. Aber auch ein Hauptcharakter kann das Geschehen live mit einer Kamera aufzeichnen, wobei der Zuschauer in Echtzeit dem munteren Treiben beiwohnen darf und die Geschehnisse aus der sogenannten Egoperspektive miterlebt. Regisseur Howie Askins hat sich für die Letztere und die für den Zuschauer anstrengendere Variante entschieden, denn nachdem die Protagonisten realisieren, dass sie von (das ist kein Scherz!) Bigfoot-ähnlichen Kreaturen und Gasmasken tragenden Zombies verfolgt werden, ist der Spaßofen leider aus und der Film beginnt sich in unfassbar miesen Kameragewackel zu verlieren. Die wenigen recht ansprechenden Momente werden, aufgrund hektischen Umherschwenkens der Kamera und dem ständigen Totalausfall des Bildes vollkommen zerstört.
Dabei gestaltet sich der Beginn des Filmes eigentlich recht sympathisch. Alles hat den Anschein, als bekäme man ein privates Urlaubs-Homevideo von vier überaus netten Menschen zu Gesicht. Die Kameraverlauf gestaltet sich erstaunlicherweise als sehr professionell und man hofft, ein ordentlich und ansprechend gefilmtes Found Footage Movie zu sehen, das sich hoffentlich nicht mit den genreüblichen Klischees umherschlagen muss. Aber nachdem die vier, vor allem die weiblichen Protagonisten, mysteriöse Geräusche aus dem Dunkel des Waldes vernehmen und irgendetwas über den Wohnwagen krabbelt, geraten die Freunde in Rage und beginnen planlos durch den Wald zu flitzen, wobei der Zuschauer demnach minutenlang nur Waldboden zu Gesicht bekommt oder ein sich ständig wiederholendes Hinstolpern des Vordermannes. Warum man in derart Ausnahmesituation immer noch den Nerv besitzt, das Geschehen mit der Kamera weiter filmen zu müssen, stößt zumindest bei mir auf Unverständnis. Unterlegt wird die merklich sinnfreie Hetzjagd mit hysterischem Geschrei und einer unglaublich konstruiert wirkenden Panikmache, die einem nach quälend langen 50 Minuten eindeutig auf den Sender geht.
Das ist zwar vermutlich alles ganz nett gewollt, wirkt aber trotzdem so wirr, dass man kaum noch den roten Faden sieht und dem Geschehen folgen kann. Demnach gestaltet sich die Auflösung des gesamten Budenzaubers als unzureichend glaubhaft und vor allem unzureichend erklärt. Dem Zuschauer werden kaum Erklärungen über die Geschehnisse gegeben und es lässt nur darüber spekulieren, woher denn die Kreaturen nun überhaupt kommen (gescheitertes Militärexperiment?). Nachdem zwei der Freunde in ein scheinbar leerstehendes Haus flüchten können und dort auf Rettung hoffen, müssen sie feststellen, dass dort womöglich der Herd allen Übels lauert. Kaum dort angekommen, stürmen aus allen Richtungen seltsame Kreaturen auf die ahnungslosen Überlebenden ein. Ein merklich seltsamer Ego-Shooter-ähnlicher Unterton lässt sich hier nicht von der Hand weisen. Durch die konstant andauernde Dauerpanikmache im letzten Drittel des Filmes wirken die diversen Creature-Effekte oftmals so geschickt getrickst, dass man rein gar nicht beurteilen kann, ob es sich bei den zig Mutanten, Krabbelwesen und Zombies vorwiegend um digitale Spielereien handelt, oder es sich wohl eher um Schauspieler in Halloween-Kostümen handelt.
Mit „Evidence“ erlebt das Found Footage Genre einen erneut typisch schlechten Vertreter dieses Subgenres. Statt auf eine nette und stimmige Geschichte zu setzen, verliert sich das Geschehen erneut in bekanntem Kameragewackel und hysterischer Pseudopanikmache. Einzig die recht geschickt getricksten Spezialeffekte haben Schauwert und lassen sich nicht gleich auf Anhieb durchschauen. Wer von Vornherein keinen Draht zum Found Footage Genre besitzt, wird den Film ebenso als vollkommen überflüssig beurteilen. Mir hat der Beginn des Film sehr gut gefallen, der Rest des Machwerks war wirklich sehr sehr mies und teilweise, aufgrund der Kameraführung, kaum noch sehbar. Für Genrefans mit Hang zu Epilepsie definitiv nicht empfehlenswert.
Evidence – Fazit

Ein Found Footage Film wie so oft, der auf miese Kameraführung und planloses Umhergeirre der Protagonisten setzt. Nur für Hardvorefans des Subgenres empfehlenswert.
Evidence – Zensur
Die erhältliche, deutsche Heimkino-Fassung ist mit der “FSK 16“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
Evidence – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Evidence; USA 2011
Genre: Thriller, Horror
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1.78:1; (1920x1080p)
Laufzeit: ca. 79 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: Trailer
Dass EIDENCE – ÜBERLEBST DU DIE NACHT überhaupt den Sprung auf die große Leinwand gefunden hat, überrascht etwas, handelt es sich doch hier um einen beliebigen Found Footage-Film, wie man ihn leider bereits aktuell zu oft zu Gesicht bekommt. Nichtsdestotrotz lief der Horror-Thriller 2012 in den deutschen Kinos und erhält nun seine entsprechende Heimkino-Auswertung. Diese gestaltet sich jedoch als etwas ernüchternd. Denn der große Sprung ist sie leider nicht geworden. Das mag vielleicht auch am mangelnden Interesse der Kinozuschauer zurückzuführen sein, denn bis auf den deutschen Trailer und einem BD-LIVE-Zugang finden sich, außer drei weiteren Werbefilmchen zu anderen EUOVIDEO-Veröffentlichungen, keine filmbezogenen Extras auf der Scheibe. Gerade bei letzterem wird im Übrigen ein internetfähiges Endgerät benötigt, sowie einen Zugang zum Internet! Technisch kann man jetzt kein High-End-Produkt erwarten. Es handelt sich bei EVIDENCE um einen Wackelcam-Schocker, dessen technisches Ausgangsmaterial durchaus zu wünschen übrig lässt. Demnach fällt auch die HD-Auswertung nicht durchweg überzeugend aus. Das Bild ist oftmals unscharf, übersteuert, unruhig, überbelichtet und verwaschen, sodass nur selten HD-Feeling aufkommt. Immerhin wurde dem Film eine gescheite Synchronisation spendiert. Zudem ist der Ton hin und wieder durchaus stimmig. Die Veröffentlichung aus dem Hause EUROVIDEO kommt übrigens im Wendecover daher, sodass FSK-Flatschengegner aufatmen dürfen. Trotzdem, einen wirklichen beachtlichen Unterschied zur DVD ist hier nur selten ersichtlich! Immerhin weiß das animierte Menü zu gefallen. Auch wenn der Film und die Blu-ray-Auswertung dürftig erscheint; wenigstens Etwas!
Evidence – Überlebst du die Nacht? [Blu-ray] jetzt bei AMAZON bestellen
Evidence – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
Ähnliche Filme:
The Frankenstein Theory (2013)
The Blair Witch Project (1999)
Filmreview: “Penance – Sie zahlen für ihre Sünden” (2009)

Amelia braucht dringend Geld, denn die Schulden wachsen ihr allmählich über den Kopf. Gerade weil ihre kleine Tochter schwer erkrankt ist und die junge Mutter die Behandlungskosten selbst tragen muss, nimmt sie den Ratschlag ihrer Besten Freundin an und versucht das „schnelle“ Geld zu ergattern, indem sie sich als Stripperin versucht.
Nachdem die beste Freundin nach einem missglückten „Arbeitseinsatz“ mit einem blauen Auge abgestraft wurde, soll nun Amelia für den nächsten Auftrag einspringen.
Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit der jungen Frau, denn ihr erster Arbeitseinsatz endet in einem Albtraum.
Günstig produzierte Wackelcam-Filme sind derzeit in aller Munde.
Bereits 1998 fand das sogenannte Found Footage Genre mit dem erstaunlich kassenträchtigen „Blair Witch Project“ beachtliche Aufmerksamkeit und zog bis heute unzählig ähnlich strukturierte Plagiate nach sich.
Nun, im Zuge der Erfolgswelle der Amateurcam-Geisterjagd „Paranormal Activity“ erhoffen auch diverse untalentierte Drehbuchautoren und Regisseure mit ihren geistlosen und vor allem unbrauchbaren Beiträgen den Sprung nach ganz vorn.
„Penance“-Regisseur Jake Kennedy scheint hierbei von der ganzen „cleveren“ Sorte zu sein, hat er sich in seinem trivial- und geistlos zusammengeschusterten Machwerk, weder für Hexen und Aliens, noch für Geister und Zombies entschieden. Vielmehr versucht er vermutlich eigene und „neue“ Wege zu gehen und versucht die Aufmerksamkeit der Horrorfanschar mit (oh, man ist das neu!) geistig debilen Psychopathen für sich zu gewinnen.
Demnach darf man die Geschehnisse, ähnlich wie in Unmengen gleichartig strukturierter Filme zuvor, aus der „Ego“-Perspektive beiwohnen (die Hauptprotagonisten filmen das Geschehen selbst mit einer Kamera) und erlebt, wie ein fanatischer Ex-Prediger versucht, unschuldige junge Stripperinnen zu bekehren und zu „reinigen“. Dass sein Vorgehen nicht zimperlich vonstatten geht, dürfte natürlich offensichtlich auf der Hand liegen, bietet „Penance“ eigentlich nichts anderes, außer unzugängliche und minutiös inszenierte Auspeitsch-, Demütigungs- und Verstümmelungsszenen. Ein gut durchdachtes Storygerüst gibt es hier nicht, Spannung und Mietfiebern – Fehlanzeige.
Stattdessen gibt es ein Aneinanderreihen wirrer Folterszenen, die einzig Mittel zum Zeck darstellen, dass überaus unspektakuläre Geschehen annähernd auf Spielfilmlänge zu „zaubern“. Ein arg unverkennbarer und überaus pervers-aufdringlich frauenverachtender Unterton unterstreicht das explizit voyeuristische Geschrei und bietet mitunter vermutlich allein nur masochistisch veranlagten Frauenhassern eine kreative Inspirationsgrundlage.
Dass es, neben all den haarsträubenden Frauenfolterszenen auch diverse Logiklücken gibt, überrascht dennoch ein wenig, gibt es in „Penance“ eigentlich kaum etwas, was man falsch machen könnte, da der Film ausschließlich allein von seinen explizit schroff inszenierten Szenen lebt.
Eine Tatsache, die eigentlich noch einmal das Nichtvorhandene Talent des Drehbuchautors und des Regisseurs wiederspielt.
Demnach fragt sich der aufmerksame Zuchauer, wer eigentlich in derart Situation, wie sie dem Film zugrunde liegt, es noch mental und psychisch schafft die Kamera dreist auf die Geschehnisse zu richten.
Selbst in Extremsituationen, in denen die Protagonisten um ihr Leben bangen müssen, scheinen sie zumindest noch annähernd die Kraft und vor allem die Zeit zu besitzen, das Geschehen mit der Kamera zu filmen. Im Film selbst, erklären die Überlebenden ihr unmerklich dummes Vorgehen damit, ausgiebig Filmmaterial sammeln zu müssen, um im Falle eines Entkommens beweisen zu können, was ihnen wohlmöglich zugestoßen ist.
Eine wirklich „gute“ Argumentation, wie ich finde. Für ein hübsches „Erinnerungsvideo“ nehmen die offensichtlich „suizidgefährdeten“ Opfer die ein oder andere Verstümmelung scheinbar gern in Kauf.
Mit „Penance“ hat der Nachwuchsregisseur Jake Kennedy ein überaus einfältiges Filmchen geschaffen, auf das die Welt nun wahrlich nicht gewartet hat.
Statt mit gut durchdachter und vor allem spannender Unterhaltung zu punkten, versucht Kennedy mit dreister Holzhammertaktik zu überzeugen.
Frauen werden am Fliesband gefoltert, gedemütigt und ermordet – die dargestellten Szenen scheinen zwar nie eindeutig blutig, eine gewisse Verrohung tritt dennoch im Verlauf der Handlung ein.
Nach Logik sucht man in „Penance-Sie zahlen für ihre Sünden“ vergeblich – Nach dem Sinn des Ganzen ebenfalls („Selbstkastration” des Ex-Predigers).
Fazit 2,5/10 Punkte
Ein Film, den sich filmbegeisterte Horrorfans ersichtlich sparen können.
Die Deutsche Fassung wurde verständlicher Weise um einige Sekunden erleichtert.
Hellraiser80












