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Filmreview: “It´s in the Blood” (2012)

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It´s in the Blood

Story

 
 
 
October (Sean Elliot) ist wissbegieriger Medizinstudent und besitzt ein fotografisches Gedächtnis. Nach dem schrecklichen Tod seiner Schwester Iris hat sich das Verhältnis zwischen Vater und Sohn deutlich entfremdet, sodass Oktober nun den Versuch vagen möchte, sich seinem Vater vorsichtig anzunähern. Um erneut zueinander finden zu können, beschließt die kleine Familie kurzum, einen abenteuerlichen Wandertrip durch die Wälder zu unternehmen. Mit fatalen Folgen. Nicht nur, dass sich Vater Russell in einem unachtsamen Moment das Bein bricht; auch etwas zutiefst Bedrohliches schleicht durch das Dickicht und beginnt alsbald Vater und Sohn furchteinflößend zu terrorisieren …
 
 
 


 
 
 

It´s in the Blood – Kritik

 
 
 
Es muss nicht immer grobmotorische Filmkost mit dem Fleischerbeil sein. Manchmal sind es vor allem die leisen Tönen, die das Gemüt des Zuschauers durchaus beunruhigen und für ein zutiefst beklemmendes Gefühl sorgen können. Der Film IT´S IN THE BLOOD ist einer jener Kandidaten, der sich vollends von schlachthausreifem Gekröse distanziert und den Filmfreund stattdessen mit psychologischen Horror konfrontiert. Demnach sei vor allem jenen Horrorfans von der Sichtung abgeraten, die hier ein splatter- und horrorlastiges Filmchen erwarten und vorwiegend auf plausibel-offenkundige Erklärungsversuche Wert legen. Regisseur SCOOTER DOWNEY hat mit seinem Debütwerk einen wahrhaftigen Geheimtipp geschaffen, der sich vordergründig mit der Psyche seiner beiden Protagonisten beschäftigt und dem Zuschauer dabei ein vollkommen andersartiges Seherlebnis präsentiert. Hierbei sei zu erwähnen, dass SEAN ELLIOT als sensibler und introvertierter Sohn OCTOBER und LANCE HENRIKSEN (PUMPKINHEAD) als verbittert, emotionsloser Greis RUSSELL eine hervorragende Wahl darstellen. Mit ihrem emotionalen Auf und Ab´s steigt und fällt der Film. Schnell offenbart sich im Verlauf der Geschichte die eigentliche Intention dieser zwar günstig produzierten, aber zu keiner Zeit uneffektiven Low-Buget-Produktion.
 
Die beiden Protagonisten scheinen mit ihren inneren Dämonen konfrontiert zu werden, wobei die Vorgeschichte alsbald durch haarsträubende Flashbacks erklärt wird, in welchen letztendlich der tragische Grund für die Entfremdung von Vater und Sohn bebildert und erklärt wird. Dabei wechselt die Handlung mit einer virtuosen Leichtigkeit zwischen Vergangenheit und Gegenwart und beschreibt den schrecklichen Verlust der geliebten Schwester/Tochter und die damit verursachten Schuldgefühle, mit denen beide auf unterschiedliche Weise gelernt haben umzugehen. Während Sohn OCTOBER mit einem offensichtlichen Borderline-Syndrom zu kämpfen hat und sein kleines Geheimnis gut zu verbergen weiß, schützt Vater RUSSELL sein verletztes Seelenheil hinter einer dichten Mauer bruchsicheren Gesteins, durch welche niemand vorzudringen vermag. Mit dem bevorstehenden Ausflug in die Natur beginnt letztendlich auch ihr zweites Martyrium, in dessen Verlauf die kleine Familie lernen muss, einander zu vertrauen, um wieder zueinander finden zu können. Ein schwierige Herausforderung, werden Vater und Sohn wenig später vom grotesken Wesen bedroht, deren Herkunft vorerst im Dunkeln bleibt und deren rationale Herkunft erst in den letzten Filmsekunden gelüftet wird. Auch wenn IT´S IN THE BLOOD kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinne ist und hier vorwiegend gruselige Elemente in die zermürbende Geschichte gestreut werden, um den inneren Konflikt der beiden Hauptfiguren besser bebildern zu können, so schafft es Regisseur SCOOTER DOWNEY stets eine markerschütternde Grundstimmung zu entwickeln, die mit Gänsehautmomenten nicht geizt. Gerade des Nachts, wenn die Wesen beunruhigend durch den Nebel kriechen und sich wenig später in ihrer absurden Gesamtheit präsentieren, dürften zartbesaitete Gruselfans sich nicht nur einmal dabei ertappen, ihr Gesicht vor Schauder in ein Kissen zu vergraben. Immerhin, und das muss man dem kleinen Indie-Grusler gutheißen, treten die wenigen Effekt-Szenen erstaunlich souverän in Erscheinung. Die Umsetzung ist derart glaubwürdig und professionell gehandhabt, dass sich bei derart Fingerfertigkeit so manche Mainstream-Produktion ein Beispiel nehmen sollte.
 
 
 
Der vorliegende IT´S IN THE BLOOD ist kein gewöhnlicher Horrorfilm im herkömmlichen Sinne. Vielmehr handelt es sich bei dem vorliegenden Genre-Beitrag um ein erschütterndes Familiendrama, dass von Verlust und Versöhnung erzählt und mit einigen Horrorelementen bereichert wurde. In IT´S IN THE BLOOD kämpfen Vater und Sohn mit den Geiseln der Vergangenheit und versuchen nicht nur wieder zueinander zu finden, sondern auch erneut die innere Balance und den Seelenfrieden herzustellen. Hierbei scheut Regisseur SCOOTER DOWNEY nicht davor, den inneren Unfrieden durch diverse Metapher zu umschreiben und in beängstigende Bilder zu packen, was für einige Zuschauer vermutlich durchaus für Verwirrung sorgen dürfte. Gerade aufgrund der etwas poetisch anmutenden Schlusssequenz und der vielseitig interpretierbaren Auflösung, dürfte für Hardcore-Horrorfans die Eingliederung im Genre etwas unglücklich gewählt erscheinen; nichtsdestotrotz ist IT´S IN THE BLOOD eines der erfrischendsten Filmbeiträge der letzten Dekaden, und gerade aufgrund seiner Andersartigkeit durchaus zu empfehlen.
 
 
 


 
 
 

It´s in the Blood – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Gruseliges Psycho-Drama, dass von Schuld, Sühne, Verlust und Versöhnung handelt. Ein durchaus gelungenes und intelligent-umgesetztes Stück Zelluloid, dass vor allem Freunde tiefgründiger Horrorunterhaltung zusagen dürfte.
 
 
 


 
 
 

It´s in the Blood – Zensur

 
 
 
Der Film dürfte ungeschnitten mit FSK16 in Deutschland erscheinen! Zwar gibt es eine sehr schmerzhafte Bein-Amputation, die aber den auswegslosen Grundton der Geschichte durchaus förderlich ist.
 
 
 


 
 
 

It´s in the Blood – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Jersey Devil (2012)

YellowBrickRoad (2010)


Filmreview: “House Hunting” (2013)

House Hunting 2013
 
 
 

House Hunting

Story

 
 
 
Zwei Familien auf der Suche nach dem kleinen Stück Glückseligkeit fernab jeglichen Stadttreibens. Ein kleines Haus irgendwo im Wald hat es den beiden Familien angetan, wobei trotz einladend offener Tür, kein Makler weit und breit zu sehen ist, der hätte den Anwesenden Rede und Antwort stehen können. Etwas verwirrt und entmutigt verlassen die beiden Familie das Anwesen, ohne jedoch zu ahnen, dass die einschneidende Begegnung mit jenem verlassenen Gemäuer alsbald seinen Tribut fordern würde. Jegliche Versuche nach Haus zurückzukehren scheitern, als würde die gruselige Hütte die verstörten Gäste nicht gehen lassen wollen. Es dauert nicht lang, bis die Familien auf ein verwirrtes Mädchen stoßen, dem scheinbar die eigene Zunge aufs Unmenschlichste entrissen wurde und das Schreckliches erlebt haben muss. Vollkommen entkräftet beschließen die unfreiwilligen Gäste die Nacht in dem mysteriösen Anwesen zu verbringen. Eine Entscheidung, die den Familien zum Verhängnis werden wird, denn das Haus kann und will nur EINE der Familie beherbergen …
 
 
 


 
 
 

House Hunting – Kritik

 
 
 
Filmfreunde, die nur die Perlen aus dem riesigen Angebot aktueller Genre-Produktionen fischen wollen, sollten sich vor dem kommenden “House Hunting” vorsehen, denn mit diesem vorliegenden Filmchen dürfte er die Schlaftablette der Saison in den Händchen halten. Wir haben keine Ahnung, was Filmneuling “Eric Hurt” mit seinem ersten, abendfüllenden Langfilm bezwecken wollte und wir können auch die bisher veröffentlichten, positiven Online-Rezensionen zum Film im Internet nicht gänzlich nachvollziehen. Fakt ist, dass “House Haunting” unbegreiflich langweilig und mit seiner stolzen Lauflänge von 100 Minuten einfach unverschämt zäh geraten ist.
 
Die Gurke äußert sich durch eine vollkommen wirre Inszenierung, bei der irgendwie rein gar nichts stimmen möchte. Dabei bietet die Ausgangssituation durchaus einige ganz nette Einfälle, die jedoch aufgrund der unstrukturierten und überladenen Geschichte vollkommen im Nichts verlaufen. Zu viele Zutaten verderben bekanntlich den Brei und so muss der Genre-Liebhaber erschreckend feststellen, dass es Regisseur “Eric Hurt” mit seinem Debütwerk vermeintlich zu gut gemeint hat und darin all das irgendwie unterbringen wollte, was ihm beim Schreiben des Drehbuchs an kreativen Ideen in den Sinn gekommen ist. Herausgekommen ist eine Geschichte, die sich aus diversen Genres zusammensetzt und sich irgendwie nicht wirklich entscheiden möchte, was sie denn nun eigentlich sein will. Die Familien sind von allerlei Schicksalen gezeichnet und versuchen einander näher zu kommen. Auf engsten Raum zusammengepfercht, werden künstliche und selten glaubhafte Konflikte geschürt, die alsbald eskalieren und ein munter blutiges Treiben in Gang setzen, um der perfiden Blutgeilheit des Hauses und der darin umherspukenden Geister Genüge tragen zu können. Das beginnt mit etwas Mysterie, schlägt alsbald ins Dramenlastige um, wird von etwas Spuk abgelöst und endet im obligatorischen Thrill. Vermutlich wäre dieser unausgegorene Genre-Cocktail noch halbwegs goutierbar gewesen, hätte Regisseur “Eric Hurt” seine Grusel-Geschichte rund um das mysteriöse Gebäude und die darin gefangenen Gäste halbwegs spannend in Szene gesetzt. Das Geschehen in “House Hunting” jedoch zieht sich zäh wie Kaugummi, sodass der Zuschauer vermutlich nicht nur das schläfrige Geschehen vage im Blick behält, sondern auch den Timer des heimischen Film-Abspielgerätes. Die wenigen Charaktere sind derart unsympathisch skizziert und nerven mit ihrem hysterischen Gegacker bereits nach nur wenigen Minuten, dass sich der Film für alle Freunde des düsteren Genres zu einer wahren Geduldsprobe entwickeln dürfte. Zudem mag man als Filmfreund nur selten verstehen, warum die wenigen Protagonisten so willkürlich handeln.
Zum einen wäre da die nahbarste, zugänglichste und verletzlichste Figur des gesamten Films: ein namenloses Mädchen, dass irgendwo im Wald aufgegabelt wird, und bereits zuvor Bekanntschaft mit dem verlassenen Gebäude gemacht haben muss. Ein Herausschneiden der Zunge hindert das traumatisierte Ding daran, mit den Neuankömmlingen zu kommunizieren. Sie weiß mehr über das leerstehende Gebäude und über die darin umherspukenden Wesen, als anfänglich vermutet. Umso unverständlicher, warum sie in ihrer Angst nicht irgendwie versucht, den Anwesenden von ihrem Martyrium in jener Hütte zu berichten. Vermutlich scheint das gebeutelte Mädchen nicht nur die eigen Stimme verloren zu haben, sondern auch jegliche Kenntnisse über das Kommunizieren durch Wort und Schrift.
 
Auch die übrigen Protagonisten wollen sich nicht wirklich glücklich in die vollkommen überfrachtete Szenarie einfügen. Es gibt den notorischen Weiberheld, der in absurden Momenten, wie diesen nur an die Begattung anderer Protagonisten zu denken scheint und auch die obligatorische, stereotype Kämpferin findet ihren Weg in den Film. Hin und wieder huschen bleich bemalte Geister durch das Setting, die stümperhaft versuchen, die Hintergründe ihres Ablebens zu rechtfertigen, sodass die Anwesenden das Mysterium des Hauses näher beleuchten können. Der Funke will trotz der immensen Ideen- und Informationsflut leider nicht überspringen und eine sympathische Identifikationsfigur, mit der sich der Zuschauer verbunden fühlt, sucht man in “House Hunting” vergebens. Umso mehr dürfte der Filmfreund eine köstlich aufbereitete Splatter- und Gröselfarce erhoffen, deren Vorhandensein sich aktuell in Horrorfilmen dieser Art zum guten Umgangston entwickelt hat. Auch wenn die Geschichte bereits zu Beginn suggeriert, dass die Handlung wohl oder übel darauf hinauslaufen wird, dass sich die Familien in welcher Art auch immer bekriegen und auslöschen werden, so bekräftigen die fertigen Spezialeffekte im Films den vollkommen desaströs zusammengezimmerten Unterton des ohnehin schon unwichtigen Films. Zwar wird hier gestorben und sich selbst ins Jenseits befördert; wirklich reißerisch und spektakulär ist das alles jedoch nicht wirklich. Immerhin lässt sich hier einer der dümmsten Morde der Filmgeschichte bewundern, bei welchem eine Konservendose durchaus nützliche Dienste erweist – die unfreiwillige Komik, welche diese bierernst gemeinte Szene begleitet, lässt sich dabei kaum in Worte fassen.
 
 
 
Der kleine Indie-Grusler “House Hunting” ist trotz aller unbeholfener Versuche eine ganz schön dumme Schlafpille, vor deren Sichtung nur gewarnt werden kann. Zwar wollen die vielen kleinen Einfälle gefallen; die Geschichte bleibt aber dennoch stets unwichtig und langweilig. Die vollkommen unterschiedlichen Charaktere prasseln mit all ihren Eigenarten aufeinander und finden sich alsbald in ziemlich grotesk wirkenden Konflikten wieder. Das ist zwar alles ambitioniert gemeint, wirkt aber wirr und fad und beginnt dem Zuschauer schnell den letzten Nerv zu rauben. Gruselstimmung kommt in “House Hunting” zu keiner Minute auf, auch wenn Regisseur “Eric Hurt” hin und wieder diverse Geistermomente in die konfuse Handlung streut, die sich aber selten harmonisch in die Szenarie einfügen möchten. Immerhin sieht eine der anwesenden Protagonisten des Films die arg löchrige Inszenierung von “House Hunting” kommen, sodass sie sich bereits zu Beginn des Gruslers den erlösenden Strick um den Hals schnürt und sich selbst erlösend in den Filmhimmel mordet. Alle Achtung – bei derart Weitblick kann man nur staunen!
 
 
 


 
 
 

House Hunting – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Langweiliger als die Polizei erlaubt: desaströs-wirrer Gruselhausfilm mit einer Menge nervender Protagonisten, die dem Zuschauer bereits nach nur wenigen Minuten gehörig auf den Zündern gehen! Warum erlöst sie nur niemand bereits zu Beginn von ihrem bevorstehenden Leiden?
 
 
 


 
 
 

House Hunting – Zensur

 
 
 
Insofern der Film in Deutschland veröffentlicht wird, dürfte er ungeschnitten mit einer “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung die FSK passieren!
 
 
 


 
 
 

House Hunting – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Barricade (2012)

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Filmreview: “The Frozen” (2012)

The Frozen_2012_poster
 
 
 

The Frozen – Story

 
 
 
Ein traumhaft winterlicher Campingausflug wird für das junge Pärchen „Mike“ (Seth David Mitchell) und „Emma“ (Brit Morgan) zu einem unvergesslichen Psychotrip. Nachdem die beiden mit dem Schneemobil einen Unfall gebaut haben und irgendwo tief weit draußen in den verschneiten Wäldern auf rettender Hilfe hoffen, werden Sie auch noch von einem seltsamen Fremden verfolgt, der scheinbar nichts Gutes im Schilde führt. Als „Mike“ plötzlich auf mysteriöse Weise verschwindet, ist die verängstigte „Emma“ ganz auf sich allein gestellt. In ihrer Panik beginnt sie sich einen Weg hinaus aus der eisigen Gegend zu bahnen – mit einer erschreckenden Einsicht, wie sich bald herausstellen wird … 
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Kritik

 
 
 
Winterliche Landschaften sind wahrlich geradewegs dafür prädestiniert eine unheimliche und subtile Gruselstimmung zu erzeugen. Denn auch hinter vermeintlich friedliebender Kulisse kann sich oftmals das abgrundtief Böse verstecken. Dass angsteinflößendes Unbehagen auch im eisigen Schnee lauern kann haben schon einige Filmemacher eindrucksvoll bewiesen, denn winterlich verstörende Filme gab es zuletzt zuhauf (u.a. “The Shinning” (1980), “Der eisige Tod” (2007)). Auch der vorliegender Thriller „The Frozen“ spielt mit der geheimnisvollen Idylle, die so ein verschneit-winterliches Wäldchen birgt. Ganz zum Leidwesen der beiden Protagonisten des Films, für die sich die eigentlich traumhafte Winterpracht zu einem verhängnisvollen Erlebnis gestaltet. Ihre Unvernunft treibt die beiden an den Rande ihrer Wahrnehmungsfähigkeiten, denn nach nur wenigen Stunden bei Temperaturen jenseits des Nullpunkts beginnt vor allem „Emma“ Dinge zu sehen, für deren Existenz sie keine Erklärung findet. Nicht nur, dass sie seltsam bekleidete Personen im Dickicht erblickt, seltsame Stimmen und Schritte spuken des Nachts um das Zelt und stören den Schlaf der verunsicherten Frau. Zudem werden die beiden von einem skurrilen Jäger verfolgt, der das Treiben des Pärchens aus der Ferne beobachtet und „Emma“ zweifeln lässt, warum ihr Freund sie gerade zu derart unmenschlichen Temperaturen zu einem kuscheligen Wanderausflug überreden musste.
 
So wirklich Unrecht hat sie dabei nicht, wirkt die Ausgangssituation des Films schon sehr konstruiert. Immerhin sah sich Drehbuchautor und Regisseur „Andrew Hyatt“ darum bemüht seine kleine Geschichte irgendwie nied- und nagelfest zurechtzufeilen. Trotz Unfall hält „Mike“ nichts davon ab, den Kurztrip fortzuführen, um den geeigneten Zeitpunkt zu finden, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Und so irren die beiden Liebenden orientierungslos im Wald umher, um letztendlich doch wieder feststellen zu müssen, einmal mehr im Kreis gelaufen zu sein. Auch wenn einige Gegebenheiten etwas arg seltsam anmuten, so kann man „Hyatt“ nicht unterstellen, einen Film gedreht zu haben, der schlecht ist. Einfachste erzählerische Mittel und das stupide Umherirren in der winterlichen Landschaft führen letztendlich zu einem homogenen Ganzen und lassen „The Frozen“ bei weitem besser ausschauen, als die Unmengen teurer Mainstream-Produktionen der letzten Dekaden. Obwohl einige der seltsamen Interaktionen der Anwesenden anfänglich kaum Sinn ergeben wollen und arg befremdlich wirken, so tritt die Erleuchtung nach dem Abspann ein und dürfte vor allem Horrorfilmanfänger reichlich verblüffen.
 
 
 
Mit dem aktuellen Thriller „The Frozen“ erwartet der Zuschauer gänzlich seichte Film-Kost, für die die Bezeichnung Thriller fast schon etwas zu weit hergeholt und schroff scheint. Auch wenn Regisseur „Andrew Hyatt“ des öfteren vollkommen falsche Fährten streut und dem Zuschauer weiß machen will, dass sich hinter den gesamten Geschehnissen etwas zutiefst Böses und Bedrohliches verstecken soll, so dürfte der geneigte Filmfreund nach der recht plausiblen Auflösung etwas verdutzt aus der Wäsche schauen. Der Film „The Frozen“ hat letztendlich mit Horror im herkömmlichen Sinne nur sehr wenig gemein und erinnert über weite Strecken an die Werke des ambitionierten Hollywood-Regisseurs „M. Night Shyamalan“, der bekanntlich ein sicheres Händchen darin besitzt, den Zuschauer mit einer unerwarteten Filmauflösung zu konfrontieren. Wer sich angenehm gruseln möchte, ohne dabei von markerschütternden Schocks verfolgt zu werden oder in Lachen von Blut ertrinken zu müssen, dem dürfte der Mysterie-Thriller vortrefflich munden. Denn bis auf einige ausgeweidete Wildtiere gibt es hier kein Futter für blutgierige Splatterfilm-Fans.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Seichtes Mysterie-Süppchen in traumhaft winterlicher Kulisse
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Zensur

 
 
 
Im Film wird nicht getötet, daher dürfte “The Frozen” mit einer FSK16 Freigabe ungeschnitten veröffentlicht werden.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “YellowBrickRoad” (2010)


 
 
 

YellowBrickRoad – Kritik

 
 
 
Lust auf einen wirklich unwichtigen Film, mit unglaublich stumpfsinniger Handlung und wirklich dilettantisch umgesetzten Spezialeffekten, die den Zuschauer einmal mehr an den Rande des Sekundenschlafs treiben?
Dann eignet sich der hölzerne und gähnend langweilig Möchtegern-Schocker “YellowBrickRoad” als vortreffliche Wahl, zumindest wenn man darauf aus ist, sich den eigentlich gemütlichen TV-Abend ansprechend zu verderben.
 
YellowBrickRoad” ist ein ganz furchtbarer Hirnverdreher und derart “kopflos“, wie es das Filmplakat bereits suggeriert. Die Handlung ist vollkommen unspannend, die Akteure nerven derart, dass man ihnen den schnellen Tod wünscht und die wenigen Krösel-Effekte wirken eher albern, als das sie dem Film überhaupt förderlich wären. Aber alles der Reihe nach.
Bereits im Sommer 2011 durften sich deutsche Genre-Fans von den nicht vorhandenen Schauwerten dieser Indigurke auf dem alljährlichen Fantasy Filmfest überzeugen. Nun, fast 1,5 Jahre später erscheint  “YellowBrickRoad” bundesweit direkt auf Blu-ray und DVD. Dass sich der deutsche Heimkino-Release derart verzögert hat, rührt nicht von ungefähr, denn führt man sich das Endprodukt zu Gemüte, so fragt man sich, warum der hiesige Vertrieb “dtp entertainment AG” derart Quark überhaupt in Deutschland veröffentlichen muss, gibt es doch unzählige andere bisher unveröffentlichte (bessere) Perlen da draußen, die sehnlichst auf eine Veröffentlichung warten.
Bereits nach nur wenigen Minuten wird deutlich, welch nennenswerte Qualität “YellowBrickRoad” überhaupt birgt und die liegt schlicht und einfach darin, den Zuschauer unwillkürlich für dumm zu verkaufen und streckenweise vollkommen desaströs zu langweilen. Vor allem die stümperhaft eingesprochene, deutsche Synchronisation tut da ihr übriges, denn diese sorgt unweigerlich dafür, dass die Nerven des Zuschauers rund 100 Minuten lang überstrapaziert werden.
Dabei beginnt die Geschichte um die mysteriöse Gegend um die “YellowBrickRoad” eigentlich recht vielversprechend.
 
 
 
Einige Wissenschaftler, Forscher und Nichtskönner raffen sich zusammen, um das seltsame Verschwinden der Bewohner einer ganzen Stadt zu untersuchen.
Bereits im Jahre 1940 folgte die Bevölkerung des fiktiven Örtchens “Friar” in “New Hampshire” einem geheimnisvollen Waldweg – keiner derer jedoch, die den Ort verlassen haben, kehrte je wieder lebend zurück.
Nun 70 Jahre später wollen jene Einfaltspinsel derart ungelösten Fall erneut untersuchen und ihre Erkenntnisse in einem Buch niederschreiben. Sie scharren allerhand nützliches Equipment zusammen und folgen jenem sagenumwobenen Waldweg, der einst auch die Einwohner von “Friar” ins Verderben stürzte.
Nach nur wenigen Metern wird klar, dass die Gegend mitnichten so friedlich scheint, wie anfänglich gedacht.
Die Geräte spielen verrückt und schnell stellen die Anwesenden fest, dass das gesamte technische Equipment wenig hilfreich ist, um die Expedition überhaupt fortsetzen zu können. Was nun folgt spottet jeglicher Beschreibung und ist an filmischen Dilettantismus kaum noch zu überbieten. Anstatt den Heimweg anzutreten, beschließen die Crew-Mitglieder dem Vorschlag des Expeditionsleiter “Teddy Barnes” zu folgen. Der scheint noch nicht genug aussagekräftiges Material zu besitzen, um sein Buch zu füllen. Und so kommt es eben, wie der routinierte Filmfreund es vorausahnt. Je tiefer die Anwesenden in den Wald vordringen, umso lauter ertönt ein mysteriöses Gedudel, dass den Anwesenden (und vor allem dem Zuschauer) schier den Verstand raubt. In ihrer Panik teilt sich die Gruppe auf und beginnt sich im Wahn gegenseitig zu dezimieren.
 
 
 
Klingt alles nach vollkommen wirren Bullshit – ist es auch. Auch wenn das grobe Story-Geflecht weitaus ansprechendes Horror-Einerlei mutmaßen lässt, so ist der fertige “YellowBrickRoad” ein niederschmetterndes Filmchen, das durch und durch enttäuscht. Allein schon der ziemlich zähe und langatmige Erzählfluss tapst genüsslich vor sich daher und birgt eine fast schon dreiste Ideenlosigkeit, dass dem Horrorfilmfreund glatt der Spaß am Genre vergehen könnte. Das nervtötend gemächliche Tempo des Filmes erweist sich als unzumutbar, dürfte jedoch unter Filmfreunden mit Schlafproblemen für einen wohlig-erholsamen Tiefschlaf sorgen.
Wirklich viel zu sagen hat “YellowBrickRoad” nicht. Zumindest wenn man einmal die Erkenntnis außen vor lässt, wie unsäglich quälend lang 100 Minuten Filmlaufzeit sein können.
Da werden Lollies gelutscht und von giftigen Beeren genascht, obwohl wenige Minuten zuvor vor der Ungenießbarkeit der Früchte gewarnt wurde.
Da stibitzt eine Protagonistin aus Hunger den letzten Proviant, um wenige Minuten später freiwillig und ohne jegliche Logik von einer Felsklippe zu springen.
Sinn ergibt das wirre Gequassel und die peinlichen Interaktionen der Anwesenden selten und so reduziert sich der Film allein darauf, irgendwie ein Ende zu finden.
Das ist natürlich schnell gefunden. Anstatt die zugrunde liegenden Gegebenheiten in irgendeiner Weise kreativ zu Ende zu spinnen, sorgt die unzureichende Phantasie der Drehbuchautoren dafür, dass die wenigen Charaktere ein schnelles und vor allem unwichtiges Ende finden.
Demnach metzeln sich die Helden der Geschichte uninspiriert um die Ecke, sodass nach gefühlten Stunden endlich der Abspann über den Bildschirm flimmern darf.
 
 
 
YellowBrickRoad” ist ein ganz einfältiges Filmchen, auf das man als Filmfreund gänzlich verzichten kann. Hier stimmt einfach rein gar nichts. Die Erzählung ist zäh, unwichtig und eindeutig viel zu lang. Die handvoll unwichtiger Protagonisten beginnen schon nach nur wenigen Minuten zu nerven und die ganze Inszenierung erweist sich als einschläfernde und vor allem dilettantische Nummernrevue ohne Sinn und Verstand. Die Effekte wirken eher unfreiwillig komisch, als das sie ängstigen sollen (da reißt ein Charakter einer Protagonistin eigenhändig (!) eine Bein aus), sodass selbst Gorehounds keinen Spaß mit dieser Gurke haben dürften. Gott weiß, was in die beiden Regisseure Jesse Holland und Andy Mitton gefahren sein muss, als sie die glorreiche Idee hatten, diesen minderbemittelten Film zu drehen. Vermutlich haben die beiden sich in irgendeiner Bar gehörig besoffen, um wenige Minuten später ein unzureichend plausibles Drehbuch zu Papier zu bringen, dass innerhalb weniger Tage mit einer handvoll untalentierter Nachwuchspappnasen auf Zelluloid gebahnt werden musste. Wohlmöglich wäre es dem Film förderlicher gewesen, hätten sich die Macher hinter “YellowBrickRoad” vor der Realisierung ihrer Schlaftablette einige bessere Vertreter des Genres zu Gemüte geführt, um zu studieren, wie ein “guter” Horrorfilm auszuschauen hat!
Auch wenn es hierbei im einen Indie-Film handelt, so hat man aus derart Sektor bereits schon unzählig bessere und vor allem innovative Vertreter gesehen. Wer allein nur nach guten Filmen Ausschau hält, der sollte um “YellowBrickRoad” einen großen Bogen machen. Denn dieser Film ist einer dieser Beiträge, nach deren Sichtung man unweigerlich bereut, überhaupt kostbare Lebenszeit für derart hirnrissigen Schund verschwendet zu haben.
 
 
 


 
 
 

YellowBrickRoad – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Haste Einschlafprobleme? Oder suchst Du noch nach einem passenden Geschenk für Bekannte, die Du eigentlich weniger magst – “YellowBrickRoad” bittet die Lösung!
 
 
 


 
 
 

YellowBrickRoad – Zensur

 
 
 
Die deutschen Fassung ist mit “keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung ungeschnitten.
 
 
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YellowBrickRoad – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “The Barrens” / “Jersey Devil” (2012)


 
 

The Barrens / Jersey Devil – Story

 
 
 
Und es hätte alles so schön werden können:
Vater Richard Vineyard düst über das Wochenende zusammen mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern hinaus in die Wälder um dem getrübten Familienfrieden neuen Wind einzuverleiben.
Kaum angekommen ist von friedlichem Natur-Idyll weit und breit keine Spur. Stattdessen entpuppt sich der angepeilte Zeltplatz als Massentreffpunkt vorlauter Jung-Rucksack-Touristen. Grund genug für den angeschlagenen Familienvater das Lager kurzum in den wilden Wald zu verlagern. Doch glaubt man den Erzählungen, so ranken um das Waldgebiet furchtbare Legenden – von einer seltsamen Kreatur, die dort hausen und die der Teufel höchstpersönlich geschickt haben soll. Nach anfänglicher Unzufriedenheit beginnt sich der Gesundheitszustand Richard´s auf mysteriöser Weise rapide zu verändern. Zudem scheint der fürsorgliche Familienvater davon besessen von jenem ominösen Wesen verfolgt zu werden…
 
 
 


 
 
 

The Barrens / Jersey Devil – Kritik

 
 
 
Regisseur Darren Lynn Bousman scheint kein Unbekannter zu sein, wenn es darum geht dem Zuschauer wohlig-ekligen-Schauer einzujagen. Sein bisheriges Schaffen verweist auf diverse blutrünstige Vertreter des Genres, deren zweifelsohne zeigefreudig-derbe Bildsprache das moderne Folter- und Tortur-Genre des 21. Jahrhundert maßgeblich mitgeprägt hat. Zu seinem bekanntesten Werken zählen die „Saw“-Teile 2-4, deren routiniert zusammengeschusterte Greueltaten bisher nicht nur euphorischen Horrorfilmfreunden reichliches Entzücken entlocken konnten. Auch unter hiesigen Zensurbehörden genossen Bousmans debile Werke höchste Aufmerksamkeit und schafften es bisher immer wieder, entweder teilweise gekürzt oder nur mit roten Jugendschutz-Freigabeplaketten beschenkt zu werden.
Nach zuletzt qualitativ immer durchwachsener Durchschnittskost, scheint mit „The Barrens“ (der deutsche Titel: „Jersey Devil“) Bousman´s bisherig schlechtestes Werk das Licht der Zelluloid-Welt zu erblicken, denn bereits bei seinem zuvor abgedrehten „11-11-11“ schien der kreative Verfall seines künstlerischen Schaffens ersichtlich.
 
Immerhin kann man Bousman nicht vorwerfen sich in teilweise unterschiedliche Subgenres ausprobiert zu haben. War es in „Saw 2-4“ die noch teilweise fragwürdige Folterproblematik, die er mit Hilfe von unerträglich grausamen Gewaltszenen bis zum Erbrechen ausgereizt hat, so versuchte er in „Repo“ – The Genetic Opera“ das stiefmütterlich behandelten Horror-Musical salonfähig zu machen. Das seelenlose Folter-Remake zur 80er-Jahre-Satire „Mothers Day“ enttäuschte im Vergleich zur kreativen Bissigkeit des Originals und auch der Okkult-Thriller „11-11-11 (2011)“ entpuppte sich nach Sichtung als zwar souverän abgedrehte und optisch ansprechende Okkult-Jagd, die jedoch keinen wirklich einschneidenden Eindruck unter Kritikern hinterließ und hierzulande direkt auf den Heimkinomarkt veröffentlicht wurde.
Mit „The Barrens“ widmet sich Darren Lynn Bousman erneut einem gänzlich anderen Subgenre und versucht diesmal dem klassischen Monster-Movie frischen Wind einzuverleiben. So wirklich gelingen will ihm das nicht, viel zu hanebüchen gestaltet sich die Erzählweise, die den Zuschauer immer wieder versucht auf falsche Fährten zu locken. Ist das Monster aus den Legenden wirklich real, oder entspringt es allein nur der Phantasie des fiebernden Familienoberhauptes? Routinierte Horrorfilmfreunde erkennen schnell die falschen Spuren, die Bousman versucht zu verstreuen, um den Zuschauer offensichtlich zu verwirren. Viel zu vorhersehbar gestaltet sich das Geschehen, welches regelrecht in den unendlich vielen Logik-Löchern ertrinkt und sich ausweglos versucht an den roten Faden der Geschichte zu klammern. Dabei scheint dass größte Manko dieses Films die Figuren selbst zu sein, die diesen Beitrag zu unverkennbar hirnrissig gestalten. Denn deren Interaktionen sind selten komisch und vollkommen sinnfrei. Den schauspielerischen Leistungen ist dieses Vergehen nicht einmal ansatzweise vorzuwerfen, vielmehr ist der Schuld bei Bousman selbst zu suchen, der nicht nur den Film realisiert, sondern auch das Drehbuch eigenhändig verfasst hat. Seine Geschichte strotzt nur so vor Fehler und die rationalen Verhaltensmuster und die logischen Denkstrukturen eines normal-geistigen Menschen lässt er, vermutlich aus Gründen der nicht-vorhandenen nervenzerfetzenden Spannung, vollkommen außer acht.
Oftmals sind die Beweggründe des Handelns der Protagonisten derart unklar, dass man als Filmfreund erst einmal im Internet recherchieren möchte, ob man nicht vielleicht doch gerade einen dieser unzähligen dummen Teenie-Slasher zu Gesicht bekommt, in denen dumme Menschen die furchtbar unlogischsten Dinge tun, welche der intelligente Zuschauer zu keiner Minute nachvollziehen kann und möchte.
 
Familie Vineyard besteht aus derartig seltsamen Kandidaten. Denn als die Polizei im Zeltlager auftaucht, um das Verschwinden eines der Camping-Gäste zu untersuchen, erfährt die Familie von seltsamen Vorkommnissen, die sich in letzter Zeit rund um das Waldgebiet abgespielt haben sollen. Trotz aller Warnungen und Offensichtlichkeiten, packen die 4 Protagonisten ihre Koffer und pilgern planlos in Richtung Wald. Reguläre Waldpfade werden vollkommen außer Acht gelassen und ein Verlaufen vorprogrammiert. Da nutzt dem Familienvater auch die Karte nichts, die er in seinem fiebrigen Zustand in regelmäßigen Abständen aus der Tasche zaubert.
Nachdem die Familie tief im Wald ein weiteres, diesmal verwüstetes, Zeltlager und einen elendig vollendeten Hundekadaver entdecken, spüren sie trotz aller Offensichtlichkeiten, auch hier kaum bis keinerlei Unbehagen und Unwohlsein. Stattdessen schlagen sie ihr Nachtlager auf und warten darauf, dass der Regenguß allmählig von Dannen zieht, damit die vier friedvoll am nächsten Morgen ihren kuscheligen Wochenend-Naturausflug fortführen können. Selten zuvor hat man sich vermutlich als Filmfreund und Zuschauer dabei erwischt, wutentbrannt ein lauthalses „Lass das!“ oder „Warum tust Du das?!“ gen Kinoleinwand oder Fernsehschirm zu schreien. Hätte man die Fähigkeit aktiv in die Handlung einschreiten zu können, wären vermutlich die vier eine der ersten Familien der Filmgeschichte, die sich aufgrund ihrer grenzwertigen Handlungen vor lauter Backenschelten kaum retten könnten.
 
 
Folterexperte Darren Lynn Bousman meldet sich mit einem weiteren düsteren Film-Vertreter zurück. Die typische Bousman-Handschrift tritt in „The Barrens“ zugunsten der Atmosphäre und der vorwiegend dramenlastigen Erzählweise in den Hintergrund. Nur wenige Epilepsie-verursachende Schnittfolgen zieren sein aktuelles Werk und auch sonst entfernt sich Bousman vom allzu bluttriefenden Gewalt-Gewitter eines „Saw 2-4“.
Bereits in seinem Vorgängerfilm „11-11-11“ scheint er sich von ausufernden und derben
Gewalt-Exzessen weitestgehend distanziert zu haben, was man ihm auf jeden Fall zugute schreiben sollte. Auch ohne kassenträchtiges Gemetzel kann man heutzutage ansprechende Geschichten erzählen. Leider schafft er es mit „The Barrens“/ “Jersey Devil“ ein weiteres Mal nicht, ansprechend zu „Erzählen“, denn sein aktueller Ausflug ist schier derart unlogisch, dass man als intelligenter Filmfreund nur mit dem Kopf schütteln kann, wie vollkommen dämlich sich seine vier Hauptprotagonisten verhalten. Bousman konzentriert sich hierbei vorwiegend auf den geistigen Zerfall des Vaters Richard, der in seinen Wahnvorstellungen es nicht schafft die Familie zusammenzuhalten, sondern weitestgehend auseinandertreibt. Das erlösende Ende offenbart daher diesbezüglich weniger Horror, als vielmehr eine markerschütternde Tragödie, die in ihrer makaberen Konsequenz eher an ein zynisches Drama erinnert, als an schocklastigen Horror.
 
 
 


 
 
 

The Barrens / Jersey Devil – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Hübsche Optik – aber wenig Seele. Ein weiterer, glatt polierter Bousman-Film, den man einmal gesehen und nach einer Woche bereits wieder vergessen hat.
 
 
 


 
 
 

The Barrens / Jersey Devil – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung erscheint am 30.11.2012 ungeschnitten mit einer “Keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung von “Splendid Film”. Da es kaum offensichtliche Gewalt im Film gibt ist die Freigabe etwas weit hochgegriffen. Eine FSK16 hätte es auch getan!
 
 
 


 
 
 

The Barrens / Jersey Devil – Trailer


 

Hellraiser80

 
 
 
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