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Filmreview: „Wir sind die Nacht“ (2010)

 

Deutschland ist nicht gerade für ausufernde filmische Horrorkost bekannt.

Klammert man mal den gesamten Ittenbach/Buttgereit Animateursektor aus, so bleiben kaum nennenswerte deutsche Genrefilme über, die lohnen würden überhaupt geschaut zu werden.

Einzig in den 90ern bekam der stiefmütterlich behandelte deutsche Horrorfilm zumindest kurzweilig Aufmerksamkeit geschenkt. Durch die aus Amerika recht populär anschwemmende „Teenie-Slasher-Welle“, welche durch „Scream –Schrei!“ ihren Beginn fand, wurde auch Deutschland in Sachen „Teenie-Horror“ recht kreativ und produktiv.

Filme wie „Anatomie“, „Anatomie 2“ und „Flashback – Mörderische Ferien“ liefen mehr oder weniger erfolgreich in den Kinos, wobei „Anatomie“ sogar auch international (erfolgreich) vermarktet wurde.

Nun, über 10 Jahre später, in „Vampir“ – trächtigen Zeiten („Twilight“, „True Blood“ und Co. lassen grüßen) schickt auch Deutschland einen neuen Genrefilm ins internationale Rennen.

Dabei ist mir völlig unklar warum es gerade mit „Wir sind die Nacht“ ein Vampirfilm sein musste, der das angestaubte Deutsche Horrorgenre reanimieren sollte. Vermutlich nutzte der Vertrieb CONSTANTIN Film die Gunst der Stunde um im Fahrwasser von „Twilight“ auch etwas vom weltweit ausgeschlachtetem Vampirfilm-Markt abzubekommen und ein paar „Euronen“ zu erhaschen.

Wo war Deutschland eigentlich in der sehr international erfolgreich ausgewalzten „Saw“, „Hostel“ und „Backwoodhorror“ – Ära?

 

Berlin heute. Vampire ziehen durch die Gassen. Immer getrieben von Blutdurst, Luxus, Liebe und Sex. Auf der Flucht vor der Polizei gerät die junge Kleinkriminelle Lena bei einem illegalen Rave an den weiblichen Vampir Louise, die sich auch gleich in die ärmliche und introvertierte Lena verliebt und sie beisst. Daraufhin verwandelt sich auch Lena in ein Geschöpf der Nacht und genießt ab sofort den Luxus und die Freiheit des Vampirdaseins. Zumindest bis sie sich in den Polizisten Tom verliebt, zum Leidwesen für Louise. 

 

Eins vorweg, für einen deutschen Film harmoniert „Wir sind die Nacht“ beachtlich homogen.

Von der Ausstattung, über die (sehr nahe und reale) Schauspielerische Leistung bis hin zu den sehr guten Spezialeffekten hat Regisseur Dennis Gansel einen würdigen und wahrlich recht ordentlichen Vampirthriller geschustert, der für deutsche Verhältnisse, was die Gore- und Gewaltschraube angeht, grafisch auch recht explizit und hart daherkommt und sich vor der internationalen Konkurrenz nicht verstecken braucht.

Zumindest hebt sich „Wir sind die Nacht“ sehr positiv von seinen großen Vorbildern, wie „Twilight“ und „Vampire Diaries“ ab und richtet sich eher an ein älteres Publikum.

Sehr ausdrucksstark und interessant: Gansels Sicht von Berlin.

Durch den gekonnten Einsatz von Farbfiltern wirkt die Hauptstadt sehr kühl und ungemütlich, was verstärkt, dass alles um die Protagonisten in den Hintergrund und die Charaktere mehr in den Vordergrund rücken.

Leider hat mir zumindest die arg aufdringliche homosexuelle Komponente des Filmes weniger gefallen. Die Tatsache, dass es weibliche Vampire gibt, die seit Jahrhunderten nach der „wirklichen und wahren Liebe“ (Hilfe, Kitsch) suchen und demnach auch gleich in der nächstbesten Außenseiterin (was für ein Zufall!) das Opfer ihrer Leidens sehen, empfand ich doch schon als sehr unglaubwürdig und aufgesetzt. Ebenso, dass alle weiblichen Vampire im Laufe ihres bisherigen Daseins die gesamte männlichen Vampirsippschaft „ausgerottet“ haben soll ist doch mehr als grotesk.

 

Fazit 6,5/10 Punkte

 

Recht ordentlicher und kurzweiliger Vampirthriller aus Deutschen Landen, der gerade „Twilight“ – Liebhaber der etwas härteren Gangart munden dürfte. Wer bisher generell nix mit Vampirfilmen anfangen konnte sollte auch um „Wir sind die Nacht“ einen großen Bogen machen. Auch in dieser Produktion gibt es Unmengen an Vampirhauern, blutenden Hälsen, Titten und Erotik zu begutachten. Aber: wer einen Splatter-Action-Knaller a lá „Blade 1-3“ erwartet dürfte vermutlich auch enttäuscht werden!

 

Hellraiser80

 

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