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Filmreview: „Cherry Tree Lane“ (2010)

 

Das Ehepaar Michael und Christine leben eine schwierige Ehe.

Um das Eheglück dennoch zu kitten, wolle beide, bei einem romantischen Dinner zu zweit, wieder zu sich selbst finden.

Doch das vermeintliche Versöhnungsmahl wird alsbald gestört, als es an der Tür klingelt. Überrascht über den späten Besuch öffnet Christine die Haustür und wird von 3 Jugendlichen überwältigt, die das Paar sogleich fesseln und knebeln und nach dem Verbleib des Sohnes Sebastian fragen. Völlig verstört über das kaltblütige Vorgehen der Bande erfahren die Eltern, dass Sebastian einen Dealer-Freund bei der Polizei angeschwärzt habe und nun mit den Konsequenzen leben muss. Da eskaliert die Situation.

 

 

Es gibt manchmal wirklich seltsame Filme.

Filme, die eigentlich fast alles richtig machen, aber denen es dennoch an „Seele“ mangelt.

Cherry Tree Lane“ ist derart Exemplar.

Nett gefilmt, gut gespielt – aber irgendwas fehlt.

 

Dabei beginnt der Film recht vielversprechend, die Stimmung passt und als es an der Tür klingelt sind Parallelen zu Funny Games nicht von der Hand zu weisen.

Auch dort wird ein scheinbar idyllisches Familienglück von 2 Soziapathen zerstört, die nichts anderes im Sinn haben, als eigentlich glückliche Familien zu zerstören.

Und gerade aufgrund der Ähnlichkeiten in der Story dürfte der interessierte Filmfan zu Filmbeginn auf Terror-Theater der Extraklasse hoffen, aber „Cherry Tree Lane“ (Titel ist gleichzeitig Adresse der Geschehnisse) enttäuscht diesbezüglich und zieht im Vergleich zu der intensiven Satire „Funny Games“ auf jeden Fall den Kürzeren.

Dabei mangelt es dem Thriller eindeutig an Spannung und der Charakterdarstellung. Denn beides bleibt flach und ausbaufähig. Allen voran der Darstellung des vermeintlich skrupellosen Haupt-Bösewichts „Ryan“, dessen Darstellung so derart „unböse“ und überaus „naiv“ ist, dass man seine Vorgehensweise und die Reaktion der Opfer irgendwie nicht wirklich nachvollziehen möchte. Im übrigen: warum müssen eigentlich Charaktere in Horrorfilmen in Extremsituationen immer an Geschlechtsverkehr denken? Hier sei schon mal die Unlogik erwähnt, die diverse Genreproduktionen dieser Art ausmachen. Warum muss der farbiger „Ryan“ die Mutter von Sebastian aus Zeitvertreib vergewaltigen, wenn er sich gerade in einer enormen Stresssituation befindet und ein vollkommen anderes Ziel vor Augen hat, und immer damit rechnen muss, dass die Polizei nicht vor der Tür steht?

 

Ebenso „un“-auffällig ist, was uns Regisseur Paul Andrew Williams mit diesem vermeintlich „bösen“ Filmchen eigentlich sagen will.

Ist „Cherry Tree Lane“ ein Spiegelbild für den Moralverfall heutiger Jugendlicher geworden, die Konflikte nur mit Gewalt und asozialer Verbalkommunikation versuchen zu lösen? Oder soll es plakativ zeigen, inwieweit Opfer von Gewaltverbrechen fähig sind, ihr eigenes Leben und das geliebter Mensch zu verteidigen? Aufgrund der mangelnden Kompromisslosigkeit und der fehlenden Emotionalen Hintergründe der Charaktere ist „Cherry Tree Lane“ leider nicht derart radikal, gesellschaftskritisch und schockierend geworden, wie zuletzt ein „Eden Lake“, oder „Harry Brown“. Vielmehr plätschert das Geschehen ohne nennenswerte Höhepunkte vor sich dahin und hat viel zu oft Leerlauf, der mit völlig unwichtigen Small-Talk-Füllszenen der Jugendlichen untereinander gefüllt wird.

 

Einzig das kontroverse und diskussionswürdige, offene Ende der kammerspielartigen Echtzeit-Inszenierung dürfte bei einigen Zuschauern für minimal Diskussionsbedarf sorgen, oder zum Nachdenken anregen, wie man selbst in gleicher Situation handeln würde.

 

 

Fazit 6/10 Punkte

 

 

Sauber gedrehtes Filmchen, dass aufgrund des Mangels der genretypischen Kompromisslosigkeit der Zuschaustellung des Extremen weder überzeugen, noch fesseln vermag. „Cherry Tree Lane“ ist kein übler Film – man muss ihn aber auch nicht gesehen haben!

 

Hellraiser80

 

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