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Filmreview: „Red State“ (2011)

red state
 
 

Red State – Story

 
 
 
Jared, Billy Ray und Travis wohnen in einem “Red State”, also in einem recht konservativen Staat, wo republikanischer Wähler der Mehrheit haben. Und gerade in diesem Staat, in dem all das verboten ist, was Spaß macht, verabreden sich die drei für einen flotten Dreier. Die Auserwählte wird schnell per Internetchat ausfindig gemacht und füllt die drei Freunde alsbald mit gehörig Alkohol und Schlafmittel ab. Wieder zur Besinnung gekommen, müssen die erschreckt feststellen, dass sie in die Fänge einer fanatischen Sekte geraten sind, deren Hauptaufgabe es ist, die Welt von allem Schlechten und Verdorbenen zu reinigen.
 
 
 


 
 
 

Red State – Kritik

 
 
 
Olá, was haben wir denn da?
 
Endlich weht ein zur Abwechslung wieder frischer Wind in dem doch schon derzeit arg geschundenen Genre des bösartigen Horrorfilms. Diesmal gibt es keine mordgeilen Mutanten, keine schizophrenen und maskierten Serienkiller, keine Aliens aus dem All und auch keine japanischen Geisterwesen zu sichten. Denn diesmal bekommt der Filmfan keinen schlechten Film vorgesetzt, sondern eine wirklich gehaltvolle Schlachteplatte serviert!
 
Regisseur Kevin Smith, der durch doppelbödige und unkommerzielle Komödien wie Clerks  oder „Zack and Miri make a Porno und die gesellschaftskritische Satire  Dogma bekannt wurde, hat mit „Red State“ aalglatte Genreunterhaltung abgeliefert, die mit ordentlich schwarzen Humor punkten kann und mit viel Zynismus und Sarkasmus gewürzt wurde. Demnach sollte der interessierte Filmfan „Red State“, trotz aller Härte mit einem gehörigen Augenzwinkern genießen.
 
Mit seinem gering-budgetierten Kracher „Red State“ stellt sich Smith gegen das kommerzorientierte Hollywood, das mit seinen ausufernden Film-Werbekampagnen Millionen verschleudert und wenn überhaupt, es mit nur wenigen Filmen der letzten Jahre geschafft hat, das Investitionsbudget wieder einzuspielen. Stattdessen hat sich Smith mit seinem tiefschwarzen Horrorthriller wieder auf Independent-Pfade begeben und hat es, meiner Meinung nach, auf jeden Fall geschafft, ohne großartiges Werbegetöse einen guten und in der Horror-Szene bereits einschlägig bekannten (Kult)Film zu produzieren.
 
Was uns Smith mit seiner aktuellen Produktion mitteilen wollte, lässt sich in viellerlei Hinsicht interpretieren und dürfte dem Zuschauer nach Sichtung gehörig Diskussionsstoff bieten, denn Smith´s Film hält ordentlich Zündstoff parat. Sei es Kritik an dem amerikanischen konservativ-versnobten und prüden Kleinbürgertum oder an dem immer noch stark auf dem Land verbreitenten Prediger- und Kirchenwahn Amerikas (sorry, für mich als Atheist, ist die Bibel ein einziges Märchen, und definitiv nicht mehr zeitgemäß). Das Land und seine Menschen bekommen in „Red State“ einmal mehr deftig den Spiegel vorgehalten, wobei Smith ausgibig Gesellschaftskritik austeilt und diverse Missstände im eigenen Lande anprangert. Dabei scheut Regisseur Kevin Smith auch nicht davor, dem Zuschauer kaum Identifikationsfiguren zu bieten, denn wer will sich schon mit derart unfortschrittlichen und dogmatisch-moralischen Pack identifizieren?
 
Und gerade dann, wenn etwas Menschlichkeit durch die Charaktere durchzusickern scheint, werden diese alsbald in der nächsten Szene abgebrüht über den Jordan geschickt. Dabei dürften vor allem empfindliche Gemüter verstört vor dem heimischen Fernsehapparat hocken und ihnen das Lachen im Halse stecken bleiben. Ganz ehrlich, richtig so – endlich mal ein Horrorfilm, der nicht dem stereotypischen Regeln eines Horrorfilms folgt. In „Red State“ ist nichts, wie man es aus genreüblichen Filmen kennt und vor allem, es ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint. Obwohl genrebedingt in jedem Horrorfilm das Gute gegen das Böse kämpft und vermeintlich gewinnt, so schlägt „Red State“ ein gänzlich neues Kapitel auf und erzählt nichts „Gutes“ von eigentlich „bösen“ Menschen. Dieses kleine Juwel bietet keinerlei Sympathieträger, sondern erzählt von Menschen, die zwar ausgibig über Ethik und Moral philosophieren, aber meilenweit entfernt davon sind, sich moralisch anständig und ethisch umgänglich zu verhalten.
 
 
 


 
 
 

Red State – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Vollkommen politisch unkorrektes Filmchen. Böse, zynisch, makaber und sarkastisch. Es ist eine Wonne, der erschreckend gealterten Comedylegende John Goodmann im Kampf gegen skrupellose Sektenmitglieder beizuwohnen. Bitte mehr derart kreativ-unartiger Filme!
 
 
 


 
 
 

Red State – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung ist mit der „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung vollkommen ungeschnitten. Es existiert neben der Standart-Ausführung auf DVD und BLu-ray ohne Bonusmaterial, ebenso eine limitierte Auflage im Blu-ray-Steelbook mit massig Extras.
 
 
 


 
 
 

Red State – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
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2 Antworten

  1. Pingback: Filmreview: “In their Skin” / “Replicas” (2012) « Horrorfilme, Filmreviews & News auf Filmcheck

  2. Finde den Film wirklich schwer fassbar, weil er soviele Genres anschneidet aber keines irgendwie konsequent zu Ende führt…schlecht ist er aber auf keinen Fall, ich weiß aber auch nicht ob er gut ist. Kämpfe deswegen schon seit Monaten an meiner Review über Smith´s Filmchen. So wie du das oben geklärt hast ist es auf jeden Fall prima. LG Bartel

    15. November 2011 um 06:17

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