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Filmreview: „Urban Explorer“ (2011)

 

Städtetour einmal anders:

Vier Rucksacktouristen hat es in das weltoffene Berlin verschlagen.

Doch statt das kulturell vielfältige Nachtleben der Großstadt zu erkunden, suchen die vier Freunde den ganz besonderen Kick.

Dante, ein selbsternannter „Reiseführer“, lockt die Fremdlinge mit einem ganz speziellen „Reiseprogramm“. Tief unter dem hektischen Leben der Hauptstadt vermutet er einen unversiegelten Bunker aus NS-Zeiten.

Zusammen mit der vierköpfigen Clique macht er sich auf den Weg, den geheimnisvollen Bunker zu ergründen.

Doch leider meint es das Schicksal nicht gut mit der Bande, denn bei ihrem Erkundungstrip stürzt Dante unglücklich und verletzt sich dabei schwer.

Völlig in Panik geraten, treffen sie glücklicherweise auf den ehemaligen DDR-Grenzwärter Armin, der scheinbar in den alten Katakomben unter der Erde haust und ihnen rasch Hilfe anbietet.

Mit der Begegnung des ominösen Mannes nimm das Schicksal der fünf Freunde ein unerwartetes Verlauf …

 

 

 

Deutschland gilt nun nicht gerade als Hochburg für Horrorproduktionen.

Neben unzähligen „leichten“ Komödien steht „Good old Germany“ vorwiegend für schwerverdauliche Dramenkost und anspruchsvolles Arthauskino.

Umso mehr erstaunt es den Filmfan, wenn in Genrekreisen Gerüchte die Runde machen, dass an aktuellen deutschen Horrorproduktionen gewerkelt wird.

Dabei konnten deutsche Horrorfans in den letzten Jahren so manch kleine Überraschungen erleben und sich selbst davon überzeugen, dass auch Deutschland in der Lage sein kann, ernstzunehmende und vor allem unerwartet harte Horrorfilmkost zu produzieren, die den Vergleich zu Werken innerhalb des weltweiten Filmmarktes nicht scheuen braucht.

Eine, dieser unerwartet sehenswerten deutschen Genreproduktionen war zweifelsohne der Horrorfilm „Bukarest Fleisch“ aus dem Jahre 2007, der für einen deutschen Film überraschenderweise arg radikal daherkam und mit seinen verwackelten und düsteren Bildern sehr an amerikanische Hochglanz-Horrorproduktionen erinnerte.

Scheinbar war Andy Fetschers Erstlingswerk und Uni-Abschlussarbeit „Bukarest Fleisch“ in Fankreisen derart akzeptiert und erfolgreich, dass er nun die Möglichkeit erhält mit seinem zweiten abendfüllenden Spielfilm „Urban Explorer“ abermals für Gesprächsstoff zu sorgen.

Gelungen ist ihm sein neuer Beitrag jedoch nur bedingt, kommt das Storygerüst seines zweiten Filmes, beliebig austauschbar daher. Die Story gestaltet sich als eigenwillig zweckmäßig und die Charakterskizzierung der Teenager als relativ platt – zumindest aber noch halbwegs genießbar.

Das enttäuscht irgendwie, zumal man keine oberflächlich gestrickte Kopie bekannter Backwood- und Terrorfilme, und das ist „Urban Explorer“ leider geworden, erwarten würde.

Dennoch, das überaus düstere Setting kennt man zwar auch schon aus Filmen wie „Creep“(2004) , es unterstreicht aber recht prägnant und effektiv die auswegslose und klaustrophobische Grundstimmung des Filmes.

Bedeutendes Augenmerk, und da dürfte sein zweiter abendfüllender Spielfilm für gehörig Aufsehen in Fankreisen sorgen, liegt bei seiner Darstellung genretypischer Grausamkeiten, denn die kommen für einen deutschen Horrorfilm verhältnismäßig hart daher. Scheinbar hat Fetscher die diversen amerikanischen (und französischen) Genrevorbilder ausführlichst studiert, denn seine grotesken und vor allem makaber-zynischen Metzelszenen (allen voran die optisch erschreckend realistische Häutungsszene) dürften jedem Gorehound das Wasser vor Entzücken im Munde sprudeln lassen.

Warum letztendlich der Film von der Freigabebehörde „FSK“  in seiner ungeschnittenen Form „nur“ eine „Keine Jugendfreigabe“ Einstufung erhielt, scheint überaus unverständlich, vergleicht man wie frivol die FSK derzeit wieder in der Verweigerung der Freigaben aktueller und minder explizit gewalttätiger Genreproduktionen zugange geht.

Aber nicht nur der optischen Grausamkeiten sprechen für die Sichtung von „Urban Explorer“.

Neben der recht professionellen Umsetzung der handvoll Splatterszenen hat Regisseur Andy Fetschers sein zweites nennenswertes Zugpferd in der Rolle des unangenehm widerlich wirkenden „Armin“ (besetzt von Klaus Stiglmeier) gefunden.

Das merklich sarkastisches Schauspiel von Klaus Stiglmeier gestaltet sich als überaus frisch, unerwartet böse und ziemlich „undeutsch“ und seine merklich zynischen Kommentare, erinnern in ihrer Darstellung sehr an die der Leinwandikonen „Chucky“ und „Freddy Krueger“.

Sein prägnantes Schauspiel überzeugt über die Linie hinweg und lässt schnell den Überlebenskampf der übrigen (teilweise talentfreien) Jungschauspieler, sowie einige Logikpatzer vergessen.

Umso erfreulicher für den Filmfan, dass Regisseur Andy Fletscher mit dem Gedanken einer Fortsetzung spielt, denn das erwartungsgemäß offene Ende, lässt auf eine Rückkehr des geheimnisvollen „Untergrundkillers“ hoffen.

Mit „Urban Explorer“ erhält der Horrorfan solide, aber wenig tiefgründige Horrorfilmkost.

Trotzdem, nach einem recht zahmen Beginn, ist ab Filmmitte dennoch für ordentlich kurzweilige Unterhaltung gesorgt.

Trotz Einheitsbrei und der Abhandlung diverser genretypischer Klischees, schafft es Fetschers in den letzten 30 Minuten, zumindest alle Horrorfreunde ausgiebig zufrieden zu stellen.

Im künstlerischen Vergleich zu seinem ersten Werk „Bukarest Fleisch“ flacht sein aktueller Beitrag qualitativ minimal ab, weiß aber mit einer professioneller Umsetzung, einem überzeugenden und markanten Killer, sowie messerscharfen Splatterszenen zu überzeugen.

 

 

 

Fazit 6/10 Punkten

 

Horror aus Deutschen Landen – Unerwartet böse und erstaunlich blutig.

Vielleicht schafft es ja Deutschland nun endlich auch, mit hiesigen Horrorproduktionen international Fuß zu fassen. „Urban Explorer“ scheint die richtige Richtung vorzugeben!

 

FSK-Fassung mit „Keine Jugenfreigabe“ – kennzeichnung ist ungeschnitten!

 

 

Hellraiser80

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