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Filmreview: „Evidence“ (2011)

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Evidence

Story

 
 
 

Vier Freunde planen einen netten Trip mit dem Wohnmobil in die Berge, um entspannt in der Natur einige schöne Tage zu verbringen und die gemeinsame Zeit zu genießen. Nachdem sie sich ein hübsches Plätzchen zur Rast ausgesucht haben, an dem sie die Nacht verbringen möchten, realisieren sie auch schon einige recht seltsame Laute aus dem Dickicht des Waldes. Doch die Freunde nehmen die unheimliche Vorahnung und die grotesken Geräusche bedauerlicherweise nicht ernst, sodass sie in der Nacht mit dem ultimativen Bösen konfrontiert werden …

 
 
 


 
 
 

Evidence – Kritik

 
 
 
Oh Mann, hört denn dieser gesamte Found-Footage Filmwahn nie auf? Was vor zehn Jahren mit „The Blair Witch Project“ sensationell gefeiert wurde, entwickelt sich jetzt, nach dem überraschenden Erfolg des kleinen Independent-Geheimtipps zu einem überaus nervigen Trend, der vermutlich in der aktuellen Produktion „Evidence“ seinen unerträglich schlechten Höhepunkt erreicht hat. An Ideen fehlte es den Filmemachern bisher kaum, denn einige kreative Ansätze entwickelten sich auch nach „Blair Witch“ zu beeindruckenden Kinodauerbrennern und spielten oftmals bedeutend mehr Umsatz ein, als die Filme letztendlich selbst gekostet haben. Das Genre an sich gibt also etwas her aber vermutlich sind die arg überschaubaren Produktionskosten der einzige, der ausschlaggebender Fakt, warum der weltweite Filmmarkt derzeit mit diesen teilweise haarsträubend schlechten No-Budget-Pseudo-Dokus überschwemmt wird. Jeder offene Filmfan mit zumindest halbwegs vernünftigen Wahrnehmungsfähigkeiten sei ausdrücklich mit diesem Filmreview vor dem arg billig heruntergekurbelten Filmchen “Evidence“ gewarnt, denn was eigentlich recht nett und vielversprechend beginnt, ist spätestens nach der Filmhälfte kaum noch seh- und ertragbar, sprich unglaublich schlecht.
 
Routinierte Horrorfilmkenner dürften schon erahnen, was nun den vier Freunden und dem interessierten Zuschauer blüht. Wer sich schon einmal einen Found Footage Film zu Gemüte geführt hat, dürfte bereits wissen, aus welchen Elementen derart Nischengenregewächse bestehen. Das Geschehen wird entweder aus der Sicht von Überwachungskameras oder pseudo-dokumentarisch, durch angeblich gefundenes und zusammengeschnittenes Filmmaterial, geschildert. Aber auch ein Hauptcharakter kann das Geschehen live mit einer Kamera aufzeichnen, wobei der Zuschauer in Echtzeit dem munteren Treiben beiwohnen darf und die Geschehnisse aus der sogenannten Egoperspektive miterlebt. Regisseur Howie Askins hat sich für die Letztere und die für den Zuschauer anstrengendere Variante entschieden, denn nachdem die Protagonisten realisieren, dass sie von (das ist kein Scherz!) Bigfoot-ähnlichen Kreaturen und Gasmasken tragenden Zombies verfolgt werden, ist der Spaßofen leider aus und der Film beginnt sich in unfassbar miesen Kameragewackel zu verlieren. Die wenigen recht ansprechenden Momente werden, aufgrund hektischen Umherschwenkens der Kamera und dem ständigen Totalausfall des Bildes vollkommen zerstört.
 
Dabei gestaltet sich der Beginn des Filmes eigentlich recht sympathisch. Alles hat den Anschein, als bekäme man ein privates Urlaubs-Homevideo von vier überaus netten Menschen zu Gesicht. Die Kameraverlauf gestaltet sich erstaunlicherweise als sehr professionell und man hofft, ein ordentlich und ansprechend gefilmtes Found Footage Movie zu sehen, das sich hoffentlich nicht mit den genreüblichen Klischees umherschlagen muss. Aber nachdem die vier, vor allem die weiblichen Protagonisten, mysteriöse Geräusche aus dem Dunkel des Waldes vernehmen und irgendetwas über den Wohnwagen krabbelt, geraten die Freunde in Rage und beginnen planlos durch den Wald zu flitzen, wobei der Zuschauer demnach minutenlang nur Waldboden zu Gesicht bekommt oder ein sich ständig wiederholendes Hinstolpern des Vordermannes. Warum man in derart Ausnahmesituation immer noch den Nerv besitzt, das Geschehen mit der Kamera weiter filmen zu müssen, stößt zumindest bei mir auf Unverständnis. Unterlegt wird die merklich sinnfreie Hetzjagd mit hysterischem Geschrei und einer unglaublich konstruiert wirkenden Panikmache, die einem nach quälend langen 50 Minuten eindeutig auf den Sender geht.
 
Das ist zwar vermutlich alles ganz nett gewollt, wirkt aber trotzdem so wirr, dass man kaum noch den roten Faden sieht und dem Geschehen folgen kann. Demnach gestaltet sich die Auflösung des gesamten Budenzaubers als unzureichend glaubhaft und vor allem unzureichend erklärt. Dem Zuschauer werden kaum Erklärungen über die Geschehnisse gegeben und es lässt nur darüber spekulieren, woher denn die Kreaturen nun überhaupt kommen (gescheitertes Militärexperiment?). Nachdem zwei der Freunde in ein scheinbar leerstehendes Haus flüchten können und dort auf Rettung hoffen, müssen sie feststellen, dass dort womöglich der Herd allen Übels lauert. Kaum dort angekommen, stürmen aus allen Richtungen seltsame Kreaturen auf die ahnungslosen Überlebenden ein. Ein merklich seltsamer Ego-Shooter-ähnlicher Unterton lässt sich hier nicht von der Hand weisen. Durch die konstant andauernde Dauerpanikmache im letzten Drittel des Filmes wirken die diversen Creature-Effekte oftmals so geschickt getrickst, dass man rein gar nicht beurteilen kann, ob es sich bei den zig Mutanten, Krabbelwesen und Zombies vorwiegend um digitale Spielereien handelt, oder es sich wohl eher um Schauspieler in Halloween-Kostümen handelt.
 
Mit „Evidence“ erlebt das Found Footage Genre einen erneut typisch schlechten Vertreter dieses Subgenres. Statt auf eine nette und stimmige Geschichte zu setzen, verliert sich das Geschehen erneut in bekanntem Kameragewackel und hysterischer Pseudopanikmache. Einzig die recht geschickt getricksten Spezialeffekte haben Schauwert und lassen sich nicht gleich auf Anhieb durchschauen. Wer von Vornherein keinen Draht zum Found Footage Genre besitzt, wird den Film ebenso als vollkommen überflüssig beurteilen. Mir hat der Beginn des Film sehr gut gefallen, der Rest des Machwerks war wirklich sehr sehr mies und teilweise, aufgrund der Kameraführung, kaum noch sehbar. Für Genrefans mit Hang zu Epilepsie definitiv nicht empfehlenswert.
 
 
 


 
 
 

Evidence – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Ein Found Footage Film wie so oft, der auf miese Kameraführung und planloses Umhergeirre der Protagonisten setzt. Nur für Hardvorefans des Subgenres empfehlenswert.
 
 
 


 
 
 

Evidence – Zensur

 
 
 
Die erhältliche, deutsche Heimkino-Fassung ist mit der „FSK 16„-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

Evidence – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Evidence-Überlebst-du-die-Nacht-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Evidence; USA 2011

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1; (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

 
 
 
Dass EIDENCE – ÜBERLEBST DU DIE NACHT überhaupt den Sprung auf die große Leinwand gefunden hat, überrascht etwas, handelt es sich doch hier um einen beliebigen Found Footage-Film, wie man ihn leider bereits aktuell zu oft zu Gesicht bekommt. Nichtsdestotrotz lief der Horror-Thriller 2012 in den deutschen Kinos und erhält nun seine entsprechende Heimkino-Auswertung. Diese gestaltet sich jedoch als etwas ernüchternd. Denn der große Sprung ist sie leider nicht geworden. Das mag vielleicht auch am mangelnden Interesse der Kinozuschauer zurückzuführen sein, denn bis auf den deutschen Trailer und einem BD-LIVE-Zugang finden sich, außer drei weiteren Werbefilmchen zu anderen EUOVIDEO-Veröffentlichungen, keine filmbezogenen Extras auf der Scheibe. Gerade bei letzterem wird im Übrigen ein internetfähiges Endgerät benötigt, sowie einen Zugang zum Internet! Technisch kann man jetzt kein High-End-Produkt erwarten. Es handelt sich bei EVIDENCE um einen Wackelcam-Schocker, dessen technisches Ausgangsmaterial durchaus zu wünschen übrig lässt. Demnach fällt auch die HD-Auswertung nicht durchweg überzeugend aus. Das Bild ist oftmals unscharf, übersteuert, unruhig, überbelichtet und verwaschen, sodass nur selten HD-Feeling aufkommt. Immerhin wurde dem Film eine gescheite Synchronisation spendiert. Zudem ist der Ton hin und wieder durchaus stimmig. Die Veröffentlichung aus dem Hause EUROVIDEO kommt übrigens im Wendecover daher, sodass FSK-Flatschengegner aufatmen dürfen. Trotzdem, einen wirklichen beachtlichen Unterschied zur DVD ist hier nur selten ersichtlich! Immerhin weiß das animierte Menü zu gefallen. Auch wenn der Film und die Blu-ray-Auswertung dürftig erscheint; wenigstens Etwas!
 
 

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Evidence – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Frankenstein Theory (2013)

Crowsnest (2012)

Grave Encounters 2 (2012)

The Blair Witch Project (1999)

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15 Antworten

  1. Flo

    Mir hat der Film richtig gut gefallen und für Genrefans ist er meiner Meinung nach auf jeden Fall einen Blick wert.
    Zwar fragte ich mich an ein paar wenigen Stellen tatsächlich auch warum da unbedingt eine Kamera laufen musste, aber gegen Ende würden die Darsteller ohne sie ja durch die Dunkelheit stolpern müssen, ohne zu sehen wo es lang geht 😉

    Gruß
    Flo

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    11. April 2014 um 13:32

  2. deprifan

    danke! für deine ausführliche Beschreibung. Hab mir neulich sinister reingezogen und fand es recht nett, aber evidence erinnert mich stark an die southparkfolge, wo „Riesenhamster“ die Stadt überfallen;)

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    10. Dezember 2012 um 20:14

  3. baba

    Bin ich denn die einzige, den der Film gefällt??
    Das die Protagonisten „unlogisch“ handeln würde wohl der Realität entsprechen. In so einer Situation, wo man nur von Panik beherrscht wird, will und vor allem kann man nicht nachdenken sondern handelt wie ferngesteuert. Viel Zeit und Nerv dann noch zu planen was man machen könnte, bleibt dann wohl nicht.
    Von mir gibt es glatte 10 Punkte.

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    14. Oktober 2012 um 12:35

    • flimmerstunde

      Wie auch im wahren Leben: „Geschmäcker sind verschieden“ …

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      14. Oktober 2012 um 14:02

  4. Herti

    Ich frage mich, wie man in solchen Situationen noch an die scheiss Kamera denken, geschweige denn, noch alles filmen kann. Also absolut unreal und undurchdacht. Die Charaktere reagieren viel zu unglaubhaft, fast schon dumm in manchen Situationen. Wieso und weshalb es die Zombies und anderen Viecher überhaupt gibt, weiß ich immernoch nicht. Den Film hätte wirklich jeder von uns drehen können, da brauch niemand Regisseur zu sein. Echt mieser Film, hatte ich mir beim Titel mehr erhofft.

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    11. Oktober 2012 um 22:14

    • flimmerstunde

      Vielleicht ist das ja genau der Sinn des Films, den Zuschauer zu vermitteln, dass er das auch hinbekommen hätte. Evidence wäre somit für den Horrofilm das, was Punk für die Musik war. Instrumente beherrschen? Pah! Drehbücher schreiben, sinnvolle Storys ausdenken? Wozu denn sowas? 🙂

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      12. Oktober 2012 um 07:23

  5. MrVegas

    Was fü ein Scheiß Film dem Typen am Anfang des Film hätte ich so gerne in die Fresse geboxt. Und den Frauen , anstatt das sie im Haus bleiben laufen sie wieder ins freie , jeder fragt sich warum, ganz klar schlechte Produktion!!!!!!!

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    9. Oktober 2012 um 11:26

  6. Horst B.

    Der Artikel spiegel genau das wieder was ich mir gerade denke. Ich hätte mir spätestens nachdem der Filmer das dritte mal angeschrien wurde „Er solle doch die Kamera aus machen.“ gewünscht das er es einfach tut und ein Abspann kommt. Zwischendurch gingen ihm sogar die Argumente aud aber er hat trotzdem weiter gefilmt.

    Hätten die vier Darsteller doch bloß so gehandelt wie es jeder normale Mensch tut. Alles stehen und liegen lassen und abhauen als es noch hell war. Aber nein… einer von den kuhlen Darstellern braucht ja unbedingt noch seine Sachen und so muss man dann noch über Nacht bleiben. Denn man hat ja nur zwei Möglichkeiten. Möglichkeit 1 man holt die Sachen gleich im Dunkeln oder Möglichkeit 2 man holt die Sachen am nächsten Morgen.
    Warum die den nicht einfach vor die Tür gesetzt haben und abgehauen sind ist mir ein Rätsel. Warum hören die auf den Menschen mit dem verdrehtesten Gehirnwindungen?

    Man sieht nicht wirklich viel Blut und ab und zu huschen mal Opfer vorbei die man nicht mal richtig erkennen kann. Dazu das nervige Geschrei und Geheul von den beiden Weibern. Zum Glück wird der Blonden kurz vor Schluß noch der halbe Kopf weggefetzt. Wodurch auch immer. Sie hat es verdient.

    Am Anfang des Films als die vier in Ihrem Wohnmobil Richtung Wald fahren kommen Sie an Schildern vorbei. Der Dialog dazu im Groben wiedergegeben: „Stand da eben Betreten verboten auf dem Schild? Welches Schild? Du kannst doch gar nicht lesen.“. Jedem der überlegt, ob er den Film sehen will, rate ich: Stellt euch vor so ein Schild hängt an der Eingangstür eures Kinos. Fördert nicht noch so stumpfe Billigproduktionen.

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    6. Oktober 2012 um 09:41

  7. Fullmoon84

    Ich denke der Film kann gerade für Paranormal Activity Fans was sein, weil er ja nach Aussagen von Regisseur und Drehbuchautor etwas Neues im Bereich Found Footage bieten kann. Ich werd ihn mir auf jeden Fall mal anschauen! Hier noch die Filmseite: http://www.evidence-derfilm.de/

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    27. August 2012 um 15:05

  8. AirChrysalis

    Der Film wird als hochkomplexer Found-Footage Film bezeichnet. Obwohl das Found-Footage Genre seit dem dritten Teil von “Paranormal Activity” eher ausgelutscht ist, hab ich gehört dass der neueste Film von Howie Askins zusammen mit seinem Hauptdarsteller und Drehbuchautor Ryan McCoy (Black) einige Akzente setzen kann, die “Evidence” gerade für Fans dieses Genres wiederum durchaus interessant werden lassen.

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    10. August 2012 um 09:25

    • AirChrysalis

      Hier auch mal der Wikipedia-Eintrag zu Evidence: http://de.wikipedia.org/wiki/Evidence_(2011)

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      13. August 2012 um 13:49

      • flimmerstunde

        Vielen Dank für Deinen Hinweis 😉

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        16. August 2012 um 08:36

      • Horst B.

        „Diese Seite wurde gelöscht. Zur Information folgt das Lösch- und Verschiebungs-Logbuch dieser Seite.“

        Wohl aus gutem Grund.

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        6. Oktober 2012 um 09:46

  9. Pingback: Filmreview: “V/H/S” (2012) « Horrorfilme, Filmreviews & News auf Filmcheck

  10. Der ich

    Der Film bekommt von mir nur ne 0 von 10… heute in einer Sneak gesehen.

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    25. April 2012 um 20:58

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