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Filmreview: „Asylum Blackout / The Incident“ (2011)

 

 

Das Genre des Horrorfilm hat es oftmals nicht leicht. In keinem anderen Genre ist die Rate zugenannter Nachwuchsregisseure so stätig am steigen, wie in diesem.

Was man da regelmäßig als Filmfreund serviert bekommt ist oftmals jenseits von Gut und Böse und hat die Bezeichnung „unterhaltsamer Filmbeitrag“ leider meist gar nicht verdient.

Wer regelmäßig den „Filmcheck„-Filmblog verfolgt dürfte vermutlich rasch verstehen, was damit gemeint ist, denn in keinem Filmjahr wie diesem wurde man als Fan des unterschlagenen Filmes so merklich überschüttet von unprofessionell abgefilmten Erstlings-Genre-Filmen, wie 2011/2012.

Umso überraschter war ich, als ich das Debütwerk „Asylum Blackout“ des Nachwuchsregisseurs „Alexandre Courtès sichten durfte, denn das ist wirklich überaus sehenwert und vor allem richtig spannend.

 

 

Eine handvoll angehender Rockstars und Freunde wollen hoch hinaus. Tagsüber arbeiten sie als Köche in der Küche einer Psychatrischen Anstalt für aggressive Gewaltverbrecher, des Abends werkeln sie an ihrer Karriere im Musikbusiness.

Doch das Schicksal meint es leider nicht so gut mit den Freunden, denn eines Abends, kurz vor Feierabend zieht ein merklich seltsames Gewitter auf und verursacht einen Stromausfall in der Anstalt. Grund genug für eine Horde Psychopathen, welche soeben in der anstalteigenen Mensa zu Abend speisen, einen munteren Streifzug durch die Gemäuer zu unternehmen. Schnell sind die Sicherheitsbeamten überwältigt und der Weg frei durch die Flure der Anstalt. In der Küche kämpfen derweil die Freunde um das nackte Überleben, denn die blutgieren Freaks wollen nur eins: töten, töten, töten.

 

 

Sicherlich ist das Thema „Revolte“ oder „Aufstand“ inmitten einer Hochsicherheitskomplexes nicht neu. Ob nun in Gefängnis oder Anstalt sei dahingestellt, es gibt bereits genügend mehr oder weniger sehenswerte Thriller oder Horrorfilme dieser Art.

Was „Asylum Blackout“ dennoch sehenswert macht, ist die wirklich arg zermürbende und vor allem überaus klaustrophobische Grundstimmung der Geschehnisse. Man möge sich vorstellen, man ist mit 30 extrem gewaltbereiten Irren in einem Gebaudekomplex gefangen und kann nicht flüchten, da die Tore in die Freiheit, aufgrund hoher Sicherheitsauflagen verschloßen sind und man vergeblich auf Hilfe hofft. Ebenso ergeht es den Helden des Films, die sich den Weg in die Freiheit mit allerlei Schlaggeräten und Stichwaffen erkämpfen müssen. Dass es hierbei nicht minder gewalttätig zur Sache geht dürfte merklich auf der Hand liegen. Trotzdem, trotz einiger wirklich erschütternd-selbstzweckhaften Kröselszenen, schockiert hier weniger der Goregehalt, als vielmehr die kaltschnäutzige Kompromisslosigkeit, mit welcher die geistesgestörten Irren zu Sache gehen.

Allen voran Hauptbösewicht „Harry„, der eine arg unangenehme Präsenz ausstrahlt, extrem sadistisch zur Sache geht und den man vermutlich nicht im Dunklen begegnen möchte.

Wirklich erstaunlich ist, was hier mit mageren 500 000 Dollar Produktionskosten auf die Beine gestellt wurde. Der Film schaut verdammt hochwertig aus und an keiner Stelle in „Asylum Blackout“ verrät der Film seine gering budgetierte Herkunft.

Sterile, extrem düstere und farblose Bilder sorgen für merklich Unbehagen und unterstreichen den recht depressiven und grausamen Unterton der Geschehnisse. Auch diverse wirklich subtile Kamerafahrten wissen zu gefallen und heben den Beitrag immens ab von der Masse an ähnlich gestrickten Horrorproduktionen. Dass Alexandre Courtésein wissbegieriger Anhänger diverse „Carpenter„-Klassiker sein muss, fällt direkt ins Ohr, wenn man sich auf den geschickt getricksten Soundtrack konzentriert – Parallelen zu „Assault„, oder „The Thing“ sind hier unüberhörbar.

Mit „Asylum Blackout“ erhält der Filmfreund eine wirklich heavy Horrorfilmbeitrag, den man als Fan von düsteren Genrebeiträgen unbedingt sichten sollte. Da sich der Film gehörig Zeit lässt, seine Helden zu skizzieren, verursacht letztendlich ihr sadistisches Ableben für arg unangenehme Magenkrämpfe beim Zuschauer. Der Kampf zwischen Gut und Böse fördert gehörig den Puls und ist in seiner ungeschönten Kompromisslosigkeit definitiv ein kleiner Genre-Geheimtipp.

Dass die Geschehnisse ab und an ein wenig an Glaubwürdigkeit verlieren, kehren wir mal schnellst möglich unter den Teppich, denn wir Horrorfilmfreunde wissen doch schon längst: „It´s only a „Horror“-Movie„!

Interessierte Horrorfilmfreunde müssen sich leider noch ein Weilchen Gedulden, den „Asylum Blackout“ erscheint aller Voraussicht erst im Spätsommer 2012 in unseren Gefilden.

Einige Szenen im Film dürften der FSK bitter aufstoßen, sodass der Film in seiner ungekürten Form arge Probleme bekommen könnte.

 

 

 

Fazit: 7/10 Punkte

 

Kleiner, böser, ungeschönter Anstalts-Thriller, der einige richtig fiese Momente vorweisen kann.

Suspense und Spannung endlich mal wieder inklusive!

Ein wahrer Genre-Geheimtip!

 

FSK-Prognose: vermutlich nur geschnitten mit „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung

 

 

Hellraiser80

 

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3 Antworten

  1. pacino

    Starker, kurzweiliger Film, der lediglich am Ende etwas schwächelt oder besser gesagt anderes erwarten lässt.

    Zu großen teilen spielt sich die Gewalt im Geiste ab, was dem großen Ganzen sehr gut tut da auf unnötige und überflüssige splatter orgien verzichtet wird.Kollege Boll hätte bei dem Script sicher mehr sirup verspritzt^^
    Die gezeigten Szenen sind daher gut platziert und haben es trotzalledem auch in sich.

    Am meisten überzeugt jedoch die beklemmende Atmosphäre der man anmerkt das ein Franzose am Werk war (als Cutter fungiert zudem Baxxter, wohlbekannt aus High tension) . Auf Szenearrangements die den (starken) Schauspielern die Show stehlen könnten wurde weitestgehend verzichtet sodass man sich Streckenweise in einem echten Kammerspiel befindet. Weniger ist manchmal Doch mehr.

    Alles in allem ein gelungendes Debüt!

    10. August 2012 um 03:28

  2. Bea

    mal wieder ein richtig guter FILM mal sehen wie lange er erlaubt is

    3. August 2012 um 16:18

    • flimmerstunde

      Der Film ist ungeschnitten mit einer „keine Jugendfreigabe“ durch die FSK gekommen. Demnach kann dem Film im Nachhinein nichts mehr passieren…

      3. August 2012 um 22:07

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