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Filmreview: „Mama“ (2013)

Mama-2013-Filmplakat
 
 
 

Mama

Story

 
 
 
Nachdem ein Familienvater zusammen mit seinen kleinen Töchtern Victoria and Lilly bei einem Unfall mit dem Wagen von der Strasse abkommt und in einen Wald brettert, finden sie wenig später eine leerstehende Hütte, in der sich daraufhin Fürchterliches abspielt. Eine unheimliche Kreatur, welche die Kinder wenig später als „Mama“ betiteln, trachtet nach dem Leben des Vaters und zieht die kleinen Mädchen fortan selbst groß. Fünf Jahre später, die kleine Familie gilt als spurlos verschwunden, finden zwei Waldarbeiter das verunglückte Fahrzeug und jene verlassene Hütte, in welcher sie bald auf die kleinen, desaströs verwahrlosten Mädchen stoßen. Vollkommen verstört werden die „wilden“ Kinder in die Obhut ihres Onkels Lucas (Nikolaj Coster-Waldau) übergeben, der sich von nun an zusammen mit seiner Freundin Annabel (Jessica Chastain) für das Wohl seiner Nichten verantwortlich fühlt. Anfänglich darum bemüht, den beiden Waisen ein zivilisiertes Miteinander beizubringen, beginnen sich wenig später seltsame Dinge zu ereignen. Die Kinder beginnen seltsame Zeichnungen zu Papier zu bringen und furchterregende Stimmen dröhnen des Nachts aus dem Schlafzimmer der beiden Mädchen. Ist etwa „Mama“ zurückgekehrt, oder gibt es für all die ominösen Vorfälle eine plausible Erklärung?
 
 
 


 
 
 

Mama – Kritik

 
 
 
Ausnahmetalent und Filmgenie GUILLERMO DEL TORO ist immer für eine Überraschung gut. Bereits mit seinem ersten Film CRONOS (1993) hat er eindrucksvoll bewiesen, dass er eine grundlegende Vorliebe für unkonventionelle Filmstoffe besitzt, die sich erfrischend von der breiten Masse an üblicher Mainstream-Kost abheben. Anfänglich selbst als Regisseur für große Filmlabel tätig und an deren Interventionen gebunden, konnte er mit Filmen, wie MIMIC und BLADE 2 erhebliche Erfolge verbuchen, die ihm die Möglichkeit eröffneten, eigene Werke drehen zu können, ohne sich dabei den Vorstellungen geldgieriger Studiobosse oder Filmproduzenten unterordnen zu müssen. PAN’S LABYRINTH war einer der ersten Beiträge, in denen DEL TORO sein individuelles, künsterlisches Schaffen auf die Probe stellen durfte – mit Erfolg, denn die düstere und erwachsenengerechte Alice im Wunderland-Version konnte insgesamt drei der begehrten Oscar-Trophäen einheimsen. Um auch anderen, ambitionierten Filmschaffenden die Möglichkeit bieten zu können, ihre kreativen Ideen auf Zelluloid bannen zu dürfen, erprobte sich GUILLERMO DEL TORO, der sich seit jeher selbst als Fan des phantastischen Films bezeichnet, als fundierter Produzent für vorwiegend spanisch/mexikanischer Genre-Produktionen.
 
Filme, wie DAS WEISENHAUS oder JULIAS EYES, in denen sich GUILLERMO DEL TORO als spendabler Geldgeber erwies, ernteten international großen Zuspruch, sodass es nur eine Frage der Zeit war, bis weitere Filme entstanden, die mit Hilfe der Del Tor´schen Finanzspritze um die Gunst der Zuschauerschar buhlen sollten. Das vorliegende Gruselmärchen MAMA aus der Feder des Argentiniers ANDRÈS MUSCHIETTI ist ein derartiger Fall, der ohne die tatkräftige Unterstützung des erfolgreichen Regisseurs vermutlich nie entstanden wäre. MUSCHIETTI, der die zugrunde liegende Geschichte seines ersten abendfüllenden Spielfilms MAMA bereits im Jahre 2008 in Form eines Kurzfilms realisiert hatte, hat mit seinem ersten Langfilm einen unglaublich melancholischen Gruseltrip geschaffen, der sich vor den diversen Vertretern seines Sub-Genres nicht verstecken braucht. Lobenderweise sah dies das amerikanische Publikum genauso, sodass MAMA rasch die Spitze der amerikanischen Kinocharts erobern konnte und bereits jetzt als ernstzunehmender Erfolg für den talentierten Jung-Regisseur gewertet werden darf.
 
Dass der Erfolg vermutlich nicht allein von ungefähr gekommen ist, darf stark bezweifelt werden. Durchleuchtet man als Zuschauer die gesamte Inszenierung dieser kleinen Gruselgeschichte, so fallen offensichtliche Parallelen zu einigen der Werke Del Toro´s ins Gewicht. Nicht nur einmal drängt sich hierbei dem Filmfreund die Frage auf, ob GUILLERMO DEL TORO maßgeblich am künstlerischen Entstehungsprozess von MAMA mitbeteiligt war oder ob sich Regisseur ANDRÈS MUSCHIETTI einfach nur von dessen bisherigem Schaffen hat inspirieren lassen. Fakt ist, dass Del Toros unverkennbare Handschrift die gesamte Szenarie durchzieht und sich dadurch unweigerlich die Vermutung aufzwängen will, dass der Ausnahme-Regisseur vielleicht doch nicht nur als Produzent im Hintergrund stand, sondern MUSCHIETTI des Öfteren bei seinem Tun beeinflusst hat.
 
Ähnlich wie die diversen Werke Del Toros, die sich mit einer unglaublichen Leidenschaft an einem reichhaltigen Sammelsurium altbekannter Märchenelemente bedienen, liegt auch MAMA einem ähnliches Konzept zugrunde. Hierbei verschmilzt die rationelle Welt ungekünstelt mit der der Fabeln, Märchen und Legenden. Vor allem der Beginn erinnert doch schon ein wenig arg an das Grimmsche Hausmärchen Hänsel und Gretel. Auch viele der gespenstischen, aber zugleich auch leicht melancholischen Szenen und Bilder erinnern in ihrer Darstellung Del Toros bisherigen Filmen, wie PAN’S LABYRINTH und THE DEVILS BACKBONE. Trotzdem, MAMA ist kein plumpes Plagiat, sondern glänzt dennoch mit einer gewissen Eigenständigkeit. Zwar erfindet der Film das Rad nicht gänzlich neu, bietet aber dennoch einige unerhoffte Überraschungen und den obligatorischen wohldosierten Schauer, den man auch von einem Film diesen Kalibers erwartet. MUSCHIETTI konzentriert sich hierbei auf den klassischen Aufbau einer jeden Gruselgeschichte. Nach einem erschütternden und fulminanten Epilog, werden die Charaktere eingeführt und mit reichlich Unbehagen konfrontiert, um am Ende dem Geheimnis des rastlosen Geistes auf die Schliche zu kommen, damit dieser in einem effektgeladenen Finale in die ewigen Jagdgründe befördert werden kann. So wirklich spektakulär ist das natürlich nicht, dennoch schaffen es vor allem die facettenreichen Charaktere das Interesse der Zuschauer zu wecken. Vor allem die beiden Mädchen Victoria and Lilly, gespielt von MEGAN CHARPENTIER und ISABELLE NÈLISSE, bereichern MAMA ungemein. Ihre verstörenden, wortkargen Aktionen wirken derart suspekt und befremdlich, dass man hätte allein nur von der gesellschaftlichen Wiedereingliederung der verwilderten Kinder einen abendfüllenden Spielfilm drehen können.
 
Auch wenn Regisseur ANDRÈS MUSCHIETTI mit seinem Debütfilm einen durchaus konventionellen Film geschaffen hat, der mit einigen ziemlich klischeehaften Storywendungen zu kämpfen hat, gelingt es ihm dennoch für reichlich Kurzweil zu sorgen und immer wieder stimmige Momente zu schaffen. Die wenigen Schockmomente sitzen trotz vorhersehbarer Inszenierung deftig, überladen den Film glücklicherweise zu keiner Minute. Zudem verliert sich MAMA in keinem grobschlächtigen Splatter-Fest. Die ansprechenden Gruselmomente sind vorwiegend subtiler Natur und machen den Film vor allem für seichte Gemüter interessant, die ein Faible für altmodisches Schaudern besitzen. Auch wenn der Geist von MAMA im Verlauf der Handlung durchaus bedrohlich in Erscheinung tritt und gerade den erwachsenen Protagonisten des Films das Leben auf garstiger Weise zur Hölle macht, so schafft es Regie-Newcomer ANDRÈS MUSCHIETTI dennoch, ihrer Figur eine gewisse Tiefe einzuverleiben. Sicher beschränken sich ihre Interaktionen vorwiegend auf das obligatorische Erschrecken des Zuschauers und das Verwirren der unwissenden Protagonisten, trotzdem ist ihr Verhalten gerade gegen Ende hin von weitaus menschlichen Zügen geprägt und vermittelt eine gewissen Nachvollziehbarkeit. Ihre traurige Erscheinung überzeugt, trotz des konsequenten Einsatzes von CGI und ist stets glaubhaft präsent. So wirklich verwunderlich ist die halbwegs tiefgründige Charakterisierung der Anwesenden nicht wirklich. Jedes Werk aus der Mache von Maestro GUILLERMO DEL TORO ist für seine tiefgründige Charakterentwicklung bekannt. Bevor der Filmemacher seine Gedanken in Form von virtuosen Bildern auf Zelluloid bannt, beginnt er für jeden seiner Charaktere eine präzise Vita zu Papier zu bringen, um die mentale Entwicklung des Protagonisten rechtfertigen zu können. MAMA macht da keine Ausnahme und beweist einmal mehr, dass der argentinische Regisseur MUSCHIETTIumfangreiche Unterstützung seitens Del Toros für die Umsetzung von Drehbuch und Film genossen haben muss.
 
Mit seinem Film MAMA hat Regie-Neuling ANDRÈS MUSCHIETTI einen überraschend geglückten Einstig ins Filmbusiness geschafft, der ihm vermutlich einige gute Drehbücher für kommende Filmwerke bescheren dürfte. Sein kleines Gruselstück bietet durchaus subtile Unterhaltung für alle Gruselfreunde, die es eigentlich weniger blutig mögen. Wohldosierte Schauer und einige merklich effektive Schockmomente zieren die recht klischeebeladene Handlung, welche sich auf das klassische Erzählen einer x-beliebigen Gruselgeschichte konzentriert. Das beginnt mit einem reißerischen Prolog, um das Interesse des Zuschauers für sich zu gewinnen und gipfelt in einem ziemlich effektlastigen Finale, in welchem das Böse in voller Pracht präsentiert und letztendlich in die Schranken gewiesen wird. Natürlich handelt es sich bei MAMA um keinen weiteren seelenlosen Mainstream-Grusler. Regisseur ANDRÈS MUSCHIETTI hat von Filmemacher und Produzent GUILLERMO DEL TORO so einiges gelernt (bekommen??), so dass MAMA tiefgründiger scheint, als anfänglich gedacht. Die wenigen Protagonisten erleben im Verlauf der Handlung so etwas wie eine ernstzunehmende Entwicklung, der man ja sonst in derart Filmen kaum Beachtung schenkt. Zudem erinnern einige der Traumszenen und Visionen an diverse japanische Märchen, die dem Film eine ganz eigene Optik bescheren. Kurzum ist MAMA ein recht sehenswertes und stimmiges Stück Kino, wie man es leider nur viel zu selten auf der großen Leinwand zu Gesicht bekommt und das definitiv lohnt gesehen zu werden.
 
 
 


 
 
 

Mama – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein wunderbar altmodisches Gruselmärchen, das seine Wirkung auf der großen Kinoleinwand zu keiner Minute verfehlt.
 
 
 


 
 
 

Mama – Zensur

 
 
 
Die ungeschnittene, deutsche Fassung ist ab 16 Jahren freigegeben – Kein Wundern, denn Blut, Gewalt und Gekröse sieht man im Film nicht!
 
 
 


 
 
 

Mama – Trailer

 
 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Eine Antwort

  1. Echt klasse Film, vorallem weil er durch die Inszenierung der Story eine Beziehung zum Zuschauer aufbaut, damit entstehen Emotionen und der erhoffte Gänsehauteffekt bleibt auch nicht aus, auch wenn ich mir vielleicht ein paar mehr Schockeffekte gewünscht hätte. Das Finale war mir ein wenig zu viel CGI, denke man hätte das Grußelfeeling weiterführen und nicht so stark ins Fantasy abdriften sollen ( zumindest was die Darstellung angeht). Ich fand „Mama“ aber wirklich toll und besser als das Meiste was die letzte Zeit so raus kam in diesem Genre.

    Grüßle
    dvdome

    31. August 2013 um 11:25

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