FILMCHECKER – Die Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Filmreview: „Modus Anomali“ (2012)

modus-anomali-film-poster
 
 
 

Modus Anomali – Gefangen im Wahnsinn

Story

 
 
 
Ohne jegliche Erinnerung, ohne zu wissen wer er überhaupt ist, kriecht John Evans aus einem schmuddeligen Erdloch und beginnt die Suche nach der eigenen Identität. Wer bin ich und was mache ich hier? Mit dem Ziel vor Augen, Antworten auf seine Fragen zu finden, irrt er durch das Dickicht eines ihm vollkommen fremden Waldes und stößt wenig später auf eine kleine Hütte, in welcher er eine Videokamera vorfindet, auf deren Band der grausame Mord an einer Frau protokolliert wird. Nachdem John in der verwinkelten Behausung seinen Ausweis und ein Foto seiner Familie vorfindet, wird ihm schnell klar, dass es sich bei dem Opfer auf dem Videoband, um seine geliebte Frau handelt. Getrieben von der Angst auch noch die beiden Söhne zu verlieren, macht er sich auf die Suche nach den Kindern. Doch wer steckt hinter all dem perfiden Grauen? Und welche Rolle wurde ihm in diesem perversen Spiel zuteil? …
 
 
 


 
 
 

Modus Anomali – Kritik

 
 
 
Der indonesische Thriller „Modus Anomali“ hätte genug Potenzial gehabt, etwas ganz Großes zu werden. Doch wie zu oft in ambitionierten Genre-Werken scheitert eine glanzvolle Umsetzung einmal mehr am viel zu geringen Produktionsbudget und mangelnder Regie-Erfahrung. Gerade einmal 200 000 Dollar soll dieser Gruseltrip gekostet haben, was man dem Film leider permanent ansieht. Ein leider unweigerlich störendes Manko, um einen spannenden und vor allem guten Horrorfilm zu drehen. Das spiegelt sich leider nicht nur in der Inszenierung wider, sondern auch im schauspielerischen Können der leidlich talentierten Darsteller. Mit seinem aktuellen Beitrag „Modus Anomali“ hat Regisseur „Joko Anwar“ einen Film geschaffen, der versucht, die Psyche eines Menschen in den Mittelpunkt der Geschehnisse zu rücken, was ihm leider nur bedingt gelingt. Zwar werden hier die menschlichen Urängste grob angerissen, wirklich spannend und effektiv will die Geschichte jedoch zu keiner Minute werden. Neben der etwas arg unbeholfen wirkenden, psychologischen Komponente braucht der Film eindeutig zu lang, um überhaupt an Fahrt zu gewinnen. Der Zuschauer darf Hauptprotagonist „John Evans“ (gespielt von „Rio Dewanto„) im ersten Drittel der Handlung beiwohnen, wie er mal mehr, mal weniger sinnfrei durch das austauschbare Setting wandelt und dabei versucht Antworten über die zugrundeliegende Situation in Erfahrung zu bringen. Zwar wirken sein Interaktionen durchaus ambitioniert; eine wirkliche, emotionale Bindung zum Zuschauer zu knüpfen, scheitert dennoch aufgrund des arg unausgegorenen Drehbuchs. „Rio Dewanto“ spielt den tragischen und orientierungslosen Helden, der nach Antworten strebt und dabei seine Kinder in Sicherheit wiegen möchte. Dennoch gelingt es ihm zu keinem Zeitpunkt seiner Rolle eine gewisse Nähe einzuverleiben, sodass sein Schicksal dem Zuschauer vollends unwichtig und unnahbar erscheint. Stattdessen stellt der Filmfreund viele seiner Entscheidungen in Frage, die an logischer Glaubwürdigkeit oft missen lassen.
 
Viel gesprochen wird in „Modus Anomali“ nicht wirklich. Protagonist „John Evans“ trägt fast die gesamte Geschichte auf seinen Schultern, interagiert stattdessen, als das Problem taktisch zu lösen. Die Nebenfiguren, die im Verlauf der Geschichte in die Szenarie purzeln, bleiben blass und unwichtig. Gerade aufgrund der wortkargen und bedeutungslosen Inszenierung macht sich schnell Langeweile breit. Eigentlich schade, wenn man bedenkt, dass sich durchaus spannende „One Man“-Filmchen im Horrorbereich finden lassen, die den Genre-Fan trotz dialogarmen Drehbuch zu fesseln wissen. Hierbei wäre als Beispiel der klaustrophobische und suspense-lastige Thriller „Buried“ genannt, in dem Darsteller „Ryan Reynolds“ verzweifelt versucht, aus seinem dunklen Grab zu entkommen. Immerhin, so durchwachsen das Drehbuch scheint, umso effektiver gestaltet sich die technische Komponente des düsteren Thrillers. Der Score sitzt stimmig und schafft es zumindest hin und wieder so etwas wie eine bedrohliche Atmosphäre zu entwickeln und die Angst des Hauptdarstellers zu unterstreichen. Auch die Kameraführung und die vielen effektiven Schnitte lassen den trüben Beigeschmack einer günstig produzierten Low-Budget-Produktion schnell vergessen. Erschreckt wird hier zwar durchaus hin und wieder arg rabiat, was dennoch aufgrund der etwas faden und zähen Gesamtinszenierung leider keinen wirklich gelungen Beitrag aus „Modus Anomali“ zaubert. Da hilft es dem Film letztendlich auch nicht, wenn er mit einem, aktuell scheinbar im Genre üblichen, Twist aufwartet, um die Gegebenheiten logisch aufzuwerten.
 
 
 
Modus Anomali – Gefangen im Wahnsinn“ treibt nicht nur den Hauptdarsteller des Films in den Wahnsinn, sondern auch den Zuschauer mit seiner etwas unbeholfenen Inszenierung und der permanent andauernden Langeweile, mit welcher Autor und Regisseur „Joko Anwar“ versucht den Zuschauer zu „quälen“. Hier wird viel angerissen, aber nur selten richtig zu Ende gebracht. Auch wenn die wendereiche Geschichte hin und wieder versucht eine albtraumhafte und psychologisch sehr bedrohliche Stimmung aufzubauen, wirkt der sehr östlich orientierte, zähe Erzählstil mit all seinen wirren Wendungen für Zuschauer in unseren Breitengraden etwas sehr befremd- und langweilig. Auch wenn am Filmende ausreichend Blut fließt und der Film versucht, die Geschichte mittels überraschenden Plot interessanter erscheinen zu lassen, so muss man dennoch rasch feststellen, dass „Modus Anomali“ einer der Filme ist, die man sich zwar mal zu Gemüte führen kann, aber nicht unbedingt gesehen haben muss.
 
 
 


 
 
 

Modus Anomali – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Arg durchwachsener Horror-Trip aus Fern-Ost mit einer guten Idee, aber etwas unausgegorener Umsetzung.
 
 
 


 
 
 

Modus Anomali – Zensur

 
 
 
Die deutsche Heimkinofassung aus dem Hause „Mad Dimension“ ist mit dem „Keine Jugendfreigabe„-Flatschen vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

Modus Anomali – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Modus-Anomali-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: MODUS ANOMALI; Indonesien 2012

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1920x1080p, 2.35:1

Laufzeit: 87 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe – FSK18

Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer zum Film, Exklusives Interview mit Regisseur Joko Anwar

 
 
 
Wie so oft wurde die Blu-ray zum Film aus dem Hause „Mad Dimension“ solide umgesetzt. Legt der Filmfreund die Scheibe in den Player kann er sich durch ein geschmacklich etwas „spezielles“ Menü klicken, in dem er sich neben dem Hauptfilms in Deutsch und Englisch auch für ein ca. 17-minütiges Interview mit dem Regisseur des Films (in HD) entscheiden kann. Hierfür werden sogar Untertitel geboten, was bei unbekannten Filmen innerhalb des Genres oftmals nur selten der Fall ist – lobenswert! Leider haben es neben dem Trailer in deutscher Sprache keine weiteren filmbezogenen Extras auf die Scheibe geschafft. Technisch kann die Scheibe natürlich nicht mit aktuellen Hochglanzblockbustern mithalten; aufgrund des B-Movie-Status erstaunt das Bild dennoch durch viele ersichtliche Details und einer soliden Schärfe. Bleibt zu erwähnen, dass der ungeschnittene Blu-ray-Release, wie bisher alle Veröffentlichung des Labels, in einer edlen, schwarzen Amaray daherkommt und dadurch optisch aufgewertet wird. Ein flatschenfreies Wendecover gibt es zusätzlich ebenso. Zwar nicht der große Wurf, aber eine durchaus charmante Veröffentlichung. Wer ein Faible für Asia-Schocker besitzt, darf gern zugreifen, denn technisch ist die Blu-ray brauchbar!
 
 

Modus Anomali – Gefangen im Wahnsinn [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

Modus Anomali – Trailer

 
 
 

 
 

Danny Büttner

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Buried – Lebend begraben (2010)

Advertisements

Los - Schreib uns, was Dir auf den Lippen brennt!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s