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Filmreview: „No One Lives“ (2012)

no-one-lives-2012
 
 
 

No One Lives

Story

 
 
 
Eine skrupellose Rasselbande böser Kleinkrimineller gerät an ein vermeintlich, friedliebendes Pärchen, das sich kurzum gefesselt in einem leerstehenden Keller wiederfindet. Erwartungsfreudig, im Kofferraum des Paares an verwertbare Wertgegenstände zu gelangen, entdeckt Oberfiesling Flynn (DEREK MAGYAR) in einem geheimen Boden des Autos das gefesseltes Mädchen EMMA, worauf die mysteriöse Entdeckung für alle Beteiligten alsbald eine unerwartete Wendung findet. Denn was keiner des Verbrecherpacks ahnt: bei dem entführten Pärchen handelt es sich um ein gemeingefährliches Killer-Duo dass nun Vergeltung fordert …
 
 
 


 
 
 

No One Lives – Kritik

 
 
 
Liebhaber der etwas härteren Gangart dürften vermutlich mit dem Titel NO ONE LIVES erneut deftigen Nachschlag serviert bekommen und somit Freunde derben Gekröses jauzend im Kreise tanzen lassen. Bereits 2008 sorgte der japanische Regisseur RYÚHEI KITAMURA (VERSUS, AZUMI) unter weltweiten Horrorjüngern für allerhand Furore. Seine Leinwand-Adaption einer Kurzgeschichte des legendären Horror-Autors CLIVE BARKER (HELLRAISER) mit dem Titel MIDNIGHT MEAT TRAIN avancierte nicht nur zu einer der besten Film-Umsetzung eines BARKER-Stoffs, sondern brachte vor allem internationale Sittenwächter aufgrund der teilweise drastischen Gewaltdarstellungen im Film auf die Barrikaden. In Deutschland wurde der MIDNIGHT MEAT TRAIN erst gar nicht veröffentlicht, so dass er über Umwege im deutschsprachigen Ausland seinen ungeschnittenen Heimkino-Release fand. Und auch der amerikanische Rechteinhaber LIONSGATE lies die BARKER-Geschichte in nur wenigen, auserwählten Kinos über die Leinwand flimmern, so dass der Film nicht einmal annähernd die Aufmerksamkeit erhielt, welche diese Verfilmung ersichtlich verdient hätte. Nach seinem ersten, etwas unwillkommenen Einstieg in den amerikanischen Filmmarkt, folgt nun mit dem Rache-Triller NO ONE LIVES seine bereits zweite amerikanische Regie-Arbeit, die mit ebenso derben Schauwerten zu keiner Minute geizt.
 
Im direkten Vergleich mit der zuvor abgedrehten CLIVE BARKER-Kurzgeschichte zieht sein aktueller Beitrag definitiv den Kürzeren, denn wirklich innovativ-erfrischende Unterhaltung für Erwachsene sucht man hier vergebens. Stattdessen wird dem Zuschauer eine vollkommen unwichtige Geschichte präsentiert, die sich einzig auf das Abhaken möglichst absurder Todesarten beschränkt. Die vornehmlich rudimentäre Geschichte wird in der ersten halben Stunde im Eiltempo abgehakt, um das fragwürdige Handeln aller Beteiligten in irgendeiner Form zu rechtfertigen. Danach wird eine zeigefreudige Splatterhatz verbraten, die vor allem den Freunden „einfacher“ Unterhaltung vortrefflich munden dürfte. Dass hiesige Zensurbehörden mit derart selbstzweckhaften Gemetzel wohl kaum Spaß verstehen werden dürfte bereits vorab auf der Hand liegen. Da werden Körper entweidet um daraufhin in selbige hineinschlüpfen zu können, um sie als Tarnkostüm zu nutzen, eine Erntemaschine wird kurzum als Fleischwolf umfunktioniert und ein siffiger Auto-Motor gibt dem Gesicht eines der Opfer den nötigen „Feinschliff“. Die hier bebilderten Ekeleffekte sind zwar alle durchaus ziemlich grotesk, verfehlen ihre widerwärtige Wirkung dennoch nur selten. Von daher dürfte vorab feststehen, dass NO ONE LIVES in seiner ungeschnittenen Form keine Chance bei der deutschen FSK haben wird.
 
Immerhin, und das muss man Regisseur RYÚHEI KITAMURA durchaus zu Gute schreiben, schafft er trotz der vorwiegend bierernsten Inszenierung einige zutiefst schwarz-humorige Elemente in seinen aktuellen Splatter-Trip einzustreuen. So dürften vor allem die diversen Szenen im Film für ein bitterbös-zynisches Lächeln sorgen, in denen den vorwiegend weiblichen Opfern das Blut ihrer männlichen Geschlechtsgenossen literweise ins Gesicht spritz und diese daraufhin planlos und aufgesetzt gen Kamera schreien. Auch Millionär-Tochter EMMA muss in ihrem Martyrium schon einiges erlebt haben, so dass sie nur wenig beeindruckt von den durchaus perfiden Spielen des psychopathischen Killers scheint und mit einer fast schon gleichgültigen Langeweile ihren hysterisch-kreischenden Mitstreiterinnen beim Sterben beiwohnt. Trotz der vermeintlich vollkommen hölzernen Inszenierung, dürften derart erheiternden Szenen allen aufgeklärten Horrorfilmfans ein lauthalses Lachen entlocken.
 
Trotzdem, einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt NO ONE LIVES leider nicht. Viel zu beliebig skizziert sich die Handlung und die darin austauschbaren Figuren. LUKE EVANS als unkaputtbarer Killer bleibt weitestgehend gesichtslos, wobei man sich als Zuschauer nicht nur einmal fragen dürfte, wie er es immer wieder aufs Neue schafft, jeder Situation Herr zu werden und alle Interaktionen seiner Gegner vorausahnen zu können. Sein RAMBO´reskes Handeln wirkt zu keiner Zeit nachvollziehbar, sodass seine Gegenspieler kaum den Hauch einer Chance besitzen, überhaupt überleben zu können und es bereits zu Beginn ersichtlich scheint, wer bei diesem primitiven Hahnenkampf den Kürzeren ziehen wird. NO ONE LIVES ist leider kein wirklich intelligenter Beitrag innerhalb seines Genres, aber dennoch kann man Regisseur RYÚHEI KITAMURA nicht unterstellen, einen Film realisiert zu haben der langweilt. Mit einem erstaunlich hohen Tempo verbrät er eine Schlachterplatte der Extraklasse, die trotz dem Nichtvorhandensein irgendwelcher Identifikationsfiguren für reichlich Kurzweil sorgt. Dabei dürfte vor allem das Interesse im Vordergrund stehen, welcher der anwesenden Protagonisten als nächstes und in welcher Form das Zeitliche segnen wird. Politisch korrekt ist das alles natürlich nicht; ausgehungerte Gorhounds dürfte das natürlich kaum interessieren, sodass NO ONE LIVES auf gleicher Ebene mitschwimmt, wie zuletzt THE COLLECTION und das allseits beliebte SAW-Franchise: Gewalt als Mittel zum Selbstzweck, um die kaum vorhandene Geschichte tragen zu können.
 
 
 
NO ONE LIVES ist eines dieser Filmchen, auf welchen sich der Filmfreund aufgrund des vielversprechenden Zugpferdes (in diesem Fall RYÚHEI KITAMURA als Regisseur des zuvor abgedrehten MIDNIGHT MEAT TRAIN) ersichtlich freut und hofft, dass sein aktueller Beitrag auch das hohe Niveau seines Vorgängerfilmes konsequent beibehalten kann.
Leider ist ihm das im Fall von NO ONE LIVES leider nicht wirklich gelungen. Zwar dürfte der Film, aufgrund seiner teilweise derben Gewaltszenen, ausgehungerte Splatterfans einige Freudentränen entlocken; wirklich nachhaltig oder prägend ist sein aktueller Slasher-Thriller leider nicht. Vielmehr ist sein aktueller Horrorfilm eines dieser Werke, die man zwar einmal gesehen, aber nach wenigen Tagen bereits schon wieder vergessen hat. Aufgrund der Masse an ähnlich gewerkelten Beiträgen hinterlässt sein NO ONE LIVES leider keinen wirklich nachhaltigen Eindruck. Hoffen wir, dass es so schnell zu keiner weiteren dummen Fortsetzung kommt. Denn das Ende suggeriert, wie aktuell im Genre-Film üblich, einen weiteren möglichen Ableger – ob dieser jedoch zwingend von Nöten ist sollte jeder Horrorfans für sich selbst entscheiden!
 
 
 


 
 
 

No One Lives – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Derber Thriller, der das Herz jedes Horrorfans aufgrund der vielen „bösen“ Szenen definitiv höher schlagen lassen dürfte. Trotzdem, im Vergleich zu RYÚHEI KITAMURA Erstlingswerk MIDNIGHT MEAT TRAIN eine herbe Enttäuschung!
 
 
 


 
 
 

No One Lives – Zensur

 
 
 
Eine ungeschnittene „Keine Jugendfreigabe„-Kennzeichung durch die FSK dürfte hier ausgeschlossen werden. Mit etwas Glück passiert er ungekürzt die SPIO/JK!
 
 
 


 
 
 

No One Lives – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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