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Filmreview: „The Rambler“ (2013)

the rambler 2013
 
 
 

THE RAMBLER

ABGRÜNDE IN DIE DUNKELHEIT

Story

 
 
 
Der Rambler (Dermot Mulroney) wurde soeben aus dem Gefängnis entlassen und scheint seines neuen alten Lebens bereits überdrüssig zu sein. Da kommt ihm ein Brief seines Bruders gerade recht, in dem er den unnahbaren Ex-Knacki auf seine Farm nach Oregon einlädt. Der Rambler lässt sich nicht lange bitten und beginnt eine lange Reise, auf der er allerhand komischer Personen trifft, die ihm mal mehr, mal weniger Gutes wollen …
 
 
 


 
 
 

THE RAMBLER – Kritik

 
 
 
Bereits im Jahre 2008 hatte Regisseur CALVIN REEDER (übrigens auch Schauspieler im Horror-Schocker V/H/S) die Idee, sein selbst geschriebenes Skript zu THE RAMBLER in Zelluloid umzusetzen. Aus den großen Filmplänen wurde jedoch vorerst nichts und REEDER musste erst einmal kleine Brötchen backen. Er drehte einen zwölfminütigen Kurzfilm mit gleichem Titel, der nun fünf Jahre später endlich als Langfilm reüssiert. Offensichtlich von Regie-Legende DAVID LYNCH inspiriert, hat er dabei einen ziemlich ungewöhnlichen Film geschaffen, der die Horror-Gemeinde mit Sicherheit polarisieren dürfte. Der Film ist als filmisches Experiment zu sehen, dessen Deutung sich nur selten schlüssig in Worte fassen lässt. Welche Drogen REEDER eingeworfen haben muss, um die reichlich absurden Ideen auf Papier kritzeln zu können, dürfte wohl auf ewig unbeantwortet bleiben. Fakt ist, dass THE REEDER vollgestopft ist, mit allerhand surrealen Szenen, die einem bizarren LSD-Trip gleichkommen und reichlich Phantasie voraussetzen, um sie überhaupt erfassen zu können.
 
Im Mittelpunkt der Gegebenheiten steht der RAMBLER (DERMOT MULRONEY), ein cooler Typ, der scheinbar mit Sonnenbrille geboren wurde und ein unbekanntes Verbrechen begangen hat. Wie lange er sein Dasein hinter schwedischen Gardinen fristen musste, wird nicht aufgeklärt. Stattdessen ist er von seinem neuen und geregelten Leben sichtlich angewidert. Partnerin Cheryl (NATASHA LYONNE) ist schwanger und hat ihn während der Haftstrafe nach Strich und Faden betrogen; die alte Arbeit im Pfandhaus ist nur Mittel zum Zweck, um schnell an Kohle zu kommen. Als ein Brief seines Bruders eintrudelt, fasst er einen Entschluss und reist zu ihm. Doch die Reise ist nicht frei von Gefahren. Er lernt einen verrückten Wissenschaftler (JAMES CADY) kennen, der eine Maschine erfunden hat, mit der sich Träume auf VHS bannen lassen. Doch leider befindet sich der Prototyp noch in der Testphase und will nicht so recht funktionieren, was zur Folge hat, dass den Probanden sprichwörtlich die Köpfe explodieren. Während die Reise allerhand seltsame Wendungen findet und sich RAMBLER mit Unmengen komischer Zeitgenossen auseinandersetzen muss, gerät er bald zu einer Einsicht, die ernüchternder nicht hätte sein können.
 
Auch wenn in THE RAMBLER auf den ersten Blick nichts Sinn ergeben will, sind es vor allem die Bilder, die für sich sprechen. Die zeugen nicht nur von ziemlich hohem Ideenreichtum, sondern sind auch reichlich ekelhaft. Hier zerplatzen Köpfe und es wird sich in Erbrochenen gewälzt. Kot bildet ein nettes Sonnenschutzmittel und ein tiefer Kehlenschnitt die perfekte Möglichkeit, darin geheime Botschaften zu verstecken. Anti-Held RAMBLER muss einiges über sich ergehen lassen, wobei Regisseur CALVIN REEDER gänzlich auf einen flüssig erzählten Verlauf der Geschichte verzichtet. Während sich der Beginn dem Zuschauer noch halbwegs verständlich offenbart, ergeht sich REEDER im Verlauf der verwaschenen Handlung in allerhand Skurrilitäten. Manchem Horrorfilmfan dürfte derart Experimentalfreudigkeit zu viel des Guten sein, denn die unzähligen Flashbacks und abstrakten Visionen überfordern nicht nur, sondern lassen auch sehr schnell ermüden. Während es REEDER zwar versteht, die Grenzen der traditionellen Erzählkunst zu überschreiten, dürfte der Zuschauer nicht selten nach der Botschaft des Werkes suchen. Handelt es sich hier um den den gar endlosen Spaziergang durch die Hölle aus der Sicht eines Ex-Sträfling oder sind die seltsamen Begegnungen Metapher für unterdrückte Schuldgefühle? Erklärungen sucht der Filmfreund hier vergebens. Der vielfache Ansatz an Interpretationsmöglichkeiten lässt Raum für die abstrusesten Deutungen und lässt vor allem mainstreamverwöhnte Allesseher unzufrieden vor der Mattscheibe zurück. Wer eine Leidenschaft für obskuren Leckerbissen besitzt, die die Phantasie des Filmfreundes anzukurbeln wissen, sollte auf jeden Fall einen Blick in diesen eigentlich gar nicht mal so üblen „Mindfuck“ werfen. THE RAMBLER ist kein Film für Zwischendurch und ein ziemlich spezieller Beitrag, der auf jeden Fall seine Fans finden wird. Auch wenn es hier nicht gerade zahm vonstatten geht ist es, trotz diverser Horror-Elemente, kein typischer Genre-Film. Vielmehr handelt es sich stattdessen um ein dunkles Indie-Roadmovie, das mit tiefschwarzem Humor nicht geizt!
 
 
 


 
 
 

THE RAMBLER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
DAVID LYNCH-Fans werden ihre helle Freude haben. THE RAMBLER ist bizarr, obskur und herrlich schräg. Ein spezieller und eigensinniger Film, der sich an ein nicht kommerzinteressiertes Kinopublikum richtet.
 
 
 


 
 
 

THE RAMBLER – Zensur

 
 
 
In THE RAMBLER gibts es ziemlich viel skurrilen Stuff zu begutachten. Zimperlich gehts hier nicht zu, dennoch wurde der Film von der FSK bereits für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben. Die Heimkinofassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE RAMBLER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-rambler-bluray

(c) Koch Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Rambler; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras:Diverse Kurzfilme des Regisseurs, Original Kinotrailer

Release-Termin: 23.04.2015

 

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THE RAMBLER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Mulholland Drive – Straße der Finsternis (2001)

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