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Filmreview: „Crawlspace – Killerhaus“ (1986)

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CRAWLSPACE – KILLERHAUS

Story

 
 
 
Karl Gunther (Klaus Kinski) ist Hausverwalter, Sohn eines berüchtigten Nazi-Arztes und vermietet die Wohnung eines Wohnkomplexes gern an attraktive Frauen, deren erotisches Treiben er mit inbrünstiger, kinskiesker Leidenschaft durch die Lüftungsschlitze des Gebäudes beobachtet. Keine der Mieterinnen scheint zu ahnen, wer Gunther wirklich ist, denn im Dachgeschoss hat er sein Labor eingerichtet, in dem er die unmenschlichen Experimente seines Vaters aus Ehrfurcht und Liebe zu ihm fortführt.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Kritik

 
 
 
Wenn es um Horrorfilme geht, erinnert sich manch Fan des Genres gern an die goldenen 80er Jahre zurück – zu einer Zeit, in der der Horrorfilm nicht selten für allerhand Überraschungen sorgte. Auch wenn der Fortsetzungswahn der damaligen Filmemacher – eine Parallele zur heutigen Zeit – kein Ende fand und die Gier nach neuem VHS-Futter kaum Grenzen kannte, so lässt sich rückblickend sagen, dass in dieser Zeit mit legendären Horrorikonen wie Freddy Krueger, dem Pinhead aus Hellraiser, Jason Vorhees, dem Leprechaun und Chucky, einige der vermutlich wichtigsten Filmreihen des Genres entstanden sind. Gerade im B-Horror-Bereich war dieses Jahrzehnt eines der Produktivsten, wobei kleine Filmstudios wie CHARLES BANDS EMPIRE und später FULL MOON-Schmiede selbst mit den miesesten Trash-Produktionen beachtliche Erfolge verbuchen konnten und sich mit Filmen wie RE-ANIMATOR, DOLLS und FROM BEYOND einen festen Platz im Herzen eines jeden Genre-Fans sichern konnte. Der nicht wirklich hochpolierte Horrorfilm CRAWLSPACE aus dem Jahre 1986 ist eines dieser Kaum-Budget-Werke von EMPIRE, das einen gewissen Kultstatus hält. Gedreht in den gleichen italienischen Studiowohnungen, die noch für den Über-Trashfilm TROLL gemietet waren, ist er trotzdem nicht ohne Grund eins der weniger beachteten Werke des Produktionshauses, denn im Grunde genommen ist die Geschichte von Karl Gunther, Sohn eines berüchtigten Nazi-Arztes, der eine Leidenschaft für schöne Frauen hegt und diese durch die Lüftungsschlitze des Gebäudes beobachtet, vollkommener Irrsinn. Was den Film aber erwartungsgemäß sehenswert macht, ist Hauptdarsteller und Berufswahnsinniger KLAUS KINSKI, der hier eine seiner letzten Rollen spielt. Dass der extrovertierte und eigensinnige Schauspieler immer ein Garant für sehenswertes Kino ist, dürfte jedem Filmfan hinreichend bekannt sein. Egal wie hanebüchen ein Film auch sein mag; mit dem KINSKI in der Hauptrolle wird selbst das dünnste Drehbuch zu heißbegehrter Kinounterhaltung. Dennoch muss die Arbeit an CRAWLSPACE für Regisseur und Autor DAVID SCHMOELLER traumatisierend gewesen sein. KINSKI gab sich einmal mehr durchweg eigensinnig, so dass er bereits nach nur drei Tagen Drehzeit gefeuert werden sollte. Doch die Produzenten wollten an KINSKI als Verkaufswert festhalten, so dass SCHMOELLER trotz aller Schwierigkeiten mit dem schwierigen Weltstar auskommen musste. 13 Jahre später realisierte SCHMOELLER einen neunminütigen Kurzfilm mit dem Titel „Please Kill Mister Kinski“, in welchem er auf amüsanter Weise die gar grotesken Dreharbeiten mit KLAUS KINSKI dokumentierte. Praktisch die Taschenversion von WERNER HERZOGS Mein liebster Feind, in dem Schreihals Kinski sogar südamerikanische Indios ans Leder wollen.

CRAWLSPACE ist ein kleiner, schmierig-fieser 80er-Thriller, wie man ihn in jener Zeit gerne einmal auf der Mattscheibe hatte. Trotz der vielen Lobeshymnen, die der Film unter Fans einheimsen konnte, gehört dieser Beitrag zu KINSKIS schlechtesten Arbeiten. Die Differenzen am Set spiegeln sich auch in dessen Lustlosigkeit wieder. KINSKI mimt die Rolle des psychopathischen Hausmeisters (übrigens SLEEP TIGHT aus dem Jahre 2011 fasst das Thema in ähnlicher Weise erneut auf) zwar selbstsicher; sein Schauspiel bleibt jedoch weit hinter den Erwartungen zurück. Reichlich unmotiviert und gnadenlos unterfordert bekleckert er sich in diesem Horror-Thriller nicht gerade mit Ruhm, was natürlich auch wenig verwundert, bietet die extrem dünne Handlung kaum Raum zur Entfaltung. Wie in den 80ern üblich, werden Teens hier von weit über 30-jährigen Darstellern verkörpert, was aus heutiger Sicht nicht selten für herzhaftes Lachen sorgt. Bis auf KINSKI sind hier alle Schauspieler eine mittelschwere Katastrophe, das aber zu verschmerzen ist, denn CRAWLSPACE funktioniert gerade deswegen so unglaublich gut, weil er sich nur selten ernst nimmt. Vor allem die Nazi-Doktor-Klischees wirken fast 30 Jahre nach Entstehung schon merklich haarsträubend und die Vergangenheitsbewältigungsstory stört mehr, als dass sie aufklärend wirken möchte. Immerhin ist CRAWLSPACE mit seinen 77 Minuten straff durchgeplant, so dass nur selten Leerlauf entsteht. Die vorhandene Ereignislosigkeit wird mit allerhand Schabernack bestückt. Der Zuschauer bekommt ein paar schmuddelige Sexszenchen zu Gesicht, diverse Rattenauftritte lassen die Nackenhaare empfindsamer Gemüter zu Berge stehen und einige irrsinnige Todesfallen aus der Prä-Saw-Ära lassen auch heute noch wohldosierte Schauer über den Rücken jagen. Wirklich schockierend ist das aber natürlich nicht und dürfte der neuen Generation an Horrorfans eher lasch erscheinen. Trotzdem, Fans der flippigen 80er Jahre werden an diesem Nonsens ihre helle Freude haben. Im, fürs Jahrzehnt typischen Horrorfinale läuft KINSKI erneut zu Hochform auf und der Zuschauer erlebt einmal mehr, wie spielerisch es dem Egozentriker gelingt, seine Rollen statt mit nötigen Feinschliff eher mit der ihm eigenen Bescheuertenschule zu bereichern. Die Rolle des Karl Gunther ist KINSKI wie auf den Leib geschneidert und lässt schnell vergessen, dass CRAWLSPACE im Grunde genommen ein weiterer austauschbarer Horrorfilm ohne Höhepunkte ist, der eigentlich nur deshalb den heutigen Beliebtheitsstatus genießt, weil Regisseur DAVID SCHMOELLER Schauspiel-Legende KLAUS KINSKI für seinen Film gewinnen konnte.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kruder Horror-Klassiker aus den berüchtigten EMPIRE-Studios CHARLES BAND, der mit einem diabolischen KLAUS KINSKI aufwartet und Jahre vor HOSTEL mit allerhand krudem Folterwerkzeug überrascht. Mit einem Augenzwinkern genossen, dürften vor allem Fans von 80er Jahre-Trash-Gurken mit CRAWLSPACE einen Heidenspaß erleben.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Filmfassung ist ungeschnitten frei ab 18 Jahren, wobei die Freigabe dennoch etwas hochgegriffen scheint, denn CRAWLSPACE ist fast 30 Jahre nach Entstehung nicht sonderlich hart. Eine Jugendfreigabe mit FSK16 hätte es auch getan!
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
crawlspace-killerhaus Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Crawlspace; USA 1986

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer bei Disc-Start: Maniac (2:02 Min., 1080p), A Little Bit Zombie (2:18 Min., 1080p), The Invisible Man (1:01 Min., 1080p), Originaltrailer (1:17 Min., 576i), Featurette (3:45 Min., 480i), Please Kill, Mr. Kinski (9:05 Min., 576i), TV-Spot 1 (0:33 Min., 480i), TV-Spot 2 (0:32 Min., 480i), Making Of + Interview (45:14 Min., 576i), Trailershow: Alexandre Ajas Maniac (2:02 Min., 1080p), A Little Bit Zombie (2:18 Min., 1080p), The Invisible Man (1:01 Min. 1080p), Maniac – Das Original (3:00 Min., 576i), 11-11-11 – Das Tor zur Hölle (1:45 Min., 1080p), Der Kreuzmörder (2:06 Min., 576i), Shrooms (1:59 Min., 576i), Splinter (1:39 Min., 576i), The Pact (1:56 Min., 1080p), When The Lights Went Out (2:28 Min., 1080p), Timber Falls (2:10 Min., 576i)

 
 
 
Die Blu-ray zum Film aus dem Hause ASCOT ELITE ist in der neuen hauseigenen Sammlerreihe CINEMA TREASURES erschienen, in welcher auserwählte Klassiker das erste Mal auf dem HD-Medium veröffentlicht werden. Die Umsetzung überrascht, denn trotz Low-Budget-Status wurde CRAWLSPACE – KILLERHAUS eine mehr als würdige Veröffentlichung spendiert. Das beginnt bereits bei der Coverauswahl. Denn hier hat der Sammler die Möglichkeit, sich zwischen zwei verschiedenen Motiven zu entscheiden. Das vorliegende HD-Master zeigt eine gute bis sehr gute Bildschärfe. Es sind viele kleine Details in den Nahaufnahmen zu erkennen, die kräftigen Farben und die angenehme Plastizität sind für einen derartigen Film über jeden Zweifel erhaben. Zwar sind hin und wieder kleine Verschmutzungen zu erkennen und auch minimales Filmkorn muss geduldet werden; die genannten Mankos geben aber kein Grund zum Anlass die Blu-ray zu meiden. Wer meint, die vorliegende Scheibe könne nur durch hervorragende Bildqualität trumpfen, der irrt. Denn der Bonussektor setzt noch einen drauf. Was hier geboten wird ist unglaublich umfangreich. Vom Trailer, über Interviews, wird sogar die neunminütige Dokumentation „Please Kill, Mr. Kinski“ geboten, die Regisseur DAVID SCHMOELLER 13 Jahre später realisierte. Herzstück der vielfältigen Extra-Auswahl ist jedoch das Making of zum Film, das in 45 Minuten allerlei Wissenswertes rund um die Produktion bietet. Alle Extras liegen zwar in bescheidener VHS-Qualität wieder, wurden aber deutsch untertitelt. Bleibt zu erwähnen, dass bei derart Umfang ein wenig an der Aufarbeitung des Tons gespart wurde. Hier wird zwar eine sehr gute Stereofront mit einer kräftigen Musikwiedergabe geboten, dennoch ist ein leichtes Rauschen über die gesamte Laufzeit zu vernehmen. Zudem klingen die Stimmen leicht dumpf, aber dennoch sauber. Wer eine Schwäche für 80er Jahre-Trash besitzt sollte unbedingt zuschlagen. Die Scheibe wurde nicht nur mir viel Liebe zum Detail erstellt; sie ist sogar sehr günstig zu haben.
 
 

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CRAWLSPACE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sleep Tight (2011)

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