FILMCHECKER – Die Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Filmreview: „The Last Will and Testament of Rosalind Leigh“ (2012)

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH
 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH

Story

 
 
 
Leon (Aaron Poole) erbt nach dem tragischen Selbstmord seiner Mutter das Haus, in dem er seine Kindheit verbracht hat. Doch direkt nach Ankunft geschehen seltsame Dinge. Es scheint, als ob Mutter Rosalind (Vanessa Redgrave) Kontakt mit ihrem Sohn aufnehmen möchte, um ihm etwas wichtiges mitzuteilen. Während Leon damit beginnt seine Vergangenheit aufzuarbeiten, zieht eine bedrohliche Gestalt ihre Runden um das Anwesen …
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Kritik

 
 
 
Im Zuge möglichst effekthascherischen Mainstreamkinos und absurd blutrünstiger Dutzendware, hat mancher Horrorfilmfan das subtile Grausen bereits aus seinem Gedächtnis gestrichen. Die Zeiten klassischer Gruselfilme scheinen unlängst vorbei zu sein, denn mit leichtem Bibbern lässt sich heute kaum noch lukrativ wirtschaften. Umso erfreulicher, dass immer wieder Nachwuchsregisseure versuchen, gegen den Strom zu schwimmen und sich den Trends entgegenstellen. RODRIGO GUDIÑO ist so ein Fall. Mit seinem Schauderstück THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH liefert er ein Paradebeispiel dafür, was man allein mit einer ausgeprägten, unheilvollen Atmosphäre bewirken kann. Ganz unbewandert im Genre scheint der Filmemacher nicht zu sein, zeichnet der talentierte Debütant für das erfolgreiche, kanadische Horrormagazin RUE MORGUE verantwortlich, das Filmbegeisterte weltweit in Sachen Horror stets auf dem Laufenden hält und 1997 von GUDIÑO ins Leben gerufen wurde. Nachdem er mit drei Kurzfilmen viel Lob auf einschlägigen Festivals ernten konnte, schien der nächste Schritt unumgänglich: der erste Langfilm. Überraschenderweise hat sich GUDIÑO für den internationalen Startschuss ein gänzlich unkommerzielles Werk ausgesucht, das er nicht nur selbst inszeniert hat, sondern für das er auch das Drehbuch schrieb. Sein THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH unterscheidet sich dabei grundsätzlich von dem, was sonst auf dem Heimkinomarkt geboten wird. Der Gruseltrip besinnt sich der Wurzeln des Horrors. Das heißt, klassische Stilmittel treten in den Vordergrund und der Einsatz aktuell so beliebter Terror- und Gewalteskapaden wird gänzlich vermieden.
 
Im Mittelpunkt dieser unheimlichen Geschichte steht der Antiquitätenhändler Leon (AARON POOLE), der nach dem Selbstmord der Mutter (VANESSA REDGRAVE) in sein Elternhaus zurückkehrt. Das entpuppt sich nicht nur als kleines Museum mit allerhand alten Relikten, sondern ist auch ein beliebter Wallfahrtsort für einen mysteriösen Engelskult, dem Mutter Rosalind zu Lebzeiten angehört hat. Früh hat der Glaube der Mutter das Leben des Sohnes nachteilig geprägt, so dass dieser sich dazu entschloss, das Elternhaus bei Zeiten zu verlassen. Zurück blieb Rosalind, die sich in ihrer Einsamkeit Schutz durch die religiöse Engelgemeinschaft versprach. Während Leon zwischen all den Artefakten und Antiquitäten beginnt, sich mit den Dämonen seiner Vergangenheit auseinander zu setzen, geschehen im Haus seltsame Dinge. Es scheint, als ob die tote Mutter mit ihrem entfremdeten Sohn Kontakt aufnehmen möchte und ihm eine wichtige Botschaft übermitteln will. Währenddessen schleicht eine unheimliche Kreatur im Garten umher.
 
In THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH wird der Vorteil des langsamen Erzählens wiederentdeckt. Hier wird sich gänzlich von aktuellen Sehgewohnheiten gelöst und sich zu den Wurzeln des subtilen Schauerns begeben. Langsame Fahrten und elegante Kameraarbeit schaffen dem Zuschauer ausreichend Möglichkeiten, sich selbst im Gebäude umzuschauen. Das ist vollgestopft mit allerhand schrulligen und nicht selten kitschig wirkenden Gegenständen, die durch den geschickten Einsatz von Licht und Schatten erstaunlich unheilverkündend und angsteinflößend wirken. Wie bei Subgenre-Klassikern á la BIS DAS BLUT GEFRIERT (1963), SCHLOSS DES SCHRECKENS (1961) oder THE SHINING (1980) ist in THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH das Haus der heimliche Star, denn Regisseur RODRIGO GUDIÑO schafft es mit einer beeindruckenden Leichtigkeit, dass das Erkunden des Gebäudes weitaus spannender wirkt, als die eigentliche Geschichte des Films. Mutter Rosalind hat vor ihrem Tod einige Hinweise im Haus verteilt, um in irgendeiner Form mit dem entfremdeten Sohn in Kontakt treten zu können. Was folgt ist eine gemächliche erzählte Schnitzeljagd durch das elterliche Heim, die Leon in die entlegensten Winkel des Hauses führt und es ihm so ermöglichen, dass er diverse Geheimnisse über das Gebäude aufdecken und seine Vergangenheit aufarbeiten kann. Mutter Rosalind tritt dabei als Kommentatorin in Erscheinung, die die Erkundung des Hauses mit mitleiderregender Stimme aus dem Off dokumentiert und stets den Verlust des eigenen Sohns bedauert.
 
THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH ist ein poetisches Märchen über Kummer, Verlust und Verzweiflung. Eine Geschichte des verlorenen Glaubens und seiner Natur. RODRIGO GUDIÑO ist mit seinem Debütwerk ein Glückswurf gelungen. Einen Großteil der Lobpreisungen dürfte er Kameramann SAMY INAYEH zu verdanken haben. Der schafft das Glanzstück, eine einerseits schwermütige und dennoch bedrohliche Atmosphäre zu kreieren, andererseits jedoch düstere Bilder voller Schönheit auf Zelluloid zu bannen. Bei derart kreativem Können kann man nur staunen. Auch wenn THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH für das geschundene Horrorkino eine erfrischende Bereicherung darstellt, so sollte jedem klar sein, dass es sich hier um keinen gewöhnlichen Spukfilm handelt. GUDIÑOS Erstwerk ist vermutlich eines der wenigen Geisterfilmchen, in denen der Zuschauer keinen einzigen Geist zu Gesicht bekommt. Stattdessen punktet der Film mit ausreichend dramalastiger Mystery und wunderbar altmodischer Gruselatmosphäre. Wer Filme mit schlüssigem Ende bevorzugt, dürfte übrigens bei diesem Werk dumm aus der Wäsche schauen. Denn die Erklärungsansätze des Films lassen diverse Interpretationsmöglichkeiten zu.
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Frischer Wind im Grusel-Genre. THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH ist ein poetisches Schauermärchen, das selbstbewusst gegen den Mainstream rudert.
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Zensur

 
 
 
In THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH fließt weder Blut, noch wird Gewalt zelebriert. Von daher wurde der Film aufgrund seiner unheimlichen Atmosphäre von der FSK bereits ab 16 Jahren freigegeben. Wegen des Bonusmaterials der Heimkinoscheibe ist dieser jedoch erst für Volljährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Last-Will-and-Testament-of-Rosalind-Leigh-blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Last Will and Testament of Rosalind Leigh; Kanada 2012

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Blu-ray: Keine Jugendfreigabe – Der Film selbst: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 29.08.2014

 

The Last Will and Testament of Rosalind Leigh [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Haunting of Helena (2012)

Barricade (2012)

The Pact (2012)

The Awakening (2011)

The Woman in Black (2012)

The Devils Backbone (2001)

Eine Antwort

  1. Hat dies auf Evil loves to party! rebloggt und kommentierte:
    Subtiles Gruselfeeling ohne überzogene „ERSCHRECK DICH JETZT UND SOFORT UND NIMM HIER VIERZIG LITER BLUT“-Momente. Sehr gut. Kommt direkt auf die „Must See“-Liste.

    29. Oktober 2014 um 07:43

Los - Schreib uns, was Dir auf den Lippen brennt!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s