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Filmreview: „Bad Milo“ (2013)

bad-milo-2013
 
 
 

BAD MILO

Story

 
 
 
Duncan (Ken Marino) wird von Magenproblemen geplagt, die er auf seinen stressigen Job zurückführt. Doch die Ursache ist eine ganz andere: Eine Kreatur hat sich in seinem Darm eingenistet und kriecht nun hin und wieder aus seinem Anus, um denen zu schaden, die Duncan das Leben zur Hölle machen …
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, der freundliche E.T. besucht den kleinen Elliott auf der Erde, krabbelt in seinen Hintern und kriecht immer dann aus dessen Rektum, wenn er nach Hause telefonieren möchte. So oder ähnlich lässt sich die blutige Erwachsenenversion des kindgerechten Spielberg-Kulthits aus dem Jahre 1982 beschreiben, die nun unter dem Titel BAD MILO in die heimischen Wohnzimmer kommt. MILO-Schöpfer JACOB VAUGHAN hat sich zuletzt eher an schwerverdaulicher Kost erprobt und vorrangig an amerikanischen Independentfilmen mitgewirkt, bei denen es natürlich nichts zu lachen gab. Bis auf einige Kurzfilme umfasst VAUGHANS Vita nichts, was bis dato überhaupt von Interesse gewesen wäre. Umso erfreulicher, dass sein eigens geschriebenes Drehbuch einen Geldgeber fand, der den absurden Monsterspaß sogar noch in den Lichtspielhäusern auswerten lassen wollte. Bereits nach Veröffentlichung des vielversprechenden Trailers dürfte eingeschworenen Horrorfilmfans ein Stein vom Herzen gefallen sein. Denn in Zeiten sich ständig wiederholenden Einheitsbreis tut jede erfrischende Idee gut, um die nicht enden wollende Gier nach neuen Horrorfilmen befriedigen zu können. Mit BAD MILO kann man Drehbuchautor und Regisseur JACOB VAUGHAN nur danken, dass er seinen schrägen Einfall zu Papier gebracht hat, denn sonst hätten wir vermutlich nie einen waschechten Anal-Dämon auf die Filmleinwand bekommen.
 
Die Geschehnisse um MILO handeln von Duncan (KEN MARINO), der sich seit einiger Zeit mit schrecklichen Krämpfen plagt und davon ausgeht, dass sein stressiger Job ihm gehörig auf den Magen schlägt. Während sich Freundin Sarah (GILLIAN JACOBS) Nachwuchs wünscht, redet sich der leidgeplagte Duncan beim Psychiater seines Vertrauens den Stress von der Seele. Doch die Therapien scheinen keine Erfolge zu erzielen, denn die Magenschmerzen werden eher schlimmer. Bis zu jenem Tag, an dem Duncan einen Kobold aus dem Anus presst. Der macht sich sogleich an die Arbeit, all jene zu meucheln, die Duncan unter Druck setzen. Nach anfänglicher Verwirrung beginnen Duncan und sein Wurm, Freundschaft zu schließen. Das gelingt recht locker, bis Duncan erfährt, dass die bisher erfolglosen Nachwuchsbemühungen endlich von Erfolg gekrönt sind. Während die angehende Familie erste Planungen trifft, hat Arsch-Gnom MILO nur ein Ziel: das bevorstehende Elternglück zu verhindern.
 
In BAD MILO bekommt der Begriff des Arschkriechers eine vollkommen andere Gewichtung. Wir erleben eine Kreatur als Manifestation des Unterbewusstseins eines Mannes, der für seinen Alltagsfrust keine Ventil findet. Während MILO in erstaunlicher Regelmäßigkeit aus dem Hintern seines Wirts herauskriecht und wenig später natürlich auch wieder hinein möchte, gelingt es Regisseur JACOB VAUGHAN mit erstaunlich sicherem Händchen, der skurrilen Kreatur so etwas wie sympathische Züge mitzugeben. Obwohl MILO erstaunlich oft im blutroten Saft wuseln darf und dabei die Zähne zeigt, ist es vor allem gegen Ende ein schier kitschig wirkendes Finale, das nicht selten an Filme der familienfreundlichen Traumfabrik DISNEY erinnert und BAD MILO dadurch umso liebenswerter macht. Die eigentlich triviale Geschichte verliert schnell an Bedeutung. Highlight des Filmes sind die Auftritt des wandelnden Darmgeschwürs, die selbstverständlich so rein gar nicht kindgerecht auf der Leinwand zelebriert werden. Es wird mit allerlei (Fäkal-)Situationskomik um sich geworfen und natürlich auch selbstironisch gesplattert, was dem filmhungrigen Horrorfan so einige Schmunzler abringen dürfte. JACOB VAUGHAN scheint die einschlägigen Monster-Komödien (BASKET CASE, ELMER, GHOULIES) der goldenen 80er ausreichend studiert zu haben, denn BAD MILO wirkt nicht nur wie ein Film aus jener Zeit; auch das raffinierte Creature Design (übrigens alles handgemacht) pendelt irgendwo zwischen Faszination und Ekel und wirkt beinahe wie eine Symbiose aus Spielbergs E.T. und Dantes GREMLINS. Die riesigen Kulleraugen des Titelhelden lassen schnell vergessen, dass die Geschichte einigen Leerlauf besitzt und vermutlich besser eine einstündige Episode der MASTERS OF HORROR-Serie geworden wäre. Die Tatsache, dass da ein Regisseur versucht hat mit viel Wortwitz und erfrischenden Ideen gegen den aktuellen Zombie-, Folter- und Wackelkamera-Strom zu schwimmen, macht aus BAD MILO eine wunderbare Angelegenheit. Bei derart unbekümmerter, gagreicher und selbstironischer Inszenierung ist eine Fortsetzung natürlich unbedingt erwünscht, denn mit MILO ist definitiv ein neuer Star am Horrorhimmel geboren!
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Grandioser Monsterspaß, den man gesehen haben sollte. Wer ein Faible für Monsterkomödien (GREMLINS, GHOULIES, ELMER, BASKET CASE) der 80er hegt, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Trotz vollkommen bescheuerter Idee funktioniert BAD MILO erstaunlich gut. Die simplen aber nicht minder sehenswerten Puppeneffekte werten die dünne Handlung beachtlich auf und einige böse Szenen gibt es auch noch zu bestaunen – auch wenn man die natürlich nicht wirklich ernst nehmen möchte.
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Zensur

 
 
BAD MILO ist eine Horrorkomödie und keine Schlachtplatte. Zwar darf MILO ab und an mit seinen spitzen Zähnen an Menschenfleisch knabbern; wirklich brutal ist das aber nicht. Aufgrund des humoristischen Untertons darf man auf eine ungeschnittene FSK16-Freigabe hoffen.
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hell Baby(2013)

Gremlins – Kleine Monster (1984)

E.T. – Der Außerirdische (1982)

Elmer (1988)

Basket Case – Der unheimliche Zwilling (1982)

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Eine Antwort

  1. Ein Film für den Arsch? 😄 Sicher nicht, doch analfixiertes hat man bislang auch nicht vermisst.

    19. August 2013 um 08:00

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