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Filmreview: „Die Fürsten der Dunkelheit“ (1987)

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DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT

Story

 
 
 
Etwas uraltes Böses ist aus seinem Jahrhunderte andauernden Schlaf erwacht. Zunehmende Veränderungen sind auf der Erde und am Himmel zu sehen. Der Ursprung des Grauens findet sich unter einer uralten verschlossenen Kirche mitten in Los Angeles. Dort liegt ein Geheimnis begraben, welches die Kirche lange versuchte zu vertuschen. Doch als klar wird, dass dies nicht mehr möglich ist, bittet ein Priester (Donald Pleasence) Prof. Howard Birack (Victor Wong) um Hilfe. Dieser soll zusammen mit seinen Studenten und einem Team von Wissenschaftlern dem schrecklichen Geheimnis unter der Kirche auf den Grund gehen. Doch je näher man der Lösung des Rätsels auf die Spur kommt, desto stärker werden die Kräfte der mysteriösen düsteren Gestalt, welche langsam und bedrohlich in unsere Welt vordringt.
 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Kritik

 
 
 
Die 80er Jahre waren keine Glanzzeit für John Carpenter. Auch wenn seine Filme aus dieser Zeit von Fans und Filmfreunden vergöttert werden, lieferte der Kultfilm-Regisseur in dieser Dekade gleich zwei große finanzielle Flops ab, welche erst nach 20 Jahren als glorreiche Klassiker wiederentdeckt wurden. Weder seine düstere Adaption von DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT (1982), noch sein knallbuntes Fantasy-/Actionspektakel BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA (1986) fanden sonderlich großen Anklang bei den damaligen Kinozuschauern und ließen Carpenter derart gefrustet zurück, dass er sich nach dem Debakel um BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA, vorerst aus dem großen Filmgeschäft zurückzog, um kleinere Independent Filme zu drehen. Hierfür war schnell ein Vier-Filme-Deal mit Alive Films abgeschlossen, bei dem Carpenter pro Film ein Budget von 3 Millionen US-Dollar zur Verfügung stand und er völlige kreative Freiheit hatte. Aus diesem Vertrag gingen jedoch nur zwei Filme hervor, da die Filmschmiede Ende der 80er Jahre Pleite ging. Einer dieser Filme war DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT (1987).
 
Wenn es Filme von John Carpenter gibt, die viel zu oft neben Klassikern wie HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS (1978), DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT oder DIE KLAPPERSCHLANGE (1981) übersehen werden, dann zählt DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT auf jeden Fall dazu, wenngleich er heutzutage als Kult-Horrorfilm gilt. Doch wie es bei Carpenters Filmen sehr oft der Fall war, verkannten Kritiker zur aktuellen Stunde die Werke des Regisseurs. Dabei ist die Geschichte, die uns der im Original betitelte „Prince of Darkness“ erzählt, ziemlich originell.
 
 
 
 
„Es war nicht der Teufel. Der Teufel ist ein Engel der aus dem Himmel verbannt wurde. Der Bösewicht in meinem Film ist das Spiegelbild Gottes, nicht der Teufel. Es hat nichts mit Satan zutun.“
 

(John Carpenter im Interview mit der L.A.Times)


 
 
 
Zur damaligen Zeit beschäftigte sich Carpenter viel mit theoretischer Physik, insbesondere mit der Atomtheorie und der Quantenmechanik. Fasziniert von dem Gedanken, dass es laut der Wissenschaft als theoretisch möglich gilt, dass subatomare Partikel, genannt Tachyonen, rückwärts durch die Zeit reisen, also quasi aus der Zukunft zu uns kommen könnten, veranlasste Carpenter, sich wieder höchstpersönlich an ein Drehbuch zu setzten. Sein kreativer Geist war geweckt, denn seinem Erachten nach, ließ sich aus dieser Idee ein großartiger Horrorfilm machen.
Das Script zum Film schrieb Carpenter unter dem Pseudonym Martin Quatermass. Damit verbeugte er sich vor Science-Fiction-Drehbuchautor Nigel Kneale, der besonders für die Erschaffung des Filmcharakters Professor Bernard Quatermass bekannt geworden ist. Dieser ist die Hauptfigur der britischen Sci-Fi-Filme SCHOCK (1955), FEINDE AUS DEM NICHTS (1957) und DAS GRÜNE BLUT DER DÄMONEN (1967) die Carpenter allesamt verehrte. Auch im Drehbuch zu DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT finden sich einige thematische und atmosphärische Eckpunkte der „Quatermass-Filme“ wieder.
 
Die Besetzung von DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT bestand wieder größtenteils aus Leuten, mit denen John Carpenter schon zuvor gearbeitet hatte. Allen voran fällt Fans des Genres hier natürlich Donald Pleasence ins Auge. Pleasence, der zuvor in Carpenters HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS die Figur Dr. Sam Loomis spielte und in DIE KLAPPERSCHLANGE den Präsidenten, mimt in DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT einen Priester, der als einer der ersten die bedrohlichen Veränderungen in unserer Welt wahrnimmt. Und wie immer spielt Donald Pleasence seine Rolle mit Bravour. Des Weiteren finden sich im Cast Victor Wong und Dennis Dunn wieder, die bereits in BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA zu sehen waren, sowie Peter Jason, der hier zum ersten mal mit Carpenter zusammenarbeitete und in sechs weiteren seiner Filme mitwirkte. Ein weiterer Name, der aus der Menge hervorsticht, dürfte wohl Schock-Rocker Legende Alice Cooper sein. Shep Gorden, ausführender Produzent von DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT, war zum damaligen Zeitpunkt Alice Coopers Manager. So kam es, dass Cooper letztendlich nicht nur eine kleine Rolle im Film bekam, sondern dass er auch einen Titelsong zum Streifen aufnahm, der im fertigen Film jedoch nur kurz zu hören ist. Dieser Song mit dem Titel „Prince of Darkness“ erschien im selben Jahr auf Alice Coopers Album „Raise Your Fist And Yell“. Auch wenn Cooper nur eine kleinere Rolle im Film spielte, zum damaligen Zeitpunkt war er eine solche Größe im Musikgeschäft, dass selbst in der Teenie-Zeitschrift Bravo über den Streifen berichtet wurde. Der restliche Cast besteht aus eher unbekannten Schauspielern die ihre Rollen ausreichend gut verkörpern. Leider bleiben einige Charaktere auch recht blass, da sie zu wenig Screentime bekommen und man nichts Genaues über sie erfährt. Dies stört aber nicht zu sehr, da der Film durch viele andere Aspekte zu überzeugen weiß.
 
Was aus DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT geworden ist, ist ein Horror-Kammerspiel, welches deutlich die Handschrift Carpenters trägt. Dem Film wurde zur damaligen Zeit nicht sonderlich viel Beachtung geschenkt, doch einige Kritiker, die sich tatsächlich mit dem Werk beschäftigten, sahen in ihm eine Rückbesinnung Carpenters an seine alten Erfolge. So finden sich zahlreiche Motive, die Filme wie ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT (1976) oder THE FOG – NEBEL DES GRAUENS (1980) zu so großartigen Streifen machten, auch in DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT wieder. Beispielsweise ähneln sich die Vorspänne von DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT und THE FOG sehr. In beiden werden Minuten lang fragmentarisch verschiedene und scheinbar unabhängig voneinander stattfindende Ereignisse, Situationen und Personen gezeigt, welche als erste Zeichen einer nahenden Bedrohung zu deuten sind, bzw. im weiteren Verlauf des Film zueinander finden. Eine weitere Parallele findet sich in Bezug auf Carpenters Frühwerk ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT wieder. Beide Filme handeln von Personen, die an einem bestimmten Ort eingeschlossen sind und sich gegen eine von außen kommende Bedrohung zur Wehr setzten müssen. Ein Konzept, bei dem sich Carpenter von Howard Hawks RIO BRAVO (1959) inspirieren ließ, und das er teilweise auch bei GHOSTS OF MARS (2001) anwendete.
 
John Carpenter ist oft dann am besten, wenn die Budgets klein sind, und er selbst Hand anlegen, also in seine eigene Trickkiste greifen muss. Eine bedächtige Erzählweise, ruhige Kamera und das typische Feeling eines handgemachten Filmes von Carpenter, dass macht auch DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT aus. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Filmen BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA und der Sci-Fi Lovestory STARMAN (1984), ist DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT wieder ein kleinerer, düsterer und ernster Film, der trotz seines übernatürlichen Aspektes ein Film über rationale Angst und dem rationalen Bösen ist. Carpenters legt in seinem Film viel Wert darauf, dass alle übernatürlichen/religiösen Aspekte sehr sachlich dargelegt werden. So auch sein böser Anti-Gott und die Bösartigkeit im Menschen. DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT stellt auf gekonnte Art und Weise Religion, Aberglaube und Wissenschaft auf den Kopf und hat visuell einige unheimliche Bilder parat, wie die mysteriöse Mondsichel genau über der Sonne oder jede Menge krabbelnde und schleimige Insekten. All dies ist unterlegt von einem typischen John Carpenter Soundtrack, bestehend aus düsteren, monotonen Synthesizer Klängen, welche besonders dann sehr eindrucksvoll sind, wenn sie mehrere Minuten am Stück unter längeren Sequenzen und Szenenabfolgen spielen. Carpenter schafft es dadurch eine tolle Atmosphäre aufzubauen, ein Talent des Regisseurs.
 
Nach über 20 Jahren hat DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT nun die Anerkennung gefunden die er verdient hat. Schnaubten damals noch die Kritiker und verteufelten John Carpenter. Einige warfen ihm sogar die „Ausbeutung von Ängsten“ vor. Zum 25-jährigen Jubiläum wurden der Film und sein Regisseur dann letztendlich im vergangenen Jahr auf dem Los Angeles Screamfest Horrorfilm Festival geehrt. Ein Anlass, der auch John Carpenter noch einmal einen Blick in die Vergangenheit werfen ließ.
 
 
 
“I know I’m old. I understand that part, it’s not a mystery to me. What can I do about it? I’m an old guy now, I’ve embraced it. It makes me look back. I’ve had a long career in this business and it’s been just forever, it seems like.”
 

(John Carpenter im Interview mit der L.A. Times)


 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Mit DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT lieferte John Carpenter einen interessanten Horrorfilm ab, der trotz kleinerer Schwächen was seine Charaktere angeht genug Spannung und Atmosphäre aufbauen kann, um den Zuschauer durchgehend zu fesseln. Besonders Fans von Carpenter und 80er-Jahre-Horrorfilmen werden von „Prince of Darkness“ nicht enttäuscht sein.
 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Zensur

 
 
 
Aufgrund einiger härterer Einlagen war der Film bei seiner Erstveröffentlichung in den deutschen Kinos 1988 ungeschnitten ab 18 Jahren freigegeben. So gut wie alle folgenden Veröffentlichungen auf VHS enthielten jedoch eine geschnittene Fassung des Filmes. Auch im Fernsehen lief DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT stets nur in einer zensierten FSK16-Fassung. Erst Anfang der 2000er veröffentlichte Kinowelt den Streifen in seiner ungeschnittenen Fassung auf DVD, jedoch war diese nicht FSK geprüft und somit nicht im freien Handel erhältlich. Im Jahr 2013 wurde DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT vom Index gestrichen und neu geprüft. Der Film ist nun ungeschnitten frei ab 16 Jahren. Die erhältliche Blu-ray hat den blauen FSK16 Sticker erhalten.
 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Prince of Darkness; USA 1987

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 – nicht mehr indiziert (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Erstauflage: Amaray im Schuber (limitierte O-Card), Zweitauflage: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar von Regisseur John Carpenter, Trailer

 
 
 

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DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Grüne Blut der Dämonen (1967)

Die Mächte des Wahnsinns (1984)

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