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Filmreview: „We Are What We Are“ (2013)

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WE ARE WHAT WE ARE

Story

 
 
 
Familienoberhaupt Frank (Bill Sage) und seine drei Kinder leben abgeschottet in einem Haus weit auf dem Land. Als die Mutter stirbt, droht ihr Geheimnis aufzufliegen, denn was niemand der Nachbarn ahnt: man gehört zu einer Sippe Kannibalen, die nach einem strengen Ritus lebt, der schon seit der Siedlerzeit in der Familie weitergegeben wird …
 
 
 


 
 
 

WE ARE WHAT WE ARE – Kritik

 
 
 
Die Wege der amerikanischen Traumfabrik sind oftmals unergründlich, vor allem dann wenn Filme neu verfilmt werden, die erst jüngst das Licht des Zelluloids erblickt haben. So erging es auch der 2010 erschienenen mexikanisches Horror-Groteske WIR SIND WAS WIR SIND (OT: SOMOS LO QUE HAY), in der Regisseur JORGE MICHEL GRAU von einer Familie im sozialen Brennpunkt Mexikos erzählt, die sich mit Menschenfleisch die Mägen füllen muss, um über die Runden zu kommen. Doch Hollywood wäre nicht Hollywood, würde man nicht versuchen, jeden halbwegs gescheiten Erfolgsstoff aus dem Ausland bis auf den letzten Tropfen zu melken, schließlich füllen die kreativen Ideen anderer die Konten der Studiobosse einfacher als so eine eigene raffiniert zusammengesponnene Schöpfung. Weshalb es jedoch der eher unbekannte und vorwiegend subtil geschilderte WIR SIND WAS WIR SIND sein musste, wird wohl nie in Erfahrung gebracht werden können, gibt es doch im Ausland unendlich viele Horrorfilme, deren Neuverfilmung weitaus interessanter gewesen wäre, als die ohnehin durchwachsene Vorlage des Mexikaners. Viel geändert hat sich dagegen im Remake nicht, außer das mit Regisseur JIM MICKLE ein Mann seines Fachs am Steuer sitzt. Der hat 2006 in MULBERRY STREET Menschenfleisch fressende Ratten auf die Horrorgemeinde losgelassen und danach schon etwas Erfahrung mit Blut gierenden Genossen in VAMPIRE NATION (2010) sammeln können. Um das Grundnahrungsmittel Mensch geht es auch in seinem neusten Streifen, wobei er sich im Remake mit einer zurückgezogenen Kannibalensippschaft beschäftigt, die sich aufgrund einer Jahrhunderte alten Tradition von Menschenfleisch ernähren muss und dabei alles andere als einen gesunden Eindruck hinterlässt. Damit sich der (amerikanische) Kinogänger nicht allzu sehr mit scharfer Gesellschaftskritik auseinandersetzen muss, wurde der kritische Unterton des Originals kurzum vom Tisch gefegt und die Geschehnisse von den Brennpunkten der Stadt hinaus aufs Land verlagert, wo am Rande einer amerikanischen Kleinstadt ein Vater mit seinen drei Kindern haust und Leute aus dem Ort wegfängt, damit die Familie nicht am Hungertod verenden muss.
 
Taktisch klug ist sein Vorhaben (und das der Drehbuchautoren) natürlich nicht, verliert sich die Geschichte doch in diversen Ungereimtheiten. Während sich die Familie im mexikanischen Original aufgrund des anonymisierten und hektischen Treibens der Großstadt noch in Sicherheit wähnen konnte, dürfte klar sein, dass das rätselhafte Massenverschwinden in MICKLES Neuverfilmung die Aufmerksamkeit der Einheimischen auf sich ziehen dürfte; schließlich kennt in so einem kleinen Städtchen jeder Jeden. Als dann jedoch noch ein Sturm aufzieht, scheint das düstere Geheimnis der Familie Parker endgültig aufzufliegen. Mutter Emma (KASSIE DEPAIVA) erliegt nach einem Unfall ihren Verletzungen und das geordnete Leben der kleinen Familie gerät vollkommen aus den Fugen. Seit Generationen ist es die Aufgabe der ältesten Frau in der Familie, das menschliche Schlachtgut zu zerlegen und aufzubereiten. Nun, da Mutter Parker nicht mehr unter den Lebenden weilt, ist es an der Zeit, dass die älteste Tochter Iris (AMBYR CHILDERS) ihren Pflichten nachkommt. Ihr erstes Opfer wird nach langem Zögern zur Strecke gebracht und auf dem Küchentisch serviert. Vater Frank (BILL SAGE) ist stolz auf seine Große, macht aber im Garten eine erschreckende Entdeckung: der anhaltende Regen hat den Boden aufgeschwemmt, die abgenagten Knochen der Opfer freigelegt und in den Fluss gespült. Eines der Fundstücke gerät Doc Barrow (MICHAEL PARKS) in die Hände. Dessen Tochter gilt seit Jahren als vermisst, so dass er eigene Ermittlungen anstellt und bald auf die Spur der Kannibalensippe kommt.
 
Was denn nun – Horror oder Drama? Ganz so schlüssig ist sich Regisseur JIM MICKLE mit seiner Entscheidung nämlich nicht. Die äußerst ruhig und dramenlastig inszenierte Geschichte schwankt zwischen depressivem Familiendrama und ungemütlichen Gemetzel und will sich nie wirklich entscheiden, welches Publikum eigentlich mit WE ARE WHAT WE ARE angesprochen werden soll. Für Horrorfans ist das zähe Treiben schlichtweg zu ermüdend und lasch; Dramen- und Arthauszuschauer dürften sich am Ende von den etwas zu voyeuristisch und überzogen bebilderten Fressszenen angewidert fühlen. Immerhin ist MICKLE bestrebt, sein Werk künstlerisch anspruchsvoll aussehen zu lassen. Anfänglich gelingt ihm das auch gut. Die unbequeme, fast schon kränkliche Atmosphäre und das trost- und farblose Setting untermalen gekonnt die Richtung, die WE ARE WHAT YOU ARE in den nächsten knapp 100 Minuten einschlagen wird. Gesprochen wird nicht viel; die verhärmt dreinschauenden Gesichter der kindlichen Protagonisten sprechen dagegen Bände und verdeutlichen, dass die Töchter Iris und Rose (JULIA GARNER) einzig aus Liebe dem Vater zugegen versuchen die Tradition fortzuführen, obwohl sie eigentlich lieber das tun würden, was andere in ihrem Alter tun: ein ganz normales Leben führen. Leider gehen viele der guten Ansätze im nicht vorhandenen Spannungsbogen verloren. Die Geschehnisse kriechen förmlich über die Mattscheibe und driften spätestens ab Filmmitte in die obligatorischen Vorhersehbarkeiten des Horrorkinos ab. Die Erklärungen des Familienrituals werden in überflüssigen Rückblenden geschildert, was mehr Fragen aufwirft, als klärende Antworten zu liefern. Hier hielt sich zumindest das 2010er Original dezent zurück, was einmal mehr verdeutlicht, dass im Falle von WE ARE WHAT WE ARE die Vorlage bei Weitem besser ist, als dieser glattgebügelte, amerikanische Reboot. Umso enttäuschender, dass die hervorragenden schauspielerischen Leistungen von AMBYR CHILDERS (GANGSTERS SQUAD) und JULIA GARNER (DER LETZTE EXORISMUS 2) für dieses etwas unnahbare und überflüssige Machwerk verschwendet wurden. Für das Remake zu WIR SIND WAS WIR SIND gilt daher einmal mehr: lieber zum Original greifen, denn nur Original ist legal!
 
 
 


 
 
 

WE ARE WHAT WE ARE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Finsteres Horrordrama mit unheilvoller Ausstattung und sehr guten schauspielerischen Leistungen. Leider fehlt diesem Neuaufguss der richtige Biss, um überhaupt in die Puschen zu kommen. Das Treiben ist zäh wie altes Schuhleder und stolpert spätestens ab Filmmitte über die typischen Ungereimtheiten und Vorhersehbarkeiten des gängigen Horrorkinos. Bei diesem Remake zu WIR SIND WAS WIR SIND darf man sich einmal mehr die Frage nach dem „Warum“ stellen, denn überflüssig ist dieser Reboot allemal!
 
 
 


 
 
 

WE ARE WHAT WE ARE – Zensur

 
 
 
Das Remake zu WIR SIND WAS WIR SIND verhält sich in Sachen Gewalt eher sehr züchtig. Hier hat es der Horrorfilmfreund mit einem eher ruhig erzählten Drama zu tun, so dass sich die obligatorischen Schauwerte eher in Grenzen halten. Bis auf eine kurze Kannibalen-Fressszene am Ende gibt es für den Splatterfan im Remake nix zu sehen, was ür ihn von Interesse wäre. WE ARE WHAT WE ARE ist mit FSK16-Freigabe ungeschnitten im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

WE ARE WHAT WE ARE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
We-are-what-we-are-Blu-ray

(c) Koch Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: We are what we are; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: BD-Steelbook, BD-Special-Edition (Amaray im Schuber) mit dem Originalfilm: WIR SIND WAS WIR SIND

Extras: Trailer zum Film, diverse Features (12 Minuten)

Release-Termin: 24.01.2014

 
 
 

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We are what we are (2-Disc Edition) [Blu-ray] [Special Edition mit dem Original: WIR SIND WAS WIR SIND] auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

WE ARE WHAT WE ARE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

Butcher Boys (2012)

Wir sind was wir sind (2010)

Ravenous – Friss oder stirb (1999)

Cannibal (2006)

Überleben (1993)

Hannibal (2001)

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