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Filmreview: „I am ZoZo“ (2012)

I-Am-Zozo-2012
 
 
 

I AM ZOZO

Story

 
 
 
Einige Freunde werden bei einer Hexenbrett-Sitzung von einem bösartigen Geist heimgesucht, dem es gelingt sich einen Weg in die Welt der Lebenden zu bahnen …
 
 
 


 
 
 

I AM ZOZO – Kritik

 
 
 
Es ist Halloween und einige Freunde wollen das Gruselfest zusammen in einer Hütte irgendwo draußen im Wald feiern. Leider stimmt was mit der Stromversorgung nicht, so dass man sich die Zeit mit altbackenen Spielchen vertreiben muss. Gut, dass Mel (COURTNEY FOXWORTHY) ein Hexenbrett dabei hat, mit dem man Kontakt zu den Toten aufnehmen kann. Der wird auch gleich hergestellt und lässt allerhand gesprächige Geister zu Wort kommen. Während Mel das Vergnügen hat, per Quija-Brett mit ihrem verstorbenen Cousin zu quasseln, warnt ein toter Achtjähriger die Bande vor drohendem Unheil. Wie es im Horrorfilm oft üblich ist, werden die Warnungen natürlich grundsätzlich nicht ernst genommen, so dass die Kids für ihre Unachtsamkeit selbstverständlich bestraft werden. Es dauert nämlich nicht lang, bis sich ein äußerst aggressiver Geist zu Wort meldet. Der schimpft sich ZOZO und beginnt den Kids bald einen gehörigen Schrecken einzujagen.
 
Erneut ist es an der Zeit, längst vergessene Horrorstoffe aus der Mottenkiste zu kramen. Nach all den paranormalen Geschehnissen, die in der Vergangenheit über die internationalen Filmleinwände geflimmert sind, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch wieder die mysteriösen Hexenbretter aus der Versenkung geholt werden sollten. Die waren bereits in den 80ern populär und haben Filme wie WITCHBOARD – DIE HEXENFALLE (1986) und DON’T PANIC (1987) zu bescheidenem Erfolg verholfen. Nun sind sie wieder zurück und versuchen den zartbesaiteten Zuschauer eine Heidenangst einzujagen. Nun ja, ob das mit I AM ZOZO gelingen wird sei mal dahingestellt, denn schlaflose Nächte wird dieser Grusler mit Sicherheit nicht bescheren. Der Dokumentarfilmer SCOTT DI LALLA steckt hinter diesem Schabernack, der mit der Ouija-Problematik einen kommenden Trend aufgefasst hat. Sein Horrorfilm dürfte mit Sicherheit demnächst eine ganze Flut ähnlicher Filme nach sich ziehen, denn bereits mit THE OUIJA EXPERIMENT kam im aktuellen Filmjahr ein ähnliches Machwerk in die weltweiten Heimkinos.
 
Das Besondere an I AM ZOZO ist, dass der komplette Streifen auf Super 8 gedreht wurde. Das ist etwas ungewöhnlich, hat doch das Schmalfilm-Filmformat seine besten Zeiten in den 70ern erlebt und wurde Anfang der 80er nahezu komplett durch die aufkommende Videotechnik abgelöst. DI LALLA suchte für seinen Gruselfilm den passenden Look, schließlich sollte sein Erstling mit möglichst unheimlicher Optik glänzen. Hierbei lies er sich von der Gruppe THE NATIONAL inspirieren, die für ihr FAKE EMPIRE Musikvideo digitalisiertes Super 8 verwendeten. DI LALLA war vom Resultat derart begeistert, dass er keine Mühen scheute und sich mühevoll die gleiche Technik besorgte. Und in der Tat, die Optik von I AM ZOZO wirkt zwar für heutige Verhältnisse ungewohnt altmodisch, ist dafür jedoch stimmig und charmant. Die ungeschliffenen Bilder erinnern nicht selten an unbeholfene Versuche emsiger Angehöriger, die eigenen Familienfeierlichkeiten auf Zelluloid zu bannen. Jener leicht amateurhafte Einschlag ist im Fall von I AM ZOZO aber nicht als negativ zu werten, denn die grobkörnigen und schlecht ausgeleuchteten Bilder bescheren dem Streifen einen authentischen und ganz individuellen Look.
 
Für I AM ZOZO kamen erneut all die bekannten Marketing-Instrumente zum Einsatz, die schon berüchtigte Werke wie HAUS DER DÄMONEN (2009) und DER EXORZISMUS VON EMILY ROSE (2005) zum Welterfolg verholfen haben. Die Geschichte von I AM ZOZO ist nämlich mal wieder absolut wahr und basiert auf tatsächlichen Gegebenheiten, die sich wirklich haargenau so zugetragen haben sollen, wie sie der Film beschreibt. Angesichts der Tatsache, dass fast jeder zweite Horror-Schaffende von seinem Gruselfilmchen behauptet, sein Werk würde einen realen Background besitzen, sollte man sich als Zuschauer von derart Amenmärchen nicht so naiv hinter das Licht führen lassen, schließlich lässt sich Pseudo-Reality (BLAIR WITCH PROJECT) besser vermarkten, als manch fiktiver Gruselstoff. Leider zaubert so ein wenig geflunkerte Realität aus einem schlechten Film kein Meisterwerk, denn I AM ZOZO hat mit einer nahezu permanenten Ereignislosigkeit zu kämpfen. Die Protagonisten reisen an, schnitzen einen Kürbiskopf, staunen über “spektakuläre” Kartentricks und kreisen mit einem Holzzeiger über ein modriges Hexenbrett. Mehr passiert in diesem Geistersüppchen leider nicht, was angesichts der unverbrauchten Thematik und der wirklich sehr angenehmen Schaueroptik schon etwas sehr bedauerlich ist. Immerhin verschafft sich ZOZO am Ende Zutritt in die Welt der Menschen und versucht etwas Chaos anzurichten. Wer hier spektakuläre Effektschlachten erwartet, dürfte recht schnell enttäuscht werden. Wir haben es hier mit einem Indie zu tun, der aus nahezu null Budget entstanden ist. Demzufolge sind auch die Spukmomente eher subtiler Natur und werden zurückhaltend eingesetzt. Da verschwinden Zauberkarten sprichwörtlich durch Geisterhand und ein rettendes Asthma-Spray ist plötzlich ohne Inhalt. Die anfangs mühsam gewerkelte Kürbisfratze erhält ein neues, sehr “spezielles” Aussehen und eine Protagonistin erliegt am Ende den Folgen eines Geisterangriffs. Immerhin verhalten sich die Kids in I AM ZOZO durchweg umgänglich und entpuppen sich nicht als dumme Stereotypen des modernen Horrorfilms. Hier bekommen wir bodenständige und natürliche Charaktere zu Gesicht, die zur Abwechslung mal nicht penetrant nerven, so dass es dem Zuschauer leicht fallen dürfte sich mit den netten Jungs und Mädels zu identifizieren. Umso ernüchternder die Tatsache, dass man aus der geradlinigen Geistergeschichte nicht mehr herausgekitzelt hat. Hier wäre ein tobendes Finale angebracht gewesen, dass I AM ZOZO aus seiner Lethargie gerissen hätte. Leider wurde das vermutlich aus dem Drehbuch gestrichen, weil einfach kaum Budget zur Verfügung gestanden hat. So bleibt I AM ZOZO ein Geisterfilm mit guten Ansätzen und schauderhafter Oldschool-Optik, der aber aufgrund der eher unspektakulären Geschichte und der ziemlich ruhigen Inszenierung nur wenig Aufmerksamkeit unter Horrorfreunden erhaschen dürfte.
 
 
 


 
 
 

I AM ZOZO – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
I AM ZOZO ist ein charmanter Gruseltrip der alten Schule, der jedoch ausschließlich Neulingen im Genre wohliges Schauern garantiert dürfte. Leider schöpft der Streifen nicht einmal annähernd sein Potenzial aus und kränkelt viel zu oft an seiner ereignislosen Inszenierung. In Zeiten pompös ausgestatteter und gruseliger CGI-Schlachten verängstigt so ein seichter Ouija-Board-Talk längst keinen Horrorfilmfan mehr. Deshalb sei die Sichtung nur denjenigen geraten, die ein Faible für altbackene und ungeschliffene No-Budget-Horrorstreifen besitzen, weil sie sich am durchgestylten und modernen Mainstream-Kino sattgesehen haben.
 
 
 


 
 
 

I AM ZOZO – Zensur

 
 
 
Bis auf das eine Protagonistin in I AM ZOZO am Ende aufgrund eines Asthmaanfalls erstickt, passiert in diesem Streifen nix grausames. Demnach ist hier vermutlich eine FSK12 drin.
 
 
 


 
 
 

I AM ZOZO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Ouija Experiment (2011)
 
Witchboard – Die Hexenfalle (1986)
 
Don’t Panic (1987)

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