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Filmreview: „Discopath“ (2013)

Discopath-2013
 
 
 

DISCOPATH

Story

 
 
 
New York City im Jahre 1976. Immer dann, wenn Teenager Duane Lewis (Jeremie Earp-Lavergne) Disco hört, wird er zum Tier. Dann hat er sich nicht mehr unter Kontrolle und bringt Frauen bestialisch um die Ecke. Bald wittert die Polizei die Spur des unberechenbaren Killers, der nach Montreal flieht, um dort seine kleine Leidenschaft ungestört ausleben zu können …
 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Kritik

 
 
 
Schon einmal einen Film über einen Killer gesehen, der auf Disco-Gedudel steht und seine Opfer auf der Tanzfläche ins Jenseits befördert, ohne dass es jemand bemerkt? Von der filmischen Umsetzung einer derart makabren Szenerie hatte Nachwuchstalent RENAUD GAUTHIER schon immer geträumt, so dass er flink an einem Drehbuch zu einem Horrorfilm pinselte und das Projekt mit dem trashigen Namen DISCOPATH auf der französische Crowdfunding-Website TOUSCOPROD bewarb, wo es von anderen Filmbegeisterten mitfinanziert werden konnte. Das Geld schien bei Nutzern des Portals recht locker gesessen zu haben, so dass die knapp 200 000 Dollar Produktionskosten überraschend schnell zusammenkamen und sich GAUTHIER nach einer eigenen Web-Serie, Kurzfilmen und Musikvideos endlich den Traum vom ersten Langfilm erfüllen konnte. Retro geht es in DISCOPATH zu, denn der Film spielt nicht nur in den 70ern, er verbeugt sich auch ehrfürchtig vor den Horrorstreifen jener Zeit. Die Liebeserklärung richtet sich an die deftigen italienischen Giallo-Filme der späten 70er und das austauschbare Slasher-Kino der frühen 80er, als Horror-Streifen wie Argentos TENEBRE, Fulcis NEW YORK RIPPER und Lustigs MANIAC den Jugendschutzbeauftragten der FSK schlaflose Nächte bereitet haben.
 
Macher RENAUD GAUTHIER erzählt in DISCOPATH eine Geschichte, die so bescheuert ist, dass sich das schon wieder zum Kult deklarieren lässt, was sich da auf der Kinoleinwand abspielt. Hier geht es um den Teenager Duane Lewis (JEREMIE EARP-LAVERGNE), der als Kind miterleben musste, wie der Vater beim Musizieren an einem Stromschlag qualvoll verendet ist. Der Junge ist seitdem schwer traumatisiert und permanent dem Wahnsinn nahe, wenn Disco-Musik aus den Lautsprechern der Radios schallt. Bald hat Duane sich selbst nicht mehr unter Kontrolle und ermordet ein adrettes Mädchen, das ihn eigentlich nur zum Tanz in einen lokalen Club einladen wollte. Weil die Polizei recht zügig die Ermittlungen aufnimmt, flüchtet der Nachwuchskiller von New York City nach Montreal und findet dort eine Anstellung in einem Mädcheninternat, wo er getarnt als taubstummer Hausmeister Reparaturarbeiten erledigt. Doch auch in den 80ern scheint Disco nach wie vor zum Tanzen zu animieren, so dass Duance bald wieder in altes Schema verfällt und wahllos Frauen zu meucheln beginnt, sobald Disco-Klänge ertönen. Schnell mehren sich auch in Montreal die Mordfälle und die Polizei kommt dem introvertierten Psychopathen auf die Schliche. Doch der ist den Beamten stets einen Schritt voraus und scheint allmählich Freude an seinem neuen Hobby zu finden.
 
GAUTHIERS Erstling sollte man mit einem Augenzwinkern genießen. In einem Interview verriet der Regie-Neuling, dass der teils ironische Unterton von DISCOPATH anfänglich gar nicht so gewollt gewesen ist. DISCOPATH sollte eigentlich ein furchteinflößender und ernster Film werden. Die oftmals unfreiwillige Komik wurde jedoch erst am Schnittpult erkannt und in der Nachbearbeitung hervorgehoben, steht DISCOPATH aber dennoch ganz gut. Wenn Killer Duane nämlich Frauenköpfe auf Plattentellern spießt und rotieren lässt und wenn eine wilde Verfolgungsjagd vom Kiss-Hit I WAS MADE FOR LOVIN’ YOU begleitet wird, wirkt das so überzogen, dass man meinen könnte gerade eine Persiflage auf das schlitzfreudige 70/80er Horrorkino zu sehen. Schlecht ist das freilich nicht und macht vor allem deshalb Laune, weil GAUTHIER ein talentiertes Händchen für Trash auf hohem Niveau besitzt. Die vielen Gore-Effekte sind abwechslungsreich und werden vollkommen übertrieben zelebriert (da wird Vinyl in Frauenkörper gespießt); die technische Komponente überzeugt durch hervorragende Kameraarbeit und einige Farbspielereien, die man auch schon in Argentos früheren Werken zu sehen bekam, machen sogar Giallo-Fans glücklich. Die eigentliche Quintessenz des Films ist jedoch der Sound, der hier von BRUCE CAMERON mit viel Liebe zum Detail komponiert wurde und an all die großen Tanz-Hits jener Dekade erinnert. Neben neu geschriebenen Stücken wurden auch bekannte Melodien der Disco-Ära (wie KC AND THE SUNSHINE BAND – I’M YOUR BOOGIE MAN) für DISCOPATH wiederverwurstet, die vermutlich bei einigen Horrorfans älteren Semesters Erinnerungen an die eigene Jugend wecken dürften. Leider bleibt bei soviel Liebe zum Retro und übertriebenem Blutgematsche wie so oft inhaltlich einiges auf der Strecke. Eine Charakterisierung der Protagonisten gibt es nämlich nicht und die psychologische Erklärung für Duanes traumatische Reaktion ist mit das schwachsinnigste was der Filmfan bisher im Kino zu sehen bekommen hat. Das weibliche Kanonenfutter stolpert mal wieder vollkommen unbedacht durchs Bild, um in der nächsten Szene irgendwie um die Ecke gebracht zu werden und stümperhaftes Overacting gehört in DISCOPATH zur Tagesordnung. Die genannte Fehlschläge kann man GAUTHIER jedoch nicht verübeln, waren Overacting, mangelnde Charakterisierung und sinnbefreites Morden in den unzähligen Slasher-Gurken der 70er und 80er ohnehin gang und gäbe und haben das Slasher-Genre zu dem gemacht, was es heute ist: Gruselunterhaltung, auf die der Horrorfan nicht mehr verzichten möchte.
 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
SATURDAY NIGHT FEVER war gestern, jetzt kommt der SATURDAY NIGHT KILLER. Weil dem Regie-Neuling RENAUD GAUTHIER als Kind so einige Disco-Klänge Gänsehaut bereitet haben, verarbeitet er jetzt mit DISCOPATH Kindheitserlebnisse. Antiheld und Killer Duane Lewis hat ähnliches erlebt und meuchelt sich ganz ungeniert und kreativ durch weibliches Fleisch. Gematscht wird reichlich und das nicht immer bierernst, denn DISCOPATH erheitert immer mal wieder mit subtiler Komik, die eigentlich von Macher RENAUD GAUTHIER anfangs gar nicht so gewollt gewesen ist. Der Streifen schöpft Unterhaltungswert aus der trashigen Art, wie er sich vor italienischen Giallo-Filmen und den trivialen Slasher-Schockern der 70er und 80er verbeugt. Da werden Morde blutig und überzogen zelebriert und das weibliche Kanonenfutter spielt auch gern mal mit den Reizen, bevor es in der nächsten Szene den Tod findet. Für Indie-Horror schaut GAUTHIERS Erstwerk einfach nur fantastisch aus und der nostalgische Disco-Soundtrack überzeugt durch Liebe zum Detail. Das FILMCHECKER-Team war angetan, denn DISCOPATH ist charmanter Retro-Trash bei dem Giallo- und Slasherfans ganz warm ums Herz werden dürfte.
 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Zensur

 
 
 
In DISCOPATH werden Frauen enthauptet, Köpfe auf Plattenteller gespießt und Körperteile mit Schallplatten verschönert. Außerdem wird ein Sprung von einem Hochhaus inklusive Resultat gezeigt, sowie diverse Einstichwunden und Starkstromschläge. Das hat in Deutschland für eine KJ-Freigabe ausgereicht. Der Streifen ist hierzulande ungeschnitten erscheinen.
 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
discopath-blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Discopathe; Kanada 2013

Genre: Horror, Drama, Krimi, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 31.10.2014

 

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DISCOPATH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Maniac (1980)
 
Henry: Portrait of a Serial Killer (1986)
 
Der New York Ripper (1982)

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