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Filmreview: „The Poisoning“ (2013)

the-poisoning-2013-Matt Mercer
 
 
 

THE POISONING

Story

 
 
 
Drei Freunde suchen in Hollywood das große Glück. Leider macht ihnen ein irrer Tramper einen Strich durch die Rechnung, so dass die geschmiedeten Karrierepläne erst einmal warten müssen …
 
 
 


 
 
 

THE POISONING – Kritik

 
 
 
Bei FILMCHECKER tauchen sie immer wieder auf: Kleine und unabhängige Filme, die ganz selbstbewusst gegen den Strom austauschbarer Machwerke der Majors rudern und trotz beschränkt finanzieller Mittel oft besser sind als millionenschwere Hollywood-Produktionen. Gleiches gilt übrigens auch für THE POISONING – ein waschechter Indie, der durch unkonventionelle Machart und gutem Drehbuch glänzt. Wie wichtig Letzteres für einen Film ist, erkannte bereits Kult-Legende ALFRED HITCHCOCK, der noch zu Lebzeiten erklärte, dass man nur drei Dinge für einen guten Streifen benötigen würde: Erstens ein gutes Drehbuch, zweitens ein gutes Drehbuch und drittens ein gutes Drehbuch. Jene weißen Worte dürfte vermutlich auch Regisseur ZACHARY EGLINTON beherzigt haben, der mit THE POISONING seinen ersten Langfilm gemacht hat. Erste Erfahrungen im Drehen von Horrorfilmen konnte EGLINTON bereits während der Arbeiten am Slasher MADISON COUNTY sammeln, wo er noch als Assistent hinter der Kamera stand. Das Assistieren allein schien ihm aber nicht ausgereicht zu haben, so dass er an einem eigenen Drehbuch schrieb, es verfilmte und auch gleich produzierte. Entstanden ist mit THE POISINING ein interessantes Road Movie, das sich zwar bei Horror-Hits wie WOLF CREEK und THE HITCHER bedient aber nicht darauf aus ist, deren Erfolgkonzept erfolgsorientiert und uninspiriert zu kopieren. Stattdessen geht Macher ZACHARY EGLINTON eigene Wege, lässt den Gewalt- und Blutzoll außer Acht und investiert viel Zeit in die Charakterisierung seiner Helden und der Analyse ihrer zwischenmenschlichen Konflikte.
 
Die machen sich auf nach Los Angeles, um dort dem Traum von einer Karriere im Filmbusiness ein Stück näher kommen zu können. Leider vermasselt Kumpel Chaps (BRANDON WALZ, der übrigens auch mit am Drehbuch pinselte und als Produzent fungierte) den besten Freunden Matt (MATT MERCER aus CONTRACTED) und Riley die lange Reise nach Hollywood, denn der Dauer-Looser zieht das Unheil an wie Licht die Motten. Nicht nur, dass er permanent in Fettnäpfchen tritt und jeden mit seinen gehaltlosen Reden zur Weißglut bringt; er führt sogar die Freunde unbeabsichtigt in den Tod. Der Sensenmann erscheint diesmal in Form eines bärtigen Anhalters, der den Reisenden auf Schritt und Tritt folgt und dem es gelingt das Vertrauen des beeinflussbaren Chaps zu gewinnen. Der nimmt den unheimlichen Fremden mit auf die Tour durch die staubige Einöde Amerikas und ahnt selbstverständlich nicht, dass er hier das Böse persönlich durch die Gegend chauffiert.
 
THE POISONING (zu Deutsch: DIE VERGIFTUNG) ist kein typischer Slasher über einen irren Tramper, der Freude daran hat, seine Opfer zu quälen. Vielmehr konzentriert sich die Handlung auf drei Endzwanziger, die im Verlauf ihrer Reise erkennen, dass man partout nicht mehr auf gleicher Welle reitet. Charakter Chaps spielt hierbei eine tragende Rolle, der mit seinen pubertären Extravaganten irgendwie nicht verstehen will, dass er anderen damit auf den Zünder geht. Streit ist da bereits vorprogrammiert. Leider erfährt der eigentlich bis dahin gute Film nach etwa einer Stunde eine etwas gewöhnungsbedürftige Wendung. Denn plötzlich purzelt ganz unverhofft ein seltsamer Anhalter in die Handlung, der es gar nicht so erfreulich findet, dass die Kumpels ihn mitten auf der Landstraße stehen gelassen haben. Wie es in solchen Filmen nun mal üblich ist, hat der ominöse Alte nichts Gutes im Sinn. Er schließt sich den Freunden an, es kommt zu einem unbequemen Lagerfeuerplausch und am nächsten Morgen gibt es Tote zu beklagen. Übertrieben Gewaltakte sucht der Horrorfan in THE POISONING vergebens, denn der gerissene Hitchhiker greift nicht selbst zum Mordwerkzeug. Er vergiftet das Trinkwasser mit Drogen und lässt die drei Reisenden allein mit ihrem Schicksal in der Wildnis zurück. Was folgt, scheint so etwas wie ein wachrüttelndes Plädoyer gegen den Konsum von Rauschmittel zu sein: Best Buddy Riley verliert im unfreiwilligen Rausch den Bezug zur Realität, greift zum Hackebeil und massakriert seine nichts ahnenden Freunde.
 
Keine Macht den Drogen – oder so ähnlich. Zumindest wird im Film mehrfach darauf hingewiesen, dass die Einnahme bewusstseinsverändernder Substanzen zu unerwarteten Folgen führen kann. So macht man bereits zu Beginn an einer Tankstelle Bekanntschaft mit zwei dunklen Gestalten, die den Kumpels wenig freundlich zu verstehen geben, dass in ihrer Gegenwart Drogen nicht geduldet werden. Umso zynischer die Tatsache, dass die Freunde im späteren Verlauf an einen irren Drogenjunkie geraten, der orientierungslos durchs Land trampt und Apotheken überfällt, damit er sich seinen täglichen Venencocktail selbst zusammenbrauen kann. Auch wenn die warnende Botschaft vor bösen Pillen am Ende im hektischen Blutrausch-Trubel etwas untergeht, gefällt THE POISONING deshalb, weil er sich in keine Schublade stecken lässt und sich rein gar nicht an den Konventionen des modernen Horrorkinos orientieren will. Regisseur ZACHARY EGLINTON wirft Road Movie, Thriller- und Horror-Elemente in einen Topf und bereichert den reichlich unvorhersehbaren Mix um etwas Anti-Drogen-Propaganda. Massentauglich ist der ungewöhnliche Sud garantiert nicht und das ist ehrlich gesagt auch gut so, schließlich werden hier Geschmäcker angesprochen, die sich am Horror-Einerlei der letzten Jahre bereits sattgesehen habe.
 
 
 


 
 
 

THE POISONING – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
THE POISONING ist ein Fest für Liebhaber unkonventioneller Indie-Schocker, der millionenschweren Blockbustern souverän den Mittelfinger zeigt. Mit wenig Kapital maximal unterhalten – das zumindest ist Regie-Neuling ZACHARY EGLINTON eindrucksvoll gelungen, der den Zuschauer mit auf eine Reise nimmt, die anders endet als erwartet. Auch wenn ein gemeingefährlicher Tramper irgendwann kurz vor Ende Schauer einjagen will, ist THE POISONING weder Slasher, Terror- noch Folterfilm. Macher EGLINTON zieht alle Register und versucht sich mit seinem eigenwilligen Drogenfilm vom ewig gleichen Horror-Sondermüll abzuheben. Sein Road Movie und Thriller-Mix ist recht clever geschrieben, überzeugt mit sympathischen Charakteren, die sogar auch noch was auf dem Kasten haben. Demnach sei die Sichtung von THE POISONING all jenen Fans düstere Thriller geraten, die händeringend nach neuen Film-Themen suchen, weil sie die ewig gleiche Horror-Schonkost nicht mehr ertragen können.
 
 
 


 
 
 

THE POISONING – Zensur

 
 
 
Am Ende geht in THE POISONING die Post ab. Ein Gesicht wird mit einem Stein zermatscht und ein kleines Holzbeil darf sich in Fleisch bohren. Grausam anzuschauen ist das nicht und dürfte für eine FSK16 reichen.
 
 
 


 
 
 

THE POISONING – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wolf Creek 2 (2013)
 
The Hitcher (1986)
 
The Hitcher – Reamake (2007)
 
Five Across the Eyes (2005)
 
In Fear (2013)
 

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