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Filmkritik: „The Possession of Michael King“ (2014)

The-Possession-of-Michael-King-2014
 
 
 

THE POSSESSION OF MICHAEL KING

Story

 
 
 
Die Dämonen, die er rief wird er nun nicht mehr los: Nach dem tragischen Tod seiner Frau Samantha lässt sich Titelheld Michael King (Shane Johnson) mit dem Okkulten ein und öffnet die Pforte zur Finsternis. Die Kamera soll alles in Bilder einfangen und protokolliert die Abwärtsspirale eines Mannes, der tatenlos mit ansehen muss, wie ein Dämon von ihm Besitz ergreift und all die in den Filmhimmel meuchelt, die dem Skeptiker gut und teuer gewesen sind …
 
 
 


 
 
 

THE POSSESSION OF MICHAEL KING – Kritik

 
 
 
Gute Filme braucht das Horror-Genre, schließlich muss man sehenswerte Horrorstreifen mittlerweile wie die Nadel im Heuhaufen suchen, weil Drehbuchautoren, Produzenten und Regisseuren partout nichts Neues einfallen will. Die Folge sind Genre-Streifen, die den ständigen gleichen Handlungsverläufen folgen und um Klischees und Stereotypen bereichert werden, die Horrorfilme allmählich kaum noch ertragbar gestalten, weil man sich an den ständig wiederholenden Grusel- und Splatter-Rezepturen sattgesehen hat. So wurden in den letzten Jahren unzählige Folterexperten, Serienkiller, Geisterjäger und Remake-Verbrechen in die Wohnzimmer gebracht, von denen sich aber nur wenige in die Herzen der Horrorfans schlitzen, bohren und erschrecken konnten. Viel Unbrauchbares war dabei, wobei sich vor allem kontroverses Found-Footage-Gewackel als überflüssige Spaßbremse herausstellte, weil es sich wie eine Plage durch die Filmlandschaft fraß und in Nullkommanichts alle Bereiche des Horrorfilms infizierte. Nach Kassen-Hits wie PARANORMAL ACTIVITY und BLAIR WITCH PROJECT wurde nahezu jede Kategorie von Horrorfilmen mit dem anfänglich euphorisch gefeierten Wackelstil ausgestattet. Gefühlt tausend Werke später, war die Kuh gemolken und niemand wollte mehr wackelige Filmaufnahmen sehen.
 
Auch wenn Horrorfilme mit dem Schüttel-Gimmick mittlerweile keinen guten Ruf mehr genießen, scheint sich im Found-Footage-Bereich etwas zu tun. Vermutlich haben die Macher gewittert, dass die Shaky-Cam-Flut der letzten Jahre tiefe Spuren hinterlassen hat und sich derart Schaffen immer schlechter verkaufen lässt. Die schwindende Kaufkraft für solche Streifen ist jedoch nicht verwunderlich, haben sich viele der Wackelfilme meist als billige Dutzendware entpuppt, die Horrorfans vorsichtiger werden ließen. Immerhin zeichnet sich aktuell ein Trend ab. Die nächste Generation von Found-Footage-Filmen besticht immer häufiger durch innovativen Umgang mit der Kamera, die nicht mehr nur allein dafür da ist, plakativ erschrecken zu können. Der Trend geht weg vom einfallslosen No-Budget-Streifen hin zu rasanten Hetzjagden, die der Zuschauer aus der Egoperspektive beiwohnen darf und meist um verblüffende Spezialeffekte ergänzt werden. Wie gut das funktionieren kann, haben bereits einige Regisseure im Filmjahr 2014 unter Beweis gestellt. So brachten DEREK LEE und CLIF PROWSE mit AFFLICTED den etwas anderen Vampirfilm in die Kinos; WILLIAM BRENT BELL stockte mit seinem effektreichen Werwolf-Actioner namens WER horrorbegeisterten Zuschauern den Atem.
 
Der nächste Filmemacher, der dem längst totgefilmten Found-Footage-Genre neues Leben einverleiben will ist DAVID JUNG. Mit seinem Debüt THE POSSESSION OF MICHAEL KING versorgt er dem Wackelfilm mit genau jener Zutat, die das Subgenre auch dringend benötigt. Es sind interessante Gedanken und eine bemerkenswerte Sound-Kulisse, die dem Zuschauer reichlich Schauer bescheren sollen, denn JUNGS Tontechniker drehen mächtig an den Reglern, damit perfekt sitzende Schockmomente aus den Heimkinoboxen schallen können. JUNG bedient sich für seinen Erstling bei der aktuell sehr beliebten Okkult-Thematik, die es nach der letzten Okkultismus-Welle in den 70ern erneut ins Kino geschafft hat. Statt jedoch wie so oft von unfreiwillig Besessenen oder der Geburt des Antichristen zu berichten, geht JUNG andere und somit vollkommen neue Wege.
 
Diesmal ist es der Protagonist selbst, der seinen Körper zu Verfügung stellt, damit das Böse hineinschlüpfen kann. Es handelt sich um Dokumentarfilmer Michael King (SHANE JOHNSON), für den die Welt nach dem tragischen Tod seiner geliebten Frau nicht mehr die gleiche ist. Als alleinerziehender Vater schlägt er sich von Kummer geplagt mehr schlecht als recht durch den Alltag und findet auch bald die Ursache für das plötzliche Ableben seiner Frau. Es sind Wahrsager, die er für das schreckliche Ereignis zur Verantwortung zieht, denn hätten die der verunglückten Gattin keine Flausen ins Ohr gesetzt, wäre sie vermutlich noch am Leben. Um zu beweisen, dass die Existenz von Übernatürlichem nur eine Farce raffgieriger Betrüger ist, die so ihr Geld machen, nimmt er seine Arbeitsutensil in die Hand und setzt sich in okkulten Experimenten dem Bösen aus. Lang muss er jedoch auf dämonischen Besuch nicht warten. Mit Hilfe von Drogen und dem Einsatz von Hypnose öffnet er die Pforte zu Finsternis und verschafft einem bösartigen Zeitgenossen Zutritt, der sich ganz ungefragt dem Körper des Rufenden bemächtigt. Leider lässt sich der ungebetene Besuch nicht so leicht wieder los werden, schließlich hat die dämonische Kreatur einen unstillbaren Blutdurst, der nun durch die Hand des Unwissenden befriedigt werden soll.
 
Was als harmloses Experiment beginnt, entwickelt sich für Found-Footage-Verhältnisse zur optisch beeindruckenden Terror-Macherei. THE POSSESSION OF MICHAEL KING dokumentiert in furchterregenden Bildern die Abwärtsspirale eines Mannes, der sich am Rande zum Wahnsinns bewegt, weil er schon bald von bösartigen Stimmen verfolgt wird, die er partout nicht mehr loswird. Genretypisch lässt sich bald nicht mehr differenzieren, was hier Realität ist und was der Psyche des Protagonisten entspringt. Natürlich ist der manipulierte Wahnsinn dem Dämon zu schulden, der sich des nachts dem Körper seines Opfers bemächtigt und diesen als Hülle missbraucht, um schreckliche Dinge veranstalten zu können. Zimperlich gehts demnach nicht in THE POSSESSION OF MICHAEL KING zu, denn Protagonist Michael King muss so einiges über sich ergehen lassen, was Regisseur DAVID JUNG in durchaus unangenehme Bilder einzufangen versteht. Mit fortlaufend psychischen und physischen Verfall, der teils mit Hilfe von gelungenen Spezialeffekten protokolliert wird, verändert sich auch die Kulisse des Gruseltrips. Diese färbt sich wie die Pupillen des vom Bösen Infizierten in grausiges Schwarz und garantiert treffliches Gruselvergnügen, dass durch eine gar unheimliche Surround-Kulisse zusätzlich verstärkt wird. Filmheld Michael King darf sich in THE POSSESSION OF MICHAEL KING nach Herzenslust räkeln, verbiegen und unter Knurren und Stöhnen im Stakkatogang durch die Szenerie bewegen. Für Debüt-Horror ist das technisch beachtlich umgesetzt, denn die Ein-Mann-Show glänzt mit ordentlichen Make-up-Effekten, intelligenten Kameraspielereien und temporeicher Inszenierung, die bald vergessen lässt, dass man hier eigentlich unliebsames Found-Footage-Kino vorgesetzt bekommt.
 
THE POSSESSION OF MICHAEL KING gehört somit zu den Glücksfällen in Sachen Found-Footage und sollte nicht unbeachtet bleiben. Dank stetig steigendem Spannungsbogen, hervorragender Schauspielleistung von Hauptdarsteller Shane Johnson und einer handvoll guter Ideen gehört dieser Besessenheits-Flick trotz Wackelcam-Bonus zu den besseren Vertretern dieser eigentlich unliebsamen Sub-Gattung von Horrorfilmen. Wer im Übrigen akustische Raffinessen im Horrorfilm bevorzugt, darf gern im Abspann etwas lauter drehen, schließlich lässt sich hier nicht vermeiden, dass der ansprechende Soundtrack zum mitwippen einlädt
 
 
 


 
 
 

THE POSSESSION OF MICHAEL KING – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Vergesst THE DEVIL INSIDE und DEVIL’S DUE! THE POSSESSION OF MICHAEL KING ist der bisher beste Okkult-Schocker im Found-Footage-Gewand. Nachwuchs-Horrormacher DAVID JUNG beweist, dass Wackelcam-Filme durchaus eine zweite Chance verdient haben. Wer das nicht glauben will, sollte sich eines Besseren belehren lassen. Dank frischer Ideen, interessanter Geschichte und einfachen, aber wirkungsvollen Schreckmomenten hat es JUNG geschafft, dass Found-Footage erneut auf mehr hoffen lässt. Man darf gespannt sein, was demnächst noch von der Wackelfront kommen wird. Nach Werwolf-Horror WER, Gruselsammlung V/H/S 2 und Vampir-Grauen AFFLICTED wird die Reihe sehenswerter Shaky-Cam-Angstmacher um den Okkult-Schaurer THE POSSESSION OF MICHAEL KING bereichert. Wir meinen: Diesen gut getricksten Found-Footage-Heuler sollte man nicht verpassen!
 
 
 


 
 
 

THE POSSESSION OF MICHAEL KING – Zensur

 
 
 
Trotz Rated R-Freigabe in Amerika gibt es nicht viel Grauenvolles zu sehen. Vorwiegend verstümmelt sich der Titelheld selbst. So bohrt er Nadeln in die Finger oder ritzt sich ein Pentagramm auf die Brust. In Deutschland dürfte der Streifen demnach frei ab 16 Jahren sein.
 
 


 
 
 

THE POSSESSION OF MICHAEL KING – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)
 
At the Devil’s Door (2014)
 
Wer (2013)
 
Afflicted (2013)
 
Chronicle – Wozu bist du fähig? (2012)

2 Antworten

  1. Anonymous

    Warum kann ich diesen wahnsinn Film the possesssion michael king nicht auf deutsch schauen???

    3. Juli 2016 um 19:08

  2. Das klingt doch vielversprechend. Gute Found-Footage-Filme sind tatsächlich eher die Ausnahme. Prima Tipp, danke!

    25. September 2014 um 06:33

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