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Filmkritik: „American Burger“ (2014)

american-burger-2014
 
 
 

AMERICAN BURGER

Story

 
 
 
Für eine Gruppe amerikanische Schüler sollte es der beste Sommer ihres Lebens werden. Auf einem Kulturtrip durch Europa machen Sie Halt an einem wenig vertrauenerweckenden Schlachthof, in dem das Fleisch für amerikanische Hamburger hergestellt wird. Weil es in Europa natürlich nichts anderes zu entdecken gibt und Kids ausschließlich Nahrung aus dem eigenen Land bevorzugen, werden die naiven Touristen vom anderen Ende der Welt für ihren ungesunden Ernährungsstil kurzum vom Chefmetzger der Fabrik bestraft. Der ruft nach seinen uniformierten Handlangern, die die nichtsahnenden Kids überwältigen und zu Hackfleisch verarbeiten. Eine Gruppe Teenager kann dem Gemetzel entkommen und flüchtet in die angrenzenden Wälder, wo aber bereits fiese Bärenfallen auf die törichten Protagonisten warten.

 
 
 


 
 
 

AMERICAN BURGER – Kritik

 
 
 
Reisende aus Übersee haben es in Europa nicht leicht, denn schenkt man so manchem Horrorfilm aus der Traumfabrik Glauben, lecken wir uns Europäer nach amerikanischem Menschenfleisch die Finger. Dass es vor allem in Osteuropa etwas „einfacher“ zugeht, hat bereits ELI ROTH in HOSTEL (2005) festgestellt, wo er im slowakischen Hinterland amerikanische Rucksacktouristen gegen Geld foltern lies. Aber auch GIDEON RAFF wusste ähnliches in TRAIN – NÄCHSTER HALT: HÖLLE (2008) zu berichten. Hier witterte man das schnelle Geld mit Innereien amerikanischer Sportler, die es im Zug nach Odessa mit den finsteren Machenschaften osteuropäischer Organhändler zu tun bekommen. Auch der schwedische Horrorfilm AMERICAN BURGER lässt kein gutes Haar an den Menschen aus dem östlichen Europa. In diesem Film werden abermals osteuropäische Landgenossen zu primitiven Zeitgenossen deklariert, die eher animalischen Instinkten folgen, statt sich gesittet und anständig zu benehmen. Diese verarbeiten in einer abgelegenen Schlachthalle das Fleisch amerikanischer Highschool-Kids zu wohlschmeckenden Hamburgern, die sich natürlich in der Umgebung gut verkaufen lassen. JOHAN BROMANDER und BONITA DRAKE haben sich diesen Horrorstoff ausgedacht und umgesetzt, waren aber nicht daran interessiert ausschließlich ernsten Tortur-Porn auf der Mattscheibe zu zeigen. Sie parodieren in ihrem gemeinsamen Film das Kannibalen-Genre und machen sich gleichzeitig über die geistige Beschränktheit amerikanischer Highschool-Teenager lustig, die in den meisten Horror-Produktionen nicht gerade als sonderlich helle abgestempelt werden.
 
Skurrilerweise haben sich die Regisseure JOHAN BROMANDER und BONITA DRAKE auf der Universität von Wales, Newport kennen und lieben gelernt. Kurze Zeit später folgte die Idee zu einem eigenen Film, dessen Budget die beiden fast gänzlich allein aufbringen mussten. Um den Film fertig stellen zu können, wurde eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen, die im Internet Fans aufrief, das Projekt zu unterstützen. Natürlich folgten dem Hilferuf enthusiastische Horror-Freunde, die die leere Crowdfunding-Kasse füllten, so dass AMERICAN BURGER in den Genuss einer internationalen Heimkinoauswertung kommen konnte.
 
Man nehme diverse Teenager-Klischees, werfe sie zusammen mit reichlich Selbstironie in einen Topf und würze das Gebräu mit Sex- und Fäkalwitzen, um anspruchslosen Zuschauern einen albernen Fernsehabend zu garantieren. JOHAN BROMANDER und BONITA DRAKE scheinen die vielen Horror-Parodien der letzten Jahre ausführlich studiert zu haben. Seit SCARY MOVIE (2000) sind die vor allem im Land der unbegrenzten Möglichkeiten äußerst beliebt, weil meist darin ausgiebig gealbert und unterhalb der Gürtellinie geblödelt werden kann. In AMERICAN BURGER ist das natürlich nicht anders. Die schwedischen Macher bedienen sich ganz unverfroren allerhand Geschmacklosigkeiten, die zugegebenermaßen oftmals so daneben sind, dass ein beschämendes Lachen nicht ausbleiben wird. Ob Witze auf Kosten von Minderheiten, Persiflage auf die Sexualisierung von Frauen oder Kotz- und Furz-Plattheiten, die die Schamesröte ins Gesicht treiben lassen – in AMERICAN BURGER wird all das abgehakt, was beim Parodieren von Horrorfilmen nun mal dazugehören muss. Hierbei muss man aber immerhin sagen, dass die inszenierte Schlachtplatte oftmals so übertrieben von Trivial-Humor Gebrauch macht, dass man AMERICAN BURGER zu keiner Zeit ernst nehmen kann. Dass macht Laune, Zumal die beiden Regisseure das Geschehen so unglaubhaft erscheinen lassen, dass das Gebotene der filmischen Real-Adaption eines Comics gleichkommt. Die teils namenlosen Protagonisten (warum Namen geben, wenn sie eh das Zeitliche segnen müssen) handeln nach dem fürs Horror-Genre bekannten Muster. Angst zu sterben hat hier keiner, was vor allem durch teils bewusst eingesetztem Overacting verstärkt wird. So sind attraktive Cheerleaderinnen mal wieder äußerst knapp bekleidet und kommen ihrem Ruf der Intelligenzbremse nach; einzelgängerische Nerds dagegen behalten einen kühlen Kopf und werden am Ende der brenzlichen Situation Herr.
 
Leider hat auch AMERICAN BURGER so seine Schwächen, denn dem teils gar nicht so unwitzigen Gagfeuerwerk gehen nach nicht einmal der Hälfte des Films die guten Lacher aus. Zudem wird das anfänglich straff vorgelegte Tempo im Verlauf der ohnehin kurzen Horrorkomödie erheblich gedrosselt, so dass man sich dann doch ab und an dabei erwischt, wie man auf den Timer des Abspielgerätes schauen muss, um sich nach der übrigen Laufzeit zu erkundigen. Trotzdem, auch wenn AMERICAN BURGER mit fadem Nachgeschmack zu kämpfen hat, sollten Fans von Horror-Parodien auf jeden Fall einen Blick riskieren. Besser als die beiden Rohrkrepierer GHOST MOVIE (2013) und dessen noch schlimmere Fortsetzung (2014) ist AMERICAN BURGER allemal.

 
 
 


 
 
 

AMERICAN BURGER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die urkomische Antwort auf HOSTEL und TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Auch wenn hier keiner der Protagonisten amerikanisches Englisch spricht, aber im Film gebürtige Amerikaner verkörpern sollen ist die Horror-Parodie auf den Kannibalenfilm und die fürs Genre typischen (amerikanischen) Teenager-Klischees gar nicht so unbeholfen, wie anfänglich vermutet. Die Macher JOHAN BROMANDER und BONITA DRAKE machen zwar ziemlich oft Gebrauch von allerhand Plattheiten jenseits der Gürtellinie; hin und wieder findet aber dann ein ganz guter Schenkelklopfer seinen Weg in den Film, der für schwedische Verhältnisse übrigens ganz schön splattrig geworden ist. Dass man AMERICAN BURGER überhaupt nicht ernst nehmen kann, verrät ohnehin bereits der ansprechend geschnittene Trailer. Dass jedoch das Tempo unter dem Gagfeuerwerk erheblich zu leiden hat, verraten wir Euch von FILMCHECKER. AMERICAN BURGER ist zwar kein neuer SCARY MOVIE, lohnt aber gerade deswegen gesehen zu werden, weil seine schrägen und unglaublich furchtlosen Helden so stereotyp und unlogisch handeln, dass man meinen könnte, hier ein weitere abgedrehte Comicverfilmung zu sehen.
 
 
 


 
 
 

AMERICAN BURGER – Zensur

 
 
 
Auch wenn AMERICAN BURGER eigentlich eine Komödie ist, geht es hier erstaunlich splattrig zugange. Zwar ist das Treiben aufgrund des humoristischen Untertons nicht sonderlich hart anzuschauen. Trotzdem wird vor allem zu Beginn ein regelrechtes (wenn auch selbstironisches) Massaker an amerikanischen Teenagern begangen, dass der Film hierzulande vermutlich mit dem roten 18er Stempel in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

AMERICAN BURGER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
100 Bloody Acres (2012)
 
Buck Wild (2013)
 
Ghost Team One (2013)
 
Tucker & Dale Vs. Evil (2010)
 
Scary Movie (2000)
 
Scary Movie 2 (2001)

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