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Filmkritik: „A Good Marriage“ (2014)

A-Good-Marriage-2014
 
 
 

A GOOD MARRIAGE

Story

 
 
 
Die glückliche Ehe zwischen Darcy und Bob Anderson geht in die Brüche, als die Gattin in der Garage eine erschreckende Entdeckung macht und vom Doppelleben ihres Mannes erfährt, das er 25 Jahre geheim halten konnte …

 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Kritik

 
 
 
Mittlerweile ist die Umsetzung von Kings Kurzgeschichten für Filmemacher weitaus interessanter und vor allem lukrativer geworden, als Filmadaptionen ganzer Romane, die meist nur selten die Qualität der Buchvorlage erreichen und aufwändiger zu verfilmen sind. Lässt man einmal das missglückte CARRIE-Remake (2014) außen vor, ist es nun schon fast ein Jahrzehnt her, seit der letzte King-Beststeller erfolgreich verfilmt werden und sich im Kino zum Kassenschlager mausern konnte. Statt King’schen Roman-Horror wird bevorzugt der Kurzgeschichten-Schrecken des Autors fürs Kino oder TV aufbereitet, was den beliebten Schriftsteller dazu veranlasst hat die Verfilmung seiner Kurzgeschichten voranzutreiben. Nachdem wir bereits vor einiger Zeit von der Kinoaufbereitung des Kurzwerks GRAMMA (Titel des fertigen Films: MERCY) berichteten, geht der King-Horror mit A GOOD MARRIAGE in die nächste Runde – eine knappe Erzählung, die in der Novellensammlung ZWISCHEN NACHT UND DUNKEL veröffentlicht wurde. King zeichnete für das Drehbuch zur Filmumsetzung verantwortlich, das er selbst geschrieben hat, um anschließend Filmemacher finden zu können, die sich der Kinoadaption annehmen wollten. Lang suchen musste er nicht, denn PETER ASKIN und WILL BATTERSBY rissen sich den Stoff unter den Nagel und machten daraus typischen King-Horror, dem mal wieder das gewisse Fünkchen Originalität fehlt.
 
Die filmische Interpretation von A GOOD MARRIAGE hält sich ziemlich genau an Kings Vorlage und berichtet von „Geheimnissen“, die vermutlich jede gut funktionierende Ehe vor den neugierigen Nachbarn versteckt hält. Im Film sind es Darcy (JOAN ALLEN) und Bob Anderson (ANTHONY LAPAGLIA), die seit 25 Jahren zusammen ein glückliches Leben leben, einander lieben und vertrauen. Zumindest glaubt man einander zu kennen, bis Gattin Darcy in der Garage eine erschreckende Entdeckung macht, die die Ehe vor ungeahnte Schwierigkeiten stellt. Ehemann Bob entpuppt sich als gesuchter Frauenmörder, der seine Leidenschaft bisher gut zu vertuschen verstand. Für beide eine verzwickte Situation, die alles auf den Kopf stellt, woran das Paar geglaubt und für selbstverständlich erachtet hat. Laut eigenen Aussagen hat sich Stephen King für seine Novelle von den Kriminalfällen des BTK KILLERS inspirieren lassen – einem Serienmörder namens DENNIS RADER, der im US-Bundesstaat Kansas hauste und für die Morde an mehreren Frauen verantwortlich gemacht wird. Viele Einzelheiten über den ursprünglichen Fall und dem unmenschlichen Vorgehen des tatsächlich lebenden Frauenmörders haben es jedoch nicht in dem Film geschafft – reißerische Fakten, die der geradlinigen Geschichte vermutlich weitaus förderlicher gewesen wäre. Stattdessen wühlt King mal wieder im Privatleben amerikanischer Bürger und deckt auf, was heutzutage irgendwie niemanden mehr vom Hocker reißen will.
 
King scheint wie die meisten Alt-Regisseure so langsam in die Jahre zu kommen, denn wie auch schon bei ARGENTO, DANTE und Konsorten festgestellt, gehören die kreativsten Jahren bekannter Horror-Berühmtheiten längst zur Vergangenheit. A GOOD MARRIAGE ist unspektakulär; der Aufbau der überschaubaren Handlung derart langsam, dass Zuschauer ausgeschlafen sein sollten, wenn sie diesem behäbigen Rosenkrieg wach folgen wollen. Wie auch schon bei anderen Filmen, die auf den Kurzgeschichten des Autors beruhen, gehört auch A GOOD MARRIAGE zu jenen Werken, die einfach nicht dafür gemacht wurden, als Spielfilm über Kinoleinwände zu flimmern. King hat sein Drehbuch um unnötige Längen bereichert, damit der Streifen auf seine Laufzeit kommen kann. Das macht sich beim Spannungspegel bemerkbar, der nahezu nicht vorhanden ist, zumal der Film kaum nennenswerte Überraschungen parat hält. King-Fans dürften sich daran jedoch mittlerweile gewöhnt haben, denn A GOOD MARRIAGE ist nicht die erste Kurzgeschichten-Adaption des weltbekannten Schriftstellers, deren Stoff man unnötig auf Spielfilm-Niveau aufgeblasen hat, um daraus ein abendfüllendes Gesamtwerk machen zu können. Auch Geschichten zu Leinwandadaptionen wie ZIMMER 1408, MANCHMAL KOMMEN SIE WIEDER und KINDER DES ZORNS boten wenig Text, wurden aber immerhin um genug Neuerungen bereichert, die nicht in der Originalvorlage zu finden waren, damit aus 90 Minuten Film keine gefühlte Ewigkeit wird. Das hat sich zumindest bei früheren King-Adaptionen bezahlt gemacht, wie die erfolgreiche KINDER DES ZORNS-Reihe beweist. Die hat es bereits auf neun Verfilmungen gebracht und ist aus der Horrorlandschaft nicht mehr wegzudenken. Leider gehört A GOOD MARRIAGE zu den vermutlich schlechtesten Umsetzungen bekannter King-Stoffe und zeigt mehr als deutlich, dass nicht alles gesehen werden muss, wo auch „Stephen King“ draufsteht. Dass King auch noch das Drehbuch zum Ehe-Thriller gekritzelt hat, stößt bitter auf. Denn angesichts einer so misslungenen Filmumsetzung stellt sich die Frage, ob man sich darüber Gedanken machen muss, was da in Zukunft von King zu Papier gebracht wird.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Albtraumhafter Gruselnachschub für alle Stephen-King-Fans. Die dürften sich jedoch nach Sichtung von A GOOD MARRIAGE wehmütig an die früheren Jahre des erfolgreichen Horror-Schriftstellers zurückerinnern, wo King noch genug gruselige Ideen hatte, um Freunde gepflegter Horrorunterhaltung das Fürchten lehren zu können. Auch wenn schon lange nicht mehr keine ganzen Romane des Autors für die Leinwand aufbereitet wurden, finden sich immer noch genug interessierte Regisseure, die sich zumindest an Kings Kurzgeschichten ausprobieren wollen. Die Kinoadaption zur Novelle A GOOD MARRIAGE entpuppt sich da jedoch als waschechter Rohrkrepierer und das, obwohl King das Drehbuch zur Filmumsetzung eigenhändig verfasst hat. Für Liebhaber seiner Schriften und Filme ein Schlag ins Gesicht, denn irgendwie mag man das Gefühl nicht loswerden wollen, als käme King langsam in die Jahre. A GOOD MARRIAGE ist in Anbetracht des knappen Umfangs der Kurzgeschichte einfach viel zu lang geraten und quält mit einem derart langsamen Erzählfluss, dass Zuschauer ausgeschlafen sein sollten, um der überraschungsarmen Handlung folgen zu können. Der Film selbst protokolliert in nicht sonderlich bedrohlichen Bildern die Abwärtsspirale einer glücklichen Ehe und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise gähnender Langeweile. Da kann man nur hoffen, dass King demnächst mal wieder Horrorfilme schaut und aktuelle Horror-Trends wittert, denn mit Geschichten wie A GOOD MARRIAGE bereitet man heutzutage Gruselfans keine Freude mehr. Wir meinen: A GOOD MARRIAGE ist keine Geschichte, die hätte unbedingt verfilmt werden müssen. Demzufolge kann man sich die Sichtung getrost sparen.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Zensur

 
 
 
Wie die meisten Stephen-King-Verfilmungen hält sich auch A GOOD MARRIAGE kaum mit der Zurschaustellung harter Horrorszenen auf. Im Film selbst gibt es bis auf einen Stoß von der Treppenbrüstung nichts Grausames zu sehen, was dem Streifen in Deutschland dennoch eine FSK16 beschert hat. Grund hierfür ist die Ausübung von Selbstjustiz. Bereits bei Filmen wie I SPIT ON YOU GRAVE 2 oder SAVAGED verstand die FSK bisher keinen Spaß mit der Ausübung von Lynchjustiz.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
a-good-marriage-bluray

(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Good Marriage; USA 2014

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Entfallene und verpatzte Szenen

Release-Termin: 09.04.2015

 

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A GOOD MARRIAGE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Schatten der Wahrheit (2000)
 
Der Feind in meinem Bett (1991)
 
Stepfather (1987)
 
Stepfather – Remake (2009)
 

Eine Antwort

  1. Frütz

    Dass der Film ein paar Längen hat, das stimmt. Das Ende war für mich überraschend und stimmt überhaupt nicht mit meinen Wertvorstellungen überein. Trotzdem oder gerade auch deswegen, und weil die psychischen Prozesse, der Handelnden jedenfalls teilweise gut herausgearbeitet worden,fünf Sterne.

    26. Mai 2016 um 06:39

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