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Filmkritik: „V/H/S: Viral“ (2014)

V-H-S-Viral-2014
 
 
 

V/H/S: VIRAL

Story

 
 
 
Der dritte Teil einer erfolgreichen Kurzgeschichtensammlung. Diesmal handeln die Episoden von einem mysteriösen Eiswagen, gefräßigen Zauberumhängen, Doppelgängern und mordenden Anhängern eines mysteriösen Kultes.

 
 
 


 
 
 

V/H/S: VIRAL – Kritik

 
 
 
Manchmal kann es nur von Vorteil sein, wenn man Fortsetzungen erfolgreicher Horrorfilmen nicht am Fließband produziert, sondern sich die nötige Zeit lässt, um gleichbleibende Qualität abliefern zu können. Nicht einmal drei Jahre ist es her, seit mit V/H/S – EINE MÖRDERISCHE SAMMLUNG (2012) ein neues Horror-Franchise ins Leben gerufen wurde mit dem das totgefilmte Found-Footage-Genre einen neuen Aufschwung erleben sollte. Weil der Streifen von Horrorfans gut angenommen wurde und es die Macher äußerst kreativ verstanden mit der unliebsamen Wackeldreingabe umzugehen, musste die obligatorische Fortsetzung her, die unter dem Titel S-VHS genau das auf Zelluloid bannte, was Fans der härteren Filmgattung von guten Horrorfilmen erwarteten. V/H/S 2 wurde ein internationaler Hit, staubte diverse Preise ab und war in allen Belangen sogar besser als der Vorgänger, so dass zügig an einem weiteren Ableger getüftelt werden musste, um die Kuh leer melken zu können. Leider ist V/H/S: VIRAL nicht das geworden, was man nach zwei hervorragenden Vorgängern vermutlich erwartet hätte, denn zu offensichtlich fällt der Zeitdruck ins Gewicht, mit dem sich die Macher konfrontiert gesehen haben müssen. Teil drei ist ein heilloses Durcheinander, wirkt übertrieben hektisch und reichlich gehetzt, so dass Zuschauer mit Hang zur Epilepsie besser drei mal überlegen sollten, ob sie sich der schnell geschnittenen Abfolge wirrer Kamerabilder und Störsignale aussetzen möchten.
 
Abermals zeichnen mehrere Filmschaffende aus der Horrorwelt verantwortlich, um sich der Umsetzung verschiedener Kurzgeschichten zu widmen, die letztendlich zu einem Machwerk verschmelzen. Diesmal haben sich GREGG BISHOP, MARCEL SARMIENTO, AARON MOORHEAD und JUSTIN BENSON sowie der Spanier NACHO VIGALONDO die Freiheit genommen, um ihre ganz eigenen Visionen verwackelter Kameraspielereien auf Film zu bannen. Wie in den meisten Anthologien jedoch üblich, ist es auch hier mal wieder der Fall, dass nicht alle Segmente gleich überzeugen können, denn nach einem fulminanten und effektreichen Einstieg zeichnet sich ein rapider Abwärtstrend ab. Im dritten Ableger der beliebten Filmserie steckt der Wurm, was nicht nur den qualitativen Unterschieden der einzelnen Kurzgeschichten zu schulden ist, sondern auch der unschlüssigen Machart mit der sich die Macher scheinbar irgendwie weg vom eigentlichen Found-Footage-Konzept bewegen wollen. Viel richtiges Found-Footage gibt es demzufolge in V/H/S: VIRAL nicht mehr sehen, weil im ständigen Perspektivenwechsel nicht mehr klar ersichtlich ist, wer hier überhaupt noch was und vor allem wen filmt. Während die Protagonisten das Geschehen in V/H/S und V/H/S 2 noch mit Hand-, Helm- und Handykameras anzufangen wussten, scheint die Kamera diesmal immer mal wieder frei im Raum zu schweben und lässt den Streifen mehr nach Film aussehen.
 
Trotzdem, der künstliche Einsatz altbekannter Störsignale, permanenter Bildausfälle und abrupter Szenenwechsel ist in V/H/S: VIRAL eine einzige Zumutung und hinterlässt vor allem während die Rahmenhandlung einen mehr als ungenießbaren Beigeschmack. Im hyperaktiven Schnittgewitter lässt sich kaum noch erahnen, was da überhaupt auf der Mattscheibe passiert zumal es dem Zuschauer von MARCEL SARMIENTO ohnehin unnötig schwer gemacht wird, den Sinn seiner etwas übereifrigen Rahmenhandlung verstehen zu können. Mit ebenso sinnbefreiter Unterhaltung geht es auch im letzten Segment BONESTORM zugange, in dem einige Skateboarder die Anhänger eines mysteriösen Kults verärgern und sich mit Skateboard und Pistole zu Wehr setzen müssen. Da wird zermatscht und geschlitzt ohne Rücksicht auf Verluste, was vermutlich das Interesse bluthungriger Gorehounds auf den Plan rufen dürfte, die mit dem trivialen Splatter-Reigen von AARON MOORHEAD und JUSTIN BENSON ihren Spaß haben werden. Weitaus mehr Gedanken hat sich da Regisseur GREGG BISHOP gemacht. Mit seinem Beitrag DANTE THE GREAT zeigt er zugleich die beste Geschichte der gesamten Trilogie und berichtet von einem Magier, der mit Hilfe eines geheimnisvollen Umhangs spektakuläre Illusionen zaubert. Leider ist das Zauberwerkzeug nur dann einatzfähig, wenn es regelmäßig Menschenfleisch zu fressen bekommt, was Dante dazu veranlasst für sein Arbeitsutensil über Leichen zu gehen.
 
Auch der Spanier NACHO VIGALONDO hat eine durchaus sehenswerte Kurzgeschichte beigesteuert, die wie auch schon die Zauberer-Episode nicht so recht in das V/H/S-Gesamtkonzept passen will, weil das Found-Footage-Prinzip hier nur sehr reduziert zum Einsatz kommt. VIGALONDO macht es mysteriös und erzählt in seinem zynischen PARALLEL MONSTERS von einem Tor in eine Parallelwelt, das der Hobbywissenschaftler Alfonso versehentlich öffnet. Dort trifft er auf seinen Doppelgänger und schlägt ihm vor die Seiten für 15 Minuten zu tauschen. Da es sich bei V/H/S: VIRAL um eine Horroranthologie handelt, darf davon ausgegangen werden, dass der Tausch zu schwerwiegenden Folgen für alle Beteiligten führen wird – auch wenn sich VIGALONDO mehr auf seinen grandiosen Twist konzentriert, statt blutiges Gemetzel zu zeigen. Letztendlich ist der Abschluss der erfolgreichen V/H/S-Reihe (vermutlich werden ohnehin noch weitere Teile folgen) eine kleine Enttäuschung, weil hier nichts so recht zusammenpassen will und zudem chaotisch aber auch unfertig wirkt. Dass aus anfänglich vier Episoden kurzum nur drei wurden zeigt, unter welchem Zeitdruck die Produktion gestanden haben muss. Filmemacher TODD LINCOLN (APPARATION – DUNKLE ERSCHEINUNG) war nämlich ein weiterer derer, die für den Streifen eine Kurzgeschichten beisteuern sollten. Im Netz kursieren seit Veröffentlichung von V/H/S: VIRAL die verschiedensten Gerüchte, weshalb LINCOLNS Beitrag GORGEOUS VORTEX kurzum aus dem Film gestrichen wurde. Schenkt man dem Produzenten Glauben, konnte die Episode nicht rechtzeitig fertig gestellt werden. Wir vermuten wohl eher, dass sie einfach nur schlecht war und das ungewöhnlich hohe Tempo des Streifens ausgebremst hätte.
 
 
 


 
 
 

V/H/S: VIRAL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Rasanter und blutreicher Abschluss einer erfolgreichen Horror-Trilogie. Für V/H/S: VIRAL wird ein gesunder Magen vorausgesetzt, weil die Episoden dieser Anthologie mit einer fast schon übertriebenen Hektik über die Bildschirm sausen, dass dem Zuschauer recht schnell schwindelig werden dürfte. Unter dem erheblichen Tempo leidet vor allem die Rahmenhandlung, weil sie derart konfus zusammengeschnitten wurde, dass es schwerfallen dürfte, deren Sinn zu entschlüsseln. Aber auch die übrigen drei Geschichten sind von unterschiedlicher Qualität, wobei man aber immerhin sagen muss, dass die trickreiche Zauberumhang-Episode zu eine der besten Kurzgeschichten gehört, die die V/H/S-Reihe bisher hervorgebracht hat. Leider wird im dritten Teil der beliebten Wackelkamera-Serie der Schüttel-Gimmick etwas vernachlässigt, so dass die Bezeichnung „Found Footage“ nur bedingt richtig ist. Die meisten der Kurzgeschichten pfeifen auf die bis dato festgelegten Found-Footage-Regeln und die Kamera scheint sich wie von Geisterhand frei im Raum zu bewegen. Wer demzufolge immer Probleme mit der übereifrigen Schüttelei in Found-Footage-Filmen gehabt hat, für den dürfte V/H/S: VIRAL eine Offenbahrung sein. Nichtsdestotrotz ist das Finale der Trilogie nicht der Kracher geworden, den man vermutlich erwartet hätte. Trotz Schallgeschwindigkeit, wirkt der Film unfertig und nicht aus einem Guss. Dass eine Geschichte mit dem Titel GORGEOUS VORTEX vor Erscheinen kurzfristig aus dem Film gestrichen werden musste zeigt, dass die Macher unter einen erheblichen Zeitdruck gestanden haben müssen. Dennoch dürfte V/H/S: VIRAL seine Fans finden und dafür sorgen, dass eine weitere Fortsetzung folgen wird.
 
 
 


 
 
 

V/H/S: VIRAL – Zensur

 
 
 
Anders als im Vorgänger hält sich V/H/S: VIRAL in Sachen Gewalt zurück. Einzig in der letzten Episode, in der sich einige Skateboarder gegen einen Kult zur Wehr setzen müssen, wird reichlich gesplattert. Da werden mit den fahrenden Brettern Köpfe eingeschlagen und mit einer Pistole in die Körper von Sektenmitgliedern geschossen. Der dritte Teil wurde von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. Über Österreich wird es eine ungeprüfte Veröffentlichung geben. Diese beinhaltet die fehlende Episode GORGEOUS VORTEX.
 
 
 


 
 
 

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(c) OFDB Filmworks (einfache Veröffentlichung)

 
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(c) OFDB Filmworks (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: V/H/S: Viral; USA 2014

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase im Schuber und Wechselcover

Extras: Behind the scenes, Interviews, Trailer – zusätzlich im Mediabook: Booklet, ”Gorgeous Vortex” (die der Kinofassung fehlende vierte Episode / ca. 15 Min.)

Release-Termin: 24.03.2015

 

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V/H/S: VIRAL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
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The ABC’s of Death (2012)

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