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Filmkritik: „Bedlam“ (2015)

Bedlam-2015
 
 
 

BEDLAM

Story

 
 
 
Weil dem verunsicherten George seltsame Stimmen durch den Kopf geistern, beschließt er sich vom gleichen Arzt untersuchen zu lassen, der einst auch schon die psychisch kranke Mutter behandelt hat. Der diagnostiziert am Patienten Schizophrenie und verspricht in seiner Klinik Heilung. George unterschreibt die Behandlungspapiere, wird in eine Irrenanstalt eingewiesen und erfährt bald am eigenen Leibe, dass der Arzt ganz eigene Untersuchungsmethoden anwendet, um die Leiden seiner Patienten lindern zu können.
 
 
 


 
 
 

BEDLAM – Kritik

 
 
 
Die Jungs von AFTER DARK FILMS melden sich zurück. Der Filmfestveranstalter hat eine Leidenschaft für gruselige Unterhaltung und versorgt die weltweite Fangemeinde mit abwechslungsreichem Horror, der nun schon seit geraumer Zeit sogar im eigenen Produktionsstudio hergestellt wird. Wie im vergangenen Jahr war man auch 2015 nicht untätig und bringt mit dem dem Psycho-Thriller BEDLAM einen weiteren Streifen einer ganzen Reihe selbstgemachter Horrorfilme in die internationalen Wohnzimmer, von denen die Mehrzahl (darunter CHILDREN OF SORROW und ASYLUM) bereits im vergangenen Jahr ausgewertet und dem Horror-erprobten Zuschauer Gänsehaut beschert haben.
 
 
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Der neuste Beitrag aus der beliebten AFTER DARK FILM-Schmiede geht es ebenso finster an, wie die bisherigen Filme aus dem noch jungen Produktionsstudio und orientiert sich thematisch an Psycho-Trips, wie dem erst kürzlich besprochenen ENTER THE DANGEROUS MIND, in dem der Zuschauer Einblicke in die Gedankenwelt eines psychisch gestörten Mannes erhält. Der nennt sich in BEDLAM George (GUY EDMONDS) und begibt sich nach dem tragischen Tod der Mutter in psychiatrische Behandlung, weil ihm böse Stimmen im Kopf das Leben zur Qual machen. Kaum die Diagnose Schizophrenie erhalten, findet sich George in der Psychiatrie wieder und soll mit fragwürdigen Experimenten von seinem Leiden befreit werden. Dem ahnungslosen Patienten wird jedoch schnell bewusst, dass in dieser Klinik der Heilung psychisch Erkrankter nur wenig Beachtung geschenkt wird. Stattdessen werden aus Patienten Versuchskaninchen, die von Arzt und Wärtern so lang erniedrigt, gefoltert und gequält werden, bis der Tod die unfreiwilligen Probanden von ihren Qualen erlöst.
 
 
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Unbequemes Filmmaterial kommt da auf den Zuschauer zu, das angeblich auf wahren Begebenheiten beruhen soll, die sich so ähnlich in den 60er Jahren zugetragen haben sollen. BEDLAM spielt in einer Zeit in der die moderne Behandlung psychisch Erkrankter noch in den Kinderschuhen steckte, kaum Nutzen brachte und stattdessen mehr Schaden bei Betroffenen anrichtete, als ihnen Linderungen zu versprechen. PETER MCALLUM spielt hier einen erbarmungslosen Arzt mit nationalsozialistischen Gedankengut, der fest der Überzeugung ist, dass psychische Krankheiten durch Masturbation und Unzucht ausgelöst werden. Mit gnadenloser Härte injiziert er starke Medikamente, führt fragwürdig Operationen durch und setzt Patienten unter Strom, um ihnen die Gehirne zu waschen. Widerstand ist zwecklos, denn den Insassen – ob nun wirklich krank oder nicht – wird mit unmenschlichen Methoden Respekt eingejagt. Zwei erbarmungslose Aufseher handeln nach eigenen Gesetzen, vergewaltigen und prügeln damit Horrorfans auch die nötige Dosis Gewalt zu sehen bekommen. Die ist natürlich Mittel zum Zweck, denn eine ernstzunehmende Auseinandersetzung mit der Psyche des Filmhelden wird ziemlich früh aus den Augen verloren. Das anfängliche nicht uninteressant erzählte Psychogramm eines als Kind sexuell missbrauchten Mannes muss sich recht bald den Regeln moderner Horrorware unterwerfen. So verkommt die Psychoanalyse zum plumpen Anstalts-Thriller in dem Patienten wahllos gefoltert werden, damit sie sich am Ende rächen können.
 
 
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Geübte Zuschauer erkennen schnell Parallelen zu den reißerisch inszenierten Frauengefängnisfilme der 70er Jahre, in denen Sex, Folter und Gewalt publikumswirksam auf Zelluloid festgehalten wurde und so dem Exploitationfilm zu zweifelhaftem Ruhm verhalten. Nicht wesentlich anders geht es in BEDLAM zu, der sich viel zu versteift auf barbarische Untersuchungspraktiken konzentriert, statt sich mit der zweifelhaften Thematik ernsthaft zu beschäftigen. So dürfte es wenig wundern, dass der Film seine Probleme mit der Glaubwürdigkeit besitzt, schließlich war Regisseur CHEW BARKER dann doch mehr darum bestrebt Zuschauer mit platten Foltermomenten zu schockieren, statt sie mit den Protagonisten mitleiden zu lassen. Protagonist George glänzt in jeder Szenen mit frisch getrimmten Dreitagebart und Patienten Sofia (CASSANDRA SWABY) hat zwischen all den unmenschlichen Erniedrigungen immer noch genügend Zeit, um sich stets perfekt schminken und frisieren zu können. Die meisten der eindimensionalen Charaktere wirken befremdlich, handeln nicht nach Verstand, sondern nach den mittlerweile gängigen Regeln für möglichst hölzerne Horrorfilme. Dass die kontroverse Thematik aufgrund der wirren Erzählung und den unzugänglichen Stereotypen schnell an Reiz verliert ist bedauerlich. Vermutlich wäre es wohl besser gewesen, wenn BEDLAM ein einauthentisches Drama geworden wäre. Als Horrorfilm zumindest überzeugt der Film keineswegs. Wenigstens kommt die gewalthungrige Fan-Fraktion auf ihre Kosten – auch wenn viel Sitzfleisch vorausgesetzt wird, bis man erste Quälereien zu sehen bekommt.
 
 


 
 
 

BEDLAM – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schockierender Filmstoff mit Echtheitszertifikat. AFTER DARK FILMS ist wieder da. Der ehemalige Festivalbetreiber macht jetzt selbst Filme und ist mit einer Reihe neuer Horror-Schocker am Start. Leider versemmelt man im hauseigenen Produktionsstudio gleich den ersten Beitrag der neuen Staffel und bringt einen leidlich spannenden Film in die Heimkinos, in dem man sich mit grotesken Methoden zur Behandlung psychischer Erkrankungen beschäftigt. Zwar wirbt man gleich zu Beginn damit, dass das aktuelle Machwerk aus der AFTER DARK FILMS-Schmiede auf wahren Ereignisse beruhen soll. So authentisch einige der Behandlungsmethoden auch in Szenen gesetzt werden – BEDLAM mangelt es an Glaubwürdigkeit und Zugänglichkeit. Die Protagonisten wirken befremdlich und unsympathisch. Ein Mitfiebern wird demzufolge unmöglich gemacht. Zudem versucht Regisseur CHEW BARKER sein Filmdebüt zu verkrampft in die Horrorschublade zu pressen, obwohl es dort vollkommen deplatziert ist. BEDLAM handelt von obskuren Praktiken zur Heilung psychisch Erkrankter, die zu jener Zeit noch in den Kinderschuhen steckten, in welcher der Streifen spielt. Eine kontroverse Thematik, die vermutlich besser in Form eines Dramas aufgehoben gewesen wäre. Leider konzentriert sich BARKER zu sehr auf die Abhandlung diverse Folterpraktiken, so dass er im wirren Gewaltreigen die Entwicklung seiner Figuren aus den Augen verliert. Das macht BEDLAM ziemlich anstrengend, zumal der Film mit 100 Minuten Laufzeit etwas arg lang geraten ist.
 
 
 


 
 
 

BEDLAM – Zensur

 
 
 
Trotz Foltermethoden ist BEDLAM keine Schlachtplatte. Es werden Zähne gezogen, Patienten ausgepeitscht und vergewaltigt. Dennoch dürften die Schauwerte hierzulande dafür ausreichen, dass BEDLAM von der FSK keine Jugendfreigabe erhalten und mit rotem Flatschen in die Händlerregale gebracht werden wird.
 
 


 
 
 

BEDLAM – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Antisocial Behavior (2014)
 
Hemorrhage (2012)
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Found (2012)
 
Henry: Portrait of a Serial Killer (1986)
 
Mike Mendez’ Killers (1996)
 
Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon (2006)
 

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