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Filmkritik: „Almost Mercy“ (2015)

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ALMOST MERCY

Story

 
 
 
Zwei Kinder wachsen in zerrütteten familiären sowie konfliktreichen sozialen Verhältnissen auf und rächen sich später an all jenen, die ihnen die wohlbehütete Kindheit genommen haben.
 
 
 


 
 
 

ALMOST MERCY – Kritik

 
 
 
Emily (DANIELLE GULDIN) und Jackson (JESSE DUFAULT) waren schon immer etwas anders. In der Schule Außenseiter und sowohl von Mitschülern als auch Lehrer schikaniert, finden sie schnell Gemeinsamkeiten und fühlen sich einander verbunden. Leider scheinen die Teenager vom Pech verfolgt zu werden. Die Familienverhältnisse sind desaströs und das Erwachsenwerden stellt sich komplizierter heraus, als man es im Schulunterricht stets beigebracht bekommt. Als Jackson mal wieder in der Schule von Mitschülern schikaniert wird und ein sexueller Übergriff auf Emily vertuscht werden soll, brennen den Heranwachsenden die Sicherungen durch. Wut brodelt auf und bringt das zum Vorschein, was sich jahrelang im Unterbewusstsein der Kindern manifestiert hat: Hass und Gewalt.
 
 
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ALMOST MERCY erzählt die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft, die zwei Menschen zusammenschweißt, welche gleiches Schicksal vereint. Eigentlich Stoff für familientaugliches Nachmittagskino, stände nicht die Erforschung menschlicher Abgründe auf dem Plan, damit Axt und Munition durch Fleisch und Körper gejagt werden können. Regisseur TOM DENUCCI (der, der ARMY OF THE DAMNED verbrochen hat) zeigt mit viel bissigem Humor auf, wie aus fehlgeleiteten Kindern herzlose Psychopathen werden. Das ist vermutlich im Horrorfilm nichts Bahnbrechendes mehr und wurde in genug Streifen zum Thema gemacht. Neu ist jedoch, dass sich ALMOST MERCY nicht immer so ernst bei der Analyse seine zwei Antihelden nimmt. Die angehende Psychopathin Emily fungiert hierbei als Identifikationsfigur. Sie kommentiert ihre Verwandlung und die ihres besten Freundes aus dem Off mit zynischer Zunge und unterlegt Schlüsselmomente mit würzigem Sarkasmus, die dem Zuschauer zu verstehen geben sollen, wie die Teenager vom rechten Weg abgekommen sind.
 
 
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In jedem von uns verbirgt sich eine dunkle Seite: Regisseur TOM DENUCCI konfrontiert in seinem ALMOST MERCY mit der Frage, wer hier eigentlich Opfer und wer Täter ist. Fast schon möge man den Amoklauf verzeihen, der am Ende mit gnadenloser Härte über den Bildschirm flimmert, denn ein destabiles Umfeld ist der Auslöser für blutige Rache gegen alles und jeden. Eine böse, selbstsüchtige und ignorante Gesellschaft wird in ALMOST MERCY an den Pranger gestellt und soll die alleinige Schuld an der psychischen Fehlentwicklung beider Außenseiter tragen. So decken die beiden Opfer auf, was sie vom rechten Weg abkommen lies und was hinter Türen lang im Verborgen gehalten wurde: Pädophilie, Ehebruch und Habgier.
 
 
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ALMOST MERCY bietet heiklen Zündstoff, über dessen Sinn oder Unsinn man vermutlich stundenlang debattieren könnte. Leider reißt DENUCCI viele der brisanten Fakten im Film nur an und scheut eine genauere und tiefgründigere Erforschung. Statt sich mit seinen kontroversen Theorien ernsthaft auseinanderzusetzen, kommt er selbst vom rechten Weg ab und ertränkt das Treiben in übertriebenen Blutmomenten, so dass der eigentlich diskussionwürdigen Botschaft die Ernsthaftigkeit verloren geht. Immerhin sind die leidenden Protagonisten am Ende glücklich. Für sie ist ein erbarmungsloser Amoklauf Erlösung und Neuanfang zugleich. Ob jedoch die Horrorfans mit ALMOST MERCY genauso glücklich werden dürften, bleibt fraglich. Viel Horror gibt es im Film nämlich nicht zu sehen. Sieht man vom fünfminütigen Racheakt im Finale ab, ist ALMOST MERCY eher ein rabenschwarzes, gesellschaftskritisches Drama mit kurzen Gewaltspitzen, auf die man auch gut und gerne hätte verzichten können.
 
 


 
 
 

ALMOST MERCY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Zwei Teenager sehen rot! Rabenschwarzer Rachefilm mit deftigen Kills und bissiger Gesellschaftskritik. Eigentlich hätte aus ALMOST MERCY ein guter Film werden können, wenn Regisseur TOM DENUCCI entscheidungsfreudiger gewesen wäre. Der versucht nämlich Horror und Drama unter einem Hut zu bringen und gerät ins Stolpern. ALMOST MERCY versucht die dunkle Seite des Menschen zu erforschen und folgt zwei Heranwachsenden auf ihren Weg in den Abgrund. Das geschieht mit zynischem Humor und dummen Blutmomenten. Kritik an der Gesellschaft wird nämlich als Vorwand verwendet, damit sich am Ende gerächt werden kann. Das ist einfältig und lässt an der Ernsthaftigkeit der kontroversen Gedanken zweifeln, mit denen sich DENUCCI in seinem Streifen beschäftigt. Auch wenn wir hier von Rache sprechen – Horrorfans werden mit ALMOST MERCY gar keinen Spaß haben. Trotz Gewaltausbrüche und Wiedersehen mit Kane „Jason Voorhees“ Hodder in einer Nebenrolle, ist dieser Streifen eher ein finsteres Indie-Drama, das Ursachen und Folgen fehlgeleiteter Kinder zum Thema macht.
 
 


 
 
 

ALMOST MERCY – Zensur

 
 
 
Am Ende gibt es einige unappetitliche Szenen zu bestaunen. Antiheldin Emily greift zur Axt und zum Gewehr und hinterlässt eine grausame Spur angestauter Wut. Aufgrund von Selbstjustiz in Kombination mit expliziten Gewaltmomenten gibt’s in Deutschland für ALMOST MERCY keine Jugendfreigabe. Sonderlich hart sind die wenigen Szenen aber nicht, denn Vieles geschieht ohnehin im Off.
 
 


 
 
 

ALMOST MERCY – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Excision (2012)
 
Menschenfeind (1998)
 
Rampage (2009)
 

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