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Filmkritik: „Kill Your Friends“ (2015)

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KILL YOUR FRIENDS

Story

 
 
 
Es ist 1997, ein Jahr nachdem die Spice Girls von England aus ihre Welteroberung starteten, und die Menschheit schreit nach Britpop. Zum Glück gibt es Steven Stelfox (Nicholas Hoult), der bei einer englischen Plattenfirma arbeitet und neues Talent an den Laden bringen soll. Als Mitarbeiter der A&R-Abteilung (kurz für Artiste & Repertoire) kriecht er durch Berge von CDs und Demotapes um das nächste große Ding ausfindig zu machen. Dabei sieht er sich als Spieler in der Musikbranche als Hai in einem riesigen Haifischbecken, in dem jeder nach Erfolg strebt. Um jeden Preis. So greift auch Steven langsam aber sicher zu unlauteren Methoden, um innerhalb seiner Firma aufzusteigen und den ganz großen Wurf zu landen. Angefangen bei Koks, leichten Damen und veganen Indie-Bands ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich hinter ihm eine blutige Spur auftut.
 
 
 


 
 
 

KILL YOUR FRIENDS – Kritik

 
 
 
There is no business like show business. Diese goldene Regel begleitet seit Jahren die Entertainmentbranche. Der Mythos von drogenverseuchtem Luxus und intriganten Drahtziehern verfolgt das Business ebenso hartnäckig wie die stetig wachsenden Unmengen von Geld, die sich beispielsweise Plattenfirmen einverleiben. Regisseur Owen Harris hat es sich in seinem ersten Kinofilm zur Aufgabe gemacht, diese düsteren Machenschaften zu entblößen und dabei eine bitterböse Satire auf die skrupellose Jagd nach Ruhm und Reichtum zu drehen. Entsprechend bissig kommen die Porträts der Bands und der „kreativen“ Köpfe hinter den Musikgruppen daher. Da wäre zum Beispiel das Quartett aus gründlich untalentierten jungen Damen, die von Steves Firma als der nächste Hit verkauft werden sollen. Oder der deutsche „Künstler“ Rudi (Moritz Bleibtreu), der sein Geld mit unaussprechlich grausamer Elektro-Musik verdient. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Sequenzen, in denen Steve und seine Kollegen sich unvernünftige Mengen an Rauschmitteln einverleiben und mit erweitertem Bewusstsein durch die vollends willkürliche Welt der wöchentlichen Charts navigieren.
 
 
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Gemischt werden die satirischen Einfälle mit Elementen aus schwarzer Komödie und Krimi-Thriller, was den Film leider kaum bereichert und stattdessen ein Wirrwarr aus Genres heraufbeschwört, in dem man sich nur schwer orientieren kann. Dazu trägt außerdem der Protagonist Steven Stelfox bei, der leider nicht funktioniert. Ein Vergleich mit dem kürzlich produzierten „Filth“ („Drecksau“) scheint angemessen, da beide Filme von skrupellosen Charakteren erzählen, die um jeden Preis ihre Karrieren vorantreiben wollen. Anders als der von James McAvoy brillant gespielte und fürchterlich zerrissene Bruce Robertson ist Steven Stelfox eine Figur, zu der man unmöglich Sympathie entwickeln kann. Wo die Boshaftigkeit in „Filth“ halbwegs nachvollziehbar ist, erfahren wir kaum etwas über die Motive des Hauptcharakters von „Kill Your Friends“, der von nichts weiter als einer unbegründeten Gier getrieben wird. Als moralische Anklage einer perfiden Branche versagt Owen Harris’ Film, da er sich den Fehlbarkeiten seiner Figuren zu sehr annähert und kein Gegengewicht zu ihren Eskapaden liefert. Er nimmt eine ähnlich ziel- und planlose Haltung ein wie Steven selbst, was sich im Film deutlich niederschlägt. Zu sehr wird der Verlauf der Handlung von willkürlichen Ereignissen dominiert, die dem Film zusätzlich ein wenig versöhnliches Ende beschert.
 
 
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KILL YOUR FRIENDS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Alkohol, Blut, Drogen und Spice Girls – Fieser und schwarzhumoriger Drogen-Trip durch die Musikszene der 90er. Mit „Kill Your Friends“ sollte augenscheinlich ein hartes Urteil über die korrupte und moralisch bankrotte Musikbranche gefällt werden. Leider werden die amüsanten und gut getroffenen satirischen Elemente des Films zu sehr verwässert und lassen ihn als halbgaren Mix zwischen dunkler Komödie und wenig spannendem Thriller erscheinen. Die Krönung ist ein vollends unsympathischer Protagonist, der die Sympathien der Zuschauer nur schwer für sich gewinnen kann. Übrig bleibt ein stellenweise unterhaltsamer Film, der über seine hochgesteckten moralischen Ziele stolpert und sie nicht erfüllen kann.
 
 


 
 
 

KILL YOUR FRIENDS – Zensur

 
 
 
Neben permanentem Drogenkonsum und einer Menge Nacktheit gibt es eine Handvoll blutiger Szenen, die „Kill Your Friends“ etwas würzen, aber nicht ins Extreme abrutschen. Der Film hat eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die Verfilmung des Buches von John Niven feierte ihre Weltpremiere als Eröffnungsfilm des Fantasy Filmfest 2015 und wurde nun vom Rechteinhaber Ascot Elite in Deutschland ungeschnitten veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

KILL YOUR FRIENDS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kill Your Friends; Großbritannien 2015

Genre: Thriller, Komödien, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover und Schuber

Extras: Originaltrailer Deutsch, Originaltrailer Englisch, 10 Interviews (ca. 47 Min.), B-Roll (7:48 Min.), Premiere Zürich Filmfestival (5:34 Min.), Trailershow

Release-Termin: 18.03.2016

 

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KILL YOUR FRIENDS – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Drecksau (2013)
 
Dom Hemingway (2013)
 
Bad Lieutenant (1992)
 

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