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Filmkritik: „Frank“ (2014)

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FRANK

Story

 
 
 
Der Hobbymusiker Jon (Domhnall Gleeson) stößt zufällig zur experimentellen Band Soronprfbs samt Frontmann Frank (Michael Fassbender) und gelangt inmitten des Bandgefüges an seine künstlerischen und zwischenmenschlichen Grenzen. Darüber hinaus beschäftigt ihn die Frage, warum Frank tagein, tagaus einen Pappmaché-Kopf trägt, so dass ihn selbst seine langjährigen Bandmitglieder noch nie ohne gesehen haben.
 
 
 


 
 
 

FRANK – Kritik

 
 
 
Der Ire Lenny Abrahamson hat sich für seinen vierten Langfilm das Leben des britischen Komikers und Musikers Chris Sievey (1955 – 2010) vorgenommen. Dieser schuf Anfang der 80er Jahre die Figur Frank Sidebottom, zu der ein überdimensionierter Pappmaché-Kopf gehörte. Als Sidebottom trat Sievey als Komiker und auch Sänger mit seiner Band auf und wurde damit sehr populär. Regisseur Abrahamson konzentriert sich in seinem Film jedoch ausschließlich auf Franks musikalisches Talent und verlegt die Handlung von den 80er Jahren in die Gegenwart.
Der junge Hobbymusiker Jon wird eines Tages Zeuge, wie ein Mann bei winterlichen Temperaturen ins nahegelegene Meer watet und sich offensichtlich umzubringen versucht. Wie sich herausstellt, ist es der Keyborder der Band Soronprfbs. Dieser Vorfall soll sich für Jon als Glücksfall erweisen, bekommt er doch so zufällig die Chance, als Ersatz für den suizidalen Musiker einzuspringen. Frontmann Frank, der stets einen riesigen Pappmaché-Kopf trägt, ist sogar so angetan von Jon, dass er ihn zum Bandmitglied macht und auch gleich mit zu den Proben des neuen Albums in einer abgelegenen Hütte irgendwo in Irland einlädt. Frank hat sehr eigenwillige Vorstellungen von der Musik, die er machen möchte. Diese setzt sich aus verschiedensten Alltagsgeräuschen und merkwürdigen Texten zusammen. Jon möchte die Musik der Band (u. a. Maggie Gyllenhaal) etwas massentauglicher machen und postet heimlich Ausschnitte der Proben im Internet. Dadurch erhält die Band so große Aufmerksamkeit, dass sie sogar auf einem Festival in Amerika auftreten soll. Doch der vermeintliche Erfolg treibt die Band immer weiter auseinander und stürzt Frank in eine große Krise.
 
 
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„Frank“ ist ein seltsamer Film, zu dem wohl nur die Wenigsten Zugang finden dürften. Die 95 Minuten Filmdauer ziehen sich wie Kaugummi, was zum einen an der befremdlichen Story liegt und zum anderen an den unzugänglichen Charakteren, deren Handlungen nur selten nachvollziehbar sind. Drehbuchschreiber Jon Ronson (der vor Jahrzehnten selbst einige Zeit in Chris Sieveys Band am Keyboard spielte) hat aus seinen Erfahrungen ein Drehbuch gemacht, für dessen Hauptrolle er beim Schreiben eigentlich Johnny Depp als Frank im Hinterkopf hatte. Dennoch hat man sich schlussendlich für den Deutsch-Iren Michael Fassbender entschieden, von dem aber über 90% der gesamten Laufzeit nur der Körper zu sehen ist. Demzufolge musste sich Fassbender voll und ganz auf seine Gestik und Stimme konzentrieren, um Frank glaubhaft darstellen zu können.
 
 
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Worum es aber genau geht oder warum Abrahamson dies für cineastisch wertvoll hielt, wird nicht wirklich klar. „Frank“ besteht aus einer willkürlich wirkenden Abfolge von Bandauftritten, Übungssessions, wirren Gesprächen, künstlich wirkender Dramatik und einer allgegenwärtigen Ziellosigkeit. Die Musik der Band – wenn man das seltsame Geschrammel denn so bezeichnen möchte – wäre bestenfalls experimentell zu nennen, realistischer wäre wohl aber unmelodisch bis nervtötend. Die Texte sind völliger Irrsinn und die Melodien, die teils auch mit einem Theremin (Big Bang Theory-Fans werden wissen, was das ist) erzeugt werden, klingen einfach nur grauenhaft.
 
 
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Lauscht man nicht gerade den atonalen Musikeinlagen mit hochgradig verquasten Songtexten, kann man sich das seltsame Gebaren der Bandmitglieder anschauen. Man läuft hierhin und dorthin, streitet sich, probt die merkwürdige Musik, versucht sich an normalen Gesprächen (und scheitert) oder starrt gedankenverloren in der Szenerie umher. Der Spannungsbogen, den Regisseur Abrahamson hier eventuell straffzuziehen versucht, hängt schlapp und lustlos am Boden und findet nicht zu seiner eigentlichen Form zurück. Nach endlosen Proben in der Abgeschiedenheit von Irlands Wäldern geht es zurück in die Zivilisation, wo das fragile Bandgefüge endgültig auseinanderbricht. Nun ist auch Jon mit seinem Latein am Ende. Er treibt Titelfigur Frank an den Rand des Nervenzusammenbruchs, woraufhin dieser buchstäblich seinen Kopf verliert und verschwindet. Was folgt ist musikalisches Geklimper sowie verwirrte und verirrte Dialoge. Danach ist „Frank“ – muss man leider sagen – Gott sei Dank vorbei.
 
 


 
 
 

FRANK – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„Frank“ ist ein Film, dessen Aussage sich nicht erschließt und der keinerlei Sinnhaftigkeit erkennen lässt, warum dieser Film überhaupt gedreht wurde. Selbst Liebhaber seltsamer Filme, die sich gerne abseits jeglicher Mainstreampfade bewegen, dürften mit „Frank“ kaum etwas anfangen können. Man weiß einfach nicht, was das Ganze überhaupt soll. Darüber hinaus ist der Film so sperrig und schräg inszeniert, dass man selbst bei aller experimentellen Gleichmut kaum einen Zugang zu den Gedankenwelten des Regisseurs oder der Protagonisten findet. Somit lohnt sich hier auch nicht die Mehrausgabe für die Blu-ray. An Bild und Ton ist nichts auszusetzen, qualitativ sind hier aber auch keine optischen oder akustischen Höhenflüge zu verzeichnen. Vielmehr stellt man sich die grundlegende Frage, warum man sich einen Film wie „Frank“ überhaupt ansehen sollte. Die Antwort darauf bleibt der Film schuldig. Viel gewagt, aber leider wenig gewonnen. So werden es leider nicht mehr als zwei von zehn Pappmaché-Köpfen, die nur das Tüpfelchen auf dem I der Skurrilität sind.
 
 


 
 
 

FRANK – Zensur

 
 
 
„Frank“ hat von der FSK eine Freigabe ab 12 Jahren erhalten. Die erhältliche Heimkinofassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

FRANK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Weltkino

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Frank; Großbritannien | Irland 2014

Genre: Drama, Komödien, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Interviews mit Cast & Crew, Behind the Scenes

Release-Termin: 30.10.2015

 

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FRANK – Trailer

 
 

 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte aller Grafiken liegen bei SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Frank Sidebottom’s Fantastic Shed Show (1992)

2 Antworten

  1. Selten eine solch zornige Review von dir gelesen. Es scheint fast so als ob dir der Film persönlich ans´s Bein gepinkelt hätte. In seiner „Sperrigkeit“ unterscheidet sich der Film meiner Meinung nach nicht sonderlich vom aktuellen amerikanischen Indie-Kino, …es dümpelt halt so vor sich hin und irgendwann ist es vorbei. Mochte die Melancholie die sich hier konsequent durchgezogen hat und der von Fassbender dargebotene Song
    „I love you all“ hat durchaus Ohrwurmqualitäten exotischer Natur. Ich weiß ja nicht was dir so für Musik gefällt aber ich als ehemaliger Plattenladenangestellter hab mich musikhistorisch durch einiges hindurchhören dürfen (…manchmal auch müssen) und verglichen bspw. mit Krautrockbands wie Amon Düül II oder Velvet Underground´s „Sister Ray“ hat die Musik des Film´s fast schon chartkompatible Qualitäten.
    Bad Day?
    lg Bartel

    15. Dezember 2015 um 03:32

  2. Es ist eine Tragikkomödie über einen Aussenseiter, der Musik liebt. Natürlich bekommt der Zuschauer keinen Zugang zur Hauptfigur, er ist ein Exzentriker mit einem Kopf auf dem Kopf. Allein wegen Maggie Gyllenhaal und Michael Fassbender kann man sich den Film angucken, interessant ist er ausserdem.

    4. November 2015 um 14:37

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