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Filmkritik: „Deadly Home“ (2015)

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DEADLY HOME

(INTRUDERS)

Story

 
 
 
Eine von Angstzuständen geplagte Frau, muss sich nach dem Tod des Bruders vor drei Einbrechern (darunter JOSHUA MIKEL aus LAST SHIFT) in Sicherheit bringen. Leider haben die nicht mit der Schlagfertigkeit ihres Opfers gerechnet, das den Fieslingen zeigt, was eine Harke ist.

 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Kritik

 
 
 
Ein weiteres Machwerk in dem sich ein Haus als Vorort zur Hölle entpuppt. Diesmal sind es jedoch nicht rastlose Seelen, garstige Poltergeister oder gemeingefährliche Dämonen, die für furchtbares Gepoltere und makabren Schrecken sorgen. Stattdessen spielt sich der Horror hinter verschlossenen Türen ab und wird von Menschenhand bewirkt. DEADLY HOME (im Original: INTRUDERS bzw. anfänglich zuviel verratend: SHUT IN) nennt sich teuflisch spannendes Grauen, das den Zuschauer mit auf eine erschreckende Reise in menschliche Abgründe nimmt, während der sich scheinbar friedliebende Menschen in fehlgeleitete Killermaschinen verwandeln. Regisseur ADAM SCHINDLER ist noch recht unerfahren im Horrorbereich, aber macht gleich mit dem ersten Spielfilm alles richtig. Das ist mittlerweile bei unabhängig produzierten Horrorfilmen nichts Ungewöhnliches mehr, denn die Kreativität junger, ambitionierter Horrorfilmmacher scheint keine Grenzen zu kennen. Viele meist selbst horrorbegeisterte Newcomer erkennen die Zeichen der Zeit und drehen Horrorfilme, die Genrefans eben sehen wollen. So entstehen fernab großer Filmstudios erfrischend andere Horrorstreifen, die mit der Angst des Zuschauers experimentieren, schockieren und damit unterhalten – DEADLY HOME ist einer derer.
 
 
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DEADLY HOME ist ein Film voller Überraschungen, denn die Spannung wird stetig gesteigert, weil nicht gleich verraten wird, welch Geheimnis sich um jenes Gebäude rankt, in das sich drei Männer Zutritt verschaffen. Darin lebt die fragile Anna (BETH RIESGRAF), die erst kürzlich Bruder Conrad (TIMOTHY T. MCKINNEY) an den Krebs verloren hat und nun viel Geld erben soll. Der großzügige Nachlass ruft das Interesse von Einbrechern auf den Plan, die die Gunst der Stunde nutzen und während der Beerdigung das Haus erkunden. Leider haben sie nicht mit der Anwesenheit der zermürbten Besitzerin gerechnet, die nicht zur Trauerfeier gehen kann, weil sie unter Agoraphobie leidet. Die bemerkt die unwillkommenen Gäste und beginnt ein makabres Spiel zu spielen, das nur einen Sieger kennt.
 
 
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Home-Invasion-Horror etwas anders, denn Macher ADAM SCHINDLER kopiert nicht lustlos und blutig, um Interesse zu wecken. Statt konventionellen Zu-Hause-Terror zu drehen, in dem sich Einbrecher über ahnungslose Hauseigentümer hermachen und sie brutal quälen, versucht der Regisseur durch einen Richtungswechsel frischen Wind in das mittlerweile nicht mehr ganz so neue Home-Invasion-Genre zu bringen. So vertauscht er im Film die Rollen von Gut und Böse und liefert geldgierige Schurken aus, die von vermeintlich hilflosen Opfern für gesetzloses Handeln bestraft werden. In DEADLY HOME ist mehr Schein als Sein, denn abermals wird ein Blick hinter die Fassade guter Familien gewährt, die eigentlich Furchtbares zu verbergen haben. Damit schwimmt der Beitrag auf gleicher Welle, wie Cravens HAUS DER VERGESSENEN, MUM & DAD oder dem kürzlich besprochenen THE HARVEST – Filme, die zeigen, dass anständige Bürger nicht immer anständig sein müssen.
 
 
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DEADLY HOME besitzt das, was vielen Horrorfilmen neueren Datums fehlt. So liegt der Fokus nicht ausschließlich auf das Kopieren der immer wieder gleichen Horrorgeschichten oder der Zurschaustellung möglichst zeigefreudiger Unmenschlichkeiten. Stattdessen spielt DEADLY HOME mit den Erwartungen des Zuschauers und erfreut durch fesselnde Spannung, welche durch überraschende Wendungen entsteht, die man so nicht kommen gesehen hat. Was wie bekannter Zu-Hause-Horror in der Machart von FUNNY GAMES beginnt, wird bald zum bitterbösen Vergeltungsakt, der eine fehlgeleitete Protagonistin über sich hinauswachsen lässt. Die mutiert zum unaufhaltsamen Racheengel und versteht es, böse Jungs zu bestrafen. Leider gipfelt das kurzweilige Katz-und-Maus-Spiel in einer genretypischen Auflösung, schließlich muss die Skrupellosigkeit von Filmheldin Anna und ihr abgebrühtes Ausradieren von Schurken irgendwie gerechtfertigt werden. Regisseur ADAM SCHINDLER gräbt tief in der Vergangenheit und lüftet Geheimnisse, die bisher nie die Türen des Hauses verlassen haben. Klickt man den Verstand aus, geht das in Ordnung. Rationalisten werden aber wohl eher mit dem Kopf schütteln.
 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bitterböses Katz- und Mausspiel hinter Wohnungstüren vermeintlich friedliebender Hauseigentümer. DEADLY HOME (Originaltitel: INTRUDERS) ist ein weiterer Film vom Produzenten von PARANORMAL ACTIVITY und INSIDIOUS, was wohl alteingesessene Filmliebhaber eher abschrecken dürfte, statt zum Kauf zu animieren. Aber halt, die Werbung im Trailer ist etwas unglimpflich gewählt, denn DEADLY HOME hat soviel mit genannten Filmen gemein, wie Abfallpresse THE ASYLUM mit guten Horrorfilmen. Hinter dem fiesen Indie-Schocker verbirgt sich ein Home-Invasion-Streifen, der gängige Regeln jenes Subgenres bricht und dafür eigene aufstellt. Nach erstem Schnupperkurs als Produzent und Drehbuchautor scheint ADAM SCHINDLER nach DELIVERY: THE BEAST WITHIN Gefallen am Horrorfilm gefunden zu haben und nimmt zum ersten Mal auf dem Regiestuhl Platz. Entstanden ist teuflisch spannender Zu-Hause-Terror par excellence, der die Spannung durch unerwartetem Richtungswechsel und überraschenden Wendungen konsequent vorantreibt. Laut einem Interview mit der Fachpresse mag es Regisseur ADAM SCHINDLER, wenn er das Publikum mit Filmen herausfordern kann, die sich in keine Schublade stecken lassen. Mit DEADLY HOME konnte er seine Vorstellungen von Filmen, die er selbst gern sehen würde in die Tat umsetzen. Dafür lies er sich nach eigener Aussage von Home-Invasion-Klassikern, wie STRAW DOGS, WAIT UNTIL DARK, DESPERATE HOURS, PANIC ROOM und das SCHWEIGEND DER LÄMMER inspirieren. Letztgenannter beeindruckte, weil das Gefühl der Angst faszinierte, das sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zog. Zwar ist DEADLY HOME von jenen Meisterwerken weit entfernt; für den ersten Ausflug ins Regiefach ist fabriziertes Grauen ganz ordentlich. Man darf gespannt sein, was Schindler demnächst aus dem Ärmel schütteln wird.
 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Zensur

 
 
 
Rache zum Schutze der Allgemeinheit durch Selbstjustiz – ein heikles Thema mit dem die FSK auch Jahre nach der Video-Nasty-Ära keinen Spaß versteht. Erstaunlicherweise hat DEADLY HOME von der Prüfbehörde nicht die höchste Altersfreigabe erhalten und dass, obwohl Lynchjustiz rigoros im Film zelebriert wird. Dennoch: Wer hier glaubt, dass Menschen brutal vor der Linse abgeschlachtet werden, wird enttäuscht werden. Die auf dem Filmplakat abgebildeten Mordwerkzeuge kommen nur bedingt zum Einsatz. Zudem deutet Macher ADAM SCHINDLER meist nur an und blendet immer dann weg, wenn es für Gewaltfans interessant wird. Dennoch darf man Rechteinhaber EUROVIDEO MEDIEN für die überraschend niedrige Altersfreigabe beglückwünschen. DEADLY HOME wurde ungeschnitten frei ab 16 Jahren in Deutschland veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shut In; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p) | @50 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Interviews

Release-Termin: 17.03.2016

 

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DEADLY HOME – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tiger House (2015)
 
The Aggression Scale (2012)
 

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