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Filmkritik: „Curtain“ (2015)

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CURTAIN

(THE GATEWAY)

Story

 
 
 

Die ehemalige Krankenschwester Danni (DANNI SMITH) beobachtet nach dem Einzug ins neue Apartment seltsame Vorkommnisse: Aufgehängte Duschvorhänge verschwinden wie von Geisterhand. Ein mysteriöses Portal hinter den Badezimmerfliesen wirft Fragen auf und bringt die junge Frau in große Gefahr.

 
 
 


 
 
 

CURTAIN – Kritik

 
 
 
Unter der Vielzahl regelmäßig veröffentlichter Horrorfilme muss man mittlerweile gründlicher suchen, um nennenswertes Gruselfutter zu finden. Gute Horrorstreifen sind rar geworden, was sich allmählich zur frustrierenden Angelegenheit entwickelt. Im Zuge der Massenproduktion von Horrorfilmen muss immer öfters die Qualität leiden, damit mehr Geld eingenommen wird. Eine erschreckende Entwicklung, die vielen Genre-Fans den Spaß am Schauen von Horrorstreifen nimmt. Schon lange ist nicht mehr gewiss, ob sich hinter dem soeben gekauften Gruselfilm nicht doch nur eine Gurke verbirgt. Gott sei Dank sind die Qualitätsdetektive von FILMCHECKER im Einsatz, um die werte Zuschauerschaft vor Zelluloidschott zu warnen und auf Perlen hinzuweisen. So geschehen im Falle von CURTAIN. Ein ungewöhnlicher Genre-Beitrag, der zweifelsohne als eine der größten Film-Überraschungen des Jahres 2016 gewertet werden darf, weil er sich souverän gegen den Horror-Kommerz auflehnt und dabei alles richtig macht.
 
 
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CURTAINS (der in Amerika übrigens als THE GATEWAY vermarktet wird) entführt den Zuschauer in eine sonderbare Welt voller Geheimnisse und Rätsel. Darin bezieht Anti-Walfang-Aktivistin Danni ein kleines Apartment, das einen Neuanfang einläuten soll. Die junge Frau war psychisch gezeichnet vom alten Job als Krankenschwester. Deshalb wagt sie nun den Schritt in ein neues Leben und setzte sich für Rettung der Wale ein. Doch es gibt Startschwierigkeiten. Im Bad der neuen Wohnung spielen sich seltsame Dinge ab. So verschwinden Duschvorhänge wie von Geisterhand. Weil ihr niemand glauben möchte, filmt die verunsicherte Mittdreißigerin die mysteriösen Ereignisse mit dem Handy und wertet das Filmmaterial zusammen mit ihrem Arbeitskollegen Tim aus. Was die beiden darauf entdecken, ist reichlich sonderbar. Ein seltsames Portal hinter den Badfliesen verschlingt jeden Duschvorhang, der an der vorgesehenen Halterung angebracht wird. Doch wer zeichnet für das geheimnisvolle Einfallstor verantwortlich und warum wurde es gebaut? Fragen, die besser hätten nicht gestellt werden sollen.
 
 
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Zuviel über die abgefahrene Geschichte zu verraten wäre unfair. CURTAIN lebt von der Prämisse, dass sich nicht so leicht erahnen lässt, wohin die Reise führen wird. Das ist auch gut so, denn so wird die Neugier des Zuschauers geweckt, der mit der Filmheldin auf Augenhöhe bleibt und nie mehr weiß, als die Hauptfigur selbst. Schritt für Schritt wird so ein außergewöhnliches Puzzle aufgelöst, das einen Strudel der Absurditäten in Gang setzt und gerade deshalb fesselt, weil sich nicht erahnen lässt, was als nächstes passieren wird. CURTAIN erinnert in seiner Machart an die schwarzhumorigen Episoden der beliebten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie. Darin wurden meist ähnlich sonderbare Handlungen im schnittigen TV-Format abgehandelt, die nicht selten mit makabrer Schlusspointe abgeläutet wurden. Darauf zielt auch CURTAIN ab, der mit bitterbösem Finaltwist in die Magengrube tritt und damit bleibenden Eindruck hinterlässt. Bis es jedoch soweit ist, huschen skurrile Filmfiguren vor die Linse, sorgen abgefahrene Kamerawinkel für atmosphärisches Gruselambiente und Synthesizer-Sounds machen deutlich, vor welchem Jahrzehnt sich CURTAIN verbeugt. Es sind natürlich die 1980er, die Regisseur JOHN CARPENTER und der italienische Musikgruppe GOBLIN nach den Anfängen in den 70ern, zum großen Erfolg verholfen haben. Vor denen hat sich der Film akustisch beeinflussen lassen. Referenzen an alte Horrorklassiker sind in CURTAIN zahlreich. So verriet man der Fachpresse, dass der Streifen visuell stark der ungeschliffenen Indie-Ästhetik des EVIL DEAD-Films gleicht. Fans unkommerzieller Horrorfilme dürfen sich demnach freuen, denn Effekte, Optik und Sound sind 100-prozentig Oldschool. Hier legt man noch Wert auf gute, alte Handarbeit.
 
 
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Hinter dem Geheimtipp steckt übrigens JARON HENRIE-MCCREA. Der erklärte in Interviews, dass ihm die Idee zum Film – wie die meisten seiner Gedankenblitze – beim Duschen kam. Dort stellte er sich die Frage, was wohl passieren könnte, wenn der Duschvorhang plötzlich verschwinden würde. Prompt schrieb er ein Drehbuch und wollte damit an einem Schreibwettbewerb teilnehmen, wo es aber sofort abgelehnt wurde. Doch MCCREA ließ sich nicht entmutigen und arbeitete eine erste Drehbuchversion zusammen mit Ehefrau CARYS EDWARS aus, die der Geschichte und den Figuren Tiefe verlieh. Die Entscheidung hätte nicht besser sein können, denn als Co-Autorin schafft CARYS EDWARS tatsächlich zugängliche Helden zu kreieren, denen man eigentlich nicht Böses wünscht. Die bereichern CURTAINS ungemein, weil sie den Zuschauer an die Hand nehmen und durch den Film führen, ohne selbst zu ahnen, was auf sie zukommen wird. Macher JARON HENRIE-MCCREA lies sich laut eigener Aussage von Kultware wie VIDEODROME oder THE TWILIGHT ZONE inspirieren. An letztgenannter Mystery-Serie aus den Sixties schätzte er die Tatsache, dass aus etwas Gewöhnlichen etwas Erschreckendes werden kann, wenn man es nur aus einer Perspektive betrachtet, über die man zuvor niemals nachgedacht hat. Gleiches geschieht auch in CURTAIN. Der Film beginnt unscheinbar und gipfelt in einem bitterbösen Finale, dass man so nicht kommen gesehen hat. Demzufolge können wir für diesen Streifen eine klare Kaufempfehlung aussprechen, schließlich sieht man so einen sonderbaren und durch gelungenen Film wie CURTAINS nicht alle Tage.
 
 
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CURTAIN – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Einzigartig, spannend und absolut unvorhersehbar. Wem der ewig gleiche Horror-Trott die Freude am Filmeschauen nimmt, dürfte mit CURTAIN die Offenbarung in den Händen halten. CURTAIN ist das beste Beispiel dafür, dass altmodische B-Horrorfilme noch lange nicht ausgedient haben und oftmals mehr können als millionenschwere Blockbuster aus Hollywood. Was man braucht sind gute Einfälle, nach denen man in Filmen großer Studios seit Jahren vergebens sucht. Mit schrulligem Charme und nostalgischer 1980er-Atmosphäre packt sich CURTAIN seine Zuschauer. Als I-Tüpfelchen erweist sich dabei eine unkonventionelle Geschichte, die so unvorhersehbar ist, dass sie nicht mehr loslässt. Das dürfte auch der Grund gewesen sein, warum man den Streifen auf einschlägigen Filmfestivals mit Lob geradezu überschüttet hat. Wir können dem nicht entgegensetzen und meinen, dass jeder aufgeschlossene Horrorfan CURTAIN gesehen haben sollte. So einen außergewöhnlichen Film bekommt man nicht alle Tage zu sehen. Zwar wenig Budget, dafür grandiose Einfälle und maximale Spannung – was will der Zuschauer mehr?
 
 
 


 
 
 

CURTAIN – Zensur

 
 
 
Gewalt spielt in CURTAIN keine sonderlich große Rolle. Die Szenen in denen Grausamkeiten über die Mattscheibe flimmern sind kaum vorhanden. Meist werden die ausgeblendet oder im Off zelebriert. Demzufolge wird CURTAIN definitiv eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

CURTAIN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hellraiser – Das Tor zu Hölle (1987)
 
Gate – Die Unterirdischen (1987)
 
Gate II – Das Tor zur Hölle (1990)
 

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