FILMCHECKER – Die Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Filmkritik: „The Dead Room“ (2015)

The-Dead-Room-poster
 
 
 

THE DEAD ROOM

Story

 
 
 

Zwei Wissenschaftler und ein Medium gehen einem gar schaurigen Spuk auf den Grund. In einem alten Farmhaus irgendwo im Hinterland Neuseelands sollen sich unheimliche Dinge ereignet haben, die von den Forschern näher untersucht werden wollen. Leider kommt wie immer alles anders, denn eine bösartige Präsenz lehrt die Hobby-Geisterjäger das Fürchten.

 
 
 


 
 
 

THE DEAD ROOM – Kritik

 
 
 
Was ließe sich nicht alles mit einer Million Euro anstellen? Eine Villa kaufen, einmal um die Welt segeln oder ganz unverfroren: Komplett auf den Kopf hauen. Für letztgenannte Option entschied sich Filmemacher JASON STUTTER. Er hatte das Glück mit großzügigem Budget haushalten zu dürfen. So großzügig, dass so mancher Regisseur unabhängiger Horrorfilme nur mit den Ohren schlackern kann. Dass aber mit egal wie ausreichend vorhandenem Geld nicht zwangläufig ein guter Film entstehen braucht, verdeutlicht THE DEAD ROOM schmerzhaft. Für den Gruselfilm zeichnet nämlich genau dieser neuseeländische Regisseur verantwortlich, der nach (völlig zu Recht) unbekannten Titeln wie DIAGNOSIS: DEATH erneut ziemlichen Schlamassel abgeliefert hat – der aber immerhin visuell sein Geld wert ist. THE DEAD ROOM wandelt auf den Pfaden so erfolgreicher Spuk- und Geisterfilme wie THE CONJURING oder THE AMITYVILLE HORROR, die sich marketinggerecht brüsten, auf wahren Begebenheiten zu beruhen. So wurde THE DEAD ROOM ebenso von paranormalen Ereignissen inspiriert, die sich in einem Bauernhaus in Central Otago, Neuseeland zugetragen haben sollen. Irgendwann in den 1970ern haben dort zwei Wissenschaftler Spukerscheinungen untersucht und sind dabei auf ein Geheimnis gestoßen, das ihnen das Blut in den Adern gefrieren ließ. Die gleiche Geschichte soll nun auch beim Zuschauer für Gänsehaut sorgen. Leider vergebens, denn statt Originalität steht in der filmischen Umsetzung fade Vorhersehbarkeit auf dem Plan, die in erster Linie langweilt und tüchtig Müdigkeit verursacht.
 
 
The-Dead-Room-bild-1
 
 
THE DEAD ROOM rückt zwei Parapsychologen in den Mittelpunkt, die zusammen mit einem Medium eine klapprige Hütte erkunden, in der es spuken soll. Die Vorbesitzer haben das Haus Hals über Kopf verlassen, weil sie Erlebtes zu Tode geängstigt hat. Das ruft freilich das Interesse der Forscher auf den Plan, die jegliche schaurige Vorkommnisse mit modernstem Equipment analysieren wollen. Schnell sind Kameras, Laptops und Bewegungsmelder aufgestellt, um übernatürliche Aktivitäten auf Film zu bannen. Doch der unsichtbare Haustyrann lässt auf sich warten. Erst nach mehrmaligen Anläufen und reichlich Warterei tut sich was. Eine bösartige Präsenz ist über die unangemeldeten Schlafgäste gar nicht erfreut. So fängt sie bald fürchterlich zu toben an, schlägt Türen zu und wirft mit Gegenständen um sich. Doch die Wissenschaftler lassen nicht locker. Sie finden heraus, dass sich am Ende des Flures ein Raum befindet, den der Geist interessanterweise meidet. Doch was hat es mit dem leeren Zimmer auf sich?
 
 
The-Dead-Room-bild-2
 
 
Klischee an Klischee. THE DEAD ROOM vereint samt und sonders Elemente klassischer Spukstreifen, die schon in vielen ähnlich gestrickten Gruselfilmen der 1970ern und 1980er Programm waren. So schlagen regelmäßig Türen wie von Geisterhand zu und Gegenstände fliegen unvorbereitet durch Räume. Das mag vermutlich vor drei Jahrzehnten ziemlich gruselig gewesen sein; gefühlte tausend Geister-Heuler später ist das leider nicht mehr ganz so fesselnd wie damals. THE DEAD ROOM hat ein Problem und das nennt sich Einfallslosigkeit. Man muss kein Genie sein, um den Fortgang der Geschichte erraten zu können, denn der Film klappert relativ ermüdend alle Etappen gängiger Spukstreifen ab und hat zudem keinerlei Überraschungsmomente zu bieten. Die wichtigsten Szenen verrät – so ist das leider heute meistens – dabei übrigens der Trailer. Der fasst den Film in knapp zwei Minuten zusammen und lässt so mehr Zeit für die spannenden Dinge im Leben. Bleibt zu erwähnen, dass THE DEAD ROOM kein Film für mutige Geisterjäger ist. Der Schauertrip ist so überflüssig wie ein Sandkasten in der Sahara. Er gibt sich nicht einmal die Mühe, das schreckerprobte Publikum irgendwie zu unterhalten. Unvorhersehbare Schockmomente sind Mangelware und unheimliche Spezialeffekte gibt es – trotz einiger Dollars mehr auf Seiten des Produktionsbudgets – auch nicht. So sind Kamera und Ausleuchtung zwar vehement darum bemüht so etwas wie Atmosphäre zu bewirken – doch dank eines Drehbuchs, das so ausgetreten ist wie Omas Pantoffeln, dürften die meisten Horrorfans schnell nach der Fernbedienung greifen, um dem faden Spuk ein gnädiges Ende zu setzen. Ein geistloser Zeiträuber.
 
 
The-Dead-Room-bild-3
 
 
 


 
 
 

THE DEAD ROOM – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
THE DEAD ROOM ist die neuseeländische Antwort auf PARANORMAL ACTIVITY. Schenkt man Regisseur JASON STUTTER Glauben, kam ihm die Idee zum Film während eines Besuches in einem heimischen Antiquitätengeschäft. Dort fand der Filmemacher ein altes Buch über Neuseelands Legenden und war schlichtweg so fasziniert von einer der dort verfassten Geschichten über eine Spukhütte, dass er daraus einen Film machen wollte. Er fand den Eigentümer des Gebäudes, lies sich durch das Haus führen und war fest davon entschlossen, den Film am Originalschauplatz zu drehen. Weil einige seltsame Dinge vorfielen, warf man aus Angst Pläne über Bord und baute die Hütte dann doch lieber im Studio originalgetreu nach. Das, verehrte Leser, ist Werbung. Im Interview lies Filmemacher JASON STUTTER stolz verlauten, dass er einen Film machen wollte, der ein unvergessliches Erlebnis für den Zuschauer werden sollte. Leider hat sich der Gute da etwas verzettelt – unvergesslich werden eher die quälend langen Sekunden sein, die das Publikum bis zum Anspann zahlen dürfte. THE DEAD ROOM ist kein nennenswertes Haunted-House-Movie, was nicht nur an mangelnder Originalität liegt. Vor allem der Schauplatz ist nicht gerade prädestiniert für Spukstreifen. Denkt man an Geisterfilme, hat man meist riesige Anwesen mit langen Fluren, dunklen Kellern und schaurigen Dachböden vor Augen. Die klapprige Hütte in THE DEAD ROOM sieht dagegen aus wie Kinderfasching. Enttäuschend von vorne bis hinten.
 
 
 


 
 
 

THE DEAD ROOM – Zensur

 
 
 
In THE DEAD ROOM spukt es gewaltig. Hier schlagen Türen von allein zu und Gegenstände fliegen durch den Raum. Tote gibt es nicht zu beklagen. Nur am Ende findet man einen verwesten Leichnam. Wegen der unheimlichen Atmosphäre und einige verstörenden Schocks dürfte der Film in Deutschland eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE DEAD ROOM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 
Poltergeist (2015)
 
Poltergeist (1982)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 
Amityville Horror (1979)
 
The Occupants – Sie wollen dein Leben (2014)
 
I am ZoZo (2012)
 
Ghost of Goodnight Lane (2014)
 

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.