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Filmkritik: „The Invitation – Die Einladung“ (2015)

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THE INVITATION – DIE EINLADUNG

Story

 
 
 

Will besucht mit seiner neuen Freundin die Ex-Frau. Die war knapp zwei Jahre verschollen, ist ebenfalls neu verbandelt und veranstaltet eine Wiedersehensfeier zu der weitere Freunde eingeladen sind. Doch die Party entwickelt sich zum Albtraum, denn aus der fröhlichen Wiedersehensfeier wird ein Kampf auf Leben und Tod

 
 
 


 
 
 

THE INVITATION – Kritik

 
 
 
Regisseurin Karyn Kusama zeichnet für Werke wie „Aeon Flux“ und „Jennifer’s Body“ verantwortlich, Beides bekanntermaßen keine wirklich gelungenen Filme. Ansonsten hat sie ein paar Episoden für diverse Fernsehserien („Chicago Fire“, „The L Word“) gedreht und ein paar Kurzfilme. Die Drehbuchautoren haben ihr an den bereits genannten Filmen zur Seite gestanden, was die Hoffnung auf einen guten Film – ehrlich gesagt – nicht unbedingt erhöht. Zwar wurde „The Invitation“ ohne den Einfluss eines der bekannten Hollywood-Studios gedreht, so dass Regisseurin und Produzenten völlig freie Hand hatten, aber dass deswegen ein besserer Film daraus entstanden ist, lässt sich leider nicht bestätigen. Das krude und vor allem in den ersten zwei Dritteln furchtbar enervierende Werk ist keinesfalls ein Horrorfilm, eher ein zähes Drama mit zugegeben recht blutigen Finale, aber bedauerlicherweise ohne Spannung. Entbehrlich, überfrachtet und an vielen Stellen so unlogisch und dilettantisch, dass man nicht guten Gewissens zuraten kann, diese „Einladung“ anzunehmen.
 
 
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So, also: Will (Logan Marshall-Green) und Eden (Tammy Blanchard) haben sich aufgrund des plötzlichen Unfalltodes ihres Sohnes und Edens Affäre mit David (Michiel Huisman) vor zwei Jahren getrennt. Eden war daraufhin verschollen. Nun ist sie wieder da und lädt Will samt seiner neuen Freundin Kira (Emayatzy Corinealdi) und weiteren alten Freunde in das Haus ein, in dem sie mit Will zusammen gelebt hat und nun mit David wohnt. Doch der Abend wird nicht zur fröhlichen Wiedersehensfeier. Die Freunde sind latent vergrätzt, dass Eden einfach sang- und klanglos verschwunden ist und Will bereitet es einige Probleme, sowohl auf sein altes Heim (im Übrigen auch der Schauplatz des Unfalltodes seines Sohnes) als auch auf Edens neuen Freund zu treffen. Darüber hinaus wirken sowohl Eden als auch David irgendwie seltsam. Als sie ihnen dann auch noch ein Video zeigen, in dem ein alter Mann komische Thesen kundtut, kippt die Stimmung endgültig.
 
 
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Dem Zuschauer geht es da ganz ähnlich. Anfangs hofft man noch (aufgrund der durchaus prekären Ausgangssituation) auf einen spannenden (Film)Abend, an dem sich alte Freunde aus unterschiedlichen Gründen beharken oder es zur Konfrontation zwischen Ex-Mann und -Frau kommt. Vielleicht wären auch ein paar unheimliche Momente drin, wenn Will vom toten Sohn halluziniert. Aber nix da. Frau Kusama fand es offensichtlich wesentlich spannender, einen Haufen Unsympathen dabei abzufilmen, wie sie Belanglosigkeiten austauschen oder absoluten Stuss reden. Eden wandelt dabei barfuß im weißen Gewand umher und guckt verklärt, Freund David schließt schon mal die Haustür ab und kübelt den Gästen Rothschild in die Gläser. Auch die weiteren Gäste können kaum Sympathien generieren. Wenigstens sind alle Minderheiten abgedeckt: Asiaten, Schwarze, Schwule, Dicke und Bekloppte. Neben den alten Freunden gesellen sich auch zwei Unbekannte zur Runde. Die durchgeknallte Sadie (Lindsay Burdge) und die ominöse Halbglatze Pruitt (John Carroll Lynch). Uh, unheimlich.
 
 
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Fortan wird drauflosgefaselt, was das Zeug hält, während Will es vorzieht, in seinem ehemaligen Zuhause rumzuwandeln und seiner Ex hinterherzuschnüffeln. Dabei wird er von Flashbacks geplagt, die vorrangig den toten Sohn zeigen oder aber seine Ex beim versuchten Freitod-Vollzug. Doch dann wird es spannend…ach nein, doch nicht. Denn nun zeigt David allen ein Video. Darauf zu sehen ein glatzköpfiger alter Mann, der wirres Zeug redet und meint, nur der Tod könne einem inneren Frieden bringen und wäre somit der einzige Weg traumatisierter oder trauriger Menschen, um Erlösung zu finden oder so. Da guckt die Gästeschar erstmal relativ blöd aus der Wäsche, findet das dann in der Summe aber nur semi-beunruhigend (wahrscheinlich wollten sie schlicht noch mehr von dem teuren Fusel abgrasen). Dann gibt es tolle „Sag, was du dir wirklich wünscht, ganz offen und ehrlich“-Spiele, anschließend wird lecker Abendbrot gereicht, während Will zunehmend beunruhigt durch die Flure schlurft. Und dann endlich (wir sind nun bei 80 von 100 Filmminuten angelangt) passiert mal was. Da einem die Protagonisten aber samt und sonders sowas von egal sind, kommt immer noch keine Spannung auf.
 
 
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Im Finale wird es dann durchaus ein bisschen blutig (es kommen Pistolen, Schürhaken und Messer zum Einsatz), leider interessiert einen dies nur noch insoweit, als dass man nun berechtigterweise darauf hoffen kann, bald des Abspanns ansichtig zu werden. Bis dahin kann man sich die Zeit damit vertreiben, die Unsinnigkeiten des Films aufzuzählen (u.a. das übliche „Handy funktioniert, dann wieder nicht, dann doch usw.“-Spiel oder auch die Frage, wie zwei der Protagonisten am Ende aus dem Haus herauskommen, das Sekunden vorher noch fest verschlossen und ausweglos verrammelt war). Es gibt noch wesentlich mehr unlogische Sequenzen, die man ohne zu spoilern aber nicht erwähnen kann.
 
 
 


 
 
 

THE INVITATION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
„The Invitation“ verschenkt das Meiste seines Potenzials. Die Ausgangssituation bietet ausreichend Stoff für Konflikte, Drama und Unheimliches. Unter der Ägide von Regisseurin Kusama wird daraus aber leider ein einschläferndes Laber-Martyrium für den Zuschauer, aus dem Kusama so gut wie keine Spannung zu generieren weiß. Darüber hinaus ist der Film an vielen Stellen schlicht unglaubwürdig oder unlogisch und gespickt mit Charakteren, die einem herzlich egal sind. Über zwei Drittel des Films werden verschwendet mit blödsinnigen Dialogen und unsinnigen Aktionen. Als der Film im Finale dann endlich mal etwas an Tempo gewinnt, häufen sich die Ungereimtheiten und gipfeln in einem derart dämlichen Schlussakkord, dass man die Regisseurin am liebsten selbst mal mit so einem Haufen kruder Typen in ein Haus einsperren möchte. Die halbwegs soliden Darstellerleistungen von Schauspielern aus der zweiten oder dritten Reihe Hollywoods retten diesen Unsinn wenigstens vor dem Totalausfall. Dennoch haben Zachary Quinto, Luke Wilson und Topher Grace, die ursprünglich für einige der Rollen vorgesehen waren, gut daran getan, abzulehnen. Ach ja, einen Pluspunkt gibt es noch für die zumindest nicht billig aussehende Location, in der dieser Unsinn spielt. Ergo: Mit diesem Independent-Schnarchfilm kann man keinen hinterm Ofen vorlocken. Deshalb maue vier von zehn Einladungen, die man unbedingt ausschlagen sollte.
 
 
 


 
 
 

THE INVITATION – Zensur

 
 
 
„The Invitation“ wurde von der FSK mit einer FSK16 durchgewunken. Das ist auch kein Wunder, denn zu derbe Schauwerte bleiben aus. Filmfans, die ausschließlich ungeschnittenes Material ihr Eigen nennen wollen, können demnach bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE INVITATION – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pandastorm Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Invitation; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | 24 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover und Schuber

Extras: Originaltrailer, Trailer

Veröffentlichung: 15.04.2016

 
 
 

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THE INVITATION – Trailer

 
 

 
 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Pandastorm Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Green Room (2015)
 
Coherence (2013)
 
The Overnight (2015)
 
Party Invaders (2013)

4 Antworten

  1. Monty

    Die Ursache für den Tod des Sohnes bleibt unklar, dieser dient wohl nur der Dramaturgie.

    Die Frau, die früher gegangen ist, wurde imo von dem groben Typ gemeuchelt, als sie versuchte, von da wegzukommen.

    Das Ende bedeutet, dass (zumindest!) der ganze Ort von diesen Sektenschwachmaten durchsetzt ist und es wohl überall zu Hinrichtungen kommt, wie sie auch in dem Haus stattfinden sollten, das wir sehen. Nur ist eben nicht jeder so wach wie unser Protagonist…

    15. Mai 2016 um 22:55

  2. Anonymous

    Hallo zusammen,

    kann mir jemand erklären, wie der Sohn genau gestorben ist?
    Was mit der Frau passiert ist, die frühzeitig gegangen ist?
    Und was das Ende zu bedeuten hat?

    Vielen Dank im Voraus

    15. Mai 2016 um 22:45

  3. Gerhardt

    „Irgendwie seltsam“ kamen mir persönlich nicht nur die Charaktere in „The Invitation“ vor, sondern auch die Kritik der ominösen „Miss Vega“, die hier direkt mit einem (zu früh gezogenen) Fazit einleitet. Bevor der Leser etwaige Kritikpunkte nachvollziehen kann, wird im phrasenreichen Gemecker so direkt klar, dass die gute Dame vom „Gefasel“ und den „komischen Thesen“ nicht viel gehalten hat und stattdessen lieber ein bisschen mehr Blut gesehen hätte. Durchaus berechtigt, wie ich finde – nur nicht in einer ernst gemeinten Filmkritik, die meilenweit hinter dem normalen Niveau der Seite verschwindet und der man nur schwer bis zum Ende „ansichtig“ werden kann.

    4. Mai 2016 um 15:30

  4. Monty

    Hallo.

    Ich fand den Film eigentlich ziemlich gut. Klar, er hat Längen, aber er lässt nicht zuletzt dadurch eine Atmosphäre aufkommen, die eine hektische Erzählweise so nicht hinbekommen hätte.

    Was mir allerdings ein völliges Rätsel ist: Wieso wird „The Invitation“ als Horrorfilm kategorisiert? Dieser Film ist imo in erster Linie ein Psychodrama. Unter Horror verstehe ich etwas gänzlich anderes. Wer mit der Erwartungshaltung „Horrorfilm“ rangeht, kann nur enttäuscht werden.

    Gruß Monty

    27. April 2016 um 16:53

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