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Filmkritik: „The Tag-Along“ (2015)

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THE TAG-ALONG

(紅衣小女孩)

Story

 
 
 

Der Geist eines kleinen Mädchens bringt das Leben einer kleinen Familie durcheinander. Nur was will das Mädchen in rot? Der Zuschauer wird es bald erfahren.

 
 
 


 
 
 

THE TAG-ALONG- Kritik

 
 
 
Asiatische Schriftzeichen und bleiche Mädels mit zersausten Gammelhaaren auf Plakat und DVD lassen darauf schließen, dass wir mal wieder ganz fern gen Osten schauen. Das mag zwar bei den meisten europäischen Zuschauern für lange Gesichter sorgen, ist aber im Falle des taiwanesischen THE TAG-ALONG vollkommen unbegründet. Ausnahmsweise, wie man inzwischen sagen möchte. Vorurteile sind hier fehl am Platz, denn dieser Ausflug ins Gruselfach hat es in sich. Wohl auch deshalb, weil er trotz Schocks und Schauer auch eine warmherzige Botschaft vermitteln möchte. „Vergiss vor lauter Arbeit nicht das Leben und all jene, die dir wichtig sind.“ So mahnt Regisseur WEI-HAO CHENG mit erhobenem Zeigefinger. Ganz so unrecht hat er mit seiner Aussage nicht, denn in einer selbstsüchtigen und karrieregeilen Zeit wie der unseren, verliert man – im Streben nach Geld und Macht – den Partner und die Familie rasch aus den Augen. Das wird spätestens dann fatal, wenn geliebte Menschen plötzlich nicht mehr da sind. Erst dann wird bewusst, dass kein Geld der Welt Liebe und Geborgenheit ersetzen kann.
 
 
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THE TAG-ALONG ergründet mysteriöse Vorkommnisse in Taiwan. Es verschwinden Rentner spurlos, tauchen aber nach wenigen Wochen traumatisiert wieder aus der Versenkung auf. So auch die Großmutter des Immobilienmaklers Zhi-wei He (RIVER HUANG). Der ist zwar bis über beide Ohren in Freundin Yi-jun Shen (WEI NING HSU) verschossen, hat aber nur Arbeit im Kopf, weshalb der Mittzwanziger anfangs gar nicht mitbekommt, dass die Großmutter verschwunden ist. Gott sei Dank gibt es Fotoapparate und Überwachungskameras. Auf denen ist Sonderbares zu erkennen. Ein kleines Mädchen im roten Kleid scheint der Großmutter auf Schritt und Tritt zu folgen. Leider weiß niemand in der Gegend so recht, um wen es sich bei dem Gör handelt. Erste, noch wirre Erklärungsversuche liefert die Großmutter bald selbst. Sie wird nach Tagen ergebnisloser Suche gefunden und reichlich verstört ins Krankenhaus gebracht. Leider hat der Spuk noch lange kein Ende. Kaum ist die alte Frau wieder da, verschwindet Enkelsohn Zhi-wei He unter mysteriösen Umständen. Für die ebenfalls karriereorientierte Freundin des Vermissten Grund genug, endlich mal die Arbeit ruhen zu lassen und den vielen seltsamen Gegebenheiten auf den Grund zu gehen. Alle Hinweise führen in eine unheimliche Berglandschaft. Doch was die Suchende dort entdecken wird, lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren.
 
 
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THE TAG-ALONG macht die taiwanesische Legende vom MÄDCHEN IN ROT zum Thema. Das sollte man vorab wissen, um den Film einordnen zu können. Angeblich sollen sich seit 1988 mysteriöse Erscheinungen von einem Geistermädchen häufen, das in den taiwanesischen Bergen ihr Unwesen treibt. Bei den Menschen in der Gegend um Hualien und Taichung (nördliches Taiwan) sorgen diese paranormalen Ereignisse für Angst und Schrecken – gerade auch deshalb, weil das Erscheinen dieses Mädchens bisher immer zu furchtbaren Tragödien führte. So wurde das bösartige Gör von einem Autofahrer entdeckt und verfolgt. Dann verschwand es plötzlich in dichtem Nebel und hätte den Verfolger fast das Leben gekostet, weil er beinahe eine Felsklippe hinabgestürzt wäre. Schenkt man den Legenden Glauben, wird drohendes Unheil mit dem Erscheinen des rot gekleideten Kindergeistes in Verbindung gebracht, denn nicht selten mussten Menschen mit dem Leben bezahlen, die den kleinen Geist zuvor gesehen hatten. Das hatte zur Folge, dass in Taiwan der Mythos des Bergdämon MO-SIEN (auf Chinesisch: 魔神仔) die Runde machte, der auch heute noch eine ganze Gegend in Schrecken versetzt und reichlich Stoff für gruseliges Horrorkino liefert.
 
 
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Spuk mit Botschaft, so muss es sein. Trotz Geisterthematik verliert sich THE TAG-ALONG über weite Strecken nicht in Klischees. Die Geschichte über Verlust und Familie fokussiert sympathische Protagonisten, die einem rasch ans Herz wachsen und erst im späteren Verlauf schätzen lernen, was Familienzusammenhalt bedeutet. THE TAG-ALONG sticht durch seine atmosphärische Machart ins Auge. Auch wenn es hier hin und wieder spukt, bleibt das Gezeigte spannend – auch, weil man nicht mit der Tür ins Haus fällt. Lang bleibt ungewiss, weshalb hier ein Mädchen im roten Kleid Schabernack treibt. Erst im Finale wird klar, warum das passiert. Spätestens dann rasselt der CGI-Overkill. Das kleine, krabbelnde Etwas wurde am Computer entworfen und windet sich qualvoll in vielen erdenklichen Stellungen. Das ist im lauten Schlusskampf dann doch etwas zuviel des Guten, weil der zuvor subtil erzählte THE TAG-ALONG in einer regelrechten Effektflutwelle ersäuft wird und jegliche Illusionen gleich mit tauchen gehen. Nun will man nicht so ungnädig mit dieser taiwanesischen Genreproduktion ins Gericht gehen. THE TAG-ALONG hat jede Menge schaurige Momente und punktgenaue Schocks zu bieten, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Spätestens hier sind die Asiaten vielen westlichen Filmemachern weit voraus. Auch wenn dort immer gleiche Spukstreifen nach ähnlicher Machart gedreht werden, verpackt man Schreckmomente und Kulisse stets so, dass sie trotzdem Gänsehaut bewirken und auf dem Sofa zusammengezucken lassen. Eine Kunst für sich, die man so wohl nur im fernöstlichen Raum beherrscht.
 
 


 
 
 

THE TAG-ALONG – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Effektreiches Spukkino aus Taiwan mit liebenswerten Darstellern und einer guten Story, das die Remake-Macher der Traumfabrik hoffentlich nicht (in den nächsten vier Monaten) auf überflüssige Ideen bringt. Einmal mehr spukt es im Osten, was im Falle von THE TAG-ALONG als durchweg gelungen bezeichnet werden kann. Der Streifen kann eins ganz gut: gruseln. Wenn man dem Spukfilm ein was vorzuwerfen hat, dann ist es der etwas übertriebene Einsatz von CGI. Das kommt vor allem im Finale deutlich zu exhibitionistisch zum Einsatz und macht den eigentlich sonst eher subtil erzählten THE TAG-ALONG zur mit Effekten überladenen Geisterbahnfahrt. Manchmal ist weniger mehr. Trotzdem ist und bleibt der von Regisseur WEI-HAO CHENG inszenierte Gruseltrip ein Hingucker. Wer nicht genug vom asiatischen Genrekino bekommen kann, sollte unbedingt einen Blick wagen. THE TAG-ALONG ist nämlich eine der besseren Genrefilme über bösartige Geistergören.
 
 
 


 
 
 

THE TAG-ALONG – Zensur

 
 
 
THE TAG-ALONG ist ein typischer Geisterfilm, den man seit RING oft aus dem asiatischen Raum geboten bekommt. Blut oder Tote gibt es nicht zu sehen. Es wird eher subtil gegruselt – mit allerhand fiesen Schreckmomenten. In einer Szene hat eine der Hauptdarstellerinnen einen furchtbaren Traum und suhlt sich auf einem blutigen Bettlaken. Ansonsten liegt der Fokus auf möglichst schaurige Stimmung – mit allem was dazu gehört. THE TAG-ALONG ist ein definitiver FSK16-Kandidat.
 
 
 


 
 
 

THE TAG-ALONG – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
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Grave Halloween (2013)

Sadako 3D – Ring Originals (2012)

Still 2 (2014)

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