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Filmkritik: „Eloise“ (2017)

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ELOISE

(THE HAUNTING OF ELOISE)

Story

 
 
 
Wegen einer Sterbeurkunde verirren sich vier Freunde in eine verlassene Irrenanstalt. Selbstverständlich spukt es darin.

 
 
 


 
 
 

ELOISE – Kritik

 
 
 
Immer mal wieder in Horrorfilmen zu sehen: Verlassene Kranken- oder schaurige Irrenhäuser. Letztere ziehen vor allem im Grusel-Genre ihren Reiz daraus, dass dort nicht selten unethische Experimente an ahnungslosen Probanden vorgenommen werden, die in der Regel zum Tod der Patienten führen. Was folgt, kennen gruselerprobte Zuschauer aus dem FF. Kaum stehen genannte Gemäuer leer, manifestiert sich darin das Böse. Da ziehen jene durch Gänge und Flure, die dort grausam ihr Leben lassen mussten und wollen denen an den Kragen, die die Gebäude aus Neugierde erkunden möchten. Auch für den Spukstreifen ELOISE trifft ebensolches Gruselmuster zu. Dahinter verbirgt sich mal wieder einer dieser Horrorfilme, dem ein realer Background zugrunde liegt. Die psychiatrische Anstalt im Film namens „Eloise“ gibt es wirklich und befindet sich im amerikanischen Michigan. Im Jahr 1982 wurde die riesige Gebäudeanlage (die sogar über eine eigene Polizeistation, Bäckerei und ein Postamt verfügte) geschlossen. Seither ranken viele Legenden und Schauergeschichten um den stillgelegten Klinik-Komplex, die geradezu prädestiniert dafür sind, daraus was Unheimliches fürs Kino zu drehen.
 
 
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Was man für Geld nicht alles tut. Im Film ELOISE erlebt der smarte Jacob Martin (CHACE CRWAFORD) ein Wechselbad der Gefühle. Dessen Vater hat sich mit einem Rasiermesser die Kehle aufgeschnitten, was der Mittzwanziger relativ gefasst aufnimmt. Der Grund dafür offenbart sich recht schnell. Der Vater hat dem Sohn nämlich ein stattliches Erbe vermacht mit dem es sich gut leben lässt. Leider hat die Sache nur einen Haken. Um an das Erbe zu kommen, benötigt der Frauenschwarm den Totenschein seiner verstorbenen Tante, von der er nicht einmal wusste, dass es sie gab. Um den jedoch erhalten zu können, muss er den Behördenweg gehen und die Dokumente beantragen. Weil aber Behördenmühlen bekanntermaßen langsam mahlen, will man sich die Papiere auf schnellerem Wege besorgen. Jacob bricht mit seinen Kumpels einfach in jene Anstalt ein, in der die Tante zu Lebzeiten behandelt wurde. Keine gute Idee, denn dort geht es nicht mit rechten Dingen zu. Leider kommen Ratschläge zu spät. Kaum in die Nervenheilanstalt eingebrochen, erwachen die Seelen jener aus dem Tiefschlaf, die innerhalb der Anstaltsmauern bei einem verheerenden Brand ums Leben gekommen sind. Ein extravaganter Plot – wie wir meinen – den man so vermutlich noch nie zu sehen bekommen hat.
 
 
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Auch Filmemacher müssen mutig sein. Um den Film möglichst gruselig erscheinen zu lassen, drehte man am Originalschauplatz. Die Dreharbeiten zu ELOISE erfolgten in genau jener psychiatrischen Heilanstalt im amerikanischen Michigan, die einst mit über 78 Gebäuden zu den größten psychiatrischen Einrichtungen der Welt gehörte. Das lässt die Geschehnisse gespenstiger erscheinen, gerade auch deshalb, weil echte Grundmauern dann doch authentischer wirken als bemalte Kulissen aus Gips und Pappe. Trotz gut gemeinter Absichten, ist ELOISE aber kein Gruselkracher geworden. Was nützen atmosphärische Kulissen, wenn man Gebotenes vorausahnen kann. Der Film ist nicht sonderlich originell und spult hastig ab, was man schon in Filmen wie HAUNTED HILL, GRAVE ENCOUNTERS, SESSION 9 oder HOUSE OF DUST zu sehen bekommen hat. Das bedeutet, dass sich die Freunde plötzlich mit der Vergangenheit der Anstalt auseinandersetzen müssen und ins Amerika der 1970er Jahre katapultiert werden. In einer Art Geister-Parallelwelt treffen sie auf Terminator 2-Bösewicht ROBERT PATRICK, der auch hier wieder als Unruhestifter unterwegs ist. Im Namen der Medizin konfrontiert er Insassen mit den eigenen Ängsten und macht dabei nicht vor Folterei halt. Weil fürs Operieren stets frisches Material benötigt wird, müssen die ungebetenen Einbrecher dran glauben. Einige von denen landen auf dem Untersuchungstisch des Herrn Professor, der auch als Geist weiß wie man das Skalpell blutige schwingen muss.
 
 
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Hilfe hier spukt’s – und das nicht gerade einfallsreich. ELOISE ist typisch amerikanisches Gruselfutter mit schönen Menschen, Hochglanzoptik und überschaubarer Handlung, die übrigens kaum Schockmomenten parat hält. Stattdessen werden Unglaubwürdigkeiten und Logiklücken aufgetischt. Nun gut, mag so mancher meinen – im Horrorfilm ist das die Regel. Dennoch sollte eine gewisse Grundglaubwürdigkeit vorhanden sein, um Filme überhaupt ernst nehmen zu können. So finden die Protagonisten von ELOISE allerhand haarsträubendes Zeug in einer verlassenen Psychiatrie, das da eigentlich nicht hingehören sollte. Schränke mit Patientenakten sind für jedermann zugänglich, Folterfotos von Insassen schmücken Wände und Strom scheint über 30 Jahre nach Anstaltsschließung immer noch aktiv zu sein. Das mutet mehr als seltsam, vor allem auch deshalb, weil der gesamten Gebäudekomplex vom Gesetzeshüter mit Klebeband abgesperrt wurde. Hat man hier nach Polizeiuntersuchungen aus Bequemlichkeit nicht aufräumen wollen? Nur Korrekturlesen kann helfen. Zumindest hätte man dann die offensichtlichsten Filmfehler aus dem Drehbuch radieren können. So läuft die Filmfehlersuche der Gruselei den Rang ab und macht ELOISE zum unfreiwilligen Lacher. Shit happens machmal.
 
 
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ELOISE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Nett gefilmter Geisterfilm mit schönen Menschen, vielen Geheimnissen sowie allerhand Filmfehlern und Logiklücken. ELOISE muss man nicht gesehen haben, denn geboten wird nichts Neues. ROBERTO LEGATO hat den überraschungsarmen Gruselstreifen inszeniert. Bisher konnte der sich als Spezialist für visuelle Effekte bei Filmen wie AVATAR, SHUTTER ISLAND und HUGO CABRET einen Namen machen. Visuelle Effekte sind zwar in ELOISE nur selten zu sehen – dafür hinterlässt der Streifen visuell aber einen guten Eindruck. Die Kulisse ist stimmungsvoll, die Kameraarbeit passt und nach 45 Minuten wird auch das Tempo straffer. Nennenswerte Höhepunkte gibt es kaum. Dafür überrascht ein Kurzauftritt von ROBERT PATRICK. Als Gruselsnack für Zwischendurch eignet sich ELOISE perfekt. Nachdruck hinterlässt der Film aber keineswegs. Sobald der Abspann über die Mattscheibe flimmert, hat man Gesehenes schon wieder vergessen. Das zeichnet keinen guten Horrorfilm aus.
 
 
 


 
 
 

ELOISE – Zensur

 
 
 
ELOISE ist Gruselkino wie man es kennt. Das bedeutet in der Regel, dass von schaufreudigen Gemetzel kaum etwas zu sehen ist. In diesen Filmen geht es eher subtil und zurückhaltend zu, was auch für ELOISE zutrifft. Eine Spritze wird mehrmals in den Arm einer Insassin gerammt und eine Behandlung mit Stromschlägen gibt es auch zu sehen. Weitaus ungemütlicher: Wie ein Gegenstand in ein Auge gehämmert wird. Hierzulande wird es dafür eine FSK16 geben. In Deutschland liegen die Rechte bei UNIVERSUM FILM. Der Anbieter wird den Gruselstreifen im Frühjahr 2017 ins Heimkino bringen.
 
 
 


 
 
 

ELOISE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universum Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Haunted Hill (1999)
 
Haunted Hill – Die Rückkehr in das Haus des Schreckens (2007)
 
House of Dust (2013)

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