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Filmkritik: „Selfie from Hell“ (2018)

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SELFIE FROM HELL

Story

 
 
 

Eine Vloggerin beschäftigt sich zu intensiv mit dem Darknet und zieht so die Aufmerksamkeit des Bösen auf sich.

 
 
 


 
 
 

SELFIE FROM HELL – Kritik

 
 
 
Neue Technologien, neue Horrorfilme. Seit Fotohandys das Kommunizieren revolutioniert haben, sind auch Dinge in unseren Alltag vorgedrungen, die die einen verteufeln – andere jedoch nicht wieder missen möchten. Die Rede ist von Selfies, ohne die in der modernen Welt offenbar gar nichts mehr geht. Die oft gestellten Selbstporträts überfluten tagtäglich die sozialen Netzwerke und haben sich zu einer regelrechten Plage entwickelt. Doch die Sucht nach Selbstinszenierung kennt keine Grenzen. Mittlerweile reichen Selfie nicht mehr aus, um den eigenen Geltungszwang befriedigen zu können. Immer mehr junge Leute drehen Videos und machen diese viral. Da wird über das eigene Leben geplaudert, eingekaufte Produkte getestet oder vor der Kamera gesungen. Nichts ist peinlich und wird der Öffentlichkeit aufgezwungen. Für die deutsche Schauspielerin MEELAH ADAMS Grund genug, daraus Gruselstoff zu drehen. Die produzierte 2015 einen zweiminütigen Kurzfilm mit dem Titel SELFIE FROM HELL, der sich innerhalb weniger Wochen zu einem Internet-Hit entwickelte und über 26 Millionen Klicks erhielt. Der Clip war Teil ihrer Bachelorarbeit über die Wirkung viraler Videos und erhielt offenbar so viel positives Feedback, dass eine Langfilmversion nicht vermeidbar war. Die ist nun fertig und buhlt um die Gunst der Horrorfilm-Gemeinde. Ob der Langfilm genauso gut ist, wie der unheimliche Zweiminüter?
 
 
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Das kommt davon, wenn man sich nicht mit dem Internet auskennt. Vloggerin Julia (MEELAH ADAMS) führt nämlich einen erfolgreichen YouTube-Channel, auf dem sie neuerdings ihre Erfahrungen mit dem Darknet teilt. Dabei handelt es sich um einen Bereich des Internets, der wegen krimineller Machenschaften zu zweifelhaften Ruhm gekommen ist. Leider beschäftigt sich die junge Dame zu intensiv mit der dunklen Seite des Webs, weshalb sie bald die Aufmerksamkeit zwielichtiger Gestalten auf sich lenkt. Als sie Begegnung mit einer knöchrigen Kreatur macht, die an den SLENDER MAN erinnert, wird sie plötzlich krank und fällt in Dauerschlaf. Das versetzt Cousine Hannah (ALYSON WALKER) in Sorge. Die ist über den Gesundheitszustand der Verwandten gar nicht erfreut. Leider kann ihr niemand helfen, weshalb sie selbst auf Ursachensuche geht. Schnell sind erste Gründe gefunden. Offenbar lauert im Darknet etwas, dass es nicht gut mit neugierigen Nichtswissern meint. So kommt, was kommen muss. Hannah verfolgt die letzten Recherchen ihrer Cousine und stößt in düstere Bereiche des Internets vor, die man besser nicht genauer ergründet. Dass die Folgen fatal sein werden, dürfte an dieser Stelle keine Überraschung sein.
 
 
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Alle wieder mit an Bord. Für den Kinoausflug zum Kurzfilm haben sich alle Beteiligten erneut zusammengefunden. Wie beim Shorty übernahm ERDAL CEYLAN die Regie und schrieb das Drehbuch – MEELAH ADAMS produzierte. Letztere ergatterte auch gleich noch eine Rolle im Spielfilm. Leider dürfte die Langfilmversion von SELFIE FROM HELL nur wenig Eindruck hinterlassen. Der Film ist nämlich bei genauerer Betrachtung nichts weiter als dreister Ideenklau. So findet man Elemente aus Filmen wie UNFRIEND, UNKNOWN USER, THE RING oder auch THE DEN wieder, die man hier wild durcheinander gemixt hat, um den Zuschauer mit möglichst unerwarteten Schocks zu konfrontieren. Zugegeben sitzen die gut, was vor allem an der Arbeit der Tontechniker liegt, die mit abrupt laut eingespielten Klängen den Puls der Zuschauer nach oben treiben. Dennoch ist SELFIE FROM HELL kein Horror-Highlight. Der Film bewegt sich zu engstirnig in vordiktierten Genre-Bahnen. SELFIE FROM HELL ist ein Social-Media-Horrorfilm, der wie eine Art Gruselkrimi startet. So beginnt Heldin Hannah mit Forschungen im Internet, die nach und nach Aufschluss darüber geben sollen, was ihrer plötzlich erkrankten Cousine dort widerfahren ist. Da werden Anhaltspunkte in ominösen Chatportalen verteilt, um Puzzleteile zusammenfügen zu können. Dabei bekommt es die Hauptdarstellerin mit skrupellosen Menschen zu tun, die im Darknet boshaften Machenschaften nachgehen. Das Detektivspiel funktioniert ganz gut, bis sich der Cybercrime-Thriller plötzlich in Geisterblödsinn verwandelt, den man leider gar nicht mehr ernst nehmen kann. So kommt die Suchende plötzlich einem seltsamen Mysterium auf die Spur. Dabei geht es um einen geheimnisvollen Darknet-Fluch, der das Erscheinen einer unheimlichen Kreatur zur Folge hat. Überflüssiger Nonsens, der den Film beliebig macht. Da wäre es wohl weitaus besser gewesen, wenn man die zuvor aufgenommene Thematik über böse Jungs im Darknet weiter ausgebaut und das Publikum mit kontroversen Terror, Psycho – oder Folterszenarien schockiert hätte. SELFIE FROM HELL dürfte sich mangels neuer Ideen nicht in die Köpfe von Horrorfilmfans brennen können. Etwas mehr Originalität und vor allem Blut hätte dem überraschend düsteren Streifen weitaus besser getan. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass eben nicht jeder Kurzfilm auch als Langfilm überzeugen kann.
 
 
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SELFIE FROM HELL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Erst Mystery-Krimi, dann Psychothriller und am Ende ein Geisterfilm. SELFIE FROM HELL macht es dem Kinoerfolg LIGHTS OUT gleich. Beiden Filmen liegen Kurzfilme zugrunde, die im Internet Klickzahlen nach oben trieben. Da wäre man doch dumm, wenn man nicht einen Langfilm nachschieben würde, um damit viel Geld verdienen zu können. Im Falle von SELFIE FROM HELL ist die Entscheidung nicht ganz geglückt. Klar ist die Idee vom Ergründen der Darknet-Mysterien nicht uninteressant. So kommt die Hauptdarstellerin schnell mit der finsteren Seite des Internets in Berührung und gerät an kriminelle Leute, die nichts Gutes im Sinn haben. Leider verrennt sich SELFIE FROM HELL schnell vom Rationalen ins Paranormale. Das ist dahingehen unglücklich entschieden, weil der Film mit seinem Slender-Man-gleichen Einschlag kurz vor der Zielgeraden dann doch ziemlich haarsträubend und konfus wird. Immerhin sitzen die Schockmomente. Selbst alteingesessene Horrorfilmkenner werden da zusammenzucken.
 
 
 


 
 
 

SELFIE FROM HELL – Zensur

 
 
 
Auf schaufreudige Grausamkeiten hat man in SELFIE FROM HELL fast gänzlich verzichtet. Der Film lebt ausschließlich von seinen unerwarteten Schockmomenten und einer düsteren Grundstimmung. Dennoch ist der Film nichts für Kinder. Eine FSK16 ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

SELFIE FROM HELL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken stammen von der Webseite zum Film)

 
 
 
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