Filmkritik: „Viking Vengeance“ (2018)

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VIKING VENGEANCE

(THE HEAD HUNTER | THE HEAD)

Story

 
 
 

Aus dem Leben eines Monsterjägers: Ein namenloser Kopfgeldjäger hat es sich zur Aufgabe gemacht das Königreich von Monstern zu säubern. Bis er auf jenes Monster trifft, mit dem er privat ein Hühnchen zu rupfen hat.

 
 
 


 
 
 

VIKING VENGEANCE – Kritik

 
 
 
Mittelalter, Blut und Horror – das ist stets eine sichere Bank. Nicht ohne Grund erreichen TV-Serien wie GAMES OF THRONES, VIKINGS oder THE LAST KINGDOM enormen Zulauf und bescheren TV-Kanälen so rekordverdächtige Einschaltquoten. Dass sich daran natürlich auch der Videomarkt orientiert, dürfte nicht überraschen. Doch die Sache hat einen Haken. Diese Art Filme kosten Geld, weil sie besondere Kostüme und natürlich auch komplizierte Kulissen voraussetzen. Kein Hindernis für Multitalent und Finanzgenie JORDAN DOWNEY. Der war schon Praktikant von WES CRAVEN und scheint vom Altmeister Tipps bekommen haben, wie man mit kleinem Budget maximalen Horror fabriziert. Entstanden ist so THE HEAD HUNTER – das bisher ehrgeizigste Projekt des Regisseurs, das für den deutschen Markt in VIKING VENGEANCE umgetauft wurde und Downeys Leidenschaft fürs Horrorkino unterstreicht. Der startete seine Karriere als Filmemacher bereits 2009 mit dem ersten Langfilm THANKSKILLING. Die trashige Hommage an die vielen Horrorfilme, mit denen der Regisseur aufgewachsen war, kam so gut bei Horrorfilm-Jüngern an, dass schnell eine Fortsetzung gedreht werden musste. Letztere stellte im Jahr 2012 einen Rekord auf KICKSTARTER auf. Über 100.000 US-Dollar machten begeisterte Filmfans locker, damit das Sequel gedreht werden konnte. Bis dato kam für keine andere Horrorproduktion auf dem Crowdfunding-Portal KICKSTARER so viel Geld zusammen, wie für den Nachfolger genannten Splatter-Ulks.
 
 
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Wir machen eine Reise zurück ins Mittelalter. Irgendwann zu jener Epoche fristet ein Kopfgeldjäger ein jämmerliches Dasein. Der Bursche ist von Hass getrieben und das nicht ohne Grund. Eine boshafte Kreatur hat den Tod der einzigen Tochter auf dem Gewissen. Nun fordert der von Wut getriebene Rächer Vergeltung und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschheit vom Bösen zu befreien. Tagein, tagaus reitet er deshalb mit seinem Pferd durchs Land, um das Reich vor Monstern, Drachen und anderen okkulten Gefahren zu schützen. Mit Erfolg, wie die heimische Trophäen-Wand beweist. Dort hat der Rächer die Köpfe all jener Monster gesammelt, mit denen er kurzen Prozess veranstaltet hat. Routiniertes Monsterschlachten also – bis der Krieger auf die Gestalt trifft, die einst die Tochter getötet hat.
 
 
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Unabhängiges Horrorkino auf einem neuen Level. VIKING VENGEANCE zeigt ganz eindrucksvoll, dass Filme mit kleinem Budget nicht zwingend kostengünstig aussehen müssen. Was hier mit gerade einmal 20.000 US-Dollar auf Film gebannt wurde, ist kaum zu glauben. Ob Kulisse, das Schauspiel, Schnitt, Kameraarbeit oder die musikalische Untermalung – nichts zeugt davon, dass beim Produzieren auf Sparflamme geköchelt werden musste. In VIKING VENGEANCE schaut alles nach mehr aus, als es gekostet hat, was auf das Konto von Regisseur JORDAN DOWNEY geht. Der scheint ein talentiertes Händchen fürs Buchhalten zu besitzen. Zuletzt sorgte der noch unbekannte Filmemacher für Furore, als ein von ihm gedrehter achtminütiger Fanfilm zum Kult-Horror CRITTERS im Netz die Runde machte. Auch dort verblüffte der Newcomer mit hohem technischen Standard, den sich sonst nur Produktionen namhafter Studios leisten können.
 
 
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Doch so groß die Freude über technische Fertigkeiten auch ist, so deprimierend die Tatsache, dass VIKING VENGEANCE kein neuer Kultfilm ist. Der Streifen schaut zwar prächtig aus, geizt aber mit Handlung. So folgen wir stets den gleichen Abläufen. Der Krieger bereitet sich auf Einsätze vor, vernimmt ein Warnsignal und reitet los, um den Monstern den Marsch zu blasen. Was genau im Gefecht passiert, erfährt der Zuschauer nicht. Die Handlung setzt erst wieder ein, wenn der namenlose Kämpfer heimkehrt, um die Trophäe seines Einsatzes an die Wand zu nageln. Auf Dauer eine ermüdende Angelegenheit, zumal sich WIKING VENGEANCE so anfühlt, als habe man krampfhaft versucht aus einer Kurzgeschichte einen Spielfilm zu machen. Immerhin wird es im Finale interessant. Dann nämlich versucht der Streifen aus seiner Monotonität auszubrechen. Da steht unser Held plötzlich jenem Feind gegenüber, der ihn zu dem gemacht hat, was er jetzt ist. Da kommt VIKING VENGEANCE endlich mal in Fahrt und zeigt einmal mehr, wie einfach es doch sein kann aus wenigen Mitteln effektives Monsterkino zu machen.
 
 
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VIKING VENGEANCE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Horror-Indie-Kino 2.0: Der handwerklich beeindruckende VIKING VENGEANCE lässt alle bisher gedrehten Low-Budget-Produktionen alt aussehen. Was man mit einem Mini-Budget von gerade einmal 20.000 US-Dollar hier auf die Beine gestellt wurde, verschlägt den Atem. Der Streifen schaut aus, wie die Produktion eines großen Studios und lässt nicht einmal ansatzweise erahnen, das der Film mit kaum finanziellen Mitteln gedreht wurde. Für diese Glanzleistung muss man alle Beteiligten einmal loben. Um gut haushalten zu können, musste gespart werden, wo es nur ging. Deshalb drehte man in einem zweihundert Jahre altem Dorf, in dem gerade einmal drei Menschen leben. Eine derer ist die Großmutter von Kameramann und Drehbuchautor KEVIN STEWART. In deren Obhut befand sich Stewart als Kind so ziemlich oft und vertrieb sich gern mal die Zeit in den zerfallenden Steinhäusern und alten Ruinen des Ortes. Die perfekte Kulisse für VIKING VENGEANCE, der mit kaum Dialog auskommt und stattdessen eine One-Man-Show in den Fokus rückt, die aber etwas unter dem nicht sonderlich umfangreichen Drehbuch leidet. So erfährt man im Film nicht unbedingt viel über den einzigen Protagonisten, der getrieben von Rache nur selten einen Blick hinter die emotionale Fassade zulässt.
 
 
 


 
 
 

VIKING VENGEANCE – Zensur

 
 
 
VIKING VENGEANCE – der im Original eigentlich THE HEAD HUNTER heißt – hat nur wenige Gewaltmomente zu bieten. Man bekommt abgetrennte Monsterhäupter zu sehen und einige von Monstern zugefügte Kratzer, die der Filmheld mit eigensinniger Medizin behandelt. Außerdem bekommt der Zuschauer einen abgeschlagenen Menschenkopf zu sehen, der aufgespießt wird. Hierzulande hat der Streifen einen FSK16 in ungeschnittener Form erhalten. Diese ist gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

VIKING VENGEANCE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei INDEED FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der 13te Krieger (1999)
 
Beowulf (1999)
 
Outlander (2008)
 

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