Filmkritik: „Beach Bum“ (2019)

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BEACH BUM

Story

 
 
 

In „Beach Bum“ muss ein dauerbekiffter Poet plötzlich etwas für seinen Lebensunterhalt tun, was für ihn zum Problem wird.

 
 
 


 
 
 

BEACH BUM – Kritik

 
 
 
Seit seinem ziemlich wilden und durchgeknallten Trip „Spring Breakers“, mit dem Indie-Regisseur Harmony Korine alle ziemlich begeistern konnte, sind auch schon wieder knapp sieben Jahre vergangen. Der Nachfolger hört auf den Namen „Beach Bum“ und widmet sich erneut nicht zu gering dem Drogenkonsum. Irgendwo zwischen Satire und Stoner-Movie bekommt man hier am ehesten lockere Unterhaltung geboten. Ohne echte Substanz, aber ziemlich kurzweilig.
 
 
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Moondog ist ein Poet, der vor zig Jahren mal erfolgreich war. Nun gibt er sich allerdings nur noch dem Drogenkonsum hin und lebt jeden Tag so, als könnte es sein letzter sein. Das kann sich Moondog allerdings auch leisten, denn er hat eine stinkreiche Frau und braucht sich um das Finanzielle keine Sorgen zu machen. Das ändert sich erst, als seine Frau stirbt und er nicht so einfach an das Erbe herankann. In ihrem Testament stellt sie nämlich die Forderung, dass Moondog ein weiteres Buch veröffentlichen muss. Erst danach darf er sein Erbe bekommen. Bis es soweit ist, vergeht allerdings ziemlich viel Zeit. Fast die gesamte erste Hälfte kommt ohne eine Struktur aus. Hier wird einfach ein Exzess an den anderen gereiht. Es wird gesoffen, gekifft, gevögelt und einfach Spaß gehabt. Verkehrt ist das nicht, aber man hätte dies auch etwas abkürzen dürfen. Ein roter Faden gesellt sich erst spät mit hinzu und da ist dann gar nicht mehr so viel Laufzeit übrig. Allerdings geht es „Beach Bum“ vordergründig sowieso um keine Dramaturgie.
 
 
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Wer Harmony Korine kennt, wird wissen, dass sozialkritische Töne und das Drama bei ihm eigentlich nie fehlen, aber bei diesem Film bekommt man davon fast nichts mit. Dafür ist das alles zu leicht konsumierbar. Geldprobleme sind sowieso nicht vorhanden und jeder kommt über seine Runden. Sicherlich lassen sich manche Momente als Satire wahrnehmen und da kommt die Welt der Reichen ganz und gar nicht gut weg, doch gerade weil man die Geschichte eigentlich nie richtig ernst nehmen kann, verliert die Satire an Wirkung. So ist „Beach Bum“ am ehesten ein lockeres Stoner-Movie, welches es mit der Moral nicht so eng sieht. Auf der einen Seite ist das fast kindlich-naiv und dann wird trotzdem plötzlich ein Passant angegriffen und ausgeraubt. Nicht alles daran wird man gut finden können und trotzdem verkauft der Film diesen Moondog als den größten Sympathisanten auf der gesamten Welt. Wer das nicht kauft, kann daran kaum Gefallen finden.
 
 
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So ambivalent die Figur des Moondogs eigentlich auch ist und so verachtenswert manche seiner Handlungen sein mögen, es liegt vor allen Dingen an Matthew McConaughey, dass der Zuschauer ihm niemals so richtig böse sein möchte. McConaughey gibt sich größte Mühe und spielt den dauerbekifften Trunkenbold absolut authentisch. Seine Leistung ist zwar manchmal schon fast etwas anstrengend, weil er eben gar nicht normal spielen darf, aber irgendwie macht sie auch Spaß. Daneben wird ein episodenhafter Aufbau der Handlung noch durch einige Gast-Auftritte unterstrichen. So gibt es hinterher einen soliden Zac Efron zu sehen und Martin Lawrence, der schon Jahre in keinem Kinofilm mehr aufgetreten ist, kann ebenfalls vollkommen überzeugen. Am Anfang und am Ende spielt Snoop Dogg eine größere Rolle, was natürlich äußerst passend ist und von Jonah Hill hätte es gerne etwas mehr zu sehen geben dürfen, denn der bleibt doch hinter seinen Möglichkeiten zurück. Auf jeden Fall sind die Darsteller alle mit Spaß an der Sache mit dabei.
 
 
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Wo das Drehbuch so seine Probleme hat, kann die Inszenierung richtig überzeugen. „Beach Bum“ sieht sehr schick aus und Korine entwirft schon fantastische Szenen. Es darf dabei gerne mal übertriebener zur Sache gehen, aber zum Glück wird es selten zu albern. Man bekommt einen langen Trip geboten, der passend bebildert wurde. Zwar ist das nicht so verspielt, wie „Spring Breakers“, aber verrückt genug ist das immer noch. Besonders im weiteren Verlauf überraschen ein paar absurde Szenen immer mal wieder. Hinzu gesellt sich ein starker Soundtrack, der hier eine große Rolle spielt. Ständig sind die verschiedensten Songs zu hören und sie verstärken die Stimmung. Diese bewegt sich fast ausschließlich im Feel-Good-Bereich, was an sich gut ist, denn der Film will eben Spaß machen. Hier und da hätten aber ruhig ein paar ernstere Momente und gerne auch etwas mehr Drama einfließen dürfen, denn das hätte den Spaß nachhaltiger gemacht. An Tiefe mangelt es dem Werk und eine echte Message steckt auch nicht wirklich dahinter. Somit gibt es gute 90 Minuten belanglose, dafür aber recht spaßige Unterhaltung.
 
 
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BEACH BUM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Beach Bum“ wird das Publikum spalten, denn nicht jeder wird mit der Figur des Moondog etwas anfangen können. Das ist jedoch wichtig, denn wenn hier keine Sympathien entstehen, wird man daran keinen Spaß haben können. Leider ist die Story etwas schwach, denn zunächst besitzt sie nahezu keine Struktur und auch hinterher wird da eigentlich kaum etwas erzählt. Die Satire ist belanglos, aber dafür sorgt der Drogenkonsum für genügend verrückte Szenen, so dass zumindest Freunde des Stoner-Movies amüsiert sein sollten. Besonders die gut aufgelegten Darsteller und die sehr schöne Optik besitzen einen echten Mehrwert. Außerdem gibt es einen tollen Soundtrack zu hören. Das reicht nicht unbedingt für einen sehr guten Film aus, aber wenn man mit den richtigen Erwartungen an „Beach Bum“ geht, bekommt man schon vergnügliche Unterhaltung spendiert!
 
 
 


 
 
 

BEACH BUM – Zensur

 
 
 
„Beach Bum“ ist eine Komödie. Wegen Drogen-Inhalten hat diese von der FSK aber eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

BEACH BUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Beach Bum; Frankreich | Großbritannien | Schweiz | USA 2019

Genre: Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Interviews (ca. 18 Min.), Trailer

Release-Termin: 01.08.2019

 

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BEACH BUM – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Abbildungen stammen von Constantin Film)

 
 
 
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Ein Kommentar zu „Filmkritik: „Beach Bum“ (2019)

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