Filmkritik: „Luz“ (2018)

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LUZ

Story

 
 
 
In „Luz“ wird ein zufälliges Treffen auf eine Frau für Polizeipsychologe Dr. Rossini zu einer ominösen Angelegenheit, bei der dämonische Kräfte ihre Finger mit im Spiel haben.

 
 
 


 
 
 

LUZ – Kritik

 
 
Wenn es um Horrorkino aus deutschem Lande geht, dürfen die Erwartungen wohl nicht ganz unberechtigt erst mal gering sein, denn es gibt einfach wenig Genre-Ware in diesem Bereich, welche wirklich sehenswert wäre. Mit „LUZ“ gibt es da mal wieder eine Ausnahme. Es handelt sich hierbei um die Abschlussarbeit an der Kunsthochschule für Medien Köln von Tilman Singer und Dario Mendez Acosta. Eine Verbeugung vor dem Giallo sollte einen hier erwarten, einem Genre, welches in den 70er Jahren seine Höhepunkte erreichte, nach wie vor beliebt ist und ab und zu auch mal weitere Vertreter hinzu bekommt. Entstanden ist ein sehr eigenwilliger, schwer greifbarer Film, der die Meinungen absolut spalten wird, aber handwerklich wirklich hervorragend gestaltet wurde.
 
 
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Der Polizeipsychologe Dr. Rossini hat Bereitschaftsdienst und verbringt den Abend in einer Kneipe. Dort wird er sehr seltsam von einer fremden Frau angeflirtet, die etwas von einer Luz erzählt. Kurze Zeit später wird Dr. Rossini auch schon zum Einsatz gerufen, denn auf einer Wache befindet sich eine verletzte Frau namens Luz. Mehr braucht man über die Handlung auch gar nicht zu erwähnen, denn hinterher blickt man sowieso nicht mehr so richtig durch. Das Drehbuch dient eigentlich nur dem Zweck eine hochwertige Inszenierung darbieten zu können, denn die Story ist sehr dünn und vor allen Dingen wird hier auch kaum etwas aufgeklärt. Der Zuschauer wird am Ende nicht schlauer sein, als zuvor auch. Da geht es um Dämonen und Besessenheit, doch was das alles genau mit den Charakteren zu tun hat, erfährt man nicht und so bleiben am Ende mehr Fragen offen, als gelöst werden. Oftmals geht ein solches Vorgehen schief, doch bei „LUZ“ besitzt es seinen Reiz und die Handlung erscheint da sowieso als gar nicht so wichtig. Jedenfalls vermisst man keine Erklärungen. Genauso ergeht es der Figurenzeichnung, die es streng genommen gar nicht gibt. Die Charaktere bekommen keinen Hintergrund und werden nicht näher durchleuchtet. Sie sind einfach da, handeln und sprechen ihre Texte. Das ist gerade deshalb absolut ausreichend, weil dieses Werk sich auf seine verspielte, handwerkliche Arbeit verlassen kann, die alle anderen Zutaten so oder so in den Schatten stellt.
 
 
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„LUZ“ wurde auf 16mm gedreht und bekommt alleine dadurch optisch einen schön altmodischen Anstrich. Da passt es gut, dass der Film als Hommage an das Giallo-Kino gedacht ist. Viele der Zutaten, die stilprägend für den Giallo waren, sind vorhanden, eigentlich nur die brutalen Morde nicht, denn davon gibt es in „LUZ“ nichts zu sehen. Obwohl der Film ziemlich simpel gestaltet wurde, kann er aus handwerklicher Sicht begeistern. Es gibt quasi keinerlei Effekte, lediglich das Spiel mit etwas Kunstnebel, ein wenig Kunstblut und ein paar Lichtern und trotzdem sieht das in allerlei Hinsicht enorm hochwertig aus. Das liegt aber auch an der tollen Kameraarbeit. Oftmals gibt es enorm langsame Kamerafahrten, die fast schon den Eindruck eines Standbildes vermitteln. Dazu gesellt sich dann der Score, der hier sehr wichtig ist. Musik ist fast immer zu hören und sie begleitet das Geschehen äußerst atmosphärisch. Sowieso lässt sich bei „LUZ“ von einem audiovisuellen Kunstwerk sprechen, denn manchmal gibt es Dinge zu hören, die nicht zu sehen sind und dann wiederum gibt es Dinge zu sehen, die nicht zu hören sind. Dieses Spiel ist den Machern sehr gut gelungen und alleine dafür verdient es ein dickes Lob.
 
 
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Von einem klassischen Unterhaltungswert zu sprechen, ist bei diesem Film jedoch schwierig. Das Szenario beginnt schon höchst merkwürdig, doch anfangs lässt sich das alles noch halbwegs klar verfolgen. Hinterher verliert man als Zuschauer dann aber schon die Orientierung und lässt sich nur noch von Szenen berieseln, dessen Zusammenhang man nur erahnen kann. Der eine wird daran seine Freude haben, der andere wird das als Kunstmist betiteln. Fakt ist aber, dass die 70 Minuten Laufzeit ziemlich zügig vergehen. Laut Regisseur Tilman Singer war so eine Laufzeit anfangs gar nicht geplant und das Projekt wurde dann länger, als gedacht. Längen lassen sich aber keine feststellen, nur gibt es eben auch keinerlei Zutaten wie Action, Spannung oder Humor. Grusel entsteht ebenfalls nicht viel, wobei die Atmosphäre dennoch sehr dicht und wunderbar geheimnisvoll erscheint. Dass dies gelungen ist, liegt allerdings auch mit an den soliden Darstellern. Jan Bluthardt spielt seine Rolle mit einem Hang zum Psychopathen und Luana Vellis wirkt einfach authentisch. Es gibt noch zwei, drei Rollen mehr, die allesamt überzeugend ausfallen, aber viele Schauspieler gibt es hier nicht zu sehen.
 
 
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LUZ – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„LUZ“ stellt das etwas andere Horrorkino aus Deutschland dar. Die Tatsache alleine, dass dieser Film aus Deutschland stammt, ist schon überraschend genug, denn eine Giallo-Hommage in dieser Qualität war nicht zu erwarten. Perfekt ist das Ergebnis keineswegs und jedem wird das absolut nicht gefallen. Wer viel Wert auf eine durchdachte Story, eine tiefere Figurenzeichnung, Spannung oder Action legt, dürfte mit „LUZ“ nicht viel anfangen können. Wer sich auf ein audiovisuelles Kunstwerk einlassen möchte, welches handwerklich stark gemacht wurde und mit ein paar simplen, aber effektiven Ideen daherkommt, der wird schon eher seine Freude haben. Optisch ist das hochwertig, die Inszenierung wirkt sehr gekonnt, der Score ist toll anzuhören und die Atmosphäre zieht einen durchaus in den Bann. Dazu gibt es gute Darsteller zu sehen und die Laufzeit ist mit 70 Minuten keineswegs zu hoch ausgefallen. Speziell, aber empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

LUZ – Zensur

 
 
 
„Luz“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 12 Jahren erthalten. Diese Freigabe ist gerechtfertigt. Wegen Bonusmaterial auf der Blu-ray besitzt diese aber einen FSK16-Flatschen. Horrorfilmfans und Sammler können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

LUZ – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Bildstörung (KeepCase im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Luz; Deutschland 2018

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 68 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover im Schuber

Extras: Booklet, Zwei Kurzfilme von Tilman Singer, Audiokommentar von Regisseur Tilman Singer und Szenenbildner Dario Méndez Acosta, Making Of mit Interviews von Cast & Crew

Release-Termin: 27.09.2019

 

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LUZ – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Bildstörung)

 
 
 
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