Filmkritik: „Aquaslash“ (2019)

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AQUASLASH

Story

 
 
 

Wasserrutsche des Grauens. Die wird in ein Mordwerkzeug umfunktioniert und zerteilt Planschgäste in kleine Stück.

 
 
 


 
 
 

AQUASLASH – Kritik

 
 
 
Der Regisseur von DISCOPATH ist zurück. Der lieferte vor einigen Jahren mit der Horror-Hommage an die 1970er ungewöhnlichen Genre-Stuff ab, der auf einschlägigen Filmfestivals gut abschnitt. Nachdem der Erstling selbst finanziert werden musste, tat sich der Regisseur diesmal mit den Produzenten von GAME OF DEATH zusammen – offenbar, weil die wissen, wie man Mord und Totschlag gut in Szenen setzen muss. Leider ist das Ergebnis keine Sternstunde des Horrorfilms. Was als spaßige Hommage an das Slasher-Kino der 1980er beginnt, verliert seinen Humor zu schnell aus den Augen und quält sein Publikum mit potenten Macho-Boys und willigen Bikini-Girls. Die wollen nicht schreien, wimmern und sterben, sondern saufen, feiern und durch die Betten hüpfen. Für einen Horrorfilm fatal.
 
 
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Was wäre ein Abschlussjahr ohne Abschlussfeier? Für einige Abiturienten der Grund, die bestandenen Prüfungen in einem Wasserpark zu feiern. Zwar gab es da vor einigen Jahren einen merkwürdigen Unfall, aber das hält die Meute nicht davon ab, den Abschluss mit Party, Sex und Drogen zu feiern. Doch jemand meint es nicht gut mit den Feiernden. Der sabotiert die Wasserrutsche des Parks und sorgt so für ein Blutbad. Da stellt sich glatt die Frage, wer solch boshafte Gedanken hegt. Man sollte gar nicht erst anfangen zu raten. Die Auflösung ist so weit hergeholt, darauf kommt man definitiv nicht.
 
 
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Was aussieht, wie eine Fortsetzung zum Splatter-Spaß PIRANHA 2 ist gar nicht so spaßig, wie man nach Sichtung des Trailers erwarten würde. AQUASLASH ist ein Slasher, der sein ganzes Pulver erst in den letzten 15 Minuten verschießt. Wo andere Horrorfilme gleichen Kalibers kreative Morde über den gesamten Film verteilen, reduzieren sich diese auf das Finale. Bis dahin herrscht Langeweile. Da wird gebaggert, geknutscht, gefummelt und gekokst. Das ist weder spannend noch unterhaltsam. Regisseur RENAUD GAUTHIER fokussiert zu lang und zu intensiv Teenager-Probleme und macht sich damit bei Horrorfans keine Freunde. Die wollen Blut sehen, werden aber stattdessen mit Alphamännchen-Gehabe und Blondinen-Gegacker genervt. Slasher sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.
 
 
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Immerhin gibt es Rot im Finale und das reichlich. Hier wird dick aufgetragen und es wird zehn volle Minuten gesplattert. Die Effekte sind gelungen und kommen nicht aus dem Computer. Da werden Klingen in einer Wasserrutsche platziert und so Körperteile oder Köpfe abgetrennt. An Zynischmus wird nicht gespart. Leider macht all das den Kohl nicht mehr fett. Der handwerklich professionell getrickste Blutrausch kommt zu spät, denn die meisten Zuschauer dürften wegen Ereignislosigkeit bereits vor der blutigen Krönung abgeschalten haben. Vermutlich enttäuschend für das Spezialeffekte-Team. Das nennt sich BLOOD BROTHERS, macht seinem Namen alle Ehre und hätte sich wohl durch den hausgemachten Blut-Cocktail-Mix mehr Aufmerksamkeit gewünscht. Zuletzt sorgten die mit Gemansche im rasanten Retro-Hit TURBO KID für Aufsehen und zeigten eindrucksvoll, was mit Spezialeffekten alles möglich ist. Im direkten Vergleich dazu ist AQUASLASH eine Schlaftablette.
 
 
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AQUASLASH – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Blutrote Hommage an die Slasher-Filme der 1980er, die lustig hätte werden können. In AQUASLASH wird eine Wasserrutsche in ein Mordwerkzeug umfunktioniert. Darin werden Menschen zu Fischfutter verarbeitet. Leider nutzt Regisseur RENAUD GAUTHIER die Möglichkeiten nicht aus und zeigt zu viel Gerede um den heißen Brei, statt endlich mal zum Punkt zu kommen. Da bekommt der Zuschauer eine konfuse Handlung aufgetischt, die über weite Strecken völlig die Slasher-Handlung aus den Augen verliert und sich mit Teenager-Problemen beschäftigt. Das Ergebnis: Langeweile. Für einen Film, dessen Handlung auf einen Bierdeckel passt und der eine Laufzeit von etwas mehr als einer Stunde besitzt, ist das schon eine Meisterleistung.
 
 
 


 
 
 

AQUASLASH – Zensur

 
 
 
Bis zum Finale passiert kaum etwas. Es wird hauptsächlich geredet, gefeiert und getrunken. Erst im Finale geht das große Sterben los. Dann wird reichlich gesplattert. Weil aber die Morde sehr übertrieben und teils ironisch zelebriert werden, darf man von einer ungeschnittenen Freigabe ab 16 Jahren ausgehen.
 
 
 


 
 
 

AQUASLASH – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Black Mandala)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
2001 Maniacs (2005)
 
Swimming Pool – Der Tod feiert mit (2000)
 
Piranha 2 (2012)
 

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