Filmkritik: „Der Biggels-Effekt“ (1986)

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DER BIGGELS-EFFEKT

(BIGGLES | BIGGLES: ADVENTURES IN TIME)

Story

 
 
 
Im New York des Jahres 1986 gerät der junge Jim Ferguson in ein Zeitloch. Das katapultiert ihn ins Jahr 1917, wo er dem britischen Kampfpiloten James „Biggles“ Bigglesworth die Haut rettet. Zurückgeworfen in die Gegenwart erklärt ihm der greise Ex-Kampfflieger Raymond, dass Ferguson und Biggles Zeit-Zwillinge sind, die sich in der Not gegenseitig retten können. Gemeinsam und nach vielen Wechseln der Zeitebenen, geraten die beiden in die Lage, den drohenden Endsieg der Nazis verhindern zu können.

 
 
 


 
 
 

DER BIGGELS-EFFEKT – Kritik

 
 
W.E. Johns‘ Buchreihe über Biggles (im Deutschen knallhart auf die Schreibweise „Biggels“ umgeproft), Ferguson und ihre Zeitsprünge soll bereits 1968 verfilmt werden, Schreibprozess und Casting sind abgeschlossen, sogar die Kulissen stehen schon. Leider geht die Verfilmung mit Haudegen James Fox in der Hauptrolle den Weg alles budgetär falsch Kalkulierten auf der Welt und die Johns-Fans müssen bis Mitte der Achtziger auf eine Adaption warten. Die sieht im Script noch aus wie eine in Pulp-Roman-Ästhetik getränkte Luftfahrt-Abenteuer-Charade im Indiana-Jones-Stil und vergisst fast den Kern der Story: Die Zeitreisen. In seiner letzten Kinorolle als Airforce-Veteran Raymond dürfen wir die britische Horrorfilm-Ikone Peter Cushing bewundern. In seiner Autobiographie schreibt der große englische Mime, dass sein Leben schon 1971, mit dem Tod seiner Gattin, zuende gewesen sei. Direkt nach dem schweren Einschlag in Cushings Alltag nimmt er mehr und mehr ab, wirkt immer geisterhafter und eingefallener in seinem Auftreten. Nach DER BIGGELS-EFFEKT beendet der legendäre Professor van Helsing dann auch seine Karriere und tritt bis zu seinem Tode nicht mehr auf.
 
 
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Regie führt der Brite John Hough. Der, nächstes Jahr feiert er seinen achtzigsten Geburtstag, zählt zu jener bedauernswerten Kategorie von Filmschaffenden, die erst dann ausreichend Anerkennung für ihr Schaffen erfahren werden, wenn sie dereinst der Schlag trifft. Er leitet bereits in den Sechzigern die Aufnahme bei Folgen von MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE (den ersten „Avengers“), dreht 1971 für Hammer den schnittigen DRACULAS HEXENJAGD, 1973 für den großen Konkurrenten Amicus TANZ DER TOTENKÖPFE und 1974 in den USA den in Drive-In-Theater-Kennerkreisen beliebten Road-Movie-Exploitationer KESSE MARY – IRRER LARRY mit Peter Fonda. Besonders interessant aber sind John Houghs Arbeiten in der Welt des Kinder-Horrors, also der gruseligen Filme zugeschnitten auf ein jugendliches Publikum. Tatsächlich zeichnet er gleich für drei hochbedeutsame Vertreter der Spielart verantwortlich: 1975 DIE FLUCHT ZUM HEXENBERG und drei Jahre später dessen Fortsetzung DER SIEG DER STERNENKINDER. Beide Alien-Kiddie-Abenteuerfilme bestechen durch ihre sorgfältige, routinierte Inszenierung und eine ganz besondere Atmosphäre. Sie taugen noch 2006 einem auch schönen Remake mit Dwayne „The Rock“ Johnson zur Vorlage. Houghs 1980 gedrehter SCHREI DER VERLORENEN, eine meisterlich orchestrierte Okkultismus- und Dämonologie-Geschichte, ist der wohl Unheimlichste im Reigen der Kinder-Verschreckungsfilme. Der Titel teilt sich innerhalb des Walt-Disney-Kanons den Meisterpokal des gruseligen Kinomatinee-Spielfilms mit der Zeichentrick-Fantasy TARAN UND DER ZAUBERKESSEL von 1986. Der Gehörnte König, Motherfuckers! Sein DER BIGGELS-EFFEKT darf sich hingegen nicht der Markierungen dieser wenig erforschten Unterkategorie des Kinos der Phantastik bedienen. Minderjährige Protagonisten, die eigentlich schon genug mit sich und ihrem inneren Entwicklungstrubel zu tun haben, landen mitten in allerlei übernatürlichen Kalamitäten und verstehen die Welt endgültig nicht mehr. Ferguson und Bigglesworth sind beide erwachsene Männer – was sie aber nicht vor den Wirrungen des Zeitreisegeschäfts schützt.
 
 
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DER BIGGELS-EFFEKT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Distinguiert britisches Zeitreise-Actiongeholze mit charmantem Pulp-Abenteuer-Einschlag. John Houghs Verfilmung der Sci-Fi-Bücherwelten von W.E. Johns erinnert an Kriegszeiten-Science-Fiction wie DAS PHILADELPHIA EXPERIMENT oder den herrlichen Japaner TIME SLIP von 1979. Der traurige Peter Cushing betritt die Bühne in DER BIGGELS-EFFEKT ein letztes Mal. Nur einer von vielen Gründen, diesem vergessenen Zukunfts- (und Vergangenheits- natürlich) Film ein paar Stündchen zu widmen. Kalte Winterabende und so.
 
 


 
 
 

DER BIGGELS-EFFEKT – Zensur

 
 
 
DER BIGGELS-EFFEKT erschien bisher nur auf VHS-Kassette. Dort war der Streifen aber leicht geschnitten. Leider erfolgte nie eine DVD-Auswertung. Das ändert sich aber jetzt. Das Label WICKED VISION hat sich dem Film angenommen und veröffentlicht die erste ungeschnittene Filmfassung in Deutschland auf DVD und Blu-ray. Als i-Tüpfelchen feiert der Streifen hierzulande sogar seine deutsche HD-Premiere. Wenn das mal nichts ist. Sci-Fi-Fans wird das freuen.
 
 
 


 
 
 

DER BIGGELS-EFFEKT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Wicked Vision Media (Mediabook – Cover C – limitiert auf 333 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Biggles; Großbritannien | USA 1986

Genre: Abenteuer | Kinder | Familie | Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Film zusätzlich auf DVD, Eine limitierte Sammelkarte! (Nur für die ersten 100 Vorbesteller im Wicked Shop), Erstmals mit deutschem Ton in Stereo!, 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Christoph N. Kellerbach, My Friends Call Me Biggles“: Interview mit Neil Dickson, „A Matter of Time“: Interview mit Alex Hyde-White, „The Stunts of Biggles“: Interview mit Stuntman Dinny Powell, TV-Mitschnitt: „Saturday Superstore“ (1986), TV-Mitschnitt: „Blue Peter“ (1986), Making-of Dokumentation, Musik-Videos, Video Game Promo, Deutscher Trailer, Originaltrailer, TV-Spots, Bildergalerie

Release-Termin: Mediabook: 25.09.2020

 

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DER BIGGELS-EFFEKT – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Wicked Vision Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Zurück in die Zukunft (1985)
 
Zurück in die Zukunft II (1989)
 
Zurück in die Zukunft III (1990)
 

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