Filmkritik: „Spell“ (2020)

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SPELL

Story

 
 
 
Auf dem Weg zur Beerdigung seines Vaters, stürzt Marquis mit seiner Familie im Privat-Flugzeug ab und als er erwacht, befindet er sich in den Fängen einer verrückten Hoodoo-Sekte.

 
 
 


 
 
 

SPELL – Kritik

 
 
Voodoo wird natürlich gerne für okkulte Horrorfilme als Vorbild benutzt. Eine solche Prämisse kann man 2020 also schon mal nicht mehr originell nennen, selbst wenn es in „Spell“ selbst um Hoodoo und nicht um Voodoo geht. So ähnlich die Aussprache, so wenig originell der Filmtitel, so wenig überraschend das Ergebnis. „Spell“ punktet in erster Linie mit seiner Optik, hat inhaltlich allerdings kaum etwas zu bieten.
 
 
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Star-Anwalt Marquis erhält plötzlich die Nachricht vom Tod seines Vaters. Also macht er sich zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern im Privat-Flugzeug auf den weiten Weg nach West Virginia. Als ein Unwetter aufkommt, stürzt die Maschine ab und als Marquis erwacht, befindet er sich auf einem Dachboden mit Verletzungen. Eine hilfsbereite Frau ist auch dort, aber es dauert nicht lange, bis Marquis bemerkt, dass Eloise nichts Gutes im Schilde führt. Das Ganze hat mit Hoodoo zu tun und Marquis versucht schon bald eine Flucht zu planen. Ob nun Hoodoo oder Voodoo spielt dabei eigentlich keine Rolle. Es gibt Parallelen, aber „Spell“ versucht dem Zuschauer diese Magie sowieso nicht näher zu bringen. Die Prämisse ist lediglich zweckdienlich und wird nicht weiter ausgearbeitet. Dabei hätten ein paar frische Ideen definitiv nicht geschadet. Das Drehbuch tut so, als würden wir uns noch in den 90er Jahren befinden und kommt ziemlich ideenarm daher. Nicht mal Hintergründe erfährt der Zuschauer hier. Erstaunlich, dass dafür Kurt Wimmer zuständig war, der mal Drehbücher für z.B. „Equilibrium“ schrieb. Wirklich überzeugend ist diese Geschichte nicht.
 
 
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Dafür kann die Optik punkten. Regisseur Mark Tonderai, der ansonsten überwiegend für’s Fernsehen arbeitet, liefert nämlich schon ab. In „Spell“ wird viel mit Filtern, Close-ups und Zooms gespielt. Das macht das Schauen zwar manchmal ein wenig anstrengend, aber da es gekonnt gestaltet wurde, macht das Ergebnis schon etwas her. Alleine die ganzen Farbfilter geben dem Werk einen hübschen Anstrich. Auch über die Schauplätze kann man sich nicht beklagen, denn hier wirkt alles authentisch und eine gewisse Atmosphäre entsteht so ebenfalls. Man bekommt es zwar nur mit einem typischen, okkulten Horrorfilm zu tun, aber phasenweise ist die Stimmung dennoch schön bedrohlich und dass es konsequent ernst zur Sache geht, passt ebenfalls.
 
 
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Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus den Darstellern. Omari Hardwick spielt seine Rolle durchaus glaubwürdig und gibt sich alle Mühe. Auch Loretta Devine erledigt ihre Aufgabe solide und die ganzen, kleinen Nebenrollen sind ebenfalls ordentlich besetzt. Aus schauspielerischer Sicht ist „Spell“ also gelungen, aber leider mangelt es erheblich an einer funktionierenden Figurenzeichnung. Die Wandlung von Marquis wirkt noch halbwegs glaubwürdig, doch viel erfährt man über seinen Charakter nicht. Alle anderen Figuren trifft es noch schlimmer. Über die Motive von Eloise kann man nur rätseln und manche Personen tauchen anfangs kurz auf, nur um dann vom Film vergessen zu werden. So hätte man die Familie von Marquis auch gleich weg lassen können. Nichtssagende Charaktere sind mit Sicherheit störend, aber warum man überhaupt nichtssagende Charaktere einführt, nur um sie dann zu vergessen, ist rätselhaft.
 
 
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Da „Spell“ inhaltlich wenig zu bieten hat, stellt es sich auch nicht als sonderlich interessant heraus, dem Geschehen zu folgen. Obwohl die Atmosphäre immer mal wieder schön dicht ist und sich der Überlebenskampf von Marquis als halbwegs spannend herausstellt, ist im Endeffekt viel zu wenig los, um den Zuschauer gut zu unterhalten. Das liegt allerdings auch mit daran, dass die Charaktere einfach zu farblos bleiben. Überwiegend geht es relativ ruhig zur Sache und viele Effekte braucht man nicht zu erwarten. Abgesehen von ein, zwei schmerzhaften Szenen spielt auch Gewalt keine so große Rolle. Nur das Finale dreht dann plötzlich etwas durch und bietet deutlich mehr Action. Das ist an sich unterhaltsam, nur passt der Wechsel im Ton so gar nicht zum vorherigen Geschehen. Außerdem offenbaren sich so ein paar CGI-Effekte, die man nicht unbedingt gebraucht hätte. Der Score klingt passend und ist brauchbar.
 
 


 
 
 

SPELL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Spell“ ist so durchschnittlich, wie der einfallslose Titel es schon vermuten lässt. Dabei hätte aus dem Streifen durchaus etwas werden können, denn die handwerkliche Arbeit ist solide, die Inszenierung überzeugt und die Optik weiß zu gefallen. Außerdem sind die Darsteller völlig brauchbar und die Atmosphäre besitzt ordentliche Momente. Leider hat das Drehbuch allerdings nichts zu bieten. Man hatte keine kreativen Einfälle, durchleuchtet keinerlei Motive und bietet so im Endeffekt auch eine sehr nichtssagende Figurenzeichnung. Große Spannung kann so keine entstehen. Die Laufzeit von guten 90 Minuten langweilt zwar nicht durchgehend, aber so richtig unterhaltsam will das Treiben auch nie werden. Außerdem passt das actionreiche Finale nicht zur vorherigen Gangart. Alles in einem ist „Spell“ nicht schlecht, aber man verpasst auch nichts!
 
 


 
 
 

SPELL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Spell“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Sonderlich blutig ist der Streifen nicht. Daher ist die Freigabe gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

SPELL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Piuctures (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Spell; Südafrika | USA 2020

Genre: Horror, Mystery, Grusel, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 23.09.2021

 

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SPELL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Piuctures)

 
 
 
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