Filmkritik: „The Trip – Ein mörderisches Wochenende“ (2021)

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THE TRIP – EIN MÖRDERISCHES WOCHENENDE

(THE TRIP)

Story

 
 
 
Für ein sich hassendes Ehepaar wird die Planung, den Partner umzubringen, zu einer viel größeren Gefahr, als auch noch ein paar entflohene Sträflinge auftauchen.

 
 
 


 
 
 

THE TRIP – Kritik

 
 
Wenn eine schwarze Komödie aus Skandinavien stammt, darf man sich sicher sein, dass es alles andere als politisch korrekt zur Sache gehen wird. Wenn dann auch noch Tommy Wirkola Regie führt, dann darf man sich zusätzlich sicher sein, dass es reichlich blutig werden wird. „The Trip – Ein mörderisches Wochenende“ klingt schon auf dem Papier reichlich abgefahren, ist in seiner Umsetzung jedoch tatsächlich noch verrückter. Schade, dass sich Wirkola manchmal etwas von belanglosen Nebensträngen ablenken lässt, denn sonst hätte aus dem Streifen ein echter Kulthit werden können, doch auch so kommen Fans von schwarzem Humor auf ihre Kosten!
 
 
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Lisa und Lars führen keine besonders glückliche Ehe, hassen sich irgendwie und können einfach keine Minute friedlich miteinander verbringen. Ein Wochenende in einem abgelegenen Ferienhaus soll es richten, nur was beide Partner voneinander nicht wissen: Der jeweils andere plant, den anderen umzubringen. Als das Ehepaar die Pläne in die Tat umsetzen möchte, stoßen plötzlich drei entflohene Sträflinge in das Szenario und die sind durchaus brutal. So darf sich das Gemetzel erweitern und dabei kommt es Lisa und Lars zu gute, dass sie sich schon ein paar Waffen besorgt haben.
Das klingt wie die weitaus brutalere Variante von „Mr. und Mrs. Smith“ und ungefähr ein solches Szenario erwartet den Zuschauer auch. Nur dass es hier nebenbei eben noch drei brutale Gangster gibt. Alleine diese Idee macht das Geschehen ziemlich abwechslungsreich, wobei Wirkola, der das Drehbuch selbst schrieb, manchmal etwas den Fokus aus den Augen verliert. So wäre es nicht unbedingt nötig gewesen, das Treiben noch mit Rückblenden anzureichern. Teilweise möchte die Geschichte mehr, als sie eigentlich hergibt. Hätte man sich da lieber auf das Wesentliche konzentriert, wäre die Handlung im Endeffekt stimmiger. Trotzdem hatte Wirkola einige stimmige Ideen und setzt diese gekonnt um.
 
 
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Sowieso macht er in seiner Inszenierung viel richtig. Kennt man seine vorherigen Filme wie z.B. „Dead Snow“, weiß man schon in etwa auf welche Richtung man sich gefasst machen sollte. „The Trip – Ein mörderisches Wochenende“ ist gnadenlos schwarzhumorig, pfeift auf politische Korrektheit und gibt sich möglichst derb. Egal ob es mal in Richtung Fäkalhumor geht oder ob es dann doch eher in Richtung „Vergewaltigung des Mannes“ geht – Man behandelt viele Faktoren. Dass der Anfang dabei sogar noch nach einem halbwegs ernsthaften Beziehungsdrama aussieht, macht die Sache nur noch abwechslungsreicher. Es dauert ca. 20 Minuten bis es zum ersten Mal zur Sache geht, aber so richtig starten, tut das Szenario erst nach 40 Minuten, wenn die Verbrecher dazu stoßen. Erstaunlicherweise wird die Atmosphäre danach sogar nahezu richtig fies und man könnte kurze Zeit fast vergessen, dass es ja humorvoll zur Sache ging. Da fühlt sich der Zuschauer fast wie in einem lupenreinen Terrorfilm alter Schule. Dieses Gefühl hält allerdings nicht lange an und schon bald wird wieder hemmungslos auf die Kacke gehauen. Niemand wird verschont und alle stecken ein.
 
 
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Leider sorgen die ganzen Rückblicke immer wieder für eine Unterbrechung und das wäre in dieser Form nicht notwendig gewesen. Hier bremst sich „The Trip – Ein mörderisches Wochenende“ unnötig aus. Allgemein ist der Plot für seine knapp zwei Stunden Laufzeit zu aufgebläht. Hätte Wirkola daraus einen 90-Minüter gemacht, hätte es gar keine Längen gegeben, aber in dieser Form ist der Unterhaltungswert nicht immer ganz oben. Spannung will eigentlich auch nicht wirklich aufkommen, weil das Treiben dafür nicht ernst genug erscheint. So bleibt einem im Endeffekt nichts anderes übrig, als einfach Spaß mit dem blutigen Treiben zu haben und wenn man es gerne böse hat, dann wird einem das nicht schwer fallen. Blut wird jedenfalls genügend vergossen und die Freigabe ab 18 Jahren hat sich der Film durchaus verdient. Die Morde fallen schön kreativ aus und jeder steckt reichlich ein. Die Effekte sind zudem gut gelungen und auch der Score begleitet das Geschehen passend.
 
 
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Das würde jedoch alles noch nicht ausreichen, wenn die Darsteller ihre Rollen nicht gut verkörpern könnten, doch hier kann sich Wirkola auf seinen Cast voll und ganz verlassen. Mit Noomi Rapace arbeitete er nicht das erste Mal zusammen und sie macht sich in ihrer Rolle echt gut. Aber auch Aksel Hennie geht als Lars vollkommen auf und holt den Zuschauer ab. Als die drei Sträflinge wissen Atle Antonsen, Christian Rubeck und André Eriksen zu überzeugen und die überschaubare Anzahl weiterer Schauspieler enttäuscht ebenfalls nicht. Der Fokus liegt sowieso stark auf diesen fünf Darstellern, die das schön übertrieben machen. Das passt, weil die Figurenzeichnung ebenso übertrieben ausgefallen ist. Hier wird mit einigen Klischees gearbeitet und das soll so sein. Das Resultat fördert zwar nicht gerade die Sympathien, aber zu viele davon wären in diesem Falle sowieso kontraproduktiv gewesen. Eine Ewigkeit bleiben einem diese Charaktere sicherlich nicht in Erinnerung, aber es ist markant genug, so dass man sich darüber nicht beschweren kann.
 
 


 
 
 

THE TRIP – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„The Trip – Ein mörderisches Wochenende“ ist ein böser, blutiger Spaß geworden, der sich keinen Deut um politische Korrektheit schert und dabei irgendwie typisch skandinavisch wirkt. Besonders die guten Darsteller fallen auf und die Inszenierung sitzt ebenfalls. Leider versucht die Story im Endeffekt mehr zu sein, als sie eigentlich ist und deshalb zieht sich das Treiben etwas in die Länge. Das bemerkt man auch an der Laufzeit, denn der Film ist insgesamt gute 20 Minuten zu lang geraten und das stört natürlich den Unterhaltungswert. Sieht man davon mal ab, bekommt man jedoch herrlich schwarzhumorige und reichlich blutige Unterhaltung geboten, die gute Effekte besitzt und ganz sicher nicht zimperlich mit seinen Figuren umgeht. Aus handwerklicher Sicht ist das souverän gestaltet, die Grundidee ist nicht sonderlich originell, aber spaßig und insgesamt lässt sich durchaus sagen, dass man mit diesem Werk seinen Spaß haben kann, wenn man es eben gerne böse und blutig hat!
 
 


 
 
 

THE TRIP – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Trip – Ein mörderisches Wochenende“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE TRIP – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SquareOne Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Trip; Norwegen 2021

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Norwegisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.00:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 113 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Making of, Deutscher Trailer

Release-Termin: KeepCase: 29.10.2021

 

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THE TRIP – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SquareOne Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mr. & Mrs. Smith (2005)
 
Der Rosenkrieg (1989)
 

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