Filmkritik: „Run Hide Fight“ (2020)

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RUN HIDE FIGHT

Story

 
 
 
Als vier Schüler an einer Schule zum Amoklauf einladen, gibt es nur eine 17-jährige, die sich dagegen zu wehren weiß.

 
 
 


 
 
 

RUN HIDE FIGHT – Kritik

 
 
Amokläufe an Schulen gibt es leider immer wieder. Besonders Amerika ist davon geplagt und da darf man sich durchaus fragen, ob man diese schlimme Prämisse für einen Actionthriller nutzen muss. „Run Hide Fight“ muss sich eine solche Kritik durchaus gefallen lassen, weil er im Endeffekt doch eher brachiale Unterhaltung bieten will. Zum Glück gibt es nebenbei aber auch ein bisschen Gesellschaftskritik und deshalb ist das Resultat nicht dermaßen fragwürdig, dass es zur Provokation einlädt. Leider hat man sich mit dem Thema gleichzeitig ziemlich plump auseinandergesetzt, weshalb das Ganze irgendwo im Mittelmaß verpufft.
 
 
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Die 17-jährige Zoe hat früh ihre Mutter verloren, von ihrem Vater jedoch umfangreiche Kenntnisse in der Jagd und im Überleben erworben. In der Schule ist Zoe eher eine Außenseiterin und als der Schulball ansteht, sehnt sie sich weit hinfort. Dieser Wunsch soll in Erfüllung gehen, denn am letzten Schultag stürmen plötzlich vier Jugendliche die Schule. Mit reichlich Waffengewalt im Gepäck planen sie einen lupenreinen Amoklauf, aber das Ganze soll auch live per Stream im Internet landen. Nur haben die Vier ihre Rechnung nicht mit Zoe gemacht, die gar nicht daran denkt sich selbst oder die anderen aufzugeben. Das Drehbuch, welches Regisseur Kyle Rankin selbst schrieb, ist komplett zerfahren, besitzt gute, wie auch schlechte Seiten und lässt sich deshalb kaum einheitlich bewerten. Es gibt schon ein paar Filme, die sich mit Amokläufen an Schulen befassen, doch „Run Hide Fight“ kommt wie ein normaler Actionthriller daher, der nicht selten an „Stirb langsam“ erinnert und das wirkt aufgrund der ernsten Thematik dann doch erst mal befremdlich. Dass Rankin ein Thema, welches immer mal wieder grausame Realität darstellt, ausnutzen würde, kann man allerdings auch nicht behaupten, denn er streut immer wieder kleine Seitenhiebe in Form von Gesellschaftskritik mit ein. Da werden Dinge wie die Handysucht der Jugend angesprochen etc. So wirklich treffsicher will das jedoch niemals wirken und insgesamt macht das alles einen etwas zu plumpen Eindruck, weshalb das Drehbuch echt durchwachsen wirkt.
 
 
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Ein Film wie „Run Hide Fight“ steht und fällt mit seiner Figurenzeichnung und in diesem Punkt geht es ähnlich zwiespältig zur Sache. Der Anführer der Täter besitzt seine Motivation und diese wird einigermaßen gut herüber gebracht, wirkt aber auch gleichzeitig nicht komplett ausgearbeitet. Eli Brown gibt sich zum Glück alle Mühe, um seinen Charakter möglichst durchgeknallt wirken zu lassen und spielt das ziemlich stark. Bei unserer Heldin sieht es ähnlich kompliziert aus. Zoe muss viel Trauer aufarbeiten und deshalb erscheint ihr immer wieder ihre Mutter als Art der Halluzination. Zur Geschichte trägt dies nicht viel bei. Zwar bekommt der Zuschauer so manchmal kurz Radha Mitchell zu sehen, aber auch hier wird man das Gefühl nicht los, dass die Ideen nicht zu Ende gedacht wurden. Isabel May macht ihre Sache als Heldin jedoch ordentlich und die Figurenzeichnung ist hier zweckdienlich konstruiert. Der Rest der Charaktere bleibt blass. Obwohl Thomas Jane, Barbara Crampton und Treat Williams zu sehen sind, bleibt auch das Schauspiel eher unauffällig. Leider verhalten sich die Personen auch nicht gerade schlau, so dass z.B. die Polizei dümmlich agiert, die Geiseln niemals einen Versuch der Flucht unternehmen etc. Für einen doofen Actionfilm wäre das nicht weiter tragisch, aber eben weil man doch versucht Anspruch mit einzubauen, fällt dieser Umstand doch arg auf.
 
 
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Die Inszenierung hat Kyle Rankin ganz gut hinbekommen; da kann man nichts sagen. Die Schauplätze sind zwar nicht spektakulär, aber sie sehen authentisch aus. Die Inszenierung wirkt an manchen Stellen etwas holprig und auf Feingefühl sollte man hier nicht setzen, aber insgesamt macht „Run Hide Fight“ handwerklich schon einen guten Eindruck. Ganz harmlos geht es dabei ebenfalls nicht zur Sache, weshalb die deutsche Freigabe ab 16 Jahren schon leicht verwundert. Da wird zwar selten explizit Blut vergossen, doch gerade in Kombination mit der Thematik ist das Szenario schon relativ derb. Der Score erledigt seine Sache passabel.
 
 
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Mit dem Unterhaltungswert kann man allerdings hadern. Die kleine Einleitung passt ziemlich gut und macht zunächst neugierig. Es dauert jedoch nicht lange, bis Themen wie Mobbing und doofe Schüler grobschlächtig behandelt werden und schon hier verliert „Run Hide Fight“ an Authentizität. Bis es dann zur ersten Action kommt, vergeht gar nicht mehr so viel Zeit, aber die größten Schauwerte sollte man hier nicht erwarten. Manche Szenen sind ganz gut gestaltet, viele allerdings auch sehr gewöhnlich. Es liegt auf der Hand, bei diesem Szenario den Namen „Stirb langsam“ öfter zu nennen, aber die Action wirkt dann doch eher bodenständig. Das muss nicht schlecht sein, kommt bei diesem Film jedoch eher langweilig daher. Richtige Spannung will leider nicht aufkommen, denn obwohl die Figurenzeichnung so bemüht ist, juckt einen das Schicksal der Charaktere kaum. So wirkt die, bei diesem Thema eigentlich angemessene, Laufzeit von 110 Minuten am Ende doch relativ zäh und man ist nicht böse drum, wenn das Treiben beendet ist.
 
 


 
 
 

RUN HIDE FIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Run Hide Fight“ ist ein sehr unentschlossener, zwiespältiger Film, der sich nicht entscheiden kann, ob er nun Gesellschaftskritik oder doch nur stumpfen Unterhaltungsfilm bieten will. Das Drehbuch mag auf den ersten Blick fragwürdig erscheinen, zaubert dann ein paar feine Pointen, ist im Endeffekt aber kaum schlüssig, weil viele Zutaten in einen Topf geschmissen wurden, die zusammen nicht wirklich sinnvoll erscheinen. Als reines Drama hätte das sicher besser funktioniert, aber als Actionthriller bietet der Film zu wenig packende Action und vor allen Dingen zu wenig Spannung. Zum Glück kann man sich auf die guten Darsteller verlassen und die handwerkliche Arbeit geht ebenfalls in Ordnung. In Anbetracht des ernsten Themas hätte man sich jedoch ein besser ausgearbeitetes Drehbuch gewünscht. Oder aber – wenn man dieses nicht bieten kann – gleich völlige Hau-Drauf-Action fernab jeglicher politischer Korrektheit. Beides kann „Run Hide Fight“ nicht bieten und deshalb wird er auch schnell vergessen sein, selbst wenn er an sich nicht schlecht gemacht ist!
 
 


 
 
 

RUN HIDE FIGHT – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Run Hide Fight“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

RUN HIDE FIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 

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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Run Hide Fight; USA 2020

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 113 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 28.10.2021

 

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RUN HIDE FIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Klass (2007)
 
Stirb langsam (1988)
 
Falling Down – Ein ganz normaler Tag (1993)
 

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