Filmkritik: „Outback“ (2019)

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OUTBACK

Story

 
 
 
Für ein junges, verliebtes Paar wird ein Trip ins australische Outback zum wahren Horrortrip, als es sich verirrt und plötzlich ums Überleben kämpfen muss.

 
 
 


 
 
 

OUTBACK – Kritik

 
 
Der Survival-Thriller kommt nicht besonders oft mit Vertretern daher, aber diesem Szenario etwas abzugewinnen, stellt sich auch als gar nicht so leicht heraus. Wenn es keinerlei anderweitige Gefahr gibt und der Überlebenskampf in der Wildnis alleine im Fokus steht, braucht man schon ein sehr gutes Drehbuch, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. „Outback“ gibt sich diesbezüglich wirklich die größte Mühe und ist handwerklich ordentlich gemacht, scheitert aber an dermaßen vielen Unglaubwürdigkeiten, dass das Zuschauen wahrlich keine Freude darstellt.
 
 
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Wade und Lisa, ein amerikanisches Paar, reisen nach Australien. Wade hat sich die Reise sicher etwas anders vorgestellt, denn er macht seiner Lisa einen Heiratsantrag, den diese ablehnt. Trotzdem muss man den Urlaub nun irgendwie verbringen und da verschlägt es das angeschlagene Paar ins australische Outback. Ohne überhaupt großartig vorbereitet zu sein, führt sie das GPS in die Irre und ehe sich die Beiden versehen, müssen sie auch schon ums nackte Überleben kämpfen. Menschen verhalten sich nicht selten doof, unterschätzen Gefahren und sind an ihrem Schicksal gerne mal selbst Schuld. „Outback“ soll auf einer wahren Begebenheit basieren und es ist nur zu hoffen, dass sich dies nicht so zugetragen hat, wie das Drehbuch es uns schildert, denn hier haben sich wirklich viele Fehler eingeschlichen, die jeder, der auch nur eine Folge von Bear Grylls und Konsorten gesehen hat (oder aber auch ein wenig gesunden Menschenverstand) besitzt, verhindern könnte. Natürlich gibt die Handlung nicht sonderlich viel her, aber das muss sie auch in dieser Form nicht tun. Hier wäre es nur sehr wichtig gewesen, das Geschehen authentischer zu gestalten und in diesem Punkt versagt vor allen Dingen eines: Die Figurenzeichnung!
 
 
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Wade und Lisa werden uns als sympathisches, junges Paar vorgestellt, welches wohl etwas unterschiedliche Ansichten über die Zukunft besitzt. Der Streit um den gescheiterten Heiratsantrag wäre nicht notwendig gewesen, denn er sorgt nicht gerade für Tiefe, aber er stört auch nicht wirklich. Am Anfang verhalten sich beide noch einigermaßen plausibel und man kauft ihnen ihre Figurenzeichnung durchaus ab. Doch sobald man sich dann im Outback befindet, sagt man dem Realismus auf Wiedersehen. Wade soll angeblich bei der Army sein und macht die simpelsten Fehler, die man in der Natur machen kann. Natürlich läuft man einfach mal los, um dann bei Sonnenuntergang den Rückweg anzutreten! Noch schlimmer ist allerdings der Überlebenskampf, denn dieser will null authentisch wirken. Wenn Lisa nach etlichen Tagen ohne einen einzigen Tropfen Flüssigkeit (was alleine schon sehr unrealistisch ist) sich immer noch so sehr davor scheut Urin zu trinken, dann wirkt das einfach unglaubwürdig. Selbst wenn man sich noch nie in einer solchen Situation befand, was jedem zu wünschen ist, kann man schnell erkennen, dass der Regisseur und Drehbuchautor es scheinbar ebenfalls noch nie hat.
 
 
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Dabei muss man Mike Green, der mit „Outback“ sein Spielfilmdebüt gab, immerhin zu gute heißen, dass er das Werk handwerklich wirklich gut hinbekommen hat. Die Schauplätze machen etwas her, sehen hübsch aus und werden von der Kamera toll eingefangen. Billig wirkt daran überhaupt nichts und die Inszenierung holt aus dem simplen Szenario genügend heraus. Gut gemacht, ist „Outback“ also auf jeden Fall und zusätzlich profitiert er von grundsoliden Darstellern. Die einzigen, beiden Hauptrollen werden von Taylor Wiese (sehr ordentlich) und Lauren Lofberg (immerhin passabel) gut verkörpert. Wäre ihre Figurenzeichnung nicht so an den Haaren herbeigezogen, dann hätte man mit diesen Charakteren durchaus mitfiebern können. Leider geht einem das dämliche Verhalten der beiden Figuren jedoch alsbald auf die Nerven, so dass es einem relativ egal ist, was mit ihnen geschieht. Auch hier sei noch mal erwähnt: Man muss sich selbst nicht unbedingt in einer solchen Situation befunden haben, um auf ein paar clevere Ideen zu kommen.
 
 
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Was bleibt, ist am Ende ein Unterhaltungswert, der kaum überzeugend ist. Dabei gefällt der Start sogar noch einigermaßen gut. Das erste Drittel ist unspektakulär, lädt jedoch zum Australien-Trip ein, bietet viele Kulissenwechsel und zwei Menschen, mit denen man noch etwas anfangen kann. Sobald dann der Survival-Thriller beginnen soll, verliert sich „Outback“ in seiner eigenen Belanglosigkeit. Da werden zwar alle typischen Zutaten aufgefahren, doch irgendwie verharmlost man sie auch alle. So steht die Suche nach Wasser nie im Fokus, selbst giftige Tierchen können einem nicht wirklich etwas anhaben. Stattdessen beschwert man sich weiter darüber, dass es ekelig ist, Urin zu trinken. Spannung will da keine aufkommen, weil man es den Charakteren bei diesem dümmlichen Verhalten ehrlich gesagt auch gar nicht gönnt zu überleben. Nur weil das Schauspiel doch ambitioniert wirkt und manchmal ein paar Qualen glaubhaft herüberbringt, versagt die an sich echt trostlose Atmosphäre an wenigen Stellen nicht. Für einen guten Unterhaltungswert reicht dies alleine jedoch nicht aus und weshalb der Film ab 16 Jahren freigegeben ist, bleibt ebenfalls ein Rätsel. Sogar „127 Hours“ war da viel drastischer in seiner Darstellung und wurde mit einer Freigabe ab 12 Jahren gesegnet. Effekte gibt es so gut wie keine zu sehen.
Der Score macht seine Sache ganz gut.
 
 


 
 
 

OUTBACK – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Outback“ macht aus handwerklicher Sicht nahezu alles richtig, sieht gut aus, bietet einige Schauwerte und macht optisch einfach etwas her. Zudem besitzt er zwei brauchbare Hauptdarsteller. Der Rest versagt leider, was vor allen Dingen an einer mageren Story liegt, die es überhaupt nicht hinbekommt, ein authentisches Szenario zu kreieren. Am schlimmsten trifft es jedoch die Figurenzeichnung, denn wie sich die beiden Charaktere verhalten, ist einfach sehr unrealistisch und unglaubwürdig. So entsteht leider gar keine Spannung und der Survival-Thriller verpufft zur Nullnummer. Das besitzt eine brauchbare Einleitung und vermag kurzzeitig auch mal zu unterhalten, doch anstatt mit den Figuren mitzufiebern, muss sich der Zuschauer eher über ihre Dämlichkeit aufregen. Von daher gut gemeint, aber schlecht geschrieben!
 
 


 
 
 

OUTBACK – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Outback“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

OUTBACK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) KOCH FILMS (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Outback; Australien 2019

Genre: Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 25.11.2021

 

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OUTBACK – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei KOCH FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
127 Hours (2010)
 
Cast Away – Verschollen (2000)
 
Backcountry – Gnadenlose Wildnis (2014)
 

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