Filmkritik: „Cash Truck“ (2021)

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CASH TRUCK

(WRATH OF MAN)

Story

 
 
 
Ein wortkarger Mann fängt seinen Dienst bei einem Geldtransportunternehmen an und schon kommt es zu einem Überfall. Doch hinter der Sache steckt weitaus mehr.

 
 
 


 
 
 

CASH TRUCK – Kritik

 
 
Guy Ritchie hat den coolen Gangsterthriller mit nur zwei Werken eindeutig geprägt, sich in den letzten Jahren jedoch eher im seichten Mainstream-Sektor wohlgefühlt. Nach Werken wie „Sherlock Holmes“ oder „Aladdin“, kehrte er 2019 mit „The Gentlemen“ allerdings zu seinen Wurzeln zurück und da macht er nun auch mit „Cash Truck“ weiter. Es handelt sich hierbei zwar um das Remake eines französischen Filmes von 2004, aber trotzdem ist die Handschrift von Guy Ritchie unverkennbar. Dabei besticht das Werk weniger durch eine clevere Handlung, sondern viel mehr um die Art und Weise, wie diese vorgetragen wird.
 
 
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Alle nennen ihn nur „H“. Ein Buchstabe genügt ihm als Name. H beginnt einen neuen Job bei einem Geldtransportunternehmen und es dauert nicht lange, da gibt es auch schon einen Überfall. Doch die Räuber haben nicht damit gerechnet, dass H sich nichts gefallen lässt und so wird er auch schon bald zu einem Helden. Doch seine eigentliche Motivation kennt niemand. H hat eine finstere Vergangenheit und diesen neuen Job füllt er nicht ohne Grund aus.
„Cash Truck“ macht eindeutig am meisten Spaß, wenn man nicht zu viel über die Handlung weiß, denn selbst wenn man sich recht früh denken kann, dass es mit der Figur von H mehr auf sich haben muss, so wird der Zuschauer doch vorerst im Dunkeln gelassen, was genau hier gespielt wird. Allgemein wird die Geschichte nicht chronologisch vorgetragen und viel der Laufzeit besteht aus Rückblicken. So setzt sich das Puzzle dann Stück für Stück zusammen und aus einem simplen Rache-Plot wird etwas, das man durchaus etwas komplexer nennen kann. Das Drehbuch ist ordentlich geschrieben und das Spiel mit den verschiedenen Zeit-Ebenen funktioniert hier einwandfrei. Gerade weil man sich die Geschichte selbst ein wenig erarbeiten muss, bleibt man stets interessiert am Ball.
 
 
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Dabei pfeift „Cash Truck“ allerdings auch auf die Erwartungshaltung. Konnte man nach dem Trailer noch mit einem brachialen Actionfilm rechnen, so wird man sich vielleicht etwas enttäuscht sehen. Es dauert zwar nicht lange, bis es zur ersten, richtig gut gemachten, aber auch enorm kurzen Actionszene kommt, doch danach tritt Ritchie vollends auf die Bremse und erzählt seine Geschichte recht ausufernd. Bis es wieder zur Action kommt, muss man schon bis zum Finale warten. Hier kracht es dann noch mal ordentlich, aber selbst der Showdown fällt nicht unbedingt so aus, wie der Zuschauer das vielleicht erwarten wird. Im Endeffekt ist das jedoch als positiv zu verzeichnen, weil Ritchie konsequent seinen Weg geht und dabei einen doch recht geschwätzigen Film gedreht hat, was man von ihm zwar kennt, aber eben nicht in dieser Form. „Cash Truck“ ist überraschend düster und trocken, besitzt einen zynischen Humor, der jedoch kaum zum Lachen einlädt. Die Atmosphäre ist auf der einen Seite cool, aber niemals übertrieben und so wirkt das Werk schon fast bodenständig auf seine eigene Art und Weise. Am ehesten erinnert das Geschehen dabei an einen Heist-Movie, aber das Ganze wird mit Thriller-Einlagen, kleinen Action-Anteilen und etwas Gangster-Stimmung erweitert und daraus entsteht ein abwechslungsreicher Mix.
 
 
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Die Inszenierung hat Ritchie natürlich nicht verlernt und aus handwerklicher Sicht macht „Cash Truck“ nahezu alles richtig. Die Optik ist passend zur Atmosphäre ziemlich unterkühlt und den größten Aufwand braucht Ritchie gar nicht zu betreiben, damit das visuell ansprechend ist. Es gibt hinterher ein paar phänomenale Panorama-Ansichten der Großstadt zu sehen, doch viele Szenen spielen sich auf engerem Raum ab und die Schauplätze sind nicht gerade spektakulär gestaltet, was jedoch gut zur bodenständigeren Stimmung passt. Wenn es Action zu sehen gibt, wurde diese brachial und ordentlich umgesetzt, aber sie steht eben selten im Vordergrund. Das Geschichtenerzählen ist dem Werk wichtiger und so gibt es einige Dialoge zu hören. Gerade weil es hier und da immer mal noch recht unvorhersehbare Wendungen gibt, langweilen die zwei Stunden Laufzeit nicht. Der Start macht neugierig genug, um dem folgenden Treiben zuschauen zu wollen. Es sind vielleicht ein paar minimale Längen zu verbuchen, doch insgesamt weiß „Cash Truck“ durchaus gut zu unterhalten und es kommt in angenehmen Portionen auch mal etwas Spannung auf.
 
 
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Bei den Darstellern muss man natürlich an erster Stelle Jason Statham nennen, der nun bereits zum vierten Mal mit Ritchie zusammengearbeitet hat. Diese Kombination hat eigentlich immer hervorragend gepasst und so harmoniert das Duo auch in „Cash Truck“. Dabei ist Statham in seiner Rolle mal bemerkenswert bodenständig. Er ist den anderen zwar meistens überlegen, wird aber niemals zu einem unrealistischen Berserker und spielt seine düstere Rolle ganz schön nachdenklich und grimmig. Diese Leistung weiß zu gefallen. Dabei stehen jedoch auch eine ganze Menge anderer Darsteller gerne mal im Rampenlicht. Holt McCallany mutiert im Verlauf zu einer schön verabscheuungswürdigen Figur und Scott Eastwood macht als Bösewicht überraschend viel her. In der zweiten Hälfte weiß zudem Jeffrey Donovan zu überzeugen. In kleineren Rollen gibt es noch Andy García und Josh Hartnett zu sehen. Das sind alles brauchbare Leistungen, die den Film aufwerten. Die Figurenzeichnung ist dabei sicherlich etwas mager geraten, doch das soll bewusst so sein. H ist an sich eine tiefgründige Figur, doch so wirklich bemerkt man dies kaum. Auch die anderen Charaktere bedienen eher den Standard, sind dabei aber zum Glück markant genug gestaltet, um nicht sofort aus der Erinnerung zu fliegen.
 
 


 
 
 

CASH TRUCK – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Mit „The Gentlemen“ hat sich Guy Ritchie wieder etwas warm gemacht und mit „Cash Truck“ findet er tatsächlich fast zurück zur alten Stärke. Ganz so kultig, wie seine Anfangswerke ist das noch nicht, aber trotzdem bekommt man einen schön düsteren, grimmigen und doch irgendwie coolen Thriller geboten, der hinterher überraschend viele Heist-Movie-Elemente besitzt. Sowieso ist die Story eine Stärke des Werkes, denn obwohl sie im Kern sehr simpel ist, wird sie sehr interessant erzählt und somit enorm aufgewertet. Die Inszenierung sitzt und die zwei Stunden Laufzeit sind trotz minimaler Längen sehr unterhaltsam. Es hätte ruhig ein bisschen mehr Action geben dürfen, doch die Erwartungshaltung des Publikums untergräbt Ritchie sowieso ganz gerne mal. Da er das mit reichlich Stil tut, ist das im Endeffekt jedoch sogar positiv. Die Figurenzeichnung schöpft ihr Potenzial nicht unbedingt aus, aber dank der starken Darsteller fällt dies niemals zu negativ auf. Und ein bisschen Brutalität fehlt zum Glück auch nicht. Somit stellt „Cash Truck“ einen rundum gelungenen Film dar, den sich Fans von Ritchie oder Statham keineswegs entgehen lassen sollten.
 
 


 
 
 

CASH TRUCK – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Cash Truck“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

CASH TRUCK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) STUDIOCANAL (Blu-ray im KeepCase)

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(c) STUDIOCANAL (4K UHD im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wrath of Man; USA | Großbritannien 2021

Genre: Thriller, Action, Drama, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 119 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow, Extended Featurette, Making of

Release-Termin: KeepCase: 11.11.2021

 

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CASH TRUCK – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei STUDIOCANAL)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cash Truck – Der Tod fährt mit (2004)
 
Rock N Rolla (2008)
 
The Gentlemen (2019)
 

Ein Kommentar zu „Filmkritik: „Cash Truck“ (2021)

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