Filmkritik: „Ammonite“ (2020)

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AMMONITE

Story

 
 
 
Im England der 1840er Jahre wird die junge Charlotte Murchison (Saoirse Ronan) zu der Paläontologin Mary Anning (Kate Winslet) ans Meer geschickt, um sich von ihrer Melancholie zu erholen.

 
 
 


 
 
 

AMMONITE – Kritik

 
 
Der 2017 mit seinem erfolgreichen Spielfilmdebüt „God’s Own Country“ bekannt gewordene, britische Regisesur Francis Lee versucht sich in „Ammonite“ erneut an einem gleichgeschlechtlichen Drama mit beeindruckender Landschaft und in der Tat, die Zutaten lesen sich vielversprechend: Die raue, englische Küstenlandschaft zur Mitte des 19. Jahrhunderts als Setting bietet Gelegenheit für eindrucksvolle Felsaufnahmen und Kostüme, Saoirse Ronan und Kate Winslet sind zahlreich erprobte, talentierte Schauspielerinnen mit breiter emotionaler Klaviatur und auch die Geschichte über eine unglücklich verheiratete, melancholische junge Frau die in der Isolation Lymes sich selber sowie eine neue Liebe findet, beherbergt Potential für einen emotionalen, bewegenden Film.
 
 
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Doch so ansprechend zudem selbst Coverdesign und Menü der Blu-ray auch sind, so schlußendlich zäh und ereignislos erzählt sich diese zweistündige, wortkarge Romanze deren wenige Settings und kleiner Cast nicht gerade für mehr Unterhaltung sorgen. Es beginnt mit einer den Boden schrubbenden Frau, Marys (Kate Winslet) schwer kranker Mutter nämlich, geht weiter mit dem Sammeln von Ammoniten am Strand, ruhigen Aufnahmen der malerischen Landschaft und spröden, dialoglosen Szenen des unspektakulären Alltags; die Story beginnt kurze Zeit später durch das Eintreffen des jungen Pärchens Roderick & Charlotte Murchison.
 
 
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Charlotte, gespielt von Saoirse Ronan, wird dabei stetig von ihrem Mann unterdrückt, hat keinen eigenen Willen, kaum Dialog und trägt dauerhaft schwarze Trauermode. All dies ändert sich weniger Szenen später, als Roderick zu einer mehrwöchigen Expedition aufbricht und seine Frau vor Ort bei Mary lässt, um sich von ihrer „mild melancholia“ zu erholen. Langsame Klaviermelodien und hübsch eingefangene Aufnahmen der Küste begleiten nun den ersten gemeinsamen Ausflug der beiden augenscheinlich grundverschiedenen Frauen und wer nun die Erwartung hat, dass die beiden sich durch Umstände näher kommen und vielleicht sogarverlieben
könnten, nun…der hat halt Recht.
 
 
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Denn ja, auch wenn es zu Beginn ein wenig kriselt zwischen unseren Protagonistinnen und auch wenn der genaue Verlauf der Romanze ganz genau so vielleicht noch nie erzählt oder inszeniert wurde, so sind es leider wirklich nur Nuancen, durch die sich „Ammonite“ von vergleichbaren Produktionen abheben kann. Das Setting und Marys Beruf haben sicherlich einen gewissen Eigenwert für sich, doch weder eine besonders spannende oder nahe gehende Chemie zwischen unseren Liebenden, noch nennenswert viel oder clever geschriebene Dialoge gibt es zu bewundern.
 
 
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Eine unerwartet direkte, spontane und unaufgebaute Sexszene mit einiges an Nacktheit könnte man wahlweise als überraschend authentisch und lebendig, oder aber voyeuristisch und aufgrund des männlichen Regisseurs problematisch auffassen, an anderer Stelle gilt es das gelungene Make-Up zu loben, das inhaltlich jedoch auch wenig aussagt. Im weiteren Verlauf wird ein prinzipiell sehr wichtiges und länger aufgebautes Event dann noch mit einer Nebensächlickeit und Sprödheit inszeniert, die endgültig die möglichst geerdete, unverblümte und schulterzuckende Art offenbart, mit der die gesamte Geschichte hier angegangen wurde.
 
 
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Der dritte Akt wusste durch die mit dramatischsten und emotionalsten Stellen, das forderndste Schauspiel und zumindest im Detail nicht allzu vorhersehbare Verläufe am ehesten zu überzeugen, das allzu belanglose und nichtssagende Ende hingegen hat der Restfreude allzubald einen erheblichen Dämpfer versetzt. „Ammonite“ ist ein gut produzierter, teils hübsch eingefangener Film mit routinierten Darstellerinnen und einem netten Setting – doch abseits davon auch leider ein wirklich spröder, langweiliger und überlanger Genrevertreter, der nichts Neues aussagt.
 
 


 
 
 

AMMONITE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Ein historisches, lesbisches Drama mit Kate Winslet und Saoirse Ronan in malerischer Küstenumgebung hat keine Berechtigung, so unspektakulär und langweilig zu sein.
 
 


 
 
 

AMMONITE – Zensur

 
 
 
Das Drama „Ammonite“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 12 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

AMMONITE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tobis Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ammonite; Australien | Großbritannien | USA 2020

Genre: Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 118 Minuten

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Interviews, B-Roll, Making Of, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 07.01.2022

 

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AMMONITE – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Tobis Home Entertainment)

 
 
 
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Zeiten des Aufruhrs (2008)
 
Before Midnight (2013)

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