Filmkritik: „Hard Ticket To Hawaii“ (1987)

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HARD TICKET TO HAWAII

Story

 
 
 
Auf der polynesischen Privatinsel des Rauschgift-Kingpins Romero beißen zwei Drogenfahnder ins Gras und zwei Agentinnen werden einer Diamantenlieferung an den Gangster habhaft. Holterdipolter überschlagen sich die Ereignisse, Nebensächlichkeiten wie innere Drehbuchlogik werden ignoriert und mehrere Geheimdienste ringen mit Romeros Killern. Um dem Ganzen völlig den Ritterschlag des Psychiatriefilms zu verpassen, befindet sich auf dem Eiland auch noch eine Mörderschlange, die man mit der DNS krebskranker Ratten ausgestattet hat. Nein, das haben wir nicht dazuerfunden.

 
 
 


 
 
 

HARD TICKET TO HAWAII – Kritik

 
 
Den Namen Andy Sidaris kennen aufmerksame Leser unseres Blogs aus der Kritik seines 1979er Harte-Männer-Bolzens SEVEN – DIE SUPER-PROFIS, in dem sich der unsterbliche William Smith mal so richtig austoben darf. Die Nase immer im kassenträchtigen Wind, bedient sich der greco-amerikanische Regisseur von Mitte der Achtziger bis Ende der Neunziger Jahre unzählige Male am Regelwerk des „Schlagkräftige-Truppe-gegen-Gesocks“-Subgenres. Jene so kommode Spielart des Action-Kinos, die bis heute wohl zehntausend Mal in die Kameras einfallsloser Produzenten all over the globe gesogen worden ist. Bloß wendet Meister Sidaris einen Kniff an, der zu seinem Markenzeichen wird: Seine Sondereinsatz-Superagenten (diverse Geheimdienste, wenig Zusammenhang) sind weiblich und nicht nur das, sondern gleich noch ehemalige Nackedei-Modelle aus Playboy und Penthouse. Wenig überraschend beschränkt sich der schauspielerische Horizont der knusperbraunen Damen in etwa auf die Fähigkeiten eines Schmalzbrots, das sich für eine Perlenkette hält. Das ist aber erstens völlig wurscht und zweitens kommt die Exploitation-Kinowelt so auch in den privilegierten Bekanntenkreis der leider vor Kurzem elend verstorbenen Z-Film-Ikone Julie Strain.
 
 
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Nachdem Sidaris anno 1973 mit STACEY – BLOND, SCHNELL UND TÖDLICH! schon mal probt, was er nach seiner Millionenkarriere als revolutionärer Gestalter des amerikanischen Sportfernsehens so machen könnte, was Spaß und Geld in die Urlaubskasse bringt, liefert er mit HARD TICKET TO HAWAII im Jahre 1987 vielleicht das Konzentrat, die endgültige Blaupause für den „Andy-Sidaris-Film“. Hübsche Frauen, exotische Locations, vergnügte Zerstörung von Dingen und Knochen. Die diesmal angeheuerten hochhaarigen Eighties-Playmates Dona Speir, Hope Marie Carlton, Patty Duffek und Cynthia Brimhall sorgen gemeinsam mit dem auch fest in diese Zeit gehörenden Schönling Ronn Moss für Tabula Rasa unter den Schergen des Drogenkönigs Romero. Hierbei wird nicht gezimpert – die Fetzen fliegen, großer Wert wird auf das möglichst groteske Darstellen roher Gewalt im Auftrag der Freien Welt gelegt, der Zuschauer rülpst zufrieden und selbstvergessen. Erwartungsgemäß mittel-nackte Tatsachen und unglaubliche Arschlochsprüche komplettieren dann das geschmeidige Filmerlebnis HARD TICKET TO HAWAII ganz vortrefflich.
 
 
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HARD TICKET TO HAWAII – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Triple B – Bullets, Bombs & Babes“ nennt der Fachmann die derben und trashigen Action-Krimis aus der blinkenden Film-Hauswerkstatt des ehemaligen Erfolgs-Fernsehmachers Andy Sidaris (1931 – 2007). Ob wir, hierzulande oder via sorgfältig kuratierter Master-Veröffentlichungen aus den USA, eine Aufwertung des Rufs von Sidaris oder sogar die direkte Beförderung des umtriebigen Filmemachers in den inoffiziellen Exploitation-Olymp erleben werden, ist wohl zu bezweifeln. Noch zu nah am Jetzt sind die glitternden, koksigen Abenteuer seiner volumenmöpsigen Action-Playmates angelegt. Es fehlt die Fremdartigkeit des Grindhouse-Films vorangegangener Dekaden. Andererseits: Wer hätte gedacht, dass die wuchtigen, von SEVERIN FILMS präsentierten Karriere-Boxsets der Regie-Verbrecher Al Adamson (!), Andy Milligan (!!) und demnächst Ray Dennis Steckler (!!!) dermaßen einschlagen würden? Das aufwendige und mit über 50 Seiten Booklet-Text (doppelt so viel wie das Drehbuch) versehene Mediabook von HARD TICKET TO HAWAII ist ein toller Einstieg in die Mondo Sidaris und was für Freunde kerniger Achtziger-Fresse-Voll-Action aus seligen Videotheken-Zeiten. All Hail King Sidaris!
 
 


 
 
 

HARD TICKET TO HAWAII – Zensur

 
 
 
HARD TICKET TO HAWAII ist ein R-Rated-Trash-Actioner, der von 1988 bis 2013 in Deutschland auf dem Index stand. 2006 erschien der Streifen hierzulande ungeschnitten auf DVD. Mittlerweile ist der Streifen nicht mehr indiziert und erscheint nun erstmalig auf Blu-ray im Mediabook. Letzteres ist ungeprüft. Die darin enthaltene Fassung ist ebenso ungekürzt.
 
 
 


 
 
 

HARD TICKET TO HAWAII – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A auf 333 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B auf 222 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C auf 111 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hard Ticket to Hawaii ; USA 1987

Genre: Action, Thriller, Trash, Komödie

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz Hz

Laufzeit: 96 Minuten (ungeschnittene Fassung)

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray + DVD im Mediabook

Extras: 52-seitiges Booklet von Ash, Interview mit Arlene Sidaris (58 Min), Audiokommentar (engl.), Featurette (38 Min.) engl. m. dt UT, Bildergalerie, Trailer, Soundtrack-CD, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabooks: 30.05.2022

 

Hard Ticket To Hawaii [diverse Veröffentlichungen] ungeschnitten im CINESTRANGE EXTREME ONLINE SHOP kaufen

 
 


 
 
 

HARD TICKET TO HAWAII – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Cinestrange Extreme)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Kannibalinnen im Avocado-Dschungel des Todes (1989)
 
Seven – Die Superprofis (1979)
 

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