Filmkritik: „Rock’n’Roll Nightmare“ (1987)

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ROCK’N’ROLL NIGHTMARE

(IM ANGESICHT DER HÖLLE | THE EDGE OF HELL)

Story

 
 
 
Wenn eine Heavy-Metal-Band den Kampf mit dem Teufel höchstpersönlich antreten muss, dann ist großes Trash-Kino nahezu vorprogrammiert.

 
 
 


 
 
 

ROCK’N’ROLL NIGHTMARE – Kritik

 
 
Ja, der ewige Kampf gegen das Böse wird nicht einfach nur von Normalos ausgetragen. Gerade der Metal eignet sich doch perfekt dem Teufel den Kampf anzusagen, selbst wenn dieser von gewissen Spielarten ja eher verehrt wird. Das macht aber nichts, denn „Rock’n’Roll Nightmare“ ergibt sowieso überhaupt keinen Sinn. Der Film ist ein Fest des schlechten Geschmacks und bietet ein Finale, welches man schlichtweg nie mehr vergessen wird. Davor herrscht jedoch viel zu lange Leerlauf und leider verhindert diese Tatsache das Trash-Highlight.
 
 
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Eine Heavy-Metal-Band zieht für ein paar Tage aufs Land in ein abgelegenes Haus, um Material für eine neue Platte zu sammeln. Hier draußen ohne Ablenkung erhofft man sich, sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Aus dem Plan wird jedoch nichts, denn dämonische Mächte herrschen im Haus und überfallen die Band-Mitglieder mit ihren Freundinnen. Nur Triton selbst, der Frontmann der Gruppe, scheint dagegen gewappnet zu sein. Das Drehbuch ist großer Blödsinn und kommt ohne Sinn und Verstand daher. Fühlt man sich anfangs noch wie in einer weitaus billigeren Variante von „Evil Dead“, schießt spätestens der finale Twist den Vogel vollends ab. An sich ist die Idee alleine ja ganz nett, in ihrer Umsetzung jedoch haarsträubend und dermaßen unlogisch, dass eine Flasche Whiskey auf Ex nicht mehr Hirnschäden anrichten könnte.
 
 
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Jon Mikl Thor zeigte sich für die dämliche Geschichte selbst verantwortlich, scheint aber sowieso auf einem Ego-Trip gewesen zu sein, als „Rock’n’Roll Nightmare“ entstand. Der Mann war mal erfolgreicher Bodybuilder und ist zudem auch im wahren Leben Frontmann einer Heavy-Metal-Band namens „Thor“. Also muss man doch auch als Darsteller wahrgenommen werden. Als solcher ist Thor an unfreiwilliger Komik kaum zu überbieten. Gibt er sich lange Zeit noch relativ normal und fällt damit wenig auf, zieht er im Finale dermaßen übertriebene Grimassen, dass man geneigt ist dem Mann Hilfe zu wünschen. Die anderen „Darsteller“ machen es allerdings keinen Deut besser. Hier sind fast alle Laien, die danach kaum noch etwas mit dem Film-Business zu tun hatten. Dementsprechend darf man sich ihre Leistungen vorstellen, die plump und hölzern geraten sind. Von einer Figurenzeichnung braucht man gar nicht erst anfangen. Thor stellt sich selbst als grandios dar, alle anderen Charaktere könnten belangloser gar nicht sein.
 
 
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Für die Musik sorgte Thor natürlich ebenfalls selbst. Das ist simpler Heavy Metal mit Glam-Ansätzen, wie man ihn in den 80er Jahren haufenweise serviert bekam. Etwas Besonderes stellt diese Musik nicht dar, wenn man solcher jedoch nicht abgeneigt ist, kann man sie sich schon anhören. Recht präsent ist sie jedenfalls. Wenn die „Darsteller“ dann allerdings live performen, sieht das so künstlich aus, dass jede Darbietung einer Luft-Gitarre echteres Feeling aufkommen lässt. Sowieso muss man auf eine ansprechende Atmosphäre zu lange warten. Regisseur John Fasano, der im selben Jahr den schlechten „Zombie Nightmare“ realisierte, fällt da in der Inszenierung einfach nicht viel ein. Die handwerkliche Arbeit ist jedenfalls wenig zu gebrauchen und die Kulissen sehen sehr einfallslos aus.
 
 
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Sowieso bieten die 80 Minuten Laufzeit ungefähr eine Stunde Leerlauf. Ist man bei der Hütte angekommen, gibt es belanglose und überhaupt nicht passende Sex-Szenen zu sehen. Für nackte Haut ist somit zwar gesorgt, unterhaltsam ist das jedoch nicht. Die Dialoge sind dumm und es geschieht einfach viel zu wenig. Ab und zu schaut mal eine Handpuppe mit Peniskopf vorbei, doch solch skurrile Momente sind sehr rar gesät, weshalb Langeweile aufkommt. Der Trash-Fan muss für die volle Dröhnung schon auf das Finale mit seinem unsagbar dämlichen Twist warten. Wenn dieses erreicht ist, macht „Rock’n’Roll Nightmare“ plötzlich allerdings so viel Spaß, dass es schon schade ist, dass er dies zuvor nicht getan hat. Es ist einfach der pure Wahnsinn, wie schlecht der Showdown gemacht wurde und wie unfreiwillig komisch das Ganze wirkt. Von den „Effekten“ will ich gar nicht erst anfangen. Alleine dafür lohnt sich die Sichtung dann eben doch.

 
 


 
 
 

ROCK’N’ROLL NIGHTMARE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Rock’n’Roll Nightmare“ ist wirklich so schlecht, dass er fast schon wieder gut ist und Trash-Fans sollten das nicht verpasst haben. Leider ist in der ersten Hälfte zu wenig los und hier kommen deutlich zu viele Längen auf. Viel nackte Haut ändert daran nichts. Auf seine Kosten kommt man erst im Finale, dann aber richtig. Das muss man gesehen haben, um es zu glauben! Die Story ist dämlich und die Wendung am Ende könnte unlogischer kaum sein. Dazu gibt es Laiendarsteller zu sehen und eine handwerklich unterdurchschnittliche Arbeit. Die Atmosphäre ist lächerlich und bietet gerade am Ende viel unfreiwillige Komik, weil sich „Rock’n’Roll Nightmare“ scheinbar selbst auch noch ganz schön ernst nimmt. Immerhin gibt es passable Musik zu hören und die „Effekte“ sollten ein Lächeln auf das Gesicht eines jeden Trash-Fans zaubern. Wäre die Party des schlechten Geschmacks schon mal früher in die Gänge gekommen, hätte das hier das Zeug für den ultimativen Trash-Tip gehabt, so bleiben leider nur 20 phänomenale Minuten!
 
 


 
 
 

ROCK’N’ROLL NIGHTMARE – Zensur

 
 
 
„Rock’n’Roll Nightmare“ erschien in Deutschland ungeschnitten auf VHS. Kurze Zeit später wurde der Streifen von der BPjS indiziert. Die Indizierung hielt 25 Jahre an. 2013 erfolgte die Listenstreichung. Seitdem wurde „Rock’n’Roll Nightmare“ bereits mehrfach auf DVD veröffentlicht. Auch die beiden im Jahr 2022 veröffentlichten KeepCase-Auflagen des Streifens aus dem Hause „Mr. Banker Films“ sind uncut und FSK18. Bleibt abzuwarten, wenn endliche eine HD-Auswertung erfolgt.
 
 
 


 
 
 

ROCK’N’ROLL NIGHTMARE – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase – Cover A / auf 500 Stück limitiert)

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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase – Cover B / auf 500 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rock ’n‘ Roll Nightmare; Kanada 1987

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: keine

Bild: 1,78:1

Laufzeit: ca. 80 Minuten

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase

Extras: Alter deutscher Videotrailer ca. 3 Minuten

Release-Termin: KeepCases: 28.01.2022

 
 

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ROCK’N’ROLL NIGHTMARE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Freakshow (1988)
 
Studio 666 (2022)
 
Evil Dead (2013)
 
Deathgasm (2015)
 

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