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Action

Filmkritik: „Motorrad – The Last Ride“ (2017)

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MOTORRAD – THE LAST RIDE

(MOTORRAD)

Story

 
 
 

Eine Gruppe Motorrad-Liebhaber bekommt es mit gewissenlosen Killern zu tun, die sich offenbar zum Hobby gemacht haben, andere Biker auszuradieren.

 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Kritik

 
 
 
Horrorfilme sind immer eine sichere Bank, egal aus welchem Land sie stammen – insofern man sich an bestimmte Regeln hält. Eine davon ist auffallen, damit man sich von der grauen Masse abheben kann. So kann die Aufmerksamkeit durch taububrechende Inhalte oder schonungslose Brutalität auf sich gelenkt werden, wie der Filmbericht zu TRAUMA beweist. Darin vereinte man reichlich kontroversen Zündstoff, der für Gesprächsstoff gesorgt hat. Ohne den hätte man genannten Exploitationer wohl erst gar nicht wahrgenommen. Nicht minder reißerisch geht es im brasilianischen MOTORRAD vonstatten. Der Film bricht zwar keine Ekelrekorde, schockiert aber mit einer unbequemen Atmosphäre und den wohl abgebrühtesten Filmbösewichten der letzten Jahre. Die hetzten ihre Opfer in einer Art Bike-Movie solange durch die Gegend, bis ihnen das Benzin ausgeht und sie sich ihrem Schicksal unterwerfen müssen. Das ist grausam und brutal. Fans härterer Gangart kommt’s gelegen.
 
 
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In MOTORRAD treffen einige befreundete Motorradfahrer auf das ultimative Böse. Die wollten mit ihren Bikes eigentlich nur etwas durch die Gegend düsen und an einem See entspannen. Doch vier düstere Zeitgenossen heften sich an deren Fersen und wollen nichts Gutes. Sie verfolgen ihre Opfer und beginnen sie nacheinander auszuradieren. Dabei kennen sie weder Gnade noch Erbarmen und gehen beim Auslöschen unmenschlich vor. Aber was treibt die schwarz bekleideten Killer zu ihren brutalen Taten? Das fragen sich auch Hugo und Ricardo. Die beiden sind Brüder und stehen ebenfalls auf der Mordliste der rastlosen Verfolger. Sie stellen sich dem skrupellosen Quartett gegenüber und riskieren dabei ihr Leben. Ein blutiger Überlebenskampf, der definitiv nichts für zartbesaitete Zuschauer ist.
 
 
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Die Horror-Version von EASY RIDER. MOTORRAD ist ein durchgestylter Slasher, der vor allem durch seine wortkarge Inszenierung und einer gewöhnungsbedürftigen Farbgebung in Erinnerung bleibt. So wurden Farben reduziert, was dem Streifen beinahe schon Schwarz-Weiß-Film-Charakter verleiht. Die Entkräftigung der Farben als Stilmittel passt wie die Faust aufs Auge. So erhält MOTORRAD durch den Entzug von Farben fast schon dystopischen Charakter, der kaum Hoffnung auf Überleben oder Rettung zulässt, weil die anonymen Verfolger offenbar immer einen Schritt voraus sind. Da entwickelt sich schnell ein permanent ungutes Gefühl beim Zuschauer, der einen ungezügelten Hass gegenüber den Bösewichten entwickelt, denen es offenbar Freude bereitet ihre Opfer zu quälen. Was demzufolge als Roadtrip beginnt, gipfelt relativ zügig in einem ausweglosen Überlebenskampf, bei dem das Negerlein-Prinzip Verwendung findet. Das bedeutet, dass beide Parteien durch abwechslungsreiche Todesarten nacheinander ihr Leben lassen müssen. Bedauerlicherweise verzichtet Regisseur VICENTE AMORIM auf zufriedenstellende Antworten. Der macht ein Geheimnis um die Identität seiner sadistischen Killer, das auch nach dem Abspann gut gehütet bleibt. Eine etwas unbefriedigende Prämisse, mit der sich MOTORRAD wohl nicht nur Freunde machen wird, da es relativ unwahrscheinlich ist, dass dieser brasilianische Slasher eine Fortsetzung erhalten wird.
 
 
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MOTORRAD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ungemütliche Motorrad-Hatz mit einigen Kills, die es in sich haben. MOTORRAD ist Horror made in Brazil, der die lange Reihe an Slasher-Filmen um einen weiteren Beitrag erweitert. Diesmal meuchelt nicht ein maskierter Irrer ahnungslose Teenager ab. In MOTTORRAD läuft das perfide Katz-und-Mausspiel auf heißen Rädern und unter brummenden Motorgeräuschen ab. Viel geredet wird nicht. Dafür eiskalt getötet. Eigentlich eine gute Sache, die Horrorfilmfans zufriedenstellen dürfte. Wäre da nicht das rätselhafte Ende, welches mehr Fragen aufwirft, als Antworten zu liefern. Wer darüber hinwegsehen kann, wird aber nicht enttäuscht. Der Bike-Horror MOTORRAD besitzt gut gefilmte Verfolgungsjagden, hektische Schnitte und eine ungewöhnliche Optik, die in Erinnerung bleibt. Zusammen mit dem hervorragenden Soundtrack darf man Regisseur VICENTE AMORIM für den etwas anderen Slasher beglückwünschen, der gern mal die krude Schlitzer-Atmosphäre einfängt, welche an die Slasher der späten 1970er und frühen 1980er erinnert. So bewegt sich der Filmemacher mit MOTORRAD Lichtjahre von dem weg, was er bisher inszeniert hat. Darunter anspruchsvolle Dramen mit Tiefgang. Manchmal muss man eben Veränderungen wagen. Anhand von MOTORRAD kann man erkennen, dass Mut Neues zu wagen durchaus Früchte tragen kann.
 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Zensur

 
 
 
MOTORRAD – THE LAST RIDE (so der deutsche Titel) hat einige boshafte Morde zu bieten. Eine Frau wird bei lebendigem Leibe verbrannt, ein Mann ertrinkt, ein anderer enthauptet und eine Machete kommt ebenfalls mehrfach zum Einsatz. Hierzulande hat der brasilianische Streifen eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Motorrad; Brasilien 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Portugiesisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Holländisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.04.2018

 

Motorrad – The Last Ride [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Turbo Kid (2015)
 
Von der bösen Art (2010)
 
The Mad Foxes: Feuer auf Rädern (1981)
 
Der Frosch (1973)
 

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Filmkritik: „Jeepers Creepers 3“ (2017)

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JEEPERS CREEPERS 3

(JEEPERS CREEPERS 3: CATHEDRAL)

Story

 
 
 

Eine jahrhundertealte Kreatur hat es auf die Bewohner einer amerikanischen Kleinstadt abgesehen. Die setzen sich zur Wehr und versuchen dem boshaften Fremden Paroli zu bieten.

 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 3 – Kritik

 
 
 
2001 war ein gutes Jahr für Regisseur VICTOR SALVA. Der hatte es zuvor nicht leicht und wurde immer wieder mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert, für die er sich rechtfertigen musste. Doch Anfang der 2000er folgte ein Lichtblick. Mit dem düsteren Monster-Grusler JEEPERS CREEPERS gelang ihm der Durchbruch. Über Nacht mauserte sich der Horror-Trip zum Überraschungserfolg und konnte bei einem Budget von knapp zehn Millionen US-Dollar über das sechsfache an den Kinokassen wieder einspielen. Dass bei einem derartigen Erfolg ein Nachzügler gedreht werden musste, war abzusehen. Zwei Jahre später folgte JEEPERS CREEPERS 2, der aber wegen seiner flachen Handlung von Kritikern und Publikum nicht mehr so gut angenommen wurde, weil sich der Film vom subtilen Schauer abwandte und mehr in Richtung Splatter-Slasher abdriftete. Dennoch wurde auch die Fortsetzung ein finanzieller Erfolg und konnte sich im Heimkino behaupten. Leider wurde es danach ruhig. Eigentlich wollte Salva ein weiteres Sequel nachschieben, doch es scheiterte an der Suche nach einem Filmstudio, das die Fortsetzung produzieren sollte. Angesichts der kontroversen Vergangenheit des Filmemachers nicht unbegründet. So hatte VICTOR SALVA bereits in seinen Anfangsjahren als Regisseur Schlagzeilen gemacht, weil er sich während der Dreharbeiten zum Regiedebüt CLOWNHOUSE an einen Kinderdarsteller verging und die Handlungen auf Video aufgezeichnete. Dafür wurde er verurteilt und musste ins Gefängnis. Jahre später scheint Salva die Vergangenheit immer wieder einzuholen, was die Produktionen zu Wunschprojekten verzögert. Immerhin hatte man Erbarmen mit Filmfans. Aufgrund großer Resonanz wurde man dennoch fündig und ließ JEEPERS CREEPERS 3 folgen. Der lange Planungs- und Entstehungsprozess hat dem dritten Film aber nicht gutgetan. Sonderlich gelungen ist der nämlich nicht. Was lange währt, wird nicht unbedingt gut.
 
 
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Die Handlung von JEEPERS CREEPERS 3 siedelt sich irgendwo zwischen dem ersten und dem zweiten Teil an. So macht sich alle 23 Jahre ein Monster (JONATHAN BRECK aus MASKERADE) für wenige Wochen auf, um seinen unstillbaren Hunger zu stillen. Doch das Wesen, welches sich in einem alten Truck von Ort zu Ort bewegt, hat nicht etwa eine Leidenschaft für Huhn, Schwein oder Rind. Der „Creeper“ bevorzugt Menschenfleisch auf der Speisekarte, weshalb er durch die Landschaft streift, um ahnungslose Kleinstadtbewohner zu fressen. Auch die Einwohner eines nicht näher erwähnten Ortes im amerikanischen Hinterland sehen die Ankunft des Bösen kommen. Man findet besagten Truck, der jede Menge Leichen beherbergt. Da klingeln bei Sheriff Dan Tashtego (STAN SHAW) die Alarmglocken. Der hat so seine Ahnung und weiß mit welchem Gegner er es hier zu tun hat. Er scharrt eine Einsatz-Truppe um sich, damit dem Übeltäter das Handwerk gelegt werden kann. Doch der „Creeper“ lässt sich davon nicht beirren. Dieser streift durchs Land und sammelt Körper ein, an denen er später knabbern kann. Darunter soll auch der von Teenagerin Addison Brando (GABRIELLE HAUGH aus THE MIDNIGHT MAN) gehören. Die ist unsterblich in Händlersohn Buddy verschossen, traut sich aber nicht es ihm zu sagen. Leider müssen Liebesbotschaften warten. Das Mädchen muss es nämlich erstmal mit jener Kreatur aufnehmen, die ihr nach dem Leben trachtet.
 
 
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Qualitativer Rückschritt. Während sich der erste Teil noch als origineller Road-Movie-Horror-Mix entpuppte, der ein spannendes Mysterium um seinen Filmbösewicht webte, entstand mit JEEPERS CREEPERS 2 beliebiger Teenie-Horror, der sich in erster Linie auf das Ausradieren von Jugendlichen konzentrierte. Die rudimentäre Handlung ist auch im dritten Ausflug Programm, der es nur noch in wenige amerikanische Lichtspielhäuser schaffte. Der Grund hierfür liegt auf der Hand. JEEPERS CREEPERS 3 wurde nicht nur 14 Jahren zu spät gedreht, weshalb wohl Horrorfilmfans jüngeren Semesters wohl kaum etwas mit der Reihe anfangen können. Das Sequel ist zudem auch handlungstechnisch nicht gerade das Gelbe vom Ei. Der Film setzt das fort, mit dem sich sein Vorgänger bereits über die Runden schlagen musste. Das bedeutet, dass hier vorwiegend Bewohner einer Kleinstadt von einer jahrhundertealten Kreatur gejagt und mit allerhand ominösen Tötungswerkzeugen in die ewigen Jagdgründe befördert werden. Da macht sich natürlich schnell Müdigkeit breit, was vermutlich auch Regisseur VICTOR SALVA aufgefallen sein muss, der in letzter Instanz die Notbremse zieht. Um Abwechslung in die dünne Geschichte bringen zu können, versucht man den Zuschauer mit Neuerungen zu überraschen. So rückt schnell das mysteriöse Gefährt des Monsters in den Mittelpunkt, das bald mehr Aufmerksamkeit erhält, als der Filmbösewicht selbst. Der unkaputtbare Truck des Creepers ist nämlich mit Fallen bestückt, die es in sich haben. Ein geschickter Schachzug um Abwechslung in die Geschehnisse zu bringen. Leider hat JEEPERS CREEPERS 3 das Problem, dass er sich zu sehr auf seinen boshaften Antihelden und dessen Eigenarten konzentriert. Das hat zur Folge, dass dem Bösen schnell der Schrecken genommen wird. Beinahe jedes Mysterium wird ergründet, was die Frage in den Raum wirft, mit was sich mögliche Fortsetzungen beschäftigen sollen. Zudem wirkt hier alles durcheinander. Filmemacher und Drehbuchautor VICTOR SALVA nimmt zu viele Handlungsstränge auf, bei denen sich nicht mal mehr klare Kurven erkennen lassen. Das macht den dritten Ableger konfus, weil sich ein roter Faden schwer finden lässt. Anders als der Erstling ist JEEPERS CREEPERS 3 weder gruselig noch spannend, was es schwer macht das Interesse des Publikums für weitere Filme der Reihe zu gewinnen. Vermutlich wird das aber weder Schöpfer VICTOR SALVA noch profitgeile Studiobosse interessieren. Die deuten kurz vor dem Abspann eine Fortführung der Geschehnisse sowie die Rückkehr von Heldin Trish Jenner (GINA PHILIPS) aus dem ersten Teil an. Vermutlich wird’s ne Serie, laut Salva soll die nämlich nach dem dritten Film kommen und die Ursprünge der Kreatur in 13 Folgen beleuchten. Es wäre nicht das erste Mal, wenn Horrorfilm-Reihen auf Streaming-Plattformen fortgesetzt werden. Lieber Filmgott, habe erbarmen mit uns.
 
 
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JEEPERS CREEPERS 3 – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
JEEPERS CREEPERS 3 siedelt sich qualitativ weit hinter seinen Vorgängern an. Die unheimliche und zugleich mysteriöse Atmosphäre des Originalfilms wird nicht einmal annähernd erreicht. Stattdessen werden viele Handlungsstränge aufgenommen, die den Film wirr erscheinen lassen. Beinahe will man das Gefühl nicht loswerden wollen, als habe Regisseur VICTOR SALVA auf Krampf einen dritten Ableger drehen müssen, für den er nicht viel Zeit hatte, um ein durchdachtes Drehbuch verfassen zu können. So verliert der Filmemacher schnell seine von ihm erschaffene Filmkreatur aus den Augen, die hier zum neuen JASON VOORHEES mutiert und ausschließlich zum Töten deklariert wird. Deren unheimliche Aura wird zugunsten einer Menschenjagd geopfert. Spätestens ab dem dritten Film verliert die JEEPERS CREEPERS-Reihe somit ihren Reiz. Spannung und Atmosphäre? Fehlanzeige. Stattdessen wir getötet und geschrien. So kann man eine gute Grundidee auch zu Grabe tragen.
 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 3 – Zensur

 
 
 
Die Gewalt in JEEPERS CREEPERS 3 ist nicht so dolle. Alles geht recht schnell und ist auch nicht sehr zeigefreudig. Eine Axt wird in einen Schädel geschlagen. Weiterhin bohren sich Wurfspeere durch Körper. Außerdem wird eine Stange durch einen Kopf gejagt. Hierzulande hat der dritte Teil eine FSK16 in ungeschnittener Fassung erhalten.
 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 3 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Jeepers Creepers 3; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Interview mit dem Creeper

Release-Termin: 23.03.2018

 

Jeepers Creepers 3 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 3 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jeepers Creepers (2001)
 
Jeepers Creepers (2003)
 
Hatchet (2006)
 
Hatchet II (2010)
 
Hatchet III (2013)
 


Filmkritik: „Dead Shack“ (2017)

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DEAD SHACK

Story

 
 
 

Mein Nachbar das unbekannte Wesen. Im Film DEAD SHACK entpuppt der sich als unberechenbare Killermaschine.

 
 
 


 
 
 

DEAD SHACK – Kritik

 
 
 
Wenn in Horrorfilmen Zombies ihr Unwesen treiben, dürften bei den meisten Horrorfilmfans die Alarmglocken läuten. Die Skepsis ist nicht grundlos. In den letzten Jahren haben nämlich die meisten Zombiefilme das immer wieder gleiche Szenario abgespult, in denen sich Überlebende durch eine postapokalyptische Welt kämpfen müssen, in der es nur so von Untoten wimmelt. Das hat müde gemacht, weshalb die Zuschauer mittlerweile dankend abwinken, wenn ein neuer Zombiestreifen das Licht der Kinowelt erblickt. Der kanadische Regisseur PETER RICQ will das ändern und spricht damit Fans aus der Seele. Ihm sind die dystopischen Zombieszenarien gehörig auf dem Magen geschlagen, weshalb er mit seinem ersten Langfilm versucht frischen Wind ins festgefahrene Zombie-Genre zu bringen. DEAD SHACK nennt sich sein mittels Crowdfunding teilfinanzierter Horror-Spaß, der müde Fun-Splatter-Fans muntermachen soll. Hier gibt es jede Menge blutige Raffinessen zu bestaunen, die mit einer Prise Ironie verfeinert wurden. Damit erfüllt sich der eingefleischte Horrorfan einen Traum und huldigt zeitgleich wegweisende Horror-Klassiker, die in dem Filmfan die Leidenschaft zum Genre geweckt haben. So prägten Horrorkomödien wie EVIL DEAD 2, FRIGHT NIGHT und AN AMERICAN WERWOLF IN LONDON nachhaltig, wie Filmemacher PETER RICQ in Interviews zu verstehen gab. Der Verfechter des 80er-Jahre-Horrors wollte einen Film in gleichem Schlage drehen, in dem sich Horror und Witz die Waage geben. Entstanden ist durchaus kurzweiliger Splatter-Nonsens. Handwerklich solide und nicht ungeschickt.
 
 
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Camping, gute Laune und Eltern. Für die Teenager in DEAD SHACK ein Albtraum. Die begeben sich mit den Eltern in die kanadischen Wälder, um dort übers Wochenende in einer Waldhütte zu nächtigen. Doch zum Schlafen und Relaxen kommt man erst gar nicht. Die grünschnäbeligen Heranwachsenden müssen nämlich ihre Nase in Dinge stecken, die sich nichts angehen. Da streunt man übers Grundstück der Wochenendbehausung und macht einen Abstecher zur Nachbarin, die gerade Männerbesuch empfängt. Für die Jugendlichen ein gefundenes Fressen, um zu spannen. Doch natürlich kommt alles anders. Die Dame betäubt ihre triebgesteuerten Gäste und verfüttert sie an entstellte Kreaturen. Für die jungen Helden unserer Geschichte ein Schock. Die stürmen aus ihrem Versteck und verhalten sich auf ihrer Flucht so unachtsam, dass sie das Interesse der Beobachteten wecken. Die will natürlich Zeugen ausradieren und beginnt eine gnadenlose Hetzjagd auf die Schüler. Neugierde muss eben bestraft werden.
 
 
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Die Horror-Version des 80er Kultfilms THE GOONIES. DEAD SHACK ist nicht sonderlich ausführlich. Als Entschädigung für rudimentäres Horror-Einerlei gibt es aber schwarzen Humor und handgemachte Splatter-Leckerbissen, die offenbar die 1980er zurück ins Wohnzimmer bringen sollen. Mal wieder macht man von eingespielten Retro-Sounds Gebrauch, die dafür sorgen sollen, dass man sich in jene Zeit zurückversetzt fühlt, vor der man sich verbeugen möchte. Hin und wieder gelingt das sogar – vor allem dann, wenn das Böse durch die Dunkelheit schleicht und aggressive Synthesizer-Klänge den Puls schneller schlagen lassen. Doch am Spannungsbau ist man nicht sonderlich interessiert. Der wird bald vernachlässigt. Originell, durchdacht oder tiefgründig will DEAD SHACK nämlich gar nicht sein. Der Film entpuppt sich als hirnfreier Party-Snack für Zwischendurch, der erst dann seine volle Wirkung entfalten kann, wenn man ihn zusammen mit Freunden bei möglichst hohem Alkoholpegel genießt. So sind schnell Wege zum eigentlichen Höhepunkt geebnet – und der nennt sich: Mord- und Totschlag. Eine Kannibalensippe kämpft gegen Camper und Camper kämpfen gegen Menschenfresser. Da fließt eine Menge Blut und Fans härterer Gangart kommen auf ihre Kosten. Leider schleicht sich aber partout das Gefühl ein, dass Gebotenes für die Laufzeit von knapp 80 Minuten zu wenig ist. Zwar hat man an überzeichnete Figuren und coole Sprüche gedacht, die die Horrorkomödie in einen blutigen Comic-Strip für Erwachsene verwandeln. Trotzdem erweckt DEAD SHACK den Anschein, als wäre das hier alles eigentlich als Kurzfilm angedacht gewesen, bei dem man sich aber kurzfristig dann doch dazu entschieden hat, was fürs Kino zu machen. So sollte man trotz Bluteinlagen Erwartungen herunterschrauben. Dann kann man nicht enttäuscht werden. Besser als das, was man sonst so im Horrorbereich mittlerweile geboten bekommt, ist der kanadische DEAD SHACK jedoch allemal.
 
 
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DEAD SHACK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Der perfekte Horrorfilm für einen Abend mit Freunden und einer Kiste Bier. DEAD SHACK ist ein schwarzhumoriger Party-Horror-Slasher bei dem der Fokus auf handgemachtem Blutgemansche liegt. Der unabhängig produzierte Slasher-Kannibalen-Zombie-Mix kommt schnell zum Punkt und will das feiern, was Horrorfilmfans nun mal von modernen Horrorfilmen erwarten. Da werden Köpfe eingeschlagen, an Körpern geknabbert und mit Äxten hantiert. Der kanadische Horrorbeitrag geizt nicht mit Blut und Schauwerten. Dafür aber mit Köpfchen und Handlung. Viel dergleichen bekommt man nämlich nicht zu sehen. Die Protagonisten nerven in ihrer Einfältigkeit schnell und sind leider weit weg von sympathisch. Auch viele der Proleten-Sprüche im Film sind Gift für Feingeister. Dafür hat man aber aus wenig viel gemacht und lässt DEAD SHACK nach mehr aussehen, als er vermutlich gekostet hat. Wer daher simpel gestrickte Horrorfilme mit 80er-Retro-Charme bevorzugt in denen ausschließlich die Blutkeule geschwungen wird und so dem Film seine Daseinsberechtigung gibt, wird sich an DEAD SHACK einen Ast freuen.
 
 
 


 
 
 

DEAD SHACK – Zensur

 
 
 
Es gibt einige grafische Gemeinheiten im Film zu sehen. Munition eines Schrotgewehrs bohrt sich durch Körper und Köpfe, ein Kopf wird mit einem Vorschlaghammer zermatscht, eine Axt wird in eine Schulter geschlagen und Menschenfleisch wird auch noch gefressen. DEAD SHACK ist ein witziger Genre-Mix und dürfte hierzulande mit einem roten FSK-Sticker in den Handel kommen. Wir vermuten: Keine Jugendfreigabe – ungeschnitten. Der Film feiert übrigens im April 2018 seine Deutschlandpremiere auf dem OBSCURA FILMFESTIVAL.
 
 
 


 
 
 

DEAD SHACK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Raven Banner)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Eat Locals (2016)
 
Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse (2015)
 
Condemned (2015)
 
Peelers (2016)
 
Night of Something Strange (2016)
 


Filmkritik: „Beyond Skyline“ (2017)

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BEYOND SKYLINE

(SKYLINE 2)

Story

 
 
 

Menschen kämpfen gegen Aliens und Aliens kämpfen gegen Menschen. Ein Kampf der letztendlich nur einen Sieger kennt. Nur wer wird das sein?

 
 
 


 
 
 

BEYOND SKYLINE – Kritik

 
 
 
Es erscheinen immer mal wieder Filme für den Videomarkt, da merkt man auf den ersten Blick gar nicht, dass es sich eigentlich um Fortsetzungen bekannter Blockbuster handelt. Über die Gründe lässt sich spekulieren. Oft steckt dahinter aber Kalkül, denn nicht selten versucht man mit neuer Titelkreation von der miserablen Vorlage abzulenken, damit ahnungslose Filmfans möglichst unvoreingenommen die Fortsetzung kaufen. Ganz ähnlich dürfte das beim folgenden Film passiert sein. Im Falle von BEYOND SKYLINE hat man nämlich auf die „2“ im Titel verzichtet. Hierbei handelt es sich um ein Sequel des immerhin lukrativen Science-Fiction-Krawalls SKYLINE. Der sorgte 2010 weniger durch Inhalt für Furore, sondern brachte es wegen ausufernder Spezialeffekte zu einer stattlichen Umsatzzahl. Knapp 80 Millionen US-Dollar konnte das CGI-Spektakel an den Kinokassen erwirtschaften. In Anbetracht eines Budgets von gerade einmal 10 Millionen US-Dollar ein voller Erfolg, der aber weder bei Publikum noch Kritikern gut ankam. Deren Urteil viel vernichtend aus. Nicht grundlos, setzten die Brüder COLIN und GREG STRAUSE weniger auf Logik und Substanz. Stattdessen überforderten sie den Zuschauer mit banaler Geschichte ohne Tiefgang, während der immerhin visuell ansprechend eine ganze Stadt von Aliens in Schutt und Asche gelegt wurde.
 
 
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Für die Fortsetzung nahmen die Geschwister nicht erneut auf dem Regiestuhl platz. Die konnten sich durch Spezialeffekte in Filmen wie AVATAR und 2012 einen Namen machen, fungieren aber im Falle von BEYOND SKYLINE als Produzenten. Eine gute Entscheidung wie wir finden, denn offenbar können die Brüder zwar gut mit Spezialeffekten umgehen, beim Filmemachen beweisen sie leider so gar kein Geschick. Regie-Arbeiten wie ALIENS VS. PREDETOR 2 haben das bewiesen. Für BEYOND SKYLINE konnte man LIAM O‘ DONNELL als Regisseur gewinnen. Auch der hat eher Ahnung von visuellen Effekten und das merkt man auch. Der Film macht hinsichtlich computeranimierten Schnickschnack eine hervorragende Figur. Das Drehbuch dagegen sieht mau aus. Daher: Visual-Effekt-Experten machen Effekte, Regisseure übernehmen die Regie von Filmen. So und nicht anders. Ein Schuster sollte stets bei seinen Leisten bleiben.
 
 
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Der Film knüpft an erwähnten Vorgänger an. Diesmal werden wieder Menschen von Angriffen boshafter Aliens überrascht, die es auf die Gehirne ihrer Opfer abgesehen haben. Davon bekommt auch Polizist Mark Corley (FRANK GRILLO aus DEMONIC) Wind, der gerade auf dem Weg ist, seinen Sohn aus dem Knast zu holen, weil der mal wieder auf die schiefe Bahn geraten ist. Doch klärende Vater-Sohn-Gespräche müssen warten, denn plötzlich werden ahnungslose Menschen in den Himmel gerissen, wo sie von einem riesigen Raumschiff eingesaugt werden. Was ist nur los? Gleiche Frage stellt sich auch Gesetzeshüter Corley, der aber vor der Bedrohung nicht davonlaufen kann. Der befindet sich bald selbst mit Sohnemann Trent (JONNY WESTON aus UNDER THE BED) im Schlund des Ungetüms und muss nach einem Ausweg suchen. Doch die Flucht stellt sich als kompliziert heraus. Im Inneren des Alien-Schiffes tummelt es nur so von Kreaturen – halb Predator, halb Alien. Da stellt sich die Frage: Was tun? Dabei ist die Lösung ganz einfach. Filmheld Mark Corley nutzt alle erdenklichen Gegenstände, um der Alien-Brut den Hintern zu versohlen. Actionfans wird das freuen.
 
 
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Aliens und Dresche – das sind Zutaten, die für einen anspruchslosen Filmabend sorgen. In der Tat ist BEYOND SKYLINE alles andere als gehaltvoll. Das ist aber nicht weiter tragisch, denn der Film will auch gar nicht helle sein. Dialoge halten sich in Grenzen. Stattdessen wird geballert, geschlitzt und gerannt, als würde es kein Halten mehr geben. Überraschenderweise funktioniert die einfache Rezeptur gut. BEYOND SKYLINE hat nämlich keine Längen und treibt den Zuschauer durch ein Science-Fiction-Abenteuer, das kaum Zeit zum Verschnaufen bietet. Da wird sich auf der Erde gegen boshafte Kreaturen zur Wehr gesetzt, die die Menschheit für eigene Zwecke missbrauchen wollen. Als sei das nicht bereits spektakulär genug, wird der Kampf wenig später im Raumschiff fortgesetzt, nur um die Alien-Brut am Ende noch einmal vor einem indonesischen Tempel herauszufordern. An Action mangelt es der Fortsetzung zu SKYLINE wenig. Doch die ist im Grunde genommen nur Mittel zum Zweck und soll den Zuschauer heimtückisch blenden. Vor lauter Krach, hastigen Kämpfen und schnellen Schnitten bekommt der nämlich erst gar nicht davon Wind, dass BEYOND SKYLINE genauso schwachsinnig ist, wie sein Vorgänger. Betrachtet man nämlich die zweckmäßige Story zum Film, kriegt man das kalte Grausen. Aber wir wollen nicht zu hart ins Gericht gehen. BEYOND SKYLINE ist schnörkelloses Popcorn-Kino mit hohem Unterhaltungswert, für das man eben den Kopf ausschalten muss. Die Protagonisten handeln dumm, die Aliens sind trotz weiterentwickelter Technik auch nicht gerade die hellsten Kerzen auf der Torte und die Gründe für die Invasion wollen erst recht keinen Sinn ergeben. Fans dieser Art von Filmen wird das aber kaum kümmern. Die dürften vor allem von den vielen Spezialeffekten begeistert sein, die das dünne Handlungsgerüst tragen und BEYOND SKYLINE nach weitaus mehr aussehen lassen, als er letztendlich ist. Trotz hohem Trash-Anteil stellt diese Fortsetzung den bescheidenen Vorgänger in den Schatten. Das muss man erst einmal schaffen.
 
 


 
 
 

BEYOND SKYLINE – Fazit

 
 
 

7 Punkte Final

 
 
 
Lautes Spezialeffekte-Gewitter mit hohem Action-Anteil. BEYOND SKYLINE ist nichts für Feingeister und Cineasten mit Anspruch. Der Film setzt auf niedere Instinkte und will dem Zuschauer einfach nur eine unterhaltsame Zeit bescheren. Es knallt, es donnert und es blitzt am laufenden Band. Damit hält sich der Streifen gut über die Runden und lässt gleichzeitig kaum Längen zu. BEYOND SKYLINE ist Science-Fiction-Edel-Trash. Die Effekte sehen Bombe aus und lassen erstaunen, was heutzutage alles mit dem Computer machbar ist. Da sieht man doch gern über die Tatsache hinweg, dass man auf eine Handlung mit Charakterentwicklung verzichtet hat. BEYOND SKYLINE ist das richtige Futter für Actionfans. Hier macht der Streifen keine Gefangenen, denn Action kann BEYOND SKYLINE zweifelsohne. Emmerichs INDEPENDENCE DAY ist ein Scheißdreck dagegen.
 
 
 


 
 
 

BEYOND SKYLINE – Zensur

 
 
 
BEYOND SKYLINE ist nicht sonderlich brutal. Ein paar Gehirne werden von außerirdischen Maschinen aus menschlichen Köpfen gerissen. Ansonsten gibt es im Finale noch einige Kämpfe zwischen Menschen und Aliens zu bestaunen. Hier werden noch einige Menschen in die ewigen Jagdgründe befördert. Hierzulande hat BEYOND SKYLINE in der ungeschnittenen Fassung eine FSK16 erhalten. Diese ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

BEYOND SKYLINE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Splendid Film (Blu-ray im limitierten Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Beyond Skyline; Großbritannien | Indonesien | Kanada | Singapur | USA 2017

Genre: Horror, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 107 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Making-of, Deleted Scenes, Trailershow

Release-Termin: 05.01.2018

 

Beyond Skyline [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Beyond Skyline – Steelbook [Blu-ray im Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

BEYOND SKYLINE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Darkest Hour (2011)
 
Independence Day (1996)
 
Independence Day: Wiederkehr (2016)
 
Cloverfield (2008)
 


Filmkritik: „The Monster Project“ (2017)

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THE MONSTER PROJECT

Story

 
 
 

Und Monster gibt es doch: Vier Freunden wollen mit ungewöhnlichen Videos Geld auf YouTube verdienen. Sie kommen auf die Idee auf die Suche nach echten Monstern zu gehen. Da wir hier fast nur Horrorfilme besprechen, darf man davon ausgehen, dass dieses Vorhaben im Desaster enden wird.

 
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Kritik

 
 
 
Es gab mal eine Zeit, da hat man im Horror-Bereich Trends gesetzt. Einer derer nannte sich Found-Footage und war plötzlich so chic, dass beinahe jeder neue Horrorfilm davon Gebrauch machen musste. Das Resultat waren Horrorfilmen, die entweder im Dokumentarstil über Leinwände flimmerten oder aussahen, als habe man die mit der Videokamera selbstgedreht. THE MONSTER PROJECT ist ein später Nachzügler genau jener lukrativen Found-Footage-Welle, die angekurbelt durch den Erfolg von THE BLAIR WITCH PROJECT seit 1999 relativ lange durch die Filmwelt wütete. Offenbar hat sich aber mittlerweile ein Sättigungsgefühl eingestellt. Seit die Horror-Fortsetzungen BLAIR WITCH und PARANORMAL ACTIVITY: THE GHOST DIMENSION an den Kinokassen floppten, haben Studios das Interesse an Filmen im Found-Footage-Stil verloren. Ganz unbegründet ist der abebbende Hype aber nicht. Das Konzept auf authentisch und echt gebürstete Filme zu produzieren wurde so oft wiederholt, dass man sich sprichwörtlich daran satt gesehen hat. Leider ist das wohl noch nicht bis zu Regisseur VICTOR MATHIEU vorgedrungen. Der scheut nämlich mit THE MONSTER PROJECT neue Wege und setzt eher auf Altbewährtes, das aber niemand mehr sehen will. Entstanden ist typisches Found-Footage-Gewackel für das man unbedingt Fanboy sein muss, um es ertragen zu können. Irgendwann muss eben auch mal Schluss sein.
 
 
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Einmal mehr ist das Internet Schuld. Vier Freunde wittern nämlich dort die schnelle Kohle. Mit selbstgedrehten Videos will man auf einer Videoplattform Geld verdienen. Doch wie das Bankkonto füllen? Es müssen Videos von echten Monstern sein, die die Zuschauer um den Schlaf bringen sollen. Deshalb stellt man eine Anzeige ins Netz und bittet um Mithilfe. Es werden Kreaturen gesucht, die man nicht täglich zu Gesicht bekommt. Und wie es der Zufall so will melden sich wirklich drei Personen, die von sich selbst behaupten nicht menschlich zu sein. Ein gefundenes Fressen für unsere Kumpels. Diese laden die drei selbsternannten Monster für ein Interview in eine morsche Hütte ein. Ein fataler Fehler, denn wer schon einige Horrorfilme gesehen hat weiß, dass Geschöpfe der Hölle niemals friedliebend sind.
 
 
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Hilfe, es wackelt wieder. THE MONSTER PROJEKT ist ein lupenreines Found-Footage-Movies wie man es seit THE BLAIR WITCH PROJEKT so ziemlich oft gesehen hat. Wieder mal werden Geschehnisse aus der Ego-Perspektive gezeigt. Diesmal tragen mehrere Freunde Kameras bei sich, mit denen sie kleine Dokus für den eigenen YouTube-Kanal drehen wollen. Demzufolge sieht man das Treiben quasi aus deren Augen, weil die Protagonisten das filmen, was ihnen vor die Linse kommt. So wird das Gefühl vermittelt, dass der Zuschauer Teil der Gruppe ist. Ein erfinderischer Trick, um Geschehnisse authentischer wirken zu lassen. Leider bringt dieser Erzählstil die gleichen Probleme mit sich, mit denen nahezu alle Found-Footage-Filme zu kämpfen haben. So ist die Kamera nie konstant, sondern gerät permanent aus dem Ruder. Die Folge ist permanentes Gewackel, was vor allem dann anstrengend wird, wenn die Filmfiguren in Panik geraten und unkoordiniert durch die Szenerie flitzen. Das ist ab Filmmitte der Fall. Dann nämlich werden die vier Freunde von ihren Interview-Partnern durch ein Haus gehetzt, aus dem es offenbar kein Entkommen gibt. Die geben sich tatsächlich als Kreaturen der Schattenwelt zu erkennen und jagen ihre Opfer durch Räume, Flure und Finsternis. Weil die Monster immer wieder unerwartet vor die Linse springen, während die Filmhelden einen Ausgang suchen, verwandelt sich THE MONSTER PROJECT zu einem filmgewordenen Ego-Shooter. Da werden Erinnerungen an so ähnlich gestrickte Streifen wie HOTEL INFERNO oder FIRST PERSON SHOOTER wach. Auch dort versuchte man Horror im Baller-Game-Stil und aus der Ego-Ansicht ins Wohnzimmer zu bringen. Leider verlor die ungewöhnliche Machart schnell seinen Reiz und verursachte Kopfschmerzen. Manche Ideen nutzen sich eben schnell ab.
 
 
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Nicht anders sieht es da bei THE MONSTER PROJECT aus, für den man einen gesunden Magen mitbringen sollte. Nicht, dass der Found-Footage-Horror sonderlich blutig wäre. Ganz im Gegenteil. Hier bekommt man wegen nicht konstanter Kamera und planlosem Gewackel schnell Schwindelgefühle. THE MONSTER PROJECT ist ab der zweiten Filmhälfte schwer zu ertragen, denn dann setzt man auf Hektik und vor allem auf die Möglichkeiten digitaler Tricktechnik. Wie in GRAVE ENTCOUNTERS werden plötzlich menschliche Gesichter in befremdliche Fratzen umfunktioniert, die für kurze Adrenalinkicks sorgen sollen. Aber die Schockwirkung nutzt sich schnell ab, weil Handlungsverläufe zu oft wiederholt werden mit denen man den Zuschauer aus der Reserve locken will. Da schluchzen immer mal wieder Protagonisten in der Ecke, die dann nach ihrem Befinden gefragt werden. Kommt man ihnen zu nahe, drehen sie sich um und entlarven ihr wahres Gesicht. Spätestens nach der zigsten Wiederholung fragt man sich, ob die Helden von THE MONSTER PROJECT nichts dazulernen wollen. Kluge Horror-Unterhaltung sieht anders aus.
 
 
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THE BLAIR WITCH PROJECT ist Schnee von gestern. Jetzt kommt THE MONSTER PROJECT. In Interviews erklärte Regisseur VICTOR MATHIEU, dass die Grundlage zum Film bereits in frühen Jahren geebnet wurde. Als Kind verschlang der Filmemacher die GÄNSEHAUT-Bücher von R.L. STINE und auch das Videospiel zur Buch-Reihe mit dem Titel ESCAPE FROM HORRORLAND hinterließ bleibenden Eindruck. Als der Filmemacher dann auch noch den Vampir-Horror THE HAMILTONS zu sehen bekam, in dem eine Vampirfamilie auf Beutefang ging, formte sich die erste Idee zu einem eigenen Film mit Vampiren. Doch bei Blutsaugern sollte es nicht bleiben. Weil Mathieu ein großer Verfechter klassischer Monster-Movies ist, mussten auch noch andere Gestalten her, die das Grusel-Universum hergibt. So entstand nach und nach THE MONSTER PROJECT in denen diverse Horror-Kreaturen vereint werden konnten. Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht.
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Rasant, schockintensiv und adrenalinreich! Eine effektreiche Horror-Achterbahn, die kaum Zeit zum Verschnaufen bietet. Man kann THE MONSTER PROJECT nicht vorwerfen langweilig zu sein. Der Film verfügt über einen hektischen Inszenierungsstil, der seine Figuren durch die sprichwörtliche Hölle jagt. Die kommen nicht zur Ruhe, weil sie in einem Haus rastlos von Monstern attaktiert werden. So weit so gut. Wie man aber das Katz- und Mausspiel auf Film gebannt hat, ist weniger schön. THE MONSTER PROJECT ist nämlich ein Found-Footage-Film und macht sich jedes Klischee zu Eigen, mit denen erwähntes Subgenre seit Jahren polarisiert. Zu sehen gibt es kaum konstante Kamerabilder, furchtbares Gewackel, Bildausfälle und Störsignale. Es wird dem Zuschauer also nicht gerade leicht gemacht der minimalistischen Handlung zu folgen, die sich in wenigen Worten erklären lässt. Weil man oftmals nur erahnen kann, was da vor der Linse passiert, wird THE MONSTER PROJEKT schnell zum Geduldsakt. Somit ist auch dieser Found-Footage-Heuler auch nur etwas für jene, die mit dieser Gattung Film etwas anfangen können. Wer daher schon immer ein Problem mit Wackelcam-Streifen hatte, wird auch hier schnell abgeschalten haben. Dazu folgt THE MONSTER PROJECT schlichtweg zu engstirnig den Regeln, die dieses Subgenre zu berüchtigt gemacht haben.
 
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Zensur

 
 
 
THE MONSTER PROJECT hat zwar einige Schauwerte zu bieten, aber hier ist alles so schnell und hektisch geschnitten, dass man davon kaum etwas zu sehen bekommt. Neben Verwandlungsszenen in denen sich Menschen plötzlich in garstige Gestalten verwandeln, sieht man auch noch einige nett getrickste Splatterszenen in denen die Monster getötet werden und ihre Körper zerfließen oder in Sekunden vertrocknen. Hierzulande hat das Label PIERROT LE FOU eine FSK16 für THE MONSTER PROJECT erhalten. Ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU (Mediabook mit Blu-ray & DVD auf 3000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Monster Project; USA 2017

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnitten Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook auf 3000 Stück limitiert

Extras: Making-of, Deleted Scenes, Audiokommentar des Regisseurs und Produzenten, Trailer | Zusätzlich im Mediabook: Booklet und Plakat

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 27.04.2018

 

The Monster Project [Mediabook mit DVD+Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

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THE MONSTER PROJECT – Mediabook

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THE MONSTER PROJECT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
FPS: First Person Shooter (2014)
 
Hardcore Henry (2016)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
Frankenstein´s Army (2013)
 


Filmkritik: „Day of the Dead: Bloodline“ (2017)

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DAY OF THE DEAD: BLOODLINE

Story

 
 
 

Zombie-Apokalypse, die 1598783258te. Diesmal dreht sich alles um eine junge Ärztin, die offenbar einem Heilmittel auf die Spur kommt, das Menschen vor dem Zombie-Dasein bewahrt.

 
 
 


 
 
 

DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Kritik

 
 
 
Was wäre die Zombiewelt nur ohne den Vater dieser Kreaturen: GEORGE A. ROMERO. Der Kult-Regisseur drehte mit NIGHT OF THE LIVING DEAD nicht nur einen wegweisenden Horror-Klassiker, den man auch 50 Jahre nach Entstehung gut und gern zitiert. Ganz nebenbei legte er mit seinem kritischen Zombiestreifen den Grundstein für unzählige Zombiefilme, die beinahe täglich in Händlerregale gestellt werden und dort ihr belangloses Dasein fristen. Gleiches Schicksal dürfte auch den folgenden Zombie-Schocker ereilen, der den Zuschauer mit heimtückischer Taktik um sein schwer verdientes Geld bringen möchte. DAY OF THE DEAD: BLOODLINE erweckt nämlich den Anschein, als habe der Streifen mit den Filmen des GEORGE A. ROMEROS zu tun. Der leider 2017 verstorbener Filmemacher ließ nach seinem zeitkritischen Zombie-Hit fünf weitere Filme folgen – darunter einen mit ähnlichem Namen: DAY OF THE DEAD. Doch mit besagtem Klassiker hat der hier vorgestellte B-Actioner – bis auf Zombies – nur wenig im Hut. Statt tiefgründiger Botschaft setzt man auf Action. Das immerhin schnörkellos und sauber. Es mag Zuschauer geben, denen das ausreicht. Herje!
 
 
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Ein weiterer Zombiefilm geschustert nach bekannter Formel. Wieder einmal bricht ein Zombie-Virus aus und macht Menschen zu willenlosen Sklaven des Bösen. Die Zombie-Apokalypse breitet sich über den gesamten Erdball aus und rafft fast die gesamte Menschheit dahin. Ein paar Menschen können sich retten. So auch Wissenschaftlerin und Ärztin Zoe. Die lebt nun schon seit knapp fünf Jahren in einem militärischen Bunker, wo sie Forschungen betreibt, um ein Gegenmittel für die Krankheit zu finden. Als ein kleines Mädchen im Bunker erkrankt, muss Medizin beschafft werden. Weil sich Vorräte dem Ende neigen, beschließt man Nachschub zu holen. Zusammen mit einem Team mutiger Soldaten begibt man sich auf eine Reise voller Gefahren. Doch eine der größten Gefahren folgt dem Team auf dem Heimweg ins Camp. Ein ehemaliger Patient der mutigen Ärztin findet einen Weg in den sicheren Bunker. Der war schon zu Lebzeiten von der attraktiven Zoe besessen und besitzt – trotz Zombiedasein – immer noch Gefühle für die taffe Forscherin. Das bekommt auch das Objekt seiner Begierde zu spüren. Doch die Ärztin hat andere Pläne. Offenbar ist das Blut des infizierten Rosenkavaliers aus einem besonderen Saft. Der zeigt nämlich weitaus menschlichere Züge, als die meisten der Infizierten. Trägt dieser Zombie etwa die Lösung des Übels in sich? Genau das vermutet auch Zoe und beginnt mit ihrer Forschung nach einem Heilmittel am „lebenden“ Zombie.
 
 
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Der heimtückische Blender mit dem irreführenden Titel DAY OF THE DEAD: BLOODLINE soll angeblich ein Remake des von Romero erschaffenen dritten Teils der legendären Zombie-Saga sein. Das Original hat nun schon einige Jährchen auf dem Buckel, weshalb man dringend Bedarf gesehen hat, den angestaubten Stoff neu interpretieren zu müssen. Dass ein solches Vorhaben graue Haare wachsen lässt, dürfte verständlich sein, schließlich gilt der originale DAY OF THE DEAD als einer der besten Zombiefilme, die jemals gedreht wurden. Und als habe man es geahnt: das Quasi-Remake DAY OF THE DEAD: BLOODLINE entpuppt sich als geschlagener Verlierer. Warum? Ganz einfach: Der Film hat kaum noch etwas mit seiner Vorlage gemein und radiert all das aus dem Drehbuch, was den Film des GEORGE A. ROMERO so ausgezeichnet hat. Wo im Original einfühlsam belehrt wurde, dass Zombies – trotz niederer Instinkte – noch immer Menschen sind, verzichtet DAY OF THE DEAD: BLOODLINE auf Substanz und Kritik. Hier liegt der Fokus auf der Befriedigung niederer Instinkte – koste es, was es wolle. Der Zuschauer wird mit reichlich Action bei Laune gehalten und bekommt hin und wieder Gewalt zu sehen. Doch ist das schon alles? Aber selbstverständlich. Dem Film mangelt es – wie seinen Kreaturen – an Hirn. Das wird vor allem an den Fehlentscheidungen aller Protagonisten deutlich. Die leben zwar bereits seit fünf Jahren in täglicher Angst und haben nach einer Zombie-Epidemie gelernt mit Taktik und Köpfchen der blutgeilen Bedrohung aus dem Weg zu gehen. Von Klugheit spürt man im Film aber nichts. Dort werden die vielen Figuren plötzlich zu Freiwild und hegen offenbar den Wunsch sterben zu wollen. Da wird unvorsichtig durch Szenarien gepoltert, um Zombies aus ihren Verstecken zu locken. Die Folgen sind vorhersehbar: Nahezu alle Protagonisten müssen wegen mangelnder Vorsicht ihr Leben lassen. Alles, wie eh und je eben. Das Zombie-Genre hängt leider seit Jahren in einer Dauerschleife fest.
 
 
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DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Einfache Unterhaltung für einfache Gemüter. Was nur hat man HÈCTOR HÉRNANDEZ VINCENS gezahlt, dass er sich so ungeniert am Romero-Klassiker DAY OF THE DEAD vergehen musste. Der spanische Regisseur hatte mit DIE LEICHE DER ANNE FRITZ einen Genre-Geheimtipp inszeniert und verkauft sich nun mit dem Remake zu DAY OF THE DEAD unter Wert. Seine Neuauflage ist weit weg von der Genialität der Vorlage, die Zombie-Vater GEORGE A. ROMERO im Jahr 1985 auf die Leinwand gebracht hat. Der ging es in seinen Filmen gern mal kritisch an und ergänzte den dritten Teil seiner aus fünf Streifen bestehenden Untoten-Filmreihe um gesellschaftspessimistische Aspekte. Sozialkritik sucht man in der hier vorliegenden Neuauflage vergebens. Das Remake DAY OF THE DEAD: BLOODLINE ist bei genauerer Betrachtung ein lupenreines B-Movie, das ausschließlich auf Action und Make-up-Effekte abzielt. Zugegeben ist beides von besserer Qualität, als das, was einem mittlerweile im Zombie-Sektor zugemutet wird. Dennoch ist DAY OF THE DEAD: BLOODLINE nichts weiter, als Stangenware an welche man sich schon bald nicht mehr erinnern wird. Da kann man nur froh sein, dass Romero unlängst verschieden ist. Der hätte vermutlich nie zugelassen, dass man aus seinem Kultfilm derart hanebüchenen Edel-Trash macht. Daher Kopf ausschalten, beschallen lassen und wieder aus dem Gedächtnis radieren. Zu mehr taugt DAY OF THE DEAD: BLOODLINE leider nicht.
 
 
 


 
 
 

DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Zensur

 
 
 
DAY OF THE DEAD: BLOODLINE ist gewalttechnisch ähnlich aufgebaut, wie die meisten dieser Sorte Film. Es gibt Biss- und Fressszenen zu sehen. Diese wurden professionelle in Szenen gesetzt. Gleiches gilt für das modrige Zombie-Make-up. Hierzulande gab es ohne Probleme eine Erwachsenenfreigabe. Die erhältliche Kaufhausfassung mit dem roten FSK-Flatschen ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (Blu-ray KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Day of the Dead: Bloodline; Bulgarien | USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2,35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Making-of, Interviews, Trailer

Veröffentlichung: KeepCase: 25.01.2018

 
 

Day of the Dead: Bloodline [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Day of the Dead (2008)
 
What We Become (2015)
 
Anger of the Dead (2015)
 
The Rezort (2015)
 
28 Days Later (2002)
 
28 Weeks Later (2007)
 


Filmkritik: „Mom and Dad“ (2017)

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MOM AND DAD

(MUM AND DAD)

Story

 
 
 
In einer amerikanischen Kleinstadt ist plötzlich der Teufel los. Eltern wollen ihre Kinder töten und Kinder müssen sich vor ihren Eltern in Acht nehmen. Auch Vater Brent (NICOLAS CAGE) und Mutter Kendall (SELMA BLAIR) entwickeln plötzlich seltsame Aggressionen und wollen den Nachwuchs einen Kopf kürzer machen. Shit happens.

 
 
 


 
 
 

MOM AND DAD – Kritik

 
 
 
From Hero to Zero: NICOLAS CAGE nimmt alles. Seit der nämlich seine Finanzen nicht mehr unter Kontrolle hat und offenbar Geld benötigt, um Schulden abzuzahlen, muss sich der einst gefeierte Hollywoodstar die Brötchen mit Arbeit verdienen. Leider sind die fetten Jahre vorbei. Die Traumfabrik hat kein großes Interesse mehr am ehemaligen Actionstar, weshalb sich der Schauspieler mit Auftritten in B-Movies über Wasser hält, um irgendwie über die Runden kommen zu können. Leider hat das wahllose Drehen von Filmen Konsequenzen. Cage wird nämlich mittlerweile ausschließlich mit Trash und Billigware in Verbindung gebracht. Die Folge: die meisten seiner Filme landen in Wühltischen großer Elektronikfachmärkte oder werden nach der Fertigstellung direkt auf dem Videomarkt veröffentlicht. Was für ein trauriges Schicksal.
 
 
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Immerhin scheint sich NICOLAS CAGE noch nicht ganz aufgegeben zu haben, wie der folgende Streifen beweist. Der nennt sich MOM AND DAD und wurde ebenfalls mit überschaubarem Budget produziert – hat aber vor Erscheinen mit kontroversem Trailer Neugier geweckt. Und in der Tat: Der Streifen bleibt im Gedächtnis und macht sich vor allem unter Fans des blutigen Filmhandwerks Freunde. Der Grund ist schnell erklärt. MOM AND DAD besitzt nämlich Zutaten, die Horrorfilme neueren Datums dringend benötigen, um sich abheben zu können. So fehlen blutige Szenen ebenso wenig wie schwarzer Humor und satirische Elemente. Letztere machen in überspitzter Weise den Generationenkonflikt zum Thema und rücken Eltern in den Mittelpunkt, die sich wegen der Erziehung der eigenen Kinder im wahrsten Sinne des Wortes gern mal selbst vergessen. Da spricht der Film so manchem Vormund aus der Seele.
 
 
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MOM AND DAD beginnt wie jede Familienkomödie. Heiles Familienglück also – wären da nicht die vielen kleinen Sorgen mit denen sich die Familienmitglieder konfrontiert sehen. Sohn Josh vergeht sich am Auto des Vaters, obwohl es ihm verboten wurde. Tochter Carly durchlebt die Pubertät und wird zum anstrengenden Problemfall. Aber auch Vater Brent hatte schon bessere Tage. Der bleibt bewusst länger auf Arbeit, um der tagtäglichen Verantwortung als Familienvater zu entgehen und sich an Zeiten zu erinnern, in denen er als Junggeselle Frauen am Fließband vernaschen konnte. Da kommen seltsame Vorfälle gerade recht, die die meisten Probleme genervter Eltern lösen dürften. So schallen plötzlich mysteriöse Störgeräusche aus TV und Radio, die dem Nachwuchs den Kampf ansagen. Das hat zur Folge, dass sich zuvor besorgte Mütter und Väter in aggressive Killermaschinen verwandeln und nur ein Ziel kennen: die Kids zu ermorden. Natürlich ist auch Familie Ryan betroffen. „Mom“ Kendall und „Dad“ Brent“ kommen überraschend früh von der Arbeit und wollen das alte Leben zurück. Sie läuten eine Jagd auf ihre Kinder ein und scheuen beim Vorhaben weder Mühen noch Herausforderungen. Ob alles gut ausgehen wird?
 
 
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Dass MOM AND DAD kein Rohrkrepierer werden würde, war abzusehen. Die Horrorsatire wurde nämlich von BRIAN TAYLOR geschrieben und inszeniert. Der hat zuvor mit Regie-Partner MARK NEVELDINE einige hektische Action-Hits auf Zelluloid gebannt, die unter Fans rasanter Verfolgungsjagden Kult-Status genießen. So dürfte vielen Horrorfilmkennern CRANK und dessen Fortsetzung CRANK 2 – HIGH VOLTAGE nicht unbekannt sein. Die konnten sich durch hektische Schnitte, temporeicher Inszenierung im Split-Screen-Verfahren und greller Musikclip-Ästhetik in Filmkreisen einen Namen machen. MOM AND DAD macht von gleicher Handschrift Gebrauch. Der Film ist nicht minder hektisch und temporeich gedreht, bremst sich aber immer wieder durch Rückblenden und abrupte Szenenwechsel selbst aus. Das unterbricht den Spannungsbogen, der leider erst im Finale so richtig an Fahrt gewinnt. Immerhin wächst MOM AND DAD dort zu eigentlicher Stärke heran. Dann nämlich dürfen die Hauptdarsteller SELMA BLAIR und NICOLAS CAIGE ungeniert die Sau herauslassen, schreien, keifen und angestauten Aggressionen freien Lauf lassen. Selten hat man beide Darsteller so politisch inkorrekt gesehen, wie in diesem boshaften Horrorspaß. Auch Eltern dürften im Horrorfilm gern mal rot sehen.
 
 
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MOM AND DAD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Die Lösung von Generationenkonflikten in blutrot. MOM AND DAD hat gute Voraussetzungen: Ein NICOLAS CAGE in Bestform, blutige Szenen, einen Cameo von Horror- und Actionikone LANCE HENRIKSEN sowie zynischer Sarkasmus, der trotz politischer Inkorrektheit für Lacher sorgt. Ja, MOM AND DAD ist kein Horrorfilm von der Stange, so wie sie der ehemalige Actionstar in den letzten Jahren mehr gelangweilt als ambitioniert am Fließband gedreht hat. Der rabenschwarze Horrortrip zeigt, dass das Zombie-Genre noch längst nicht tot ist. Irgendwo dort lässt sich MOM AND DAD nämlich einordnen und erinnert dabei an so Filme wie WHAT WE BECOME, CRAZIES oder ALONE. Leider hat man auf Gründe für die Bedrohung im Film verzichtet. Die braucht man auch nicht, denn MOM AND DAD ist bei genauer Betrachtung eine Satire, in der Erwachsene auf überspitzter Weise ein Ausweg aus dem „Knast“ Familie suchen, um endlich mal wieder Zeit für sich haben zu können. Übrigens sollten sich fürsorgliche Eltern nicht zu beunruhigt über den Inhalt der Horrorsatire zeigen. Regisseur BRIAN TAYLOR diktiert schnell die Richtung. Spätestens wenn nach einer Geburt eine Mutter den frisch geschlüpften Nachwuchs töten will und im Hintergrund der Roxette-Klassiker „It Must Have Been Love“ zu hören ist, sollte jedem klar sein, dass die zelebrierten Boshaftigkeiten mit einem Augenzwinkern genossen werden sollten. MOM AND DAD ist zwar total bescheuert, aber irgendwie originell. Netter Zeitvertreib, der mal endlich wieder zeigt, was Schauspieler NICOLAS CAGE wirklich kann.
 
 
 


 
 
 

MOM AND DAD – Zensur

 
 
 
MOM AND DAD ist keine Gewaltgranate, wie es der Trailer suggeriert. Die wenigen Gewaltmomente halten sich in Grenzen und werden nur selten in voller Pracht gezeigt. Demzufolge ist dem Film eine FSK16 sicher.
 
 
 


 
 
 

MOM AND DAD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Momentum Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Crazies – Fürchte deinen Nächsten (2010)
 
Crazies (1973)
 
What We Become (2015)
 
Alone (2017)
 
Quarantäne (2008)
 
Carriers (2009)
 


Kritik: „She – Eine verrückte Reise in die Zukunft“ (1982)

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SHE – EINE VERRÜCKTE REISE IN DIE ZUKUNFT

(SHE | SHE – EINE BRUTALE REISE IN DIE ZUKUNFT)

Story

 
 
 
Neulich in der Post-Apokalypse. Einmal mehr hat die dämliche Menschheit atomar gezündelt, sich den rettenden Ast unterm Hinterteil weggebombt. Klingt angesichts der gegenwärtigen Wendungen der menschlichen Saukomödie gar nicht mehr so abwegig. Die Ödlande sind nach dem großen Knall in die Hände sich meistens bekriegender Amazonenclans gefallen. Also weiter Kampf. Als der Wasteland-Cowboy Tom die Entführung seiner Schwester erleben muss, tritt ihm die Kämpferin „She“, verstrahlt verkörpert von Tänzerinnen-Hardbody und Schwarzenegger-Co-Star Sandahl Bergman, zur Seite.
 
 
 


 
 
 

SHE – Kritik

 
 
 
SHE ist nicht die intellektuelle Sci-Fi-Dystopie eines Philip K. Dick oder der endlos einflussreichen Schriftsteller-Gebrüder Strugatsky. Paten stehen hier eher Schnellfilm-Ungeheuer wie Joe D’Amato oder David A. Prior. Das Projekt SHE, entstanden als italienisch-amerikanische Co-Produktion, orientiert sich wenig überraschend an den trendigen Endzeitfilmen jener Jahre, wie sie auf beiden Seiten des Großen Teichs kostengünstig auf ausrangierten Steinbrüchen und in kargen Waldlandschaften entstehen. Regisseur Avi Nesher verbindet auf virtuose Art die Schwachsinnigkeit der Genrefilme von USA und ITA. Ein World-Cup-Unentschieden, könnte man sagen. Im Stil einer Comic-Erstausgabe bietet der Film Herkunftsgeschichten der Figuren, um sie final aufeinandertreffen zu lassen. Nüchtern betrachtet, entfaltet sich vorm Auge des geneigten Schlockfilm-Glotzers ein Potpourri aus allem, was schon einzeln zündet: Science-Fiction, Action, nackte Möpse, Spaß. Ein sicherer Treffer für Freunde des guten schlechten Geschmacks. Kommen wir hiermit zum Ende der halbwegs seriösen Faktenbeschreibung dieses schönen Films, der, möglich gemacht durch das Abgrasen noch nicht vergebener Lizenzen, über dreißig Lenze nach Entstehung auf DVD erscheint. Eine VHS im schicken, roten VPS-Cover gab es hierzulande mal.
 
 
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Was SHE – EINE VERRÜCKTE REISE IN DIE ZUKUNFT vor vielen Jahren zum Liebling bierseliger Videoabende macht, ist, wie so oft im VHS-Zeitalter, die deutsche Synchronisation. Zu den großangelegten Mechanismen der Alltags-Straffung gehört das strenge Einsortieren und Benennen jedeweder Sache. Filmgenres entstehen auf Blogs und an den Vermarktungsschreibtischen der Hersteller bereits nach der Sichtung von drei Filmen mit sich ähnelnden Handlungselementen. Ärgerlich alberne tags wie Home-Invasion-Film versprechen Vereinfachung des Konsums und Schonung der grauen Zellen. Dieser Arbeitsweise benutzen wir heute auch einmal und ordnen SHE einem ganz besonderen Genre zu: Filme, in denen kein normaler Satz gesprochen wird. Einsamer Rekordhalter dieses Konstrukts ist der italienische Barbaren-Irrsinn SUPERMÄNNER GEGEN AMAZONEN, zufälligerweise damals auch bei VPS veröffentlicht. Avi Neshers Apokalypsen-Klopper hier braucht sich hinter dem aber nicht zu verstecken. Ein Fest.
 
 
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SHE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wie muss es sich für den Videothekenpilger in den späten Achtzigern angefühlt haben, verleitet von Covergestaltung und dem Hunger nach dem nächsten TERMINATOR, dem nächsten MAD MAX, Avi Neshers unglaublicher Trash-Atomrakete auf den Leim gegangen zu sein? Der Zuseher des Jahres 2018 kann den exotischen Hasscocktail aus Enttäuschung und Hirnverknotung quasi auf der Zunge schmecken, trotzdem nur ahnen und sich glücklich schätzen, SHE bewusst ausgewählt zu haben. Ein Film, den man mit dem Sticker „Das ist Trash“ mit einer Sonde ins All schießen müsste, auf dass unsere außerirdischen Herrscher in spe wissen, worauf sie sich hier unten einlassen.
 
 


 
 
 

SHE – Zensur

 
 
 
Im Kino und auf VHS gab es SHE nur gekürzt. Im digitalen Zeitalter ist das jetzt anders. Die erhältliche DVD beinhaltet die ungeschnittene Fassung. Fans und Sammler trashiger Perlen aus den 1980ern dürfte das freuen. Aber Obacht: SCHRÖDER MEDIA hat den Titel geändert. Auf dem Cover steht nun nicht mehr SHE – EINE VERRÜCKTE REISE IN DIE ZUKUNFT. Das „verrückte“ wurde gegen „brutale“ ausgetauscht.
 
 
 


 
 
 

SHE – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Schröder Media (DVD auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: She; USA | Italien 1982

Genre: Abenteuer, Action, Fantasy

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,66:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Ausgetauschte Szene (1:38 Min.), Genauso bekloppt! („Mission Force“-Trailer, 6:09 Min.), Damals war alles besser (Trailershow, 15:47 Min.)

Release-Termin: 07.09.2017

 

SHE – Eine brutale Reise in die Zukunft [Limited DVD Edition] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

SHE – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Conan der Barbar (1982)
 
Red Sonja (1985)
 
Die Barbaren (1987)
 
Drei Engel auf der Todesinsel (1984)


Filmkritik: „Neon Maniacs“ (1986)

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NEON MANIACS

(MANIACS – DIE HORRORBANDE)

Story

 
 
 
Aus den Tiefen der Hölle, einer anderen Dimension oder dem schwefelsauren Planeten Rotktraut 9 flutschen zwölf blutgierige Mutanten in die Welt der Menschen und töten, was ihnen vors vielfältige Waffenarsenal läuft. Die Begegnung verschiedener unwichtiger Menschlein mit den NEON MANIACS findet ihren Höhepunkt auf einer Battle-Of-The-Bands-Show.

 
 
 


 
 
 

NEON MANIACS – Kritik

 
 
 
Viel Handlung is‘ da nich. Da wollen wir auch keine schrägen Behauptungen in andere Richtungen aufstellen. Was soll auch groß an Plot-Twists und narrativen Vielschichtigkeiten aufgefahren werden, wenn in Prinzip auf dem Tapet steht, ein gutes Dutzend sagenhaft maskierter Unholde auf blödes Teenager-Kanonenfutter loszulassen? Darum geht’s, sonst um nicht viel. NEON MANIACS bringt praktisch auf den Punkt, was man in den Achtzigern und frühen Neunzigern mittels durchgerittener Vorspultasten herbeizaubern musste. Monster metzeln Menschen. Und das mit Volldampf und obendrein im Rahmen eines Bandwettbewerbs, der glatt aus HOWARD THE DUCK stammen könnte. Wahnsinn.
 
 
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Gigantischer Pluspunkt dieses Films, der in vielen Momenten wirkt, als habe man im Hause TROMA vergessen, ihn für die eigene Distribution zu lizensieren, ist die Arbeit der Make-Up-Abteilung. Mit echter, zweifellos als amerikanisch zu erkennender Latex- und Gummi-Prop-Kunst erschafft der Film einen fantastischen Kanon von Bösewichtern als Dreh- und Angelpunkt, wie sie in einer derartigen Tiefe vielleicht noch in Clive Barkers seinerzeit völlig zu Unrecht untergegangenem Monster-Feuerwerk CABAL zu finden ist. Jede dieser fleischgewordenen Monsterpuppen hat eigene Merkmale in Optik und Verhalten, ruft praktisch nach einer Verwertung als detailgetreue Action Figures fürs Regal des Horror-Fans von echtem Schrot und Korn. Eine Liebe zum Detail, die fast vermuten lässt, es mit dem ersten Film einer avisierten Reihe zu tun zu haben. Leider wurde NEON MANIACS nicht fortgesetzt.
 
 
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Regisseur Joe Mangine war maßgeblich Kameramann, stand bei einigen sehr undergroundigen Produktionen seiner New Yorker Heimat seit jungen Jahren hinter der Linse. In seiner Filmographie stehen neben Exploitationern wie einem sudeligen Krokodil-Horrorfilm auch Ausflüge in die Welt des Bumskinos – CAPTAIN LUST aus dem Jahre 1977 etwa. Somit ist der Mann seinerzeit irgendwie prädestiniert für die Leitung der Aufnahmen zu einem Genre-Destillat, wie es NEON MANIACS darstellt. Genug fiese Handlungsarmut für einen schmissigen Grindhouse-Kracher, genug Effekt-Brutalität für einen Splatter-VHS-Hit, der mehr Zuschauer verdient hätte. Mit diesem neuen Release des Films hierzulande wünschen wir dem Film neue Popularität. Verdient hat er’s seit Jahrzehnten. Motherfuckers.
 
 
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NEON MANIACS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wir wünschen uns eine Sekunde was von Euch. Ausnahmsweise. Seid tolerant gegenüber einer Horde ältlicher Horror-Geeks, wenn sie einem Film, der andernorts das sprichwörtliche Fell über die Ohren gezogen bekommt, mehr Lorbeeren ans gummige Hälschen werfen als rational zu begründen. NEON MANIACS macht auf der Schiene von Logik und Spannungskurve manch‘ unbotmäßigen Fehler, leider. Dann aber diese Figuren. Diese Masken! Schmacht! Ein Horrorfilm, Kind seiner Zeit und doch aus der Zeit gefallen. Wie wunderbar!
 
 
 


 
 
 

NEON MANIACS – Zensur

 
 
 
Wie viele andere Horrorfilme in den 1980ern hatte es auch NEON MANIACS in Deutschland nicht leicht. Der Streifen wurde zwar ungeschnitten auf VHS-Kassette veröffentlicht, anschließend jedoch auf den Index gesetzt. NEON MANIACS war von 1988 bis 2013 indiziert. Erst 2013 wurde die trashige Komödie aus der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen. Mittlerweile kann er ohne Probleme im Kaufhaus gekauft werden – ungeschnitten und mit FSK18-Flatschen. Letzterer wirkt für heutige Verhältnisse ungerechtfertigt. Bei einer Neuprüfung würde vermutlich eine FSK16 rausspringen.
 
 
 


 
 
 

NEON MANIACS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CMV LASERVISION – Mediabook Motiv A (limitiert auf 666 Stück)

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(c) CMV LASERVISION – Mediabook Motiv B (limitiert auf 333 Stück)

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(c) CMV LASERVISION – Blu-ray KeepCase

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Neon Maniacs; USA 1986

Genre: Komödie, Horror, Trash, Klassiker

Ton: Deutsch DD 2.0 (Mono), Englisch DD 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook in 2 Cover-Varianten

Extras: Booklet, Original Trailer, Interview mit Special Make-Up Artist Allan Apone, Isolated „Music Only“ Track, umfangreiche Bildergalerie, Programmtrailer

Release-Termin: 08.12.2017

 

Neon Maniacs (Mediabook – Cover A mit Blu-ray und DVD) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 

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NEON MANIACS – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei CMV LASERVISION

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sgt. Kabukiman N.Y.P.D. (1990)
 
Cabal – Die Brut der Nacht (1990)
 
Atomic Hero (1984)
 


Filmkritik: „Mayhem“ (2017)

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MAYHEM

Story

 
 
 

Ein von einem Virus infizierter Angestellter wird plötzlich zur rasenden Killerbestie und will den Geschäftsführer zu Rede stellen, weil er gekündigt wurde.

 
 
 


 
 
 

MAYHEM – Kritik

 
 
 
In jeder Firma gibt es sie: hinterhältige Angestellte, die für die eigene Karriere über Leichen gehen. Da werden für eigene Interessen gern mal die Kollegen in die Pfanne gehauen, die sich dann für Dinge rechtfertigen müssen, von denen sie gar nichts wissen. Leider ist es im wahren Leben schon lange nicht mehr so, dass man mit Ehrlichkeit weiterkommt. In einer Ellenbogengesellschaft, in der nur Leistung zählt, muss man schon ein Schwein sein, um erfolgreich bestehen zu können. Genau jene These vertritt auch der Action-Splatter MAYHEM, der schwarzhumorig vermittelt, wie sich die derzeitige Unternehmenskultur entwickelt hat. Hier wird gehörig gegen Unternehmensführer gewettert, in deren Händen das Schicksal des kleinen Mannes liegt. Damit spricht man natürlich all jenen aus der Seele, die im Job nichts zu lachen haben und sich unterwerfen müssen. Für genau diese Menschen gibt es Filme wie MAYHEM, die vermitteln wollen, dass auch boshafte Angestellte und Unternehmensbosse irgendwann mal an ihren Meister geraten.
 
 
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Gute Kollegen, schlechte Kollegen. Von den Letzteren gibt es im rabenschwarzen Splatterfilm MAYHEM offenbar zu viele. Die sind nämlich dafür verantwortlich, dass Derek seinen Job verliert. Der arbeitet für eine erfolgreiche Anwaltskanzlei, wo hinter verschlossenen Türen gern mal Bürointrigen gesponnen werden. Eine derer fällt nun auch Derek zum Opfer. Prompt folgt die Kündigung. Doch mit der Entscheidung der Geschäftsleitung ist der Entlassende so gar nicht einverstanden. Der pocht auf sein Recht, stößt aber auf taube Ohren. Da nehmen die Geschehnisse eine eigenartige Wendung. Der Bürokomplex wird unter Quarantäne gestellt. Der Grund dafür ist ein mysteriöser Virus, der Menschen in gewaltbereite Kreaturen verwandelt. Mit dem haben sich fast alle Angestellten angesteckt und gehen sich nun gegenseitig an den Kragen. Eine gute Chance für Derek der Geschäftsleitung für ihre skrupellosen Praktiken den Marsch zu blasen. Der bewaffnet sich bis auf die Zähne und arbeitet sich bis hoch in die letzte Etage, wo sich die Büros der Chefriege befinden. Bis er dort jedoch angekommen ist, fließt viel Blut. Splatterfans wird es freuen.
 
 
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Einige FILMCHECKER-Leser haben jetzt vermutlich ein Déjà-vu. Wir können aber versichern, dass MAYHEM keine Fortsetzung und kein Remake zum vor einiger Zeit hier besprochenen Das BELKO EXPERIMENT ist. Die Vermutung ist nicht unbegründet. Beide Filme sind nämlich thematisch ähnlich und zeigen streitsüchtige Angestellte, die plötzlich zu aggressiven Killermaschinen mutieren und dabei weder Freund noch Feind kennen. Interessanterweise nimmt sich MAYHEM trotz brutaler Gangart gern mal selbst auf die Schippe. Die Inszenierung gleicht nicht selten einer Film-gewordenen Comicverfilmung, wo sich Protagonisten Prügel aussetzen und danach aufstehen, als wäre nichts gewesen. Doch damit nicht genug. MAYHEM strotzt nur so vor Zynismus und schwarzen Späßen. Obwohl sich viele Figuren im Film ihrem Schicksal bewusst sind, haben sie stets trockene Sprüche auf den Lippen. Das mildert den Härtegrad der vielen Gewalteskapaden, die mit fortlaufender Spielzeit von Regisseur JOE LYNCH genüsslich zelebriert werden. Mit Splatter, Action und boshaften Späßen hat der Filmemacher übrigens Erfahrung. Der feierte seinen Regiedebüt mit der günstig produzierten Fortsetzung zum Backwood-Slasher WRONG TURN und übernahm danach die Inszenierung eines Segments der zitatreichen Horror-Anthologie CHILLERAMA. Seither sind viele Jahre vergangen und Lynch scheint recht sicher auf seinem Regie-Posten zu sitzen. Vorbei sind die Zeiten schlechter Spezialeffekte und mäßiger Low-Budget-Produktionen. MAYHEM ist bis zum Ende durchgestylt und macht einen professionellen Eindruck. Hinzukommt, dass der Regisseur gern mal die Speed-Taste drückt und euphorische Zerstörungslust auslebt. Da kommen auch Actionfreunde auf Ihre Kosten, die gern Filme sehen in denen sich Menschen gegenseitig vermöbeln.
 
 
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Unterm Strich entpuppt sich MAYHEM als unterhaltsamer Party-Splatter, der hemmungslos mit miesen Menschen aufräumt. MAYHEM besitz einen beißend kritischen Unterton, der nicht nur mit skrupellosen Praktiken profitgeiler Unternehmensbosse aufräumt. Der Film spricht gern auch jedem Arbeitnehmer aus dem Herzen, der für seinen Job alles tut, aber dennoch ersetzbar ist, wenn es darauf ankommt. Da ist es am Ende fast schon eine Genugtuung, wenn den Bösewichten der Garaus gemacht wird und sie für ihre selbstsüchtigen Missetaten bestraft werden. Leider ist MAYHEM nur ein Film. Im echten Leben kommen diese Menschen meist ungeschoren davon – leider!
 
 


 
 
 

MAYHEM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Der perfekte Partyfilm für hungrige Splatterfans. MAYHEM ist eine unsinnige Gewaltorgie, die man aber nicht ernstnehmen sollte. Das tut der Film nämlich selbst zu keiner Minute und zeigt wie sich ein gekündigter Arbeitnehmer in einem Hochhaus – ähnliche wie im Remake zu DREDD oder THE RAID – von unten nach oben durchmetzelt. Ziel ist die oberste Etage, wo der Geschäftsführer darüber entscheidet, wer aus dem Unternehmen fliegt und wer nicht. Bis er jedoch sein Ziel erreicht, muss er vielen kleinen Zwischengegnern die Rübe einschlagen, die ihm daran hindern den Oberbösewicht zur Rede zu stellen. MAYHEM gleicht in seiner brachialen Zerstörungs- und Wutorgie einem actiongeladenen Computerspiel. Die Figuren bestehen aus Stereotypen und viel Substanz ist auch nicht vorhanden. Aber intellektuell will MAYHEM überhaupt nicht sein. Regisseur JOE LYNCH will kurzweilig unterhalten. Das gelingt ihm ganz gut. In null Komma nichts befindet sich der Zuschauer im Geschehen und folgt einem gefrusteten Angestellten, der sich zynisch durch Büros metzelt. Wer eine Leidenschaft für Filme besitzt, die kaum Handlung, dafür viel Gewalt zu bieten haben, ist mit MAYHEM gut bedient. Angesichts überschaubarer Zutaten würde ein solcher Film auf FILMCHECKER normalerweise gnadenlos durchfallen. Weil MAYHEM sich selbst gern mal aufs Korn nimmt und einfach nur unterhalten will, drücken wir mal ein Auge zu. Zugegeben: wir haben uns zu keiner Minute gelangweilt.
 
 
 


 
 
 

MAYHEM – Zensur

 
 
 
In MAYHEM geht es nicht zimperlich zu. Hier kommen elektrische Sägen und Nagelpistolen zum Einsatz, um Arbeitskollegen das Lebenslicht auslöschen zu können. Gesplattert und geprügelt wird reichlich. Demzufolge ist der Film hierzulande erst für Volljährige geeignet. Die Grausamkeiten werden aber so überspitzt zelebriert, dass der Streifen eine ungeschnittene Fassung erhalten hat. Da ist das in der Kritik erwähnte BELKO EXPERIMENT brutaler.
 
 
 


 
 
 

MAYHEM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studio Hamburg (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mayhem; USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Action

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080i)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 29.03.2018

 

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MAYHEM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei STUDIO HAMBURG)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Belko Experiment (2016)
 
Bloodsucking Bastards (2015)
 
Z-Office (2017)
 
Stalled (2013)
 
Botched (2007)