Filmkritik: „Das Gift des Bösen“ (1963)

Gift des Böse
 
 
 

DAS GIFT DES BÖSEN

(TWICE-TOLD TALES)

Story

 
 
 
Erste Geschichte: DR. HEIDEGGERS EXPERIMENT. Zwar ist der gute Doktor dieses Namens kein Nazi-Philosoph, hat jedoch in einer Krypta seine verstorbene Verlobte auf Kühlung. Dort fließt nämlich ein veritabler Jungbrunnen. Zwei Herren finden die Wirksamkeit der Flüssigkeit heraus, denken aber nicht an die Schattenseiten derselben. Zweitens: RAPPACINIS TOCHTER. Eben diese ist ein gefährliches Mädchen, bei aller äußeren Schönheit. Ihr Vater sperrt sie deshalb weg, was einen verknallten Studenterich freilich nicht von der Balz abhält. Nummer drei: DAS HAUS MIT DEN SIEBEN GIEBELN. Der letzte Hinterbliebene männlichen Geschlechts kehrt zurück in das verfluchte Herrenhaus seiner Jugend. Dort hat die Schwester des Helden das Regiment und schweigt eisern über den angeblichen Familienschatz und die übersinnliche Gefahr, die gleichzeitig lauert.

 
 
 


 
 
 

DAS GIFT DES BÖSEN – Kritik

 
 
Dieser Omnibus-Film nach den schaurigen Geschichten Nathaniel Hawthornes knüpft, das dürfte klar sein, an die Sixties-Edgar-Allan-Poe-Adaptionen des Gespanns Roger Corman (Regie/Produktion) und Vincent Price (Amok vor der Kamera) an. Dieser Zyklus von Gothic-Gruselfilmen prägt das US-amerikanische Horrorkino der sechziger Jahre entscheidend und sorgt für die Festigung seines wunderbaren Hauptdarstellers als Gesicht des Genres in der Wahrnehmung des Publikums. Hierbei pendelt die stets am Chargieren vorbeischrammende Spielweise, das fast schon sprichwörtliche Dick-Auftragen des charismatischen Mimen, beeindruckend zwischen bitterernster Bösewichts-Portraitkunst und dem comichaften Überzeichnen seiner Figuren. Vincent Price‘ Spielweise ist nie kopiert oder gar erreicht worden. Den drei Geschichten kommt die exzentrische Versatilität des Kunstsammlers, Hobbykochs und leidenschaftlichen Brokatmantelträgers an der Vorderfront zu Gute. Price spielt vor liebevoll ausstaffierten Kulissen, die direkt aus den Seiten schwerer Bände der Romantik gebeamt sein könnten. Ein Muss für den Fan von Horrorfilmen der alten Schule.
 
 
gift-des-boesen-1963-bild-1
 
 
Wie sein Zeitgenosse Poe oder der freundschaftlich mit ihm verbundene Herman Melville auch, bedient sich Nathaniel Hawthorne der stilistischen Muster der amerikanischen Romantik, legt sein Augenmerk aber bevorzugt auf die wirklich schlechten Eigenschaften des Menschen. Somit bietet sein Gesamtwerk den einen oder anderen im Horrorkontext verfilmbaren Stoff auf. Sein berühmtestes Buch, DER SCHARLACHROTE BUCHSTABE, beschäftigt sich mit den tödlichen Konsequenzen eifersuchtsgetriebener Entscheidungen. Den zeitgeschichtlichen Rahmen der mehrfach adaptierten Geschichte, die Zeit der Hexenverfolgung in Neu-England, wählt der Romancier sehr bewusst, waren doch seine Vorfahren direkt am Aburteilen der armen Seelen während der entsetzlichen Salem Witch Trials beteiligt.
GIFT DES BÖSEN ist natürlich nicht so komplett ernsthaft finster – mit Vincent Price als Leading Man (wir Verehrer des größten Helden Baltimores wissen das) geht das ja kaum, erfüllt aber trotzdem das Gruselversprechen der Gothic Horror Novel. Die Vorlage für Story drei, DAS HAUS MIT DEN SIEBEN GIEBELN gehört zu Hawthornes bekanntesten Geschichten und ist praktisch seine „Version“ von Poes DER UNTERGANG DES HAUSES USHER oder zumindest dessen Atmosphäre und dem Thema der als Familienfluch vererbten Schlechtigkeiten der Welt.
 
 
gift-des-boesen-1963-bild-2
 
 


 
 
 

DAS GIFT DES BÖSEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Poe-artiger Anthologienfilm mit einem auf vollem Schaum operierenden Vincent Price. GIFT DES BÖSEN ist ein Pflichtkauf für Horrorfreunde, die sich auch für die Zeit vor Splatter begeistern können. Ohne die Anwesenheit des Stars wäre der Film wohl noch obskurer als so. Heil Vincent Price !
 
 


 
 
 

DAS GIFT DES BÖSEN – Zensur

 
 
 
Der blutarme Grusler lief im TV ungeschnitten mit einer FSK16. Danach folgten einige DVD-Veröffentlichungen, wobei das Label Ostalgica im Jahr 2011 hierfür extra eine neue Freigabe-Prüfung bewirken konnte. Seitdem ist DAS GIFT DES BÖSEN bereits für Zwölfjährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

DAS GIFT DES BÖSEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
gift-des-boesen-1963-mediabook-cover-a

(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A auf 333 Stück limitiert)

gift-des-boesen-1963-mediabook-cover-b

(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B auf 222 Stück limitiert)

gift-des-boesen-1963-mediabook-cover-c

(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C auf 111 Stück limitiert)

gift-des-boesen-1963-mediabook-cover-d

(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover D auf 111 Stück limitiert)

gift-des-boesen-1963-mediabook-cover-e

(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover E auf 111 Stück limitiert)

gift-des-boesen-1963-mediabook-cover-f

(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover F auf 111 Stück limitiert)

gift-des-boesen-1963-bluray-keepcase

(c) NSM RECORDS (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Twice-Told Tales; USA 1963

Genre: Horror, Importe, Mystery, Liebesfilme, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.33:1 (1080p) | @23,976 Hz Hz

Laufzeit: ca. 120 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar mit Dr. Gerd Naumann und Dr. Rolf Giesen, Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: Hauptfilm auf DVD, 16-seitiges Booklet von Nando Rohner

Release-Termin: Mediabooks: 30.08.2019 | KeepCase: 26.03.2021

 

Das Gift des Bösen [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Das Gift des Bösen [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Das Gift des Bösen [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Das Gift des Bösen [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover D] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Das Gift des Bösen [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover E] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Das Gift des Bösen [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover F] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Das Gift des Bösen [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DAS GIFT DES BÖSEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Grab der Lygeia (1964)
 
Die Todeskarten des Dr. Schreck (1965)
 
Trilogy of Terror (1975)
 
Dr. Terrors Haus des Schreckens (1965)
 
Asylum (1972)
 

Filmkritik: „The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte“ (2019)

the-mortuary-2019-poster
 
 
 

THE MORTUARY – JEDER TOD HAT EINE GESCHICHTE

(THE MORTUARY COLLECTION)

Story

 
 
 
Als die junge Sam (Caitlin Custer) an den Pforten des örtlichen Bestattungsinstitus klopft und neugierig nach Geschichten fragt, antwortet Montgomery Dark (Clancy Brown) mit abendfüllender Horrorunterhaltung.

 
 
 


 
 
 

THE MORTUARY – Kritik

 
 
Gefühlt die Hälfte aller modernen Horrorfilmreleases, oder zumindest derer, die ich hier bespreche, bestehen aus Anthologien durchwachsener, bis fragwürdiger Qualität. So fällt es den individuellen Produktionen immer schwieriger, in dem Sumpf des Durchschnitts aufzufallen – und das ausgerechnet in einem Horrorsubgenre, dessen starke Einzelbeiträge ohnehin schon Probleme haben herauszustechen, sind sie doch oft selbst zwischen belanglose Füllerepisoden gebettet. Positiv hervorzuhebende Kurzfilme also, die sich in abendfüllenden sowie sehenswerten Beiträgen statt auf Youtube finden, sind selten, werte Leser:innen, und doch schafft „The Mortuary Collection“ (in Deutschland unverständlicherweise in „The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte“ umbenannt, obwohl mehr Deutsche „Collection“ als „Mortuary“ verstehen dürften, aber gut), von Horrorkurzfilmregisseur und Langfilmdebütant Ryan Spindell, es in seinen knapp zwei Stunden direkt mehrfach, genau solche zu liefern.
 
 
the-mortuary-2019-bild-9
 
 
Dass jede der Episoden des Films dabei vom selben Regisseur inszeniert wurde, steht der Produktion zu jedem Moment sehr gut, da alles wie eine homogene Horrormasse, ein genrebewusster Guss wirkt, statt wie der allzu gewohnte, tonal völlig verwirrte Flickenteppich internationaler Beiträge, die durch dünne Überleitungen zusammengehalten werden sollen. Das pompöse, treibende, klassische Spukhaus-Theme im Menü stimmt bestens ein; vor schwarzem Bildschirm fällt dann das Zitat „The world is not made of atoms, it is made of stories“, bevor der Titel des Films auf einem Buch steht, welches auf den Tisch fällt, die Kamera in das Buch fährt und eine, leider eher misslungen zu nennende, ruckelnde CGI-Fahrt startet. Das Zusammenspiel der modernen, malerischen Tracking Shots und Inszenierung im Kontrast zur gemächlichen, in Nostalgie schwelgenden Musik könnte hier bestens funktionieren, hätte man sich nicht für immer wieder die Immersion zerstörende, da kaum überzeugende Computeranimationen entschieden.
 
 
the-mortuary-2019-bild-1
 
 
Nach diesen ersten drei Minuten Opening Credits wird uns galant inszeniert, clever und nicht ohne Schrecken der von Schauspiellegende Clancy Brown gespielte Bestatter und Erzähler Montgomery Dark vorgestellt, ein älterer Hüne mit ausdrucksstarker Stimme, die zusammen mit seiner erhabenen Gestik und Mimik gar ein wenig an Christopher Lee erinnert. Leicht slapstickhafter Humor, der sich aber in würdevollen Grenzen hält und eher schwarzhumorig-lakonisch anmutet, kommt in diesen vorstellenden Minuten auch nicht zu kurz. Die alte Villa mit den prachtvoll verzierenden Glasmalereien, der ausufernden Bibliothek, den zahlreichen prunkvollen Gemälden und der höchst atmosphärischen, spärlichen Beleuchtung weiß von der ersten Minute an zu begeistern und verzaubern, wird sie uns doch liebevoll und mit angenehmen Pacing nähergebracht, ohne dass je der Fokus des Films verloren geht.
 

„Have you any experience in the mortuary arts?“

 
Und dieser liegt, man ahnt es kaum, auf den kurzen Geschichten von Montgomery, vier an der Zahl. Nachdem die sympathische junge Sam, gespielt von Seriendarstellerin Caitlin Custer, nämlich bei Monty aufkreuzt, um sich für einen Job zu melden, fragt sie ihn äußerst neugierig nach den zahlreichen morbiden Anekdoten und Todesfällen, die sich hinter den Leichen seiner täglichen Arbeit verstecken– und so beginnt nach äußerst gekonnt einstimmenden elf Minuten Laufzeit also die erste Geschichte.
 
 
the-mortuary-2019-bild-2
 
 
Und diese versteht sich dabei viel mehr als Appetizer, denn als vollwertige Story – wichtiger als die relativ belanglosen, wenn auch technisch recht ansprechenden fünf Minuten Cosmic Horror light mit sehr vorhersehbarem Verlauf und Augenzwinkern am Ende (5/10), ist hier nämlich Sams Reaktion auf die Geschichte, da sie diese selbst sofort abwertet und sich etwas mit „mehr Substanz“ erhofft; genau wie auch der Zuschauer. Nun macht es den Genuss der fünf Minuten selbst natürlich nicht besser, sehr wohl aber zeigt der Film hier bereits, wie er sich seines Genres und dessen Problemen voll und ganz bewusst ist und gelobt, die üblichen Anthologiekrankheiten zu vermeiden – ob dieses Vorhaben glückt?
 
 
the-mortuary-2019-bild-5
 
 
Der Dialog zwischen Monty und Sam treibt in wenigen Minuten erneut die Story voran und spricht ein zu oft genutztes Klischee direkt an, weiter geht es mit sexistischen, modelhaften Ultra-Chad- Studenten, die auf dem Campus Kondome verteilen und sich wie überdrehte, anstrengende Idioten verhalten. Jake, besagter durchtrainierter Protagonist, macht das hornbrillentragende, aber nicht unattraktive Mauerblümchen Sandra an,welche bissig und unerwartet hart flirtet. Eine letzte, charakterbildende Szene vor „dem Vorfall“ offenbart die männlichen Nebendarsteller dann leider erneut als etwas schwächer; gibt dem Protagonisten über sein stereotypes, unsympathisches Abziehbild hinaus aberetwas Charakter und Selbstreflektion, dann geht es auch schon auf eine Party und, nach etwas Foreshadowing wie etwa vermissen Highschooljungs, mit Sandra zusammen ins Bett…
 
 
the-mortuary-2019-bild-6
 
 
Was folgt, ist ein breites Grinsen für alle Genrefans die es satt sind, halbgare „Sex und Blut haha“ Kurzfilme oder unausgereifte „One Night Stand + was Schlimmes passiert“-Prämissen in ihren Horrorfilmen zu finden, denn diese moralische cautionary tale ist ein rund 25-minütiger Bodyhorrortrip, der ein sehr reales Problem auf garstige, schwarzhumorig-feministische Weise thematisiert und dabei vor nichts zurückschreckt. Es gibt eine quälend unlogische bzw. tonal nicht passende Szene und ja, der Einstieg kann auch ein wenig auf den Zeiger gehen – doch alles andere an dieser Episode ist Gold, ein großer Spaß. „THAT was a story!“ ruft Sam begeistert, und ich gehe glatt mit – was für eine wilde, konsequente Episode doch.(8[-]/10)
 
 
the-mortuary-2019-bild-7
 
 
Eine Dreiviertelstunde ist vergangen und die überzeugend getrickste Leiche einer jungen Frau birgt die nächste Geschichte, „Till Death do us part“. Ein wenig erschreckender Hochzeits- Alptraum als Einleitung; danach verbringen wir Zeit mit Wendell Owen, der sich tagtäglich um seine bettlägerige, schwerkranke Frau kümmert und daran zugrunde geht. Ein befreundeter Arzt macht ihm einen unmoralischen Vorschlag, doch auch dieser geht schief – fortan sorgen verzweifelte Maßnahmen für grausige Folgen.
 
 
the-mortuary-2019-bild-8
 
 
Die dritte Episode im Bunde macht es dem genreaffinen Zuschauer nicht leicht, denn auch wenn die Technik erneut überzeugt und das Schauspiel in Ordnung geht, so hat man viele Szenen oder Konflikte bereits so oder so ähnlich gesehen; das Finale der ganzen Chose zudem bereits im Trailer. Zwar gibt es einen wirklich bösen und blutigen Tod sowie ansprechende Effektarbeit in den künstlerischen letzten Minuten der Erzählung, doch weder die Kreativität, noch Konsequenz, noch der schwarze Humor sind hier so präsent wie im letzten Beitrag, oder der Rahmenhandlung. Mit der Kürze des Einstiegs vermutlich eine Wohltat, auf 20+ Minuten gestreckt aber recht ermüdend und schade um die Technik. (6/10)
 
 
the-mortuary-2019-bild-3
 
 
Aber eins muss man dem Film auch zu diesem Zeitpunkt noch lassen – er hat Mut zur Selbstkritik und weiß um die Subjektitivät des Zuschauers. „I kinda hated that story“ kommentiert Sam und entmantelt gekonnt den Kern dieser ganzen pseudoerzieherischen Lehrgeschichten, bevor sie den ersten Twist des gewitzten Scripts – und somit auch selber eine Geschichte – liefert. „The Babysitter Murders“ ist ein 2015 von Ryan Spindell unabhängig von diesem Projekt hier entstandener Meta-Slasher-Kurzfilm mit 80s-Flair und professioneller Inszenierung, statt DTVStyle mit Brüsten und Ketchupblut. Die ersten Minuten können dabei gekonnt in die Irre führen, da hier ein billiger 80s-Slasher als Film im Film (in der Erzählung in der Rahmenhandlung des eigentlichen Films) läuft, doch schnell blitzt das fast schon arrogant wirkende Selbstbewusstsein auf, mit dem hier ganz klar zwischen dieser Produktion und dem sonstigen Retrotrash differenziert wird und schürt auf bewundernswert rotzige Weise Erwartungen. Leisten kann sich dieser Zwanzigminüter das auf jeden Fall, da Spindell hier mit gerade einmal $60,000 einen überraschend actionreichen, spannenden und clever geschriebenen Home Invasion-Horror in die Welt gesetzt hat, der den Genrelook der Zeit gekonnt widerspiegelt, ohne sich auf der reinen Ästhetik auszuruhen und zudem eine der besten Parallelmontagen bietet, die ich in letzter Zeit so gesehen habe. Ein überinszenierter, zu moderner Kampf mit Zeitraffer und -lupe sowie blinkenden Lichtern fällt zwar etwas negativ auf, das Zusammenlaufen der verschiedenen Episoden, Plotlines und Theorien im bitterbösen Finale und Ende aber, entschädigt locker dafür. Ein weiterer Kracher, ausgewogener und gelungener als die Studentenepisode gar. (8[+]/10)
 
 
the-mortuary-2019-bild-4
 
 
Und somit leitet dieser sehr gut verdichtete Film auch direkt aus der finalen Episode zurück ins Finale vom Hier und Jetzt, denn das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen – und in der Tat, auch wenn ich den erneuten CGI-Overkill sowie das Design an sich nicht allzu sehr begrüßen kann, so wissen die stilvolle Inszenierung der Ruhe danach, die Geschichte an sich, sowie die erneute Bösartigkeit zum breiten Grinsen animieren.
 
 


 
 
 

THE MORTUARY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Ein gut abgerundeter, postmoderner und doch wohlig-altmodisch-atmosphärischer Episodengrusel/-horror, der zu überraschen und unterhalten weiß und der nicht unter dem Gewicht seiner Länge, oder der Inkonsistenz seiner Einzelbeiträge zu Grunde geht. Endlich mal wieder! Genau zwischen der 7 und 8, für Letztere fehlt nur der letzte Hauch Eigenständigkeit: 7/10.
 
 


 
 
 

THE MORTUARY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Fans gruseliger Horrorstreifen können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE MORTUARY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-mortuary-2019-bluray-keepcase

(c) Capelight Pictures (Blu-ray im KeepCase)

the-mortuary-2019-bluray-mediabook

(c) Capelight Pictures (4K UHD + Blu-ray im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Mortuary Collection; USA 2019

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 111 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: 14 spannende Hinter-den-Kulissen-Featurettes (ca. 112 Min.), Entfallene Szenen, Audiokommentar von Regisseur Ryan Spindell, Kinotrailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf 4K UHD, 24-seitiges Booklet

Release-Termin: Mediabook + BD-KeepCase: 26.02.2021

 

The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte [Blu-ray + 4K UHD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE MORTUARY – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Capelight Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Creepshow (1982)
 
Trick ’r Treat (2007)
 
Die Todeskarten des Dr. Schreck (1965)
 

Filmkritik: „Deathcember – 24 Doors to Hell“ (2019)

deathcember-2019-poster
 
 
 

DEATHCEMBER – 24 DOORS TO HELL

(DEATHCEMBER)

Story

 
 
 
Internationale Genreküche der besinnlicheren Sorte verspricht die rahmenhandlungslose Horrorsammlung „Deathcember“, in der am laufenden Band gestorben, getrunken und frohe Weihnacht gewünscht wird…oder?

 
 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Kritik

 
 
Bla bla Horroranthologien, diesdas Subgenre der Weihnachtshorroranthologie, bliblub Ghoulish Tales als Vergleich für nen schlechten Vertreter, gutes Werk der Gattung fällt mir spontan nicht ein aber viel eher erinnert das Projekt ohnehin an ABC’s of Death, ganze 146 Minuten und 26 Kurzfilme lang, keine Zeit für ein weiteres Intro, keine Rahmenhandlung auch, fangen wir an: Ein langsames Glockenspiel gepaart mit Geigen lässt mystische Hogwarts-Stimmung aufkommen, eine CGI-Kamerafahrt über den schneebedeckten Friedhof sieht professionell aus, zu oft gehört hat man nur eine solche, oder ähnliche Score. Ein Raum voll mit diversen winterlichen/weihnachtlichen oder auch ganz unzusammenhängenden Gegenständen wird präsentiert, dies waren also die knapp drei Minuten Einstimmung zu diesem Film, los geht’s direkt mit der ersten Geschichte.
 
1 – A Door Too Far by Dominic Saxl
 
Ein junger Mann wacht auf, verschlingt seinen ganzen Adventskalender sowie den seiner Schwester auf dem Schulweg, wobei sich der Film als deutsche Produktion mit unauffälligem Look offenbart. In einem Laden trifft der Junge auf einen älteren Herren mit Pentagrammanhänger, der irgendwas vom „Calendarum Maleficarum“ redet, bevor der Effekt des Films auf klebrig-eklige, wenn auch durchwachsen getrickste Manier einsetzt – eine nette Idee mit mäßiger Ausführung und leicht überdurchschnittlichem Weihnachtsfaktor – 4/10 & 3/5 Zuckerstangen*
 
2 – All Sales Fatal by Michael Varrati
 
Mit besserem, fast hyperrealem Colourgrading und hartem Licht fällt diese Episode schnell auf, in welcher aus einer alltäglichen Kaufhaussituation eine blutige Prügelei eskaliert. Aus lahmer Comedy entwickelt sich eine recht rabiate, aber nicht explizite Episode die zwar pointiert endet, aber mich im Endeffekt nur an den um Welten besseren „Catfight“ hat denken lassen. – 5/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
3 – Aurora by Lazar Bodroža
 
Der dritte Kurzfilm im Bunde gehört mit zu den qualitativ hochwertigsten, optisch ansprechendsten und besten Momenten der gesamten 2,5 Stunden „Deathcember“, könnte dafür inhaltlich aber kaum weniger mit Weihnachten zu tun haben, bzw. ist wenn, dann bis zur Unverständlichkeit symbolisch aufgeladen und chiffriert. Wir schreiben es Dezember 2389 auf einer der zahlreichen schwebenden Strukturen in Promixa Centauri und diese bildgewaltige Sci-Fi-Utopie ist aufwendig sowie ansprechend animiert, getrickst, gefilmt, vertont und eingefangen. Mit Ambient Soundtrack, Cyberpunk Eyecandy, innerer Rahmung, ausbleibendem Dialog und überzeugenden Glitch-Effekten z.B. kann man hier schnell eingesogen und erst in der perfekt gewählten, letzten Einstellung wieder ausgespuckt werden und gerade als Kurzfilm klappt diese merkwürdig emotionale, postapokalyptisch-futuristisch anmutende Weltraumvision bestens, nur was hat der Film in dieser Anthologie zu suchen? Dass der fehlende Weihnachtsfaktor dabei allerdings der größte Kritikpunkt ist und ich mir nicht sicher bin, ob die Darstellerin echt oder auch animiert war, spricht für sich. – 8/10 & 0/5 Zuckerstangen*
 
 
deathcember-2019-bild-8
 
 
4 – X-mas On Fire by Florian Frerichs
 
In einer einem Renaissance-Gemälde nicht unähnlichen, bildschönen Eingangssequenz sehen wir zahlreiche tote Polizisten und Weihnachtsmänner auf dem Boden liegen, eine Spieluhr spielt „Silent Night“, Neonfarben scheinen, welch besinnliche Einstimmung. Cut und ein deutlich an Reservoir Dogs angelehntes Flashback erzählt wie es zu dem Fall kam, mit fortgängig gewitzt- achronologischer Erzählweise, gutem Editing und blutigen Erschiessungen. Kein Action-Highlight,
aber twistreich, kurzweilig und ziemlich aufwendig für das Niveau des Films – da sogar der Weihnachtsfaktor durchgängig erkennbar bleibt, gibt es hier kaum was zu meckern. – 7.5/10 & 4/5 Zuckerstangen*
 
5 – Villancicos by Issac Ezban
 
Und hier ist es dann also, das absolute Highlight des Films, besser wird es meiner bescheidenen Meinung nach nicht mehr: Der mexikanische Regisseur, der sich u.a. schon mit dem sehr guten Twilight-Zone-Horror „The Similars“ behaupten konnte, beweist sich in dieser schwarzhumorigen Episode vollends als Bildästhet und Arthouse-Regisseur, da hier das sich mehrfach in buntesten Farben wechselnde Setting, die zahlreichen liebevoll agierenden Statisten und die Skurrilität der Situation an sich deutlich wichtiger sind, als eine Geschichte oder ein traditioneller Spannungsbogen. Eine Familie, deren Sohn an Weihnachten im Kinderbett verstirbt, bemerkt, dass dieser durch Gesang scheinbar am Leben erhalten werden kann. Was folgt, sind technisch eindrucksvolle Tracking Shots und Plansequenzen, gialloesque Einstellungen und schwarzer Humor, Familienfeten und langsam einsetzender Wahnsinn. Ein originelles und lebendiges Werk, das durch seine stringente Vision überzeugt und absolut sehenswert ist. – 8,5/10 & 3/5 Zuckerstangen*
 
6 – Joy To The Girls by Sonia Escolano
 
Ein Mann erhält eine Einladung zur Weihnachtsfeier im Hotel Chevalier, dort angekommen gibt es neben verzierten, hohen Wänden, Wein und tanzenden Frauen aber alsbald noch eine Wanne voll Blut zu bestaunen. Zum ersten Mal fühlte ich mich hier, als habe ich irgendwas nicht verstanden oder übersehen. Die Pointe am Ende ist bestenfalls ein Höflichkeitslacher, der Weg dahin vorhersehbar und unspektakulär inszeniert. Das Schauspiel lässt zu wünschen übrig, Weihnachtsflair gibt es so gar keinen bis auf die Prämisse an sich, auf dem Papier – 4/10 & 0,5/5 Zuckerstangen*
 
 
deathcember-bild-1
 
 
7 – The Hunchback Of Burg Hayn by Bob Pipe
 
Mit Klaviermusik und schwarz-weißem Projektorfilter versucht sich dieser Beitrag an wohligem Frankenstein-Retrolook, was in einigen Einstellungen dank zahlreicher Statisten und cleverer Winkel auch gelingt, zu oft wird die Illusion aber durch zu neuzeitliche Frisuren und Gesichter zerstört. Inhaltlich geht es um eine Begnadigung zu Weihnachten, doch weil die Geschichte so minimalistisch ist, die Witze und Kostüme bestenfalls mittelmäßig und der Weihnachtsbezug erneut allenfalls konzeptionell vorhanden, weiß auch dieser Kurzfilm nicht wirklich zu überzeugen. – 6/10 & 0/5 Zuckerstangen*
 
8 – Family Matters by Steve de Roover
 
Der erste Bodyhorror-Beitrag kann sich durchaus sehen lassen, denn auch wenn der Weihnachtsfaktor, man ist es inzwischen schon gewohnt, sich ein weiteres Mal hinten anstellen muss, so kann die simple Geschichte dank leicht schleimig-ekliger Effektarbeit und sich schnell einstellender Rätselspannung doch überzeugen. Fehlende Musik und die recht leere Designerwohnung wirkten dabei zuerst wie Makel, tragen aber durchaus zur unbehaglichen Anspannung bei. – 6/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
9 – Crappy Christmas: Operation Christmas Child by Jürgen Klings
 
Wenn eine Episode dieses gesamten Mammutunterfangens hier auf Skandal aus ist, oder sein könnte, dann wohl diese hier. Denn wäre „Operation Christmas Child“ nicht im „putzigen“ Stop-Motion/Claymation-Stil animiert worden, sondern mit ähnlicher Drastik und Erbarmungslosigkeit und echten Darstellern, die Geschichte wäre den deutschen Zuschauern vermutlich entgangen. Ein kranker, bösartig überspitzter und doch immer noch viel zu echter Exploitationfilm mit deutlicher Religionskritik, gelungenen Animationen und hammerhartem, spaßigen Gore. – 7.5/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
 
deathcember-2019-bild-2
 
 
10 – Five Deaths In Blood Red by Ama Lea
 
Eine halbnackte Frau gefesselt auf dem Bett, da dürfen bei so einem Titel die messertragenden Lederhandschuhe natürlich nicht lange auf sich warten lassen, auch wenn der Kehlenschnitt selber eher mäßig getrickst ausfällt. Was folgt, ist eine mit selbst eingespielter Score unterlegte Giallo- Reminiszenz inklusiv expliziter Fulci- und Argento-Verweise, die natürlich mit stereotypen Charakteren und Overacting spielt, nur um sich herrlich blöd zu twisten und weihnachtlich aufzulösen – eine nette Stilübung, die man aber auch schon besser gesehen hat. – 6/10 & 3,5/5 Zuckerstangen*
 
11 – Kill Santa by Sandrac González-Perellón
 
Prinzipiell eine versierte und stilvoll präsentierte Geschichte mit garstiger Auflösung und schnell aufkommender Spannung, auf dem Bildschirm nur leider eine unterwältigende Angelegenheit, da die arthousige Einstellung mit einem schlechten Effekt versaut wird und zu schnell klar ist, was hier gespielt wird. – 5/10 & 2,5/5 Zuckerstangen*
 
12 – Bad Santa by Julian Richards
 
Erste, leichte Ermüdungserscheinungen sind bei der nächsten allzu durchschnittlichen Episode auszumachen, in der nach einem fiesen Aufbau mit Vater. vs. Nachwuchs-Prämisse und weihnachtlichem Setting ziemlich unerklärt und gefühlt ohne Punkt auch schon das Ende daherkommt. Schlechte Zeitlupeneffekte/-aufnahmen und Verwirrung bleiben da noch am ehesten hängen. 5/10 & 2,5/5 Zuckerstangen*
 
 
deathcember-2019-bild-4
 
 
13 – Santa Is Coming by Lee Sang-Woo
 
Der erste südkoreanische Kurzfilm der Selektion startet mit einer Vogelperspektive und kann auch nachfolgend durch gekonnte Winkel und Schärfensetzung technisch überzeugen, doch so gekonnt die betrübte Atmosphäre mit hallenden Gesprächen, dem Fernseher im Hintergrund, Geigen- und Pianotönen auch erzeugt wird, so wenig nahegehend, kalt und distanziert bleibt das tragische Geschehen für den Zuschauer. Die später spielende Weihnachtsmusik möche nicht so recht passen, auch der Titel wirkt recht zufällig gewählt, doch spätestens durch das gruselige, lynchesque letzte Tableau ist dieser Beitrag definitiv einen Blick wert. – 6,5/10 & 1,5/5 Zuckerstangen*
 
14 – A Christmas Miracle by Vivienne Vaughn
 
Ein Beitrag, der spontan zum verwunderten Kopfkratzen motiviert hat, folgt dann mit diesem amerikanischen Vertreter in dem u.a. Barbara Crampton im 4:3 (oder 1:1,33?) Retro-Bildformat und optisch wohl mit ansprechendstem Kurzfilm der gesamten Chose schauspielern darf. Die Story um Eva, die flüsternd ein faustisches Angebot kriegt, startet romantisch, gothisch, atmosphärisch und verträumt gedreht, doch sobald die Katze aus dem Sack ist, ersehnt man sich nur noch dass es endet, um dann ein wenig zufriedenstellendes Ende serviert zu bekommen. – 4/10 & 1/5 Zuckerstangen*
 
15 – Cosetta Sperduta In Campagna by Ruggero Deodato
 
Was für ein Trauerspiel sich inmitten des gähnenden Durchschnitts doch noch finden lässt: Der einstige Kannibalenfilmmeister entblößt sich mit diesen wenigen Minuten als verspielter bis debiler Stümper, dessen Zenit lange überschritten ist und präsentiert in seiner billig aussehenden, schlecht gespielten und einfältigen Episode eine overactende Familie, bei deren Betonungen und allgemeiner Inszenierung man sich nie sicher ist, ob überhaupt irgendwas davon ernst gemeint ist und wenn nicht, was es dann soll. Weder weihnachtlich, noch witzig, noch blutig, noch originell, sexy, besinnlich, oder auch nur kurzweilig. – 2/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
 
deathcember-2019-bild-3
 
 
16 – Milk And Cookies by Sam Wineman
 
Wer von schlichtweg „bösen“, aber nicht sonderlich cleveren oder neuen Prämissen leicht unterhalten wird, der dürfte mit dieser Rachegeschichte hier seinen Spaß haben, die bei mir nur für ein halbherziges Augenzucken gereicht hat. Ein Kind mit brutalem Stiefvater wünscht sich bei Santa Spielzeug und bekommt es, wird dafür aber bestraft. Was folgt, kann man sich vermutlich nach diesem Satz bereits denken und ist zwar relativ weihnachtlich inszeniert, aber weder originell noch allzu blutig. – 5,5/10 & 2,5/5 Zuckerstangen*
 
17 – PIG by Andreas Marschall
 
Technomusik und bunte Lichter, junge, feiernde Menschen und eine nett erzählte Rape & Revenge- Geschichte – Marschall versteht sein Handwerk auch im kleinen Rahmen und die Episode ist sowohl produktionstechnisch auf einem hohen Niveau als auch ordentlich gespielt und dem Zuschauer ggf. nahegehend, doch das sozialkritische, zum Denken anstoßende Ende, das Setting und auch der Soundtrack haben alle so absolut gar nichts mit Weihnachten zu tun und wirklich etwas Neues oder Interessantes wurde auch nicht ergründet. – 6/10 & 0/5 Zuckerstangen*
 
18 – They Once Had Horses by Lucky McKee
 
Ein schwarz-weißer, bittersüßer Weihnachtsabend, den man gerne mit zwei sich gegenseitig beleidigenden und liebevoll Sprüche um die Ohren werfenden, verwundeten Cowboys am Lagerfeuer verbringt. Milde amüsant und schwarzhumorig bis zum kunstvollen Ende, das sich einzig auf der Audioebene und im Kopf des Zuschauers abspielt – kein Meisterwerk, aber eine stimmige Fingerübung. – 6/10 & 1/5 Zuckerstangen*
 
 
deathcember-2019-bild-5
 
 
19 – December the 19th by Milan Todorovic
 
Ein Highlight auf seine ganz eigene Art ist diese Schlittschuh-Angelegenheit, die mich spontan an Happy Tree Friends erinnert hat – nicht etwa formal oder stilistisch, sondern weil ich mir nach zweimaligem Anschauen die Ereignisse nicht anders erklären kann, als dass es sich um äußerst unüblich inszenierte Unfälle handelt. Am letzten Abend der Hanukkah-Feierlichkeiten, realistisch dargestellt durch viele Statisten und unterstützt von einer professionellen Optik und Synthesizern im Soundtrack, verlassen zwei junge, hübsche, angetrunkene, osteuropäische Frauen das Gebäude um beschwipst herumzualbern und einen Eislaufplatz zu besuchen. Dort angekommen wird es kurz erotisch und verdächtig lesbisch, nur um im Sekundentakt die Verletzungen und unerklärten, handgemachen Effekte folgen zu lassen. Wild, unerklärt, irgendwo billig und schlecht, irgendwo genial. – 5,5/10 & 2,5/5 Zuckerstangen*
 
20 – Getting Away From It All by Pollyanna McIntosh
 
Nachdem die schottische Darstellerin anno 2011 bereits die Regie zu einem direkten Sequel zu Jack Ketchum’s „The Woman“ übernahm und in dem Vorgänger natürlich die Hauptrolle innehatte, drehte sie als zweite Regiearbeit diesen wahnsinnigen Weihnachtshorrortrip, dessen unerklärte,
bösartige, sinnlose und doch schwarzhumorig-überzeichnete Gewalt gut zu dem passt, was man sich bei der Mischung vielleicht vorstellt. Die Eskalationskurve greift schnell und wird konsequent höher geschraubt, das böse Ende bleibt im Kopf, die Weihnachtsdeko ist hübsch und üppig ausgefallen, eine wichtige Moral, hinter der ich absolut stehe, ist auch noch versteckt. „Greedy fucking bullshit fucking christmas crap.“, hachja. – 7/10 & 3,5/5 Zuckerstangen*
 
21 – Family Feast by Rémi Fréchette
 
In diesem französischen Beitrag begleiten wir eine junge, genervt wirkende Frau dabei, wie sie auf der Weihnachtsfeier mit der Familie ihre Zeit verbringt. Schnell macht sich eine unangenehme Stimmung breit, inklusive blauem Licht im Flur und verwirrender Andeutungen am Esstisch. Teils sind die folgenden Schreckensbilder unfreiwillig komisch, teils so unerwartet und unüblich dass es tatsächlich gruselig wird und funktioniert, dazu rot flackernde Argento-Einflüsse und blutige Einstiche, fertig sind ein paar Minuten sehr weihnachtlicher Paranoia. – 6,5/10 & 4/5 Zuckerstangen*
 
 
deathcember-2019-bild-6
 
 
22 – Before Sundown by Jason A. Rostovsky
 
In amateuriger Indiefilm/YT-Optik gedreht und mit jungen Darstellern sowie Elektromusik versehen, macht diese unweihnachtliche Filmeinreichung spontan nicht den vielversprechendsten Eindruck, doch durch den Sonnenuntergang und das sphärische Piano, die Dialoge innerhalb der Gruppe und natürlich Fahrrad fahren durch den amerikanischen Vorort kommt schnell wohlige sowie sympathische Stranger Things-Atmosphäre auf und einzig das unspektakuläre Ende steht dem leider im Weg. – 6/10 & 1,5/5 Zuckerstangen*
 
23 – Cracker by John Cook Lynch
 
Der vorletzte Abstecher führt uns in eine großartig überzeichnete, bunte, künstlich hochgedrehte 50s-Werbewelt mit übersättigten, gelben Kleidern, perfekt ausgewählten Möbeln, Frisuren etc. und einer Prämisse, die sich durch cleveres Writing Stück für Stück auffächert und erklärt, statt direkt in Erklärungsnot zu geraten. Durch die titelgebenden Christmas Cracker gibt es zwei schlechte Witze, das Schauspiel ist genauso merkwürdig und off wie es sein soll, der Gore kommt überraschend und handgemacht, die Pointe am Ende ist zynisch, böse und erinnerungswürdig. Einer der stilistisch eigensten und ausgereiftesten Filme. – 7/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
24 – Operation Dolph by Trent Haaga
 
Trent Haaga, den man von „Chop“, „Cheap Thrills“ oder „68 Kills“ kennen kann, durfte die 24. und somit eigentlich ja finale Episode beisteuern, die Nummer des heiligen Abends wurde ihm zugesprochen – und meiner Meinung nach hat er es ziemlich versemmelt. Am schmeichelndsten könnte man diese belanglosen paar Minuten Wüstentrash wohl als „an Troma erinnernden Drogentrip mit Killersanta im Drogenlabor“ bezeichnen, doch das würde schon nach zu viel Unterhaltungsfaktor klingen. Die Auflösung wirkt, wie so oft, als würde etwas fehlen, der Weg dahin ist rotzig-frech und indie, ja, aber eben auch billig und egal, zudem mit deutlich zu wenig gezeigten Splattereinlagen versehen. – 3/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
 
deathcember-2019-bild-7
 
 
Den öfter getätigten Aussagen, dass sich in den nun, nach zwei Stunden Spielzeit folgenden Ending Credits noch zwei Episoden „verstecken“ würden, kann ich absolut nicht zustimmen, denn auch bei einer solchen Mammutanthologie waren keine 21 ganzen Minuten an Credits zu erwarten – demnach also den Block nie weggelegt, um die letzten zwei Weihnachtshorrorversuche zu notieren:
 
25 – Christmas Corp.se by Annika Marx
 
Ein weiterer deutscher Beitrag, diesmal in professioneller, unterkühlter Corporate-Büro-Optik. Anzugträger auf der Weihnachtsfeier im modernen Komplex, rassistische und sexistische Arschlöcher, die Untergeordnete auch jetzt noch zu Extraaufgaben verdonnern. Die genaue Auflösung der folgenden Minuten ist nicht unbedingt erklärt oder sinnvoll und erahnen kann man sie so oder so ähnlich auch, doch das ist absolut nicht von Priorität, wenn die Atmosphäre stimmt – und das tut sie hier definitiv. Mysthisches rotes Licht im Flur, kaputte Radios, stillstehende, aus dem Mund tropfende Menschen im Dunkeln und weiße Augen kommen zum gekonnten Einsatz und weben eine düstere Genrewelt, die nur abermals nicht allzu weihnachtlich daherkommt. – 7/10 & 1,5/5 Zuckerstangen*
 
26 – They Used To Laugh And Call Him Names by BJ Colangelo & Zach Schildwachter
 
Der endgültig letzte Kurzfilm dieser nicht enden wollenden Reihung größtenteils durchschnittlicher Kost ist eine eklige, billige, trashige und brutale Angelegenheit, in der mit simplen Methoden wie untersichtigen POV-Shots, rot gefärbtem Bildschirm und Wäldern als Kulisse gearbeitet wird. Weder die oft gesehene Standard-Creaturefeature-Story noch der Weihnachtsfaktor wissen hier zu überzeugen, doch die Machart und derben Effekte wissen zumindest ein kurzes Grinsen ins Gesicht zu zaubern. – 6/10 & 1/5 Zuckerstangen*
 
Und das war es dann also, nach 146 Minuten Spielzeit, hallelujah. Was für mich als jahrelangen Weihnachtshorrorultrafan eigentlich die ultimative Offenbarung hätte sein sollen, offenbarte sich trotz zweigeteilter Sichtung in zwei Stzungen immer noch als überlanger, zu beliebiger, zu unausgereifter Krampf von einem Film, in dem sich die meisten Episoden leider nicht in den Extremen der Skala aufhalten, sondern fast durchgängig zwischen 4 und 6 Punkten verweilen, also schlichtweg nicht zu beeindrucken wissen. Ich bin nie wütend geworden und war nie zu Tode genervt, doch konsistent gute Unterhaltung sieht leider auch wirklich anders aus. Die mittelmäßige und oftmals ebenfalls zufällig wirkende CGI-Präsentation versprüht wenig Charme, die „großen Namen“ des Projektes gehen fast alle in der Kürze oder Belanglosigkeit ihrer jeweiligen Rollen oder Beiträge unter und einen hohen Weihnachtsfaktor kann man gerade einmal bei etwa drei bis vier der 26 Kurzfilme ausmachen. Lobend erwähnen und im Hinterkopf behalten möchte ich definitiv das Sci-Fi-Eyecandy „Aurora“ von Lazar Bodroža, den exzellenten mexikanischen Vertreter „Villancicos“, die derbe Werbewelt-Dystopie „Cracker“ und natürlich den garstigen, weihnachtlichen und sehr ABC’s of Death-mäßigen Beitrag „Getting away from it all“, doch abseits davon wirkt leider kein Film wirklich ausgereift oder durchkonzeptioniert, da in erster Linie die Landung, das Ende, die Schlusspointe öfter fehlt, als nicht. Ein ehrenhafter Versuch und ja, mit Freunden und Alkohol und gerichteter Erwartungshaltung sicherlich mal ein netter Filmabend – aber mehr eben auch nicht.
 
* Die Anzahl der Zuckerstangen gibt den Weihnachtsfaktor der jeweiligen Episoden wieder. Je mehr Weihnachtsdeko, Christmas-Musik, Santas, X-Mas-Stimmung und weihnachtsliche Kills auf der Mattscheibe gezeigt werden, umso höher fällt die Zuckerstangen-Punktzahl aus.
 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Unausgegorene, überlange Kurzfilmanthologie, die ihrem Weihnachtsthema nur selten treu bleibt und qualitativ maximal leicht überdurchschnittlich daherkommt. Knaaaappe 6/10 und 2/5 Zuckerstangen*.
 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Deathcember – 24 Doors to Hell“ ist ungeschnitten und besitzt den roten FSK-Flatschen. Horrorfans und Sammler können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
deathcember-2019-bluray-keepcase

(c) BUSCH MEDIA GROUP (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deathcember; Deutschland 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 145 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 04.12.2020

 

Deathcember – 24 Doors to Hell [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei BUSCH MEDIA GROUP)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The ABCs of Death (2012)
 
The ABCs of Death 2 (2014)
 
A Night of Horror: Nightmare Radio (2019)
 
México Bárbaro 2 – In Blut geschrieben (2017)
 
Stories Of The Dead – Die Farm (2019)
 
Monsterland (2016)
 
Southbound (2015)
 
The Theatre Bizarre (2011)
 

Filmkritik: „Asylum – Irre-phantastische Horror-Geschichten“ (2020)

asylum-2020-poster
 
 
 

ASYLUM – IRRE-PHANTASTISCHE HORROR-GESCHICHTEN

(ASYLUM: TWISTED HORROR AND FANTASY TALES)

Story

 
 
 
Ein alternder, von seiner Frau verlassener Stand-Up-Comedian assoziiert sich durch Genre-Kurzfilme mit Bruchstücken seiner düsteren Vergangenheit.

 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Kritik

 
 
Die Liste internationaler Indie-Horroranthologien ist endlos und nur für abenteuerlustige Genrefans in Gänze zu empfehlen, um einen argentinisch-neuseeländischen, so glaube ich, Titel erweitert wird sie durch den vorliegenden Streifen. Produzent und Creative Director Nicolás Onetti, den man schon durch den ideenlosen, aber recht harten Backwood-Slasher „What the Waters Left Behind“ oder den scheinbaren Neogiallo „Abrakadabra“ kennen dürfte, hat hierfür ganze zehn Regisseure zusammengetrommelt, die allesamt entweder einen bereits existenten Kurzfilm beigesteuert, oder einen neuen Beitrag gedreht haben. Was genau der Fall ist, war mir aufgrund fehlender Blu-ray-Extras oder imdb-Einträge leider nicht ersichtlich.
 
 
asylum-2020-bild-7
 
 
Wie dem auch sei: Zu verzerrten, dröhnenden E-Gitarren präsentiert Nicolas Ornetti Opening Credits und hochaufgelöste Nahaufnahmen eines rauchenden, sich auf seinen Auftritt vorbereitenden Clowns. Er betritt die Bühne und erzählt sardonisch von seiner traurigen Geschichte, seiner Ex-Frau und seinen Depressionen.
 
Nach diesen ordentlich gespielten und geschriebenen, wenn auch tonal verwirrenden ersten fünf Minuten startet der erste Kurzfilm, „The Cleansing Hour“. Dieser sehr gelungene Exorzistenhorror mit Twist ist zwar bereits einige Jahre alt und zahlreichen Usern durch das Internet bekannt – doch weniger effektiv macht das die Episode keinesfalls. Mir waren der bissige Dialog, der wunderbar gespielte Fake-Pastor, das erfrischend locker und knackig präsentierte Konzept noch neu. Auch wenn der Zusammenhang zum Anthologie-Intro mit dem Clown nicht klar wird, die Effekte am Ende des Shorts ziemlich peinlich aussehen und der letzte Twist vorhersehbar ist, so gehören diese knapp 20 Minuten definitiv mit zu den besten dieser Anthologie: Noch 8(-)/10.
 
Übrigens ist „The Cleansing Hour“ ein Kurzfilm aus dem später ein Langfilm wurde. Der Streifen lief lange vor Auswertung in dieser Kurzgeschichtensammlung auf Genre-Festivals und kam dort ziemlich gut an. Für Regisseur Damien LeVeck Grund genug, das Exorzismus-Spektakel ein weiteres Mal als Langfilm mit mehr Budget zu adaptieren. Das Ergebnis: „Exorzismus 2.0“, der vor einiger Zeit auch in Deutschland veröffentlicht wurde.
 
 
asylum-2020-bild-6
 
 
Ein bestenfalls mittelmäßiges Bühnenintro mit einer halbnackten, an einen Stuhl gefesselten Frau und vagen Andeutungen später spielt „Asylum – Irre-phantastische Horror-Geschichten“ dann seine Wildcard aus, denn der folgende Zehnminüter, „Drudge“, ist je nach Gusto genial oder absolut dämlich.
 
Ein Mann flext sich zuhause eine metallene Maske und befestigt eine Klinge an seinem Handgelenk, mit epischer Musik und lauten Trommeln im Hintergrund. Eine junge Frau wird von einer Gestalt am Fenster verängstigt und ruft ihre Freundin an. Das Colourgrading ist hässlich und lieblos, die Einstellungen selber aber durchaus ansprechend. Pseudo-Jumpscare, der unfassbar unsympathische Jerk-Boyfriend erscheint und darf miesen Dialog sprechen. ABER DANN kommt der Maskenmann vom Beginn zurück und was folgt, ohne Erklärung, ohne Pointe, mit schwachem CGI, ist so rabiat, kurz, sinnlos und brachial, dass ich es absolut gefeiert habe. 7.5/10
 
 
asylum-2020-bild-5
 
 
Zurück beim, inzwischen hat man es erfasst, in verschiedene Kostüme und grob an die Kurzfilme angepasste Rollen schlüpfenden Moderator für weitere Erinnerungen über die Ex-Freundin, dann geht es weiter mit dem absoluten Tiefpunkt der Sammlung, dem Zombiefilm.
 
Zombies hat vermutlich jeder Horrorfan irgendwann lieben und dann wieder hassen gelernt: Atmosphärische, alte, handgemachte Produktionen lege ich dann und wann immer noch gerne ein, doch die endlose Reihe billiger Non-Produktionen der letzten 25 Jahre hat einer ehemaligen Schreckensgestalt längst jeden Terror genommen und egal ob als Comedy, Drama, Romanze, Schwulenporno, Actionfilm, Thriller, Musical oder Kunstfilm, jedes Genre wurde bereits mehrfach in jeder Länge beackert und mit Zombies durchexzerziert bis zur absoluten Übermüdung. „A Father’s Day“ versucht sich scheinbar an einer leicht dramatischen Rom-Com im postapokalyptischen Zombieszenario, kann aber trotz deftiger Goreeffekte seinen billigen Look nicht verstecken, trotz dauerhaft pseudosentimentaler Streicher im Soundtrack auch seine Ideenlosigkeit nicht. Schlechte Computereffekte, klischeehafte Geigen, eine zu niedrig aufgelöste, letzte Sequenz – immerhin ist dieser belanglose, französische Unfall von einem Beitrag nur 8 Minuten kurz. 3(-)/10
 
 
asylum-2020-bild-4
 
 
Das nächste Zwischenspiel spielt zu Beginn in einer Scheune mit Scheinwerfern und blauem Licht und begnügt sich scheinbar damit, einfach nur eine Zombie- Fressanspielung zu machen – doch dann folgt ein recht abgefuckter Monolog mit beunruhigender Stimmung die wirkt wie die verrückten Reden eines verbitterten Typen mitten im Nichts und siehe da, nach 43 Minuten, also etwa dem ersten Drittel des gesamten Werks, hat „Asylum“ sogar in den bisher nur halb geglückten Interludes meine Aufmerksamkeit.
 
Weiter geht es mit dem argentinischen Beitrag „RIP“, der mit warmen Farben und gemütlicher Wohnzimmer-Stimmung einlullt, bevor sich durch den neugierig machenden Dialog langsam aber sicher Surrealismus und wachsende Verlaufsspannung einstellt. Diese äußerst makabere und schwarzhumorige, wirklich witzige Episode wird zwar leider vom Menü gespoilt, verwandelt sich aber trotztdem auf höchst amüsante und stellenweise immer noch überraschende Weise in eine echte Schlammschlacht, die zwar nie sonderlich explizit ausfällt, aber doch als originell, böse und blutig im Gedächtnis bleibt. Eine witzige, wenn auch in letzter Konsequenz etwas unpointierte Viertelstunde. 7/10
 
 
asylum-2020-bild-3
 
 
Die nächste Überleitung hat man sich quasi ganz gespart, hier ist lediglich ein minimalistisches Set ohne Dialog zu sehen, dann wird man auch schon in die Perspektive eines Patienten geworfen, der in einem spanischen Krankenhaus spanisch in die Notaufnahme gerollt wird. Nach wenigen wirren Sekunden ändert sich das Setting schlagartig zu einer leeren, weiten Landschaft und mit, für das vermutlich überschaubare Budget, sehr überzeugenden Effekten fallen zahlreiche Objekte und Menschen, Krankenhausutensilien sowie ganze Familien, scheinbar aus offenem Himmel in den Shot. Einige Details sorgen für Lacher durch visuelle Comedy, danach offenbart sich schnell der eigentliche Punkt des Shorts: Wir befinden uns vor Trumps Mauer zwischen Mexiko und den USA, die protestierenden Menschen wurden gerade wortwörtlich herausgeworfen. Doch es kommt noch schlimmer, etwas kommt aus Amerika auf die hilflosen Leute zu… Eine kurze und amüsante Polit-Satire mit dem Holzhammer, die weiß ab wann es anstrengend oder zu beliebig werden würde und ein paar nette Ideen hat – 7/10.
 
 
asylum-2020-bild-2
 
 
Eine langsame Mariachi-Einlage in hübschen Bildern leitet eine Ansprache des wandlungsfähigen Moderators ein. Darüber, dass er nur so unglücklich geworden ist, weil er es seinem Vater beweisen bzw. heimzahlen wollte und darüber, dass die Halbzeit erlangt ist. Mein Highlight dieser knappen zwei Stunden lässt sich nun folgend im Animationsbereich finden, da „The Death, Dad and Son“ eine herzerwärmende und stilistisch deutlich von Tim Burton beeinflusste Stop-Motion- Animation ist, die das Nutzen von Film Noir-Vibes ebenso meistert wie visuelle Comedy, nonverbales Charakterisieren oder allgemein ästhetische Einstellungen. Die Animationen begeistern, die Schlusspointe passt perfekt zum verfolgten Stil, der schwarze Humor sitzt. 8.5/10 für diese ideal gepaceten 11 Minuten und „schon“ fehlen nur noch drei Geschichten.
 
 
asylum-2020-bild-1
 
 
Die Zwischenstücke, die bereits düster geworden und ins Manische abgedriftet sind, steuern natürlich auch auf ihren Höhepunkt zu: Zwar kann man schwerlich von einer eigenen Story oder funktionierend aufgebauten Dramaturgie sprechen, für sich allerdings funktionieren mit der Zeit mehr und mehr der Einspieler – so geht es nun vier Minuten lang in einem Bauchredner-Skit in die Vollen, in dem mit männlicher Zerbrechlichkeit und Paranoia gearbeitet wird, mit Alarmsirenen und somit einem perfekten Übergang zur nächsten Episode.
 
Denn in „Entity“ wird, bis auf den Kopf der Hauptdarstellerin wohl komplett mit CGI animiert, die seit Gravity fast schon übliche Geschichte einer Astronautin in misslicher Lage erzählt, die nach einem Unfall alleine im Weltall verloren ist. Die Effekte sind dabei leider allenfalls durchschnittlich und deutlich als solche zu erkennen, doch da die Episode fortan nicht auf Länge und Realismus setzt, sondern auf kurzes Eye-Candy mit bunten Lichtern, einer prägenden letzten Einstellung und pompösen Sounddesign, geht das in Ordnung. Kein Meisterwerk, aber zehn Minuten sehr hübsche Videospiel-Cutscene, die auf Leinwand definitiv zu wirken weiß. 7.5(+)/10
 
 
asylum-2020-bild-11
 
 
Die erste der letzten vier Sequenzen des Films ist nun die wohl gelungenste Zwischensequenz der ganzen Chose, da in bester Aphex-Twin-Manier und mit bunten Lichtern sowie Störgeräuschen endgültig geistiger Zerfall inszeniert wird, bevor die letzte meiner Lieblingsepisoden folgt: „Bloodbath“ ist garstig, böse, konsequent, mit fünf Minuten perfekt lang für das Script und sieht profesionell aus – eine humorlose und nüchtern-realistisch erzählte Situation, mehr braucht es manchmal nicht, 8/10.
 
 
asylum-2020-bild-8
 
 
Ein letztes Mal zurück zu unserem gematerten Präsentator und abseits seiner lächerlichen Mimik wird ein „nettes“, wenn auch unspektakuläres Finale seiner Rahmengeschichte geliefert, die letzte, neunte Episode des Films heißt dann „The Last Show“ und übt sich leider Gottes in reiner Nerverei: Überblende nach Überblende, Wackelkamera und zu schnelle Schnitte, anstrengend unpassende Alternative Rock/Metal-Musik. Hier wollte jemand unbedingt einen auf Rob Zombie machen und dachte „Mehr ist mehr“, aber noch so viele Bildverschmutzungen und aufgesetzte Retro-Looks können nicht über fehlendes Talent hinwegtäuschen, nicht darüber dass einfach nur brutal und eklig und sadistisch sein, ohne gute Effekte oder auch nur annährend ansprechende Bildsprache, nicht annährend genug ist. Weil es nur vier Minuten waren, das Ende nett und ein einzelner Kill spaßig konzipiert wurde noch knappe 4/10, aber hiermit hat sich niemand einen Gefallen getan.
 
 
asylum-2020-bild-9
 
 
Und das war es dann also, nach gerade einmal 103 statt 117 Minuten „schon“, denn der Rest ist Abspann. Was bleibt zu sagen? „Asylum“ hat eine der unüblichsten und unnachvollziehbarsten Entscheidungen für eine Rahmenhandlung bzw. -moderation, die ich bisher gesehen habe und auch wenn die Performance größtenteils zu gefallen weiß, so hätte man sich einige der Passagen ganz sparen, andere verlängern oder gehaltvoller schreiben können. Der Rest ist relativ wild und unzusammenhängend international zusammengeklaut und kann schwerlich in Verbindung zum jeweils letzten Segment gebracht werden, weiß dafür aber auch fast durchgängig zu unterhalten, oder zumindest überraschen. Der altbekannte Horrorkurzfilm „The Cleansing Hour“ konnte punkten, bei der liebevollen Stop-Motion-Animation „The Death, Dad and Son“ ist mir das Herz aufgegangen, „Entity“ war ein bildgewaltiger Weltraum-Trip und „Bloodbath“ zeigt, wie man mit einem Set und einer netten Idee einen auf den Punkt gegarten, garstigen Fünfminüter erstellt – doch der Rest der Filme reicht entweder nur für ein vergnügtes Schmunzeln beim einmaligen Sehen, – „Drudge“, „RIP“ und „Mamon“ sind alle keine Meisterwerke, aber machen noch Spaß – oder aber es handelt sich um einen der beiden echten Rohrkrepierer, auch wenn diese zusammen keine Viertelstunde ausmachen.
 
 
asylum-2020-bild-10
 
 


 
 
 

ASYLUM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Etwas über 100 Minuten für neun Episoden und eine Rahmenhandlung sind weise gewählt. Durch die Reihenfolge der Stories ist das Pacing trotzdem teils etwas zu behäbig, zum Ende hin dann merkwürdig rasant. Ein echter Hit, gruseliger Horror, durchgängig überzeugender Film oder auch nur mit ein mit einem Geniestreich versehender Streifen ist „Asylum – Irre-phantastische Horror-Geschichten“ also schlußendlich nicht geworden. Doch genug Originalität, Kurzweil, Abwechslung und Blut für aufgeschlossene Genrefans und Fans internationaler Anthologien ist trotzdem zu finden. Rein mathematisch wären es in etwa 6,7, runden wir also doch auf knappe 7/10 auf.
 
 


 
 
 

ASYLUM – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Asylum – Irre-Phantastische Horror-Geschichten“ ist ungeschnitten und besitzt den roten FSK-Flatschen. Horrorfans und Sammler können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
asylum-mediabook-cover-a

(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray Mediabook Cover A)

asylum-mediabook-cover-b

(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray Mediabook Cover B)

asylum-mediabook-cover-c

(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray Mediabook Cover C)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Asylum: Twisted Horror and Fantasy Tales; Argentinien | Neuseeland 2020

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1., Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 118 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: Poster, Booklet + Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook 27.11.2020

 

Asylum – Irre-phantastische Horror-Geschichten [Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Asylum – Irre-phantastische Horror-Geschichten [Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Asylum – Irre-phantastische Horror-Geschichten [Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

ASYLUM – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
A Night of Horror: Nightmare Radio (2019)
 
México Bárbaro 2 – In Blut geschrieben (2017)
 
Stories Of The Dead – Die Farm (2019)
 
Monsterland (2016)
 
Southbound (2015)
 
The Theatre Bizarre (2011)
 

Filmkritik: „México Bárbaro 2 – In Blut geschrieben“ (2017)

mexiko-barbaro-2-2017-poster
 
 
 

MÉXICO BÁRBARO 2 – IN BLUT GESCHRIEBEN

(MÉXICO BÁRBARO 2)

Story

 
 
 

„México Bárbaro 2“ bedient den Zuschauer mit acht weiteren Kurzfilmen, die sich mexikanischen Legenden verschrieben haben und inhaltlich sehr verschieden ausgefallen sind.

 
 
 


 
 
 

MÉXICO BÁRBARO 2 – Kritik

 
 
 
„México Bárbaro 2 – In Blut geschrieben“ sprang auf die beliebte Horrorfilm-Anthologie-Welle auf, als diese Filme gerade sehr beliebt waren, wurde in Deutschland aber erst einige Jahre später veröffentlicht. Deshalb hat es nun auch nicht lange gedauert, bis man hier den zweiten Teil serviert bekommt, der auch schon aus dem Jahre 2017 stammt. Dem Stil ist man treu geblieben. Erneut gibt es acht Kurzfilme von neun verschiedenen Regisseuren zu sehen und wieder haben diese miteinander natürlich nichts zu tun, außer dass sie angebliche mexikanische Legenden erzählen. Das darf teilweise stark bezweifelt werden und leider hat man sich erneut nicht die Mühe für eine Rahmenhandlung gemacht. Nun war der erste Teil schon absolut kein Highlight, aber „México Bárbaro 2“ gelingt eine qualitative Steigerung und besitzt zumindest keinen Totalausfall.
 
 
mexico-barbaro-2-2017-bild-7
 
 
Nach einem kurzen Vorspann geht es auch gleich los mit der ersten Geschichte „Juan the Soldier„. Hier geht es um einen unschuldigen Soldaten, der hingerichtet wird und dann einen Pakt mit dem Teufel eingeht. Die Wüsten-Kulisse lässt immerhin etwas mexikanischen Flair entstehen, die Schauspieler sind in Ordnung und filmisch ist das durchaus solide gemacht. Leider gibt es kaum eine Pointe und Effekte werden einem auch kaum geboten. So beginnt „México Bárbaro 2“ mit einem durchschnittlichen Beitrag, der aber nach ca. 10 Minuten auch schon wieder vorbei ist.
 
 
mexico-barbaro-2-2017-bild-2
 
 
Weiter geht es mit „Paidos Phobos„, dem schwächsten Beitrag der Sammlung. Der Kurzfilm ist recht ruhig aufgemacht und versucht Atmosphäre aufzubauen, bietet im Endeffekt aber eigentlich gar keinen Horror, auch keinerlei Splatter und so werden selbst die ca. 10 Minuten Laufzeit etwas langatmig. Außerdem ist der Twist von Anfang an ziemlich vorhersehbar.
 
 
mexico-barbaro-2-2017-bild-1
 
 
Mit dem dritten Beitrag „Potzonalli“ gelingt die Steigerung. Abermals sind religiöse Motive mit im Spiel, aber hier wird das Ganze noch mit Kannibalismus gepaart. Rein thematisch ist das etwas derber und erstmals gibt es hier auch ein paar blutigere Szenen. Außerdem ist der Humor recht eigenwillig und das Ende durchaus interessant. Man kann sich ganz gut unterhalten lassen, wird jedoch nicht vom Hocker gehauen.
 
 
mexico-barbaro-2-2017-bild-4
 
 
Das Niveau bleibt auch mit „Fireballs“ auf einem erträglichen Level. Nun geht es um zwei junge Typen, die einen Home-Porno drehen wollen. Nur geraten sie da an die falschen Frauen. Man könnte darin sogar ein wenig Kritik an der Pornobranche erkennen. Allerdings ist die Aufmachung äußerst albern und gewöhnungsbedürftig. Die Inszenierung wirkt aber wenigstens recht experimentell und das Ende ist ganz witzig, weshalb auch dieser Beitrag relativ sehenswert ist.
 
 
mexico-barbaro-2-2017-bild-6
 
 
Das Highlight folgt mit „Vitriol„. Hier geht es durchaus ernster zur Sache. Die Atmosphäre ist unangenehm und obwohl man eigentlich gar keinen Horror zu sehen bekommt, entsteht hier eine dichte Atmosphäre, was wohl auch am Aufbau liegt, der in drei Kapitel unterteilt ist. Es gibt nahezu keine Gewalt zu sehen und dennoch fühlt man sich leicht in den Bann gezogen, weil dieser Kurzfilm einfach gut gemacht ist.
 
 
mexico-barbaro-2-2017-bild-5
 
 
Ähnliches kann man zum sechsten Beitrag „Do not sleep“ sagen. Die Story, in der es um ein Kind und um Monster geht, wurde doch recht eigenständig umgesetzt. Leider wartet man zwar weiterhin vergeblich auf Splatter, aber zu der ruhigen Aufmachung hätte das auch gar nicht gepasst. Der Beitrag kann unterhalten und enttäuscht dann am Ende nur mit einer schwachen Pointe, die eigentlich gar keine ist.
 
 
mexico-barbaro-2-2017-bild-8
 
 
Mit „It’s about time“ wird es wieder deutlich humorvoller. Hier betreiben zwei Girlies eine Teufelsbeschwörung mit nicht so angenehmen Folgen. Das nimmt sich nicht ernst und setzt eher auf Fun-Splatter. Schade, dass man nicht noch etwas mehr die Sau herausgelassen hat, denn hier wäre das durchaus angebracht gewesen. Leider sind auch die Effekte nicht ganz so toll und erbrochenes CGI-Blut sieht wirklich furchtbar aus. Trotzdem ist der Beitrag ganz witzig und angenehm simpel.
 
 
mexico-barbaro-2-2017-bild-9
 
 
Den Abschluss macht dann „Exodontia„. Hier verbindet man die Welt der Drogen mit ein paar SM-Szenen, was rein stilistisch wirklich gut gemacht wurde. Außerdem ist dies einer der wenigen Beiträge, die doch härter ausgefallen sind. Zumindest ist die Atmosphäre dreckig und düster. Es gibt einen schön verstörenden Sound, aber da es wieder so gut wie keine sichtbare Pointe gibt, ist man am Ende trotzdem nicht vollkommen zufrieden.
 
 


 
 
 

MÉXICO BÁRBARO 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wie schon dem ersten Teil, mangelt es auch „México Bárbaro 2 – In Blut geschrieben“ vor allen Dingen an Nachhaltigkeit. Die Stories sind einfach selten wirklich clever und meistens relativ stumpf, haben mit Mexiko im Allgemeinen nicht so viel zu tun, aber trotzdem konnte man sich steigern. Bei acht verschiedenen Kurzfilmen, die im Durchschnitt nur zehn Minuten Laufzeit besitzen, kann es zumindest nicht zur großen Langeweile kommen und da die meisten Beiträge sich tatsächlich leicht über dem Durchschnitt einpendeln, ist man über die Sichtung am Ende auch nicht so enttäuscht. Die handwerkliche Arbeit ist meistens durchaus brauchbar, über die Darsteller kann man sich nicht beklagen und selbst die deutsche Synchronisation ist solide (auch wenn gar nicht so viel gesprochen wird). Außerdem sind die Stimmungen sehr verschieden. Mal geht es düster und mal auch eher humorvoll zur Sache. Nur der richtige Horror bleibt meistens aus und die große Splattergranate sollte hier auch niemand erwarten. Fans der Horrorfilmanthologie können auf jeden Fall mal ein Blick riskieren, denn „México Bárbaro 2“ bietet im Endeffekt zwar nichts Besonderes, ist aber doch ganz kurzweilig und definitiv besser, als der erste Teil!
 
 
 


 
 
 

MÉXICO BÁRBARO 2 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Kaufhausfassung von „México Bárbaro 2 – In Blut geschrieben“ mit dem roten FSK-Sticker im KeepCase (DONAU FILM) ist geschnitten. Wer den Streifen unzensiert sehen möchte, muss zum Mediabook von WICKED VISION MEDIA greifen.
 
 
 


 
 
 

MÉXICO BÁRBARO 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
mexiko-barbaro-2-bluray-keepcase

(c) Donau Film (KeepCase – geschnittene Fassung)

mexiko-barbaro-2-mediabook-cover-a

(c) Wicked Vision Media (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 222 Stück limitiert)

mexiko-barbaro-2-mediabook-cover-b

(c) Wicked Vision Media (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 222 Stück limitiert)

mexiko-barbaro-2-mediabook-cover-c

(c) Wicked Vision Media (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 222 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: México Bárbaro 2; Mexiko 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Spanisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Minuten (geschnittene Fassung) | 87 Minuten (ungeschnittene Fassung)

FSK: keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung ) | ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover (cut) | Mediabook (uncut)

Extras: KeepCase: Trailer, Bildergalerie | Mediabook: 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Christoph N. Kellerbach, „Hinter den Kulissen“-Featurettes, Deutscher Trailer Teil 1 und 2, Originaltrailer Teil 1 und 2, Bildergalerie, Hauptfilm auf DVD

Veröffentlichung: KeepCase: 29.11.2019 | Mediabook: 29.11.2019

 
 

Mexico Barbaro II – In Blut geschrieben [Blu-ray im KeepCase] auf AMAZON bestellen

Mexico Barbaro 2 [Blu-ray im Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Mexico Barbaro 2 [Blu-ray im Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Mexico Barbaro 2 [Blu-ray im Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

MÉXICO BÁRBARO 2 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Rawside Entertainment | Donau Film | Wicked Vision Media)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
México Bárbaro (2014)
 
A Night of Horror: Nightmare Radio (2019)
 
Stories Of The Dead – Die Farm (2019)
 
The ABCs of Death (2012)
 
Holidays (2016)
 
Tales of Halloween (2015)
 
V/H/S Viral (2014)
 
Southbound (2015)
 
Monsterland (2016)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
 

Filmkritik: „A Night of Horror: Nightmare Radio“ (2019)

A-NIGHT-OF-HORROR-NIGHTMARE-RADIO-2019-Poster
 
 
 

A NIGHT OF HORROR: NIGHTMARE RADIO

Story

 
 
 

In einer Radiostation gehen schaurige Dinge vor sich, die einem Moderator Angst bereiten.

 
 
 


 
 
 

A NIGHT OF HORROR: NIGHTMARE RADIO – Kritik

 
 
 
Anthologie-Filme sind seit einigen Jahren richtige Verkaufsrenner. Darin werden meist mehrere Kurzgeschichten erzählt, die durch eine Rahmenhandlung miteinander verknüpft sind. Ein Prinzip, das vor allem seit den Erfolgen von so Episodenfilmen wie THE ABCS OF DEATH oder die V/H/S-Reihe lukrativ geworden ist. Leider haben Anthologie-Streifen ein großes Problem. Obwohl sie unter Horrorfans ziemlich beliebt sind, lassen sie sich in der Gesamtheit nur schwer bewerten. Das liegt in erster Linie am Qualitätsgehalt jeder Kurzgeschichte. Meist ist der unterschiedlich und es gesellen sich zu guten Gruselerzählungen auch gern mal richtige Rohrkrepierer. Das ist im Falle von A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO nicht anders. Hierbei gibt es Nachschub für Liebhaber schauriger Gruselhappen. Neun mal mehr, mal weniger unheimliche Segmente und zehn Regisseure wollen den Zuschauer um den Schlaf bringen. Da ist vermutlich für jeden etwas dabei – vor allem für jene, die es gern makaber mögen. Einige der Kurzfilme punkten nämlich mit zynischer Pointe. Die legendäre Erwachsenenausgabe der GESCHICHTEN AUS DER GRUFT lässt grüßen.
 
 
A-Night-of-Horror-Nightmare-Radio-bild-2
 
 
In der Kürze liegt die Würze. A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO hat nichts mit der etwas ähnlich klingenden Anthologie A NIGHT OF HORROR – VOLUME 1 von 2015 am Hut. Bei letzterer handelte es sich um eine Sammlung von Kurzfilmen, die auf dem gleichnahmigen Filmfestival liefen. Das ist bei A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO nicht der Fall. In dieser eigenständigen Sammlung unheimlicher Kurzfilme leitet Moderator Rod eine Radiosendung, die Gänsehaut verursachen soll. Darin können Zuhörer anrufen und live am Telefon von gruseligen Erfahrungen berichten, die man mit der paranormalen Welt gemacht hat. Aber auch der Radioansager selbst ist ein richtiges Plappermaul. Der hat schon viel Mysteriöses erlebt aber auch gehört, das er natürlich seinem Publikum nicht vorenthalten möchte. Doch während all der Geschichtenerzählerei gehen plötzlich seltsame Dinge in der Radiostation vor sich. Ein verängstigtes Kind ruft immer wieder an und bittet um Hilfe. Ein Telefonstreich? Zumindest glaubt Rod anfangs noch daran. Da A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO immer noch im Horror-Genre verankert ist, dürfte schnell klar sein, dass die kleine Anruferin Gründe hat. Die offenbaren sich nach und nach und hinterlassen ein ungutes Bauchgefühl.
 
 
A-Night-of-Horror-Nightmare-Radio-bild-3
 
 
Zehn Regisseure wollen erschrecken, schockieren und für wohliges Gruselvergnügen sorgen. Darunter in erster Linie unbekannte Filmemacher, die bisher durch Kurzfilme auf Festivals in Erscheinung getreten sind. Von dort haben sich die Macher von A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO auch das meiste Füllmaterial besorgt. Diverse Kurzfilme des vorliegenden Gruselkompendiums liefen bereits erfolgreich auf großen Filmfestivals – andere hingegen wurden bisher noch gar nicht veröffentlicht. Neu hingegen ist die Rahmenhandlung. Die hat man extra für A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO anfertigen lassen. Das hört sich zwar nach schneller Geldmacherei an, ist aber durchaus löblich. Viele Kurzfilme einschlägiger Horrorveranstaltungen verschwinden schnell in den Archiven. Während Langfilme irgendwann Videopremiere feiern, bleibt so eine Veröffentlichung vielen Kurzfilmen vorenthalten. Eine traurige Tatsache, die immerhin manch einer nicht hinnehmen möchte. So tut zum Beispiel das deutsche Label CONCORDE etwas dagegen. Unter dem Banner SHOCKING SHORTS werden jedes Jahr einige der besten Horrorkurzfilme auf Blu-ray und DVD gepresst. Für Anthologie-Fans ein Pflichtkauf.
 
 
A-Night-of-Horror-Nightmare-Radio-bild-1
 
 
Der Pflichtkauf ist natürlich auch bei A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO vorprogrammiert. Darin sehen wir zynische Friseure, mordende Meerjungfrauen, diabolische Kreaturen, eigensinnige Bestrafungsmethoden und Kämpfe gegen innere Dämonen. Die Liste makabrer Erzählungen ist lang und abwechslungsreich, wobei aber gesagt werden muss, dass nicht jedes Segment auch überzeugen kann. So sehen wir gleich zu Beginn eine der gruseligsten und besten Geschichten der Sammlung. Die spielt irgendwann im späten 19. Jahrhunderts und berichtet von einem kleinen Mädchen, das mit einem der ersten Fotoapparate den Leichnam eines toten Kindes fotografieren soll. Hingegen weniger gelungen: Ein Segment in dem ein Kind der Spur einer clownähnlichen Kreatur folgt. Die lockt mit bunten Luftballons und stiert fies in die Kamera. Was folgt, ist eine Aneinanderreihung schauriger Kameraeinstellungen – ohne dass etwas Nennenswertes passiert. Es ist eben nicht alles Gold, was glänzt.
 
 
A-Night-of-Horror-Nightmare-Radio-bild-5
 
 


 
 
 

A NIGHT OF HORROR: NIGHTMARE RADIO – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schauriges Gruselfutter mit Gänsehautpotenzial. A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO ist eine hochwertige Horror-Anthologie im Stile der V/H/S-Reihe und bietet neun Gruselgeschichten, die von zehn Regisseuren möglichst gruselig in Szene gesetzt wurden. Die meisten derer sind weniger bekannt. Nur die Onetti-Geschwister NICOLAS und LUCIANO dürften einigen Horrorfilmkennern von Begriff sein. Letztere haben mit WHAT THE WATERS LEFT BEHIND und FRANCESCA schon einiges an Horror-Material inszeniert, das es sogar nach Deutschland geschafft hat. Für die hier vorliegende Kurzgeschichtensammlung haben sie die Regie für die Rahmenhandlung übernommen und beweisen erneut ein gutes Gespür für Atmosphäre. Nach Giallo und Backwood-Horror nun Gruselkino. Steht den Brüdern ganz gut. Die bewirken mit wenigen Mitteln maximales Unbehagen. Dazu gehören gerade mal Farbspielereien und Farbfilter. Der Rest ist eine Symbiose aus Licht und Schatten. Was dabei entstanden ist, kann gern so auch als Langfilm fortgesetzt werden. Im Gegensatz zum bisherigen Schaffen der Onetti-Brüder ist die Zuarbeit für A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO eine beachtliche Steigerung. Am Rande: natürlich sind auch die anderen Segmente dieser Anthologie brauchbar. Ob makaber, gut getrickst, gehaltlos oder wirklich schaurig – das Angebot ist reichhaltig und besitzt all das, was man eben von einer gut durchmischten Horror-Anthologie erwartet. Wer daher ein Faible für diese Art von Filme besitzt, kommt an A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO nicht umher. Das ist gelungene Horror-Unterhaltung für ungemütliche Herbstabende. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
 
 
 


 
 
 

A NIGHT OF HORROR: NIGHTMARE RADIO – Zensur

 
 
 
A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO ist keine Splattergranate. Es gibt einige Gewalspitzen. Diese sind aber nur kurz. A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO hat hierzulande in der ungeschnittenen Fassung eine Erwachsenenfreigabe erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

A NIGHT OF HORROR: NIGHTMARE RADIO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
a-night-of-horror-nightmare-radio-bluray

(c) M-Square Pictures (KeepCase Blu-ray)

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Night of Horror: Nightmare Radio; Argentinien | Großbritannien | Neuseeland 2019

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Englisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 25.09.2020

 

A Night Of Horror – Nightmare Radio [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

A NIGHT OF HORROR: NIGHTMARE RADIO – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Mandala | M-Square Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stories Of The Dead – Die Farm (2019)
 
The ABCs of Death (2012)
 
Holidays (2016)
 
Tales of Halloween (2015)
 
V/H/S Viral (2014)
 
Southbound (2015)
 
Monsterland (2016)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
5 Senses of Fear (2013)
 

Filmkritik: „Stories Of The Dead – Die Farm“ (2019)

stories-of-the-dead-2019-poster
 
 
 

STORIES OF THE DEAD – DIE FARM

(STORIES OF THE DEAD)

Story

 
 
 
In der Horror-Anthologie „Stories of the Dead“ kann eine Frau den Todesgrund von Toten sehen und erzählt werden fünf Geschichten, die mit dem Tod zu tun haben. Nebenbei gerät die Frau aber auch in die Fänge eines Serienkillers.

 
 
 


 
 
 

STORIES OF THE DEAD – Kritik

 
 
 
Horrorfilm-Anthologien sind auch weiterhin sehr gefragt. Den Reiz an diesen Streifen macht oftmals aus, dass verschiedene Regisseure sich zusammentun und so ein abwechslungsreiches Werk erschaffen. Aber natürlich kann auch ein einzelner Regisseur alle Kurzfilme innerhalb einer Anthologie drehen, was das Ganze dann homogener machen sollte. Thomas Pill hat mit „Stories of the Dead – Die Farm“ fünf kleine Geschichten verfilmt und diese noch in eine Rahmenhandlung eingebettet. Allerdings ist nicht alles davon neues Material. „Eifersucht“ stammt bereits von 2013 und „Leben“ von 2016. Also hat es sich Herr Pill doch relativ leicht gemacht einen neuen Film zu kreieren, denn die Hälfte der Laufzeit besteht aus bereits vorhandenem Material.
 
 
stories-of-the-dead-2019-bild-1
 
 
Gleich am Anfang gibt es dann eine schöne Luftaufnahme vom Wald zu sehen, doch dieser angenehme Eindruck wird gleich zerstört, wenn eine leicht bekleidete Dame im Zelt ihren Mund aufmacht. Ist aber eigentlich sowieso egal, denn die ersten paar Szenen haben mit dem Rest nichts zu tun. In der ersten Viertelstunde reiht „Stories of the Dead – Die Farm“ einige Szenen aneinander, die scheinbar in keinerlei Verbindung miteinander stehen und hier wirkt der Film unnötig strukturlos. Erst danach entwickelt sich ein roter Faden. Da geht es um eine junge Frau namens Lucia, die eine übernatürliche Gabe besitzt und das Schicksal der Toten sehen kann. Deshalb hält sie sich auch am liebsten auf dem Friedhof auf. Dabei kommt sie allerdings einem Serienkiller zu nahe. Dies soll also die Rahmenhandlung sein, die dann hinterher noch eine etwas ausgedehntere Rolle annehmen soll. Hans Jörg Berchtold ist hier als Psychopath gar nicht so schlecht, wobei man sich die Anspielung auf den Joker hinterher hätte sparen können. Als eigenständiger Beitrag wäre die Rahmenhandlung etwas mager, aber durch die Zerteilung kann man damit schon leben.
 
 
stories-of-the-dead-2019-bild-3
 
 
So richtig los geht die Kurzfilmsammlung dann mit „Eifersucht“. Hier geht es um Claudia, die krankhaft eifersüchtig ist. Als ihr Lebensgefährte eines abends mit einem Kumpel etwas trinken gehen will, kommt es zum Streit und plötzlich auch zu Leichen. Überraschenderweise ist nach nicht mal ganz zehn Minuten Laufzeit schon Schluss und das abrupte Ende verwirrt da doch eher, denn es gibt keine Pointe und kein richtiges Ende. Somit ist diese Geschichte auch absolut unbefriedigend, weil im Endeffekt eigentlich gar nichts erzählt wird. Abgesehen von zwei blutigen Effekten und einer soliden Eva Habermann hat „Eifersucht“ also nichts zu bieten.
 
 
stories-of-the-dead-2019-bild-5
 
 
„Fremdkörper“ starte fast direkt danach und erfüllt die Erwartungen ebenfalls nicht. Da geht es einfach nur um einen Mann, der einen schlimmen Albtraum hatte. Doch nach dem Aufwachen ist dieser noch nicht vorbei. So schnell der Beitrag beginnt, so schnell ist er auch schon wieder zu Ende – Gerade mal ein paar Minuten läuft das Ganze. Zwar wurde der Horror ganz solide inszeniert, doch erneut gibt es quasi keine Pointe und keine Substanz. Trotzdem ist dieser Beitrag etwas besser gelungen und wäre eigentlich gar nicht so übel, wenn er nicht so belanglos wäre.
 
 
stories-of-the-dead-2019-bild-2
 
 
„Der Rabe“ macht als dritter Kurzfilm weiter. Hier hat man sich an Edgar Allen Poe bedient und erzählt eine seiner berühmtesten Geschichten sehr frei nach. Zwar sind die Darsteller nicht schlecht, mit Ralf Richter ist auch ein prominenter Name mit dabei, aber besonders das alte Ambiente, in dem sich alles abspielen soll, kauft man dieser Episode überhaupt nicht ab. So entsteht leider kaum Atmosphäre und abermals ist nach nur wenigen Minuten Schluss.
 
 
stories-of-the-dead-2019-bild-4
 
 
Durchbrochen wird das belanglose Schema dann endlich mit „Leben“, der vierten Episode, die mit guten 45 Minuten Laufzeit am deutlich längsten geraten ist. Es geht in dieser Geschichte um Erik, einem lustlosen Mann, der am Leben keinerlei Freude mehr empfindet. Durch eine alte Bekanntschaft wird er auf eine ominöse Firma aufmerksam, die mit einem fingierten Tod scheinbar all seine Probleme lösen kann. Dieser Beitrag glänzt zwar nicht gerade mit besonders authentischen Kulissen, wird dafür aber bemerkenswert solide erzählt. Endlich nimmt man sich mal Zeit und das Erzähltempo ist enorm langsam. Manche Dialoge wurden etwas zu sehr in die Länge gezogen, aber immerhin gibt es eine ganz passable Pointe, die zwar vorhersehbar ist, aber dennoch um Längen mehr Substanz besitzt, als die Vorgänger und außerdem spielt Peter Bosch das ziemlich überzeugend. Die Inszenierung ist angenehm ruhig und besonders auffallend ist hier, dass die Dialoge weder hölzern vorgetragen sind, noch irgendwie dumm klingen. Die erste wirklich sehenswerte Episode.
 
 
stories-of-the-dead-2019-bild-6
 
 
Aber Moment mal. Fehlt da nicht noch ein Beitrag? In der Inhaltsangabe ist immerhin die Rede von fünf Kurzgeschichten. „Live or let die“ gab es tatsächlich bereits am Anfang im Szenen-Wirr-Warr zu sehen. Diese Episode, die von einer postapokalyptischen Zukunft und Zombies handeln sollte, lief gerade mal ein paar Minuten und eine Handlung hat man dort gar nicht mitbekommen. Also das ist wirklich geschenkt und verdient eigentlich gar keiner Erwähnung. Als einzelne Episode ist das kaum wahrzunehmen.
 
 


 
 
 

STORIES OF THE DEAD – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Thomas Pill hat es sich nicht gerade schwer gemacht mit „Stories of the Dead – Die Farm“. Es gibt vier sehr kurze Episoden zu sehen, die weder mit Pointen, noch mit großer Substanz dienen können und deshalb als völlig belanglos eingestuft werden müssen. Gerade die stärkste und mit Abstand beste Geschichte „Leben“ ist dann auch gar nicht neu gewesen und die Rahmenhandlung ist zwar annehmbar, bietet jedoch auch absolut nichts Besonderes. Positiv beurteilen kann man allerdings die handwerkliche Arbeit, denn Pill macht seine Sache als Regisseur durchaus nicht schlecht. Die Kulissen sehen zwar ab und zu ziemlich billig aus, doch besonders viel Geld wird hier auch nicht hinter gesteckt haben und die Inszenierung kann dennoch punkten. Das besitzt kaum eine eigene Handschrift, ist aber eben völlig solide gestaltet und grenzt sich von Amateur-Produktionen ab. Auch die meistens recht überzeugenden Darsteller wissen zu gefallen und selbst wenn manch ein Dialog etwas hölzern klingt, bekommt man hier eine Qualität geboten, die nicht selbstverständlich ist. Leider bringt das alles nicht so viel, denn wenn lediglich eine Episode überzeugend ist, diese dann aber ebenfalls nicht ohne Längen auskommt, dann ist das einfach zu wenig. Zudem gibt es nahezu keinen Splatter und nur selten Effekte zu sehen. Somit ist „Stories of the Dead – Die Farm“ zwar überraschend hochwertig gemacht und trotzdem langweilt er im Endeffekt am ehesten!
 
 
 


 
 
 

STORIES OF THE DEAD – Zensur

 
 
 
„Stories of the Dead – Die Farm“ wurde von der FSK ungeschnitten erst für Erwachsene freigegeben. Die erhältliche Blu-ray und DVD besitzt einen roten FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

STORIES OF THE DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
stories-of-the-dead-2019-bluray

(c) Great Movies (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stories of the Dead; Deutschland 2019

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Keine

Release-Termin: 22.08.2019

 

Stories of the Dead [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

STORIES OF THE DEAD – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Great Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The ABCs of Death (2012)
 
Holidays (2016)
 
Tales of Halloween (2015)
 
V/H/S Viral (2014)
 
Southbound (2015)
 

Filmkritik: „Spuk am Lagerfeuer“ (1990)

spuk-am-lagerfeuer-1990-poster
 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER

(GRIM PRAIRIE TALES)

Story

 
 
 

So direkt am Lagerfeuer spukt es nicht wirklich. Im gesponnenen Cowboy-Garn (ähem…) allerdings schon. Wenn man diese Bilder aus den Tiefen der Americana-Folklore kennt, müssen schon Generationen von Menschen am muckelig-warmen Campfire gesessen haben um ihrem jeweiligen Gegenüber die Schweißperlen der Furcht unters Mützchen zu zaubern. Hier sind´s die Westmänner James Earl Jones und Brad Dourif, die sich mit vier gar schaurigen Stories die Nacht um die Ohren hauen. Da geht es um den Trip einer Frau durch die Wüste, oder die missliche Lage eines Fallenstellers auf einem Indianerfriedhof. Alles natürlich einhundert Prozent wahr und stimmig.


 
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Kritik

 
 
 
Schöne Ideen, tolles Setting und eine erstklassige Besetzung obendrein. Wo kam 1990 die Kohle her, einen, wie der Hammer/Amicus-Liebhaber sagt, Omnibus-Horrorfilm im Cowboy-Setting zu realisieren? Ehrlich, James Earl Jones und Brad Dourif nur fürs Rahmengeflecht der erzählenden Frontiersmen? Möglicherweise unter Zuhilfenahme amerikanischer Fernsehgelder entstanden, entführt uns SPUK AM LAGERFEUER ins Herz der vielleicht staubigsten Western Gothic Fiction der Filmgeschichte. Ohnehin interessant, bedenkt man, dass allein in den letzten drei Jahren hervorragende US-Bücher zum Phänomen des übernatürlichen Westernfilms erschienen sind, man hierzulande aber selbst als Super-Filmfan oder herber gestrickter Allesglotzer nur ein paar versprengte Beispiele in deutscher Synchro aufzählen kann. Noch am ehesten im Rahmen ebenfalls als Anthologie konzipierter Prestige-Fernsehserien wie GESCHICHTEN AUS DER GRUFT oder Spielbergs UNGLAUBLICHE GESCHICHTEN wagten sich die vielbeschäftigten Geschichtenschreiber auch mal aufs Terrain des Spuks im Old West.
 
 
spuk-am-lagerfeuer-1990-bild-2
 
 
Zurück zum vorliegenden Filmchen. Die vier Stories sind atmosphärisch und standesgemäß bedeutungsschwanger aufgezogene Angsteinflößer, wie sie Jung und Alt gleichermaßen ins Gebein fahren können. Wenn man ihnen denn die Chance gibt. Großes Vorbild dieser Geschichten ist natürlich der spätere „MAD“-Erfinder Bill Gaines mit seinen EC-Comics, deren schwarzhumorige und groteske Horror-Fabeln regelmäßig mit ihre Protagonisten moralisch zurechtweisenden Pointen versehen waren und, der Kreis schließt sich, in den GESCHICHTEN AUS DER GRUFT ein Denkmal gesetzt bekommen sollten. Man hört auch beinahe schon den berühmten Zyniker-Gummipuppen-Arsch Cryptkeeper lachen und Danny Elfmans Musik galoppieren, wenn sich zum Beispiel in Lagerfeuer-Geschichte Nummer drei ein unbedarfter Wildwest-Siedler zwischen dem Wohlergehen der Familie und dem eigenen Moralkompass entscheiden muss. Geschenkt. Knallharter Körperhorror für Erwachsene sieht gewiss anders aus, aber wenn man sich als Genrefan nicht ausschließlich über die unpenetrierbare Stahlmantel-Legierung der eigenen Magenwände definiert, wird man an diesem wie aus einer anderen Zeit des Filmemachens gefallenen Grusel-Anthologie seinen Spaß haben.
 
 
spuk-am-lagerfeuer-1990-bild-1
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Was ganz Feines! Die aufgemotzte Edition eines sturmerprobten Klassikers, gleichzeitig ewigen Geheimtipps des Brit-Horrors abseits der großen Genrefilm-Lieferanten. Gehört sowas von in jede Sammlung. Bastapasta.
 
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Zensur

 
 
 
Die erhältliche DVD-Fassung von SPUK AM LAGERFEUER ist genauso wie die VHS-Fassung ungeschnitten trotz FSK16. Die Freigabe ist gerechtfertigt. Sonderlich brutal ist der Anthologie-Horror nämlich nicht.
 
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Deutsche DVD

 
 
 
spuk-am-lagerfeuer-1990-dvd

(c) Castle View Film (DVD KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Grim Prairie Tales: Hit the Trail… to Terror; USA 1990

Genre: Horror, Klassiker, Thriller, Western

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailer, Originaltrailer

Veröffentlichung: KeepCase: 21.07.2017

 
 

Spuk am Lagerfeuer [DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Castle View Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
H.P. Lovecrafts Necronomicon (1993)
 
Geschichten aus der Schattenwelt (1990)
 
Geschichten aus der Gruft (1989 – 1996)
 

Filmkritik: „Monsterland“ (2016)

monsterland-2015-film
 
 
 

MONSTERLAND

Story

 
 
 

Eine weitere Horror-Anthologie, in der buchstäblich die Monster los sind. Die wollen der Menschheit nichts Gutes und treiben einen Überlebenden in ein menschenleeres Kino, in dem unheimliche Filme über die Leinwand flimmern.

 
 
 


 
 
 

MONSTERLAND – Kritik

 
 
 
Kennst Du noch den satirischen Horror-Erfolg THE CABIN IN THE WOODS, in dem verschiedene Horrorwesen aus ihren Käfigen gelassen wurden und am Ende ein Blutbad in den unterirdischen Räumen einer geheimen Organisation anrichteten? Die Kurzgeschichtensammlung MONSTERLAND spinnt diese Geschehnisse weiter und zeigt, was quasi passieren könnte, wenn Monster die Herrschaft über die Menschheit übernehmen würden. Postapokalyptische Bilder stimmen ein, wohin die Reise gehen soll. Doch die Macher des Films haben anderes im Sinn. Ein Kino steht im Mittelpunkt. In das flüchtet der einzige Überlebende einer Kleinstadt, um sich vor Horden aggressiver Mutanten und bizarrer Kreaturen in Sicherheit zu bringen. Doch statt im Theater Verteidigungspläne zu schmieden, will er lieber Filme gucken und Popcorn vertilgen – macht ja auch Sinn. Unheimlich. So wirft sich der Flüchtende in den Kinosessel und lässt zehn Kurzfilme auf sich einprasseln, die von sonderbaren Ereignissen und grotesken Wesen berichten. Leider können davon nur wenige halbwegs überzeugen.
 
 
monsterland-2015-bild-2
 
 
Los geht es mit DON’T GO INTO THE WATER, in dem sich die üblichen Jugendlichen beim Baden Streiche spielen. Leider lauert in den Tiefen etwas Böses, das einen teuflischen Hunger nach Menschenfleisch verspürt. Man kann sich ausmalen, wie dieser Badeausflug ausgehen wird. Was hier klingt wie die zigste Kopie von „DER WEISSE HAI“, ist ziemlich kalter Kaffee. Die Geschichte ist gerade einmal vier Minuten lang, kann sich nicht entwickeln und wirkt unfertig. Zudem gibt’s außer Blutfontänen keine Monster zu sehen. Demzufolge bleibt unklar, was da im Wasser lauert, denn des Rätsels Lösung wird nicht geklärt. Ein schwacher Auftakt.
 
Besser wird es mit THE GREY MATTER. Hier versucht ein Büroangestellter, bei einer attraktiven Kollegin zu landen – leider vergebens. Eines Tages passieren seltsame Dinge. Er wacht eines Morgens mit einem riesigen Loch im Hinterkopf auf. Darin wohnt neuerdings ein Parasit, der ihm wertvolle Tipps gibt, bei Frauen landen zu können. Was skurril klingt, ist ziemlich schwarzhumorig und erinnert hin und wieder an Frank Henenlotters Neo-Trashfilm ELMER, in dem sich ein ähnlich wurmartiges Ungetüm am Hirn seines Wirtes zu schaffen macht. Dennoch nur Durchschnittsware.
 
 
monsterland-2015-bild-5
 
 
Episode 3 heißt CURIOSITY KILLS und ist einer der besten Beiträge dieser Geschichtensammlung. Darin macht ein kleiner Junge im Arbeitskoffer des Vaters eine rätselhafte Entdeckung. Zwei seltsame Flüssigkeiten hat der von seiner Arbeit mit nach Hause gebracht. Es handelt sich um radioaktive Substanzen. Die werden heimliche an das Haustier verfüttert, das sich in eine tickende Zeitbombe verwandelt. Was folgt macht Laune, denn eine nuklear verseuchte Ratte saust unaufhaltsam durch die Wohnung und sorgt dabei für allerhand Situationskomik. Slapstick- und Blödelhumor ist hier Programm. Was passiert wird derart abgefahren und überspitzt dargestellt, dass laute Lacher nicht ausbleiben werden. Der junge PETER JACKSON hätte daran wohl seine helle Freude gehabt.
 
 
monsterland-2015-bild-1(1)
 
 
Weniger spaßig geht es in HAG zugange, der sich einem mysteriösem Thema widmet, das bereits die Dokumentation THE NIGHTMARE beleuchtet hat: Schlaflähmung. In dieser Episode sucht ein Paar Rat beim Psychologen. Während einer Eheberatung soll geklärt werden, warum der Gatte unter quälenden Albträumen leidet. Der glaubt des Nachts von einer dämonischen Fratze im Bett attackiert zu werden, doch des Rätsels Lösung ist erschreckender als er wohl je vermutet hätte. HAG erinnert mit makabrem Ausklang an die vielen Gruselgeschichten der Horror-Reihe GESCHICHTEN AUS DER GRUFT. Leider ist die Auflösung trotz reichlich Hokuspokus Blödsinn, auch wenn mal wieder DER EXORZIST fürs Zitieren herhalten musste. Immerhin gibt es ein Widersehen mit JOHN FRANKLIN. Der hatte 1982 im Originalfilm zu KINDER DES ZORNS den bösartigen Sektenführer Isaac verkörpert. Das markante Gesicht des mittlerweile als Lehrer tätigen Wichts vergisst man nicht so schnell. Schön es mal wieder gesehen zu haben.
 
Der wohl schlechteste Kurzfilm wird mit MONSTER MAN geboten. In diesem stümperhaft animierten Zeichentrickfilm nimmt es ein betagter Mann mit einem Monster auf. Dieses wird ohne Widerworte mit der Gehhilfe des Rentners zur Strecke gebracht. Leider erwecken die einfach gehaltenen Animationen den Anschein, hier habe jemand am heimischen PC herumexperimentiert und mit günstiger Software einen Fünfminüter zusammengeschnitten. Auch wenn der Titel großes Monsterkino verspricht, kann MONSTER MAN nicht überzeugen. So etwas darf unseretwegen gern bei YouTube hochgeladen werden. In einem Spielfilm, der auch noch auf großer Leinwand gezeigt wird, hat so etwas nichts zu suchen.
 
Gott sei Dank bietet MONSTERLAND anschließend mehr Gehalt, denn in der Geschichte HOUSE CALL kommen endlich auch einmal die Gorehounds auf ihre Kosten. Hier wird ein Zahnarzt auf eine Bewährungsprobe gestellt. Ein junger Mann klingelt an dessen Tür und behauptet ein Vampir zu sein. Demzufolge soll der Arzt ihm die Eckzähne ziehen. Leider sind Bohrer und Zange in der Praxis, weshalb improvisiert werden muss. Gegenstände aus dem Baumarkt kommen zum Einsatz und die Kamera hält reißerisch drauf. Für Zartbesaitete definitiv zu viel des Guten. Für diese Zahnextraktion sind geübte Nerven Voraussetzung. HOUSE CALL ist eine der gelungenen Beiträge dieser Sammlung, was vor allem der bitterbösen Pointe zu verdanken ist, die beim Horrorfan Freude aufkommen lässt. Sehenswert!
 
 
monsterland-2015-bild-4
 
 
Leider kann die hervorragende Qualität nicht beibehalten werden, die mit dieser Vampirepisode geboten wird. Im darauf folgenden HAPPY MEMORIES wurmt es nämlich gewaltig. Hierbei handelt es sich um einen bizarren Handpuppenfilm für den man reichlich Phantasie mitbringen sollte, um überhaupt verstehen zu können, was sich da vor den Augen des Zuschauers abspielt. Abstruse Monster aus einer anderen Welt foltern hier ein kleines Wesen, das am Ende der Geschichte wiedergeboren wird. HAPPY MEMORIES ist verworren und unschlüssig – nimmt sogar fast schon surrealistische Züge an. Liebhaber des Experimentellen kommen da wohl als einzige auf ihre Kosten. Fürs Otto-Normal-Publikum ist dieser Kurzfilme leider schwer zugänglich.
 
Leichter zu verdauen ist hingegen STAY AT HOME DAD. Darin will ein Mann der Liebsten beim Stillen des Nachwuchses behilflich sein. Er erfährt von einem ominösen Experiment, das ihm Brüste wachsen lässt. Die gedeihen prächtig und sorgen anschließend für jede Menge Lacher, weil der Milchfluss nicht unter Kontrolle gebracht werden kann. Doch der Spaß hat bald ein Ende. STAY AT HOME DAD schließt nämlich mit einem makabren Finale ab. Handgemachte Spezialeffekte kommen da zum Einsatz und erinnern in ihrem grotesken Ausmaß an die Werke des legendären Schriftstellers H.P.LOVECRAFT. Der Kurzfilm aus der Mache von ANDRW KASCH und JOHN SKIPP ist eine runde Sache und gehört zu den wenigen Höhepunkten von MONSTERLAND.
 
Trotzdem kommt das Beste zum Schluss. Mit HELLYFISH gibt es herrlich sinnfreien Trash zu bewundern, der intellektuell auf gleicher Welle schwimmt wie die dreidimensionale Fortsetzung zum Remake-Horror PIRANHA von 2012. Im Filmsegment wird ein Badestrand von übergroßen Quallen heimgesucht, die sich über die Badegäste hermachen und verputzen. Der Kurzfilm wurde bereits auf diversen Filmfestivals gefeiert und bietet edles CGI in Kombination mit pumpenden Beats und schrägen Ideen. Was anmutet wie ein F/X-Demonstrationsvideo ist unterm Strich hirnfreies Invasionsgemetzel, das dem Horrorfan ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert.
 
 
monsterland-2015-bild-6
 
 
Ausverkauf und Resterampe. Man sollte wissen, dass die Kurzfilme von MONSTERLAND nicht extra für diese Anthologie angefertigt wurden. Fast alles, was man hier zu sehen bekommt, gab es nämlich schon mal – auf Filmfestivals und im Internet. MONSTERLAND ist eine wahllose Zusammenstellung von Kurzfilmen, die man wohl eingekauft und zusammengeschnitten hat, um flink Geld für was auch immer zu verdienen. Das einzige, was neu gedreht wurde ist die Rahmenhandlung. Die hält die jeweiligen Segmente zusammen, strotz aber nicht gerade vor Einfallsreichtum. Wer ein Herz für Horror-Anthologien besitzt, kann gern mal einen Blick riskieren, sollte aber die Erwartungen herunterschrauben. So grandios wie es der Trailer verspricht ist MONSTERLAND keineswegs. Hier handelt es sich um Fast-Food-Horror mit nicht sonderlich herausragenden Gruselgeschichten. Bis auf den Quallen-Trash und den Ratten-Slapstick bleibt kaum etwas in Erinnerung. Angesichts der Tatsache, dass hier eine stattliche Anzahl von zehn Kurzfilmen über den Bildschirm flimmern, ist das schon ziemlich deprimierend.
 
 
monsterland-2015-bild-3
 
 


 
 
 

MONSTERLAND – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Spaßiger Zeitvertreib für Fans des Anthologie-Horrors. Leider kann MONSTERLAND Horrorsammlungen wie ABCS OF DEATH oder der V/H/S-Reihe nicht annähernd das Wasser reichen. Angesichts der Tatsache, dass Genre-Anthologien derzeit Hochkonjunktur erleben, ist MONSTERLAND nämlich eine kleine Enttäuschung. Hier sind leider nur wenige Kurzgeschichten gelungen. Zwar sind die gebotenen Kurzfilme abwechslungsreich, wirken aber wahllos zusammengestellt. Der Grund hierfür ist ganz einfach. Fast alle Geschichten liefen bereits auf Festivals oder im Internet. Das bedeutet, dass bis auf die Rahmenhandlung kaum etwas für diese Sammlung eigens gedreht wurde. Offensichtlich ist bei der engeren Auswahl der Ausschuss gelandet. Bis auf wenige Ausnahmen (allen voran die Quallen-Episode) sind die meisten Filme durchwachsen und schnell wieder vergessen. Daher ist MONSTERLAND nur eingefleischten Fans von Geschichtensammlungen zu empfehlen. Netter Spaß für Zwischendurch, aber ohne Tiefgang und mit nur wenig Herzblut.
 
 
 


 
 
 

MONSTERLAND – Zensur

 
 
 
MONSTERLAND ist keine Splattergranate. Bis auf die Zahnarztepisode HOUSE CALL wird hier kaum harter Stoff gezeigt. Demzufolge dürfte es die Anthologie hierzulande sehr leicht haben mit einer Freigabe. Man kann jetzt schon sagen, dass MONSTERLAND bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet sein wird.
 
 
 


 
 
 

MONSTERLAND – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Poster liegen bei RLJ Entertainment | Dread Central)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Holidays – Surviving Them Is Hell (2016)
 
V/H/S 2 (2013)
 
V/H/S 3 – Viral (2014)
 
Still 2 (2014)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)

Filmkritik: „Holidays – Surviving Them Is Hell“ (2016)

HOLIDAYS-2016-poster
 
 
 

HOLIDAYS – SURVIVING THEM IST HELL

(HOLIDAYS)

Story

 
 
 

Neun Regisseure berichten in acht boshaften Kurzgeschichten von ahnungslosen Menschen denen an geläufigen Feiertagen schlimme Dinge zustoßen.

 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS – Kritik

 
 
 
Feiertage haben so an sich, manchmal in Stress auszuarten. Die ungeliebten Verwandten kommen zu Besuch, Stau sorgt für Chaos auf den Straßen und der Feststagsschmaus verkohlt ungewollt im Backofen. Festtage können also zum blanken Horror werden, was seit Jahrzehnten das Interesse von Filmemachern auf den Plan ruft, die besondere Anlässe in filmgewordene Albträume umformen. So hat das moderne Horror-Genre gezeigt, dass Feiertage nicht nur der Inbegriff von Besinnlichkeit, Nächstenliebe und Familienzusammenführung sein müssen. Im Horrorfilm sind es immer mal wieder gern diese Entschleunigungs-Tage, an denen die schlimmsten Tragödien passieren und das meiste Blut vergossen wird. Ob Valentinstag, Halloween oder Muttertag – nahezu jedes dieser Feste hat über die Jahre seinen eigenen Film-Schocker spendiert bekommen, was einmal mehr bekräftigt, dass die fleißigen Handlanger der Hölle einfach keinen Ruhetag kennen. Sie meucheln, fressen und foltern sich bevorzugt an freien Tagen durch das Fleisch ahnungsloser Menschen und stoßen damit auf Zustimmung beim Publikum, dem es trotz Festzeit gar nicht blutig und hart genug auf der Kinoleinwand zugehen kann.
 
 
holidays-2016-bil-1
 
 
Obskure Kreaturen und gestörte Serienkiller wüten selbstverständlich auch im vorliegenden Streifen durch Kino und Wohnzimmer. Der buhlt unter dem Titel HOLIDAY (deutscher Titel: HOLIDAYS – SURVIVING THEM IST HELL) um die Gunst der Horrorfans und hat acht knackige Episoden zu bieten, die schockieren, erheitern und unterhalten wollen. Eine Handvoll im Horror-Bereich erfahrener Regisseure hat sich zusammengetan, um mit einem bitterbösen Festtagsprogramm beim Publikum Eindruck zu hinterlassen. Darunter auch Comic-Nerd KEVIN SMITH, der sich zuletzt mit Filmen wie TUSK und mit RED STATE sogar im Horror- und Thrillergenre ausprobiert hat. Auch dort mit ordentlich schwarzen Humor, der einem das Lachen im Halse stecken bleiben lassen konnte. Gleiche Humorschiene wird in HOLIDAYS beibehalten, der definitiv nichts für jene ist, die mit Galgenhumor auf Kriegsfuss stehen. Die Horror-Anthologie ist vollgestopft mit bitterbösen Späßen, die viele Episoden der bekannten Serie GESCHICHTEN AUS DER GRUFT in Erinnerung rufen. Dort endete jede der halbstündigen Geschichten mit einem möglichst makabren Höhepunkt und machte die Serie über Nacht zum Pflichtprogramm unter Horrorfans. So ähnlich wird das auch in der folgenden Anthologie gehandhabt. Fiese aber dennoch schwer unterhaltsame Kurzgeschichten gibt es nämlich auch in HOLIDAYS zu sehen. Die werden nacheinander erzählt und müssen diesmal leider ohne Rahmenhandlung auskommen, welche die einzelnen Segmente in den meisten Filmen dieser Art miteinander verknüpft. Jede Geschichte trägt die (visuelle) Handschrift des jeweiligen Filmemachers und gipfelt in einem Überraschungstwist. Das bringt Abwechslung in die Horrorsammlung und macht die Angelegenheit kurzweilig.
 
 
holidays-2016-bild-2
 
 
Ein starker Auftakt wird mit der ersten Geschichte VALENTINE’S DAY geboten. Darin hat sich ein weibliches Mobbing-Opfer unsterblich in den Schulsportlehrer verliebt und zeigt ihm ihre Zuneigung auf gar blutige Weise. Okkultismus-Horror wird in ST. PATRICK’S DAY an den Zuschauer gebracht. Hier wird eine Grundschullehrerin aus heiterem Himmel schwanger und erlebt eine Geburt des Grauens – ROSEMARIES BABY lässt grüßen. Die dritte und schwächste Episode handelt von einem kleinen Mädchen, das sich Gedanken über die Ursprünge des Osterfestes gemacht hat. Des Nachts bekommt das Kind Besuch von einer grotesken Kreatur – halb Osterhase, halb Jesus – die von dem Mädchen Furchtbares fordert. In MOTHER’S DAY gerät eine verzweifelt Frau in die Fänge einer ominösen Gruppe, die seltsame Fruchtbarkeitszeremonien in der Wüste betreibt, während in der darauffolgenden Kurzgeschichte eine schaurige Schnitzeljagd Gänsehaut bereitet. Die nennt sich FATHER’S DAY und ist sogleich eines der unheimlichen Highlights von HOLIDAYS. Das Segment berichtet von einer Mittzwanzigerin, die vom verstorbenen Vater mittels Kassettenaufzeichnung zu einem geheimnisvollen Ort navigiert wird, an dem sich beide endlich wieder in die Arme schließen können. Schonungslos emanzipiert geht es in HALLOWEEN weiter. Die von KEVIN SMITH inszenierte Folter-Episode rückt drei Camgirls in den Mittelpunkt, die die Launen und Demütigungen ihres Bosses satt haben. Sie überwältigen ihren kriminellen Arbeitgeber und erteilen dem frauenverachtenden Macho eine blutige Lektion. Weitaus unblutiger geht es in CHRISTMAS zugange. Ein Weihnachtsgeschenk bringt darin die dunklen Geheimnisse einer Familie ans Tageslicht, mit denen selbst der Zuschauer nicht gerechnet haben dürfte. Wer Splatter und Gematsche bevorzugt, muss zwar lange warten, wird aber am Ende mit NEW YEARS EVE entschädigt. Hier verabredet sich ein Frauenmörder über ein Chatportal mit einer Unbekannten. Leider verläuft das Date anders als erhofft, was – zur Freude der Gewaltfraktion – haarsträubend grotesk und blutrot endet. Ein bitterböser Abschluss für eine gelungene Kurzfilmsammlung.
 
 
holidays-2016-bild-3
 
 
Es ist erstaunlich, was für eine hohe Beliebtheit Horror-Anthologien seit den überraschenden Erfolgen von V/H/S und THE ABCs OF DEATH in Fankreisen genießen. Die beiden Filmreihen waren quasi maßgeblich dafür verantwortlich, dass dem längst vergessenen Kurzfilm-Horror neues Leben eingehaucht werden konnte. Seither sind viele weitere Episoden-Filme (hervorragend: SOUTHBOUND) entstanden, die von der Frischzellenkur profitiert haben. Leider ist es wie so oft bei Filmtrends: jeder will mitverdienen. Da wird kopiert und nachgeeifert, als gebe es keinen Morgen mehr, was nicht immer auf Zuspruch stößt. Schnell und lieblos abgedrehte Horror-Anthologien (zuletzt: TOM HOLLAND’S TWISTED TALES) verheißen nämlich schon lange nichts Gutes mehr, denn oftmals muss aufgrund mangelnden Budgets auf Qualität verzichtet werden. Das trifft im Fall von HOLIDAYS aber nicht zu. Hier wird Liebe zum Detail geboten, schließlich waren hier Filmemacher am Werk, die bereits sehenswerte Horrorfilme gedreht haben und ihr Handwerk verstehen. Alle Regisseure (u.a. SCOTT STEWART – DARK SKIES und NICHOLAS MCCARTHY – AT THE DEVIL’S DOOR) waren für die Umsetzung der eigenen Episode verantwortlich und durften sogar selbst die Drehbücher ihrer bitterbösen Geschichten verfassen. Die Entscheidungsgewalt über eigene Projekte hat Kreativität gefördert, denn selten wurden Feiertage derart makaber und grotesk in Szene gesetzt, dass man nach dem Abspann unbedingt noch mehr von diesem grimmigen Horrorspaß sehen möchte. Eine Fortführung der Idee wäre wünschenswert. Nur schade, dass der Kalender nicht so viele verschiedene Festtage hergibt.
 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Zynisch, makaber und rabenschwarz. HOLIDAYS ist die wohl schwarzhumorigste Horror-Antologie, die man bisher zu sehen bekommen hat! Vergesst demnach CREEPSHOW und V/H/S. Der neue Kurzgeschichten-Horror-Hit heißt HOLIDAYS und macht Lust auf mehr. HOLIDAYS hat definitiv Suchtpotenzial, was in erster Linie an den makabren Episoden liegt. Darin werden amerikanische Feiertage durch den Horrorfilter gesehen, die für die Hauptdarsteller der jeweiligen Segmente keinen guten Ausgang haben. Jede Kurzgeschichte in dieser schaurigen Anthologie ist konzipiert, möglichst bitterböse zu enden. Wer mit Galgenhumor nichts anfangen kann, ist hier keineswegs gut aufgehoben, denn krude Scherze im Stil eines TALES FROM THE CRYPT lassen einem definitiv das Lachen im Halse stecken. Qualitativ ist HOLIDAYS Königsliga und abwechslungsreich. Von subtil bis blutig ist alles vertreten. Neun (horrorerprobte) Regisseure waren am Ball und haben albtraumhafte Visionen des Grauens filmisch verarbeitet, die sich durch gemeine Ideen und reichlich Herzblut ins Gedächtnis brennen. Bis auf die unfertig und gehaltlos wirkende Oster-Episode sind alle Kurzgeschichten durch die Bank weg als gelungen zu betiteln und so abgedreht, dass HOLIDAYS zweifelsohne Anthologie-Pflichtprogramm ist. Wir empfehlen die Sammlung ungeliebten Verwandten zu einem Fest Eurer Wahl zu schenken. Damit hinterlässt man garantiert prägenden Eindruck und hat zum nächsten Festtag mit Sicherheit einige Gäste weniger. Da bleibt dann mehr Zeit, um sich viele schaurige Gruselfilme anschauen zu können.
 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS – Zensur

 
 
 
HOLIDAYS, der in Deutschland unter dem Titel HOLIDAYS – SURVIVING THEM IST HELL veröffentlicht wurde, hält sich mit Gewalt zurück. Die meisten Gewalttaten werden nur angedeutet oder die Kamera blendet weg. Demzufolge hat HOLIDAYS von der FSK eine Jugendfreigabe erhalten. Das ist etwas merkwürdig, weil in der letzten Episode dann doch etwas zeigefreudig Beil und Metzgermesser geschwungen wird. Vor einigen Jahren wäre eine FSK16 dafür undenkbar gewesen. Die deutsche Veröffentlichung von HOLIDAYS – SURVIVING THEM IST HELL ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS- Deutsche Blu-ray

 
 
 
Holidays - Surviving them is hell-bluray

(c) Meteor Film (Blu-ray im KeepCase)

Holidays - Surviving them is hell-Mediabook

(c) Meteor Film (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Holidays; USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Limitiertes Mediabook | KeepCase mit Wendecover

Extras: Holiday-Clips, Deutscher Trailer, Originaltrailer | zusätzlich nur im Mediabook: Booklet und Film in DVD-Version

Release-Termin: 15.07.2016

 

Holidays – Surviving them is hell – [limitiertes Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Holidays – Surviving them is hell (Uncut) [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshots liegen bei METEOR FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S 2 (2013)
 
V/H/S 3 – Viral (2014)
 
Still 2 (2014)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)